Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Die Sache mit den Hitpoints
nobody@home:
--- Zitat von: Ainor am 9.04.2020 | 12:27 ---Verletzungssysteme die weniger detailiert sind (z.B. mit verletzt, bewusstlos, tot Zuständen) dagen trifft man häufiger (Fate gehört wenn ich das richtig verstehe auch dazu).
--- Ende Zitat ---
So was in der Art, ja. Obwohl man sich streiten könnte, inwieweit Fate überhaupt ein "Verletzungssystem" hat. ;) Im Prinzip kann da nämlich jeder Angriff, der die Verteidigung um mindestens 1 schlägt, einen Gegner sofort und nach Maßgabe des Angreifers komplett ausschalten; nur haben die meisten Gegner je nach Wichtigkeit mehr oder weniger große Plotrüstungsreserven, die sie gezielt ausgeben können, um dieses Schicksal noch mal zu vermeiden und weiter im Gefecht zu bleiben (und sei's auch nur, um statt dessen die nächsten Gelegenheit zum Aufgeben zu nutzen), und zu denen gehören gegebenenfalls auch die Konsequenzen, die ein wenig freistilartig prinzipiell beliebige Verletzungen abbilden können -- frei nach dem Motto "Wenn ich nur Statist wäre, wäre ich jetzt womöglich tot, aber so verpaßt mir der Phaserschuß nur eine üble Brandwunde". Besonders simulativ ist das System also nicht, aber es kann einzelne Verletzungen und dergleichen auf seine etwas abstrakte Weise schon einigermaßen abbilden...und je nach Grad (und Abfangwert) einer gegebenen Konsequenz variieren auch die zur Erholung von ihr nötige Zeit und Mühe, so daß auf diese Weise trotzdem noch ein Stück "Realismus" mit hineinkommt.
(Im Gegenzug gibt's bei Fate im Gegensatz zu D&D per Voreinstellung auch keine magische Instant-Heilung. Wer will, kann sich so etwas natürlich in seine Kampagnenwelt hineinbasteln, aber ein Kommentar im Fate Core-Regelbuch rät davon ab, es gar zu sehr zu übertreiben. Was für mich Sinn ergibt: wenn ich einen Beinbruch routinemäßig spontan weghandwedeln lassen kann, ist der dann überhaupt noch eine ernsthafte Konsequenz oder sollte ich ihn nicht lieber gleich von vornherein in eine leichtere Kategorie einordnen?)
YY:
--- Zitat von: Ainor am 9.04.2020 | 12:27 ---Das sind bezeichnenderrweise beides Systeme wo vor allem mit Knarren auf Menschen geschossen wird, aber nicht z.B. mit Blitzstrahlen auf Geister.
--- Ende Zitat ---
Mag vielleicht daran liegen, dass keiner auf die Schnapsidee kommt, das Beschießen von Geistern mit Blitzstrahlen realistisch verregeln zu wollen ;)
--- Zitat von: Ainor am 9.04.2020 | 12:27 ---Genau. Selbst wenn man realistisch seien möchte kommt man trotzdem auf HP zurück, einfach weil sie funktionieren. Sogar in Computerspielen wo die erhöhte Komplexität nicht allzu schlimm ist.
--- Ende Zitat ---
Das machen aber nicht alle Computerspiele - aber genau wie im P&P wird da überlegt, ob es mehr Spieltiefe bringt oder nur überflüssiger Aufwand ist.
Mehr Spieltiefe bringt es nur da, wo der "Rest" des Spiels auch was damit anfängt und schon sind wir auf dem Weg in die Nische: Hidden & Dangerous oder der alte Firearms-HL-Mod statt Call of Duty, Steel Division statt C&C.
--- Zitat von: Ainor am 9.04.2020 | 12:27 ---Die Diskussion um "unrealistische" HP ist ja fast so alt wie D&D selbst, aber seit 45 Jahren haben sich detailiertere Systeme insbesondere in der Breitbandfantasy absolut nicht durchgesetzt, und ich denke das liegt daran dass sie einfach nicht funktionieren.
--- Ende Zitat ---
Die funktionieren durchaus, nur
a) sind sie Mehraufwand und den muss man betreiben wollen,
und
b) haben sie einen deutlichen Einfluss auf den Kampfanteil - da kommt es zuallererst mal drauf an, was man von dem Spiel will und das prägt die verwendete Methode.
Wer "larger than life"-Epic Fantasy-Gedöns mit strahlenden Helden will, braucht keine Wundbrandregeln und wer seinen Rattenfänger durch den Elendssimulator scheuchen mag, kann mit abstrakten und völlig ohne Spätfolgen zurückgewinnbaren HP nichts anfangen.
Was verstehst du unter Breitbandfantasy?
Splittermond hat und DSA4 hatte recht umfangreiche Verletzungs- und Heilregeln. Bei DSA5 weiß ich es nicht genau, aber ich vermute stark, dass es entsprechende Fokusregeln gibt.
Diesen drei kann man nicht vorwerfen, dass sie nicht erfolgreich wären.
Einige andere Systeme arbeiten mit mehr oder weniger umfangreichen Crit-Tabellen; da kann man sich dann streiten, wie realistisch das im Gesamtbild ist, aber detaillierter als reine HP sind diese Methoden selbstverständlich und die meisten haben zumindest zum Teil einen gewissen Simulationsanspruch als Motivation für die Nutzung solcher Tabellen.
Orlock:
--- Zitat von: ghoul (im Exil) am 9.04.2020 | 10:47 ---Finde den Widerspruch.
--- Ende Zitat ---
Sterben, wenn man nichts dafür kann, ist in jedem System kacke. Da dreht der SL schon mal.
Größere inGame-Pausen der Sorte "Ich kann da nicht mitmachen, ich bin gerade nicht kampffähig" gibt es dagegen schon recht häufig.
YY:
--- Zitat von: Orlock am 9.04.2020 | 17:01 ---Sterben, wenn man nichts dafür kann, ist in jedem System kacke. Da dreht der SL schon mal.
--- Ende Zitat ---
Da kann man aber auch woanders ansetzen als bei den Würfeln ;)
ghoul:
--- Zitat von: Orlock am 9.04.2020 | 17:01 --- Da dreht der SL schon mal.
--- Ende Zitat ---
Würfeldrehen ist bekanntlich die schlechteste aller Lösungen. ;)
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