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Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Suro:
Einen schlechten Film damit zu verteidigen, dass die Kritiker alles nur -isten beliebiger Geschmacksrichtung wären, ist offensichtlich nur dann sinnvoll, wenn die Kritiker tatsächlich solche sind und der Film in Wahrheit ganz toll war. Ursprung für diesen Thread war ja aber von meinem Verständnis nicht, dass es schlechte Filme gibt die Leute mit schlechten Ausreden verteidigen, sondern dass ein bestimmtes Klischee (der winselnde Idiot, die Teflon-Heldin) überhand nehmen und dieses Klischee Filme schlecht macht.
Mir persönlich geht es so, dass ich zwar beobachte, dass viele (und mehr als früher) Hauptrollen weiblich besetzt werden (und finde das auch insgesamt gut so), kann aber nicht sagen, dass die Wahl des Geschlechts bei einem Großteil der eher mäßigen Vertreter für mich den Film schlecht gemacht hätte. Ob der Protagonist nun eine Teflon-Susie oder ein Teflon-Bubi ist, oder ob der Nebencharakter nun ein winselnder Idiot ist oder eine winselnde Idiotin wertet für mich den Film nicht wirklich signifikant auf oder ab. * Ich glaube kaum, dass ich z.B. die neue StarWars-Reihe oder StarTrek Discovery besser gefunden hätte, wären da irgendwelche Geschlechterrollen durchgetauscht worden. Ich habe den Vorwurf der "Gender-Agenda" an sich die Filme/Serien schlecht macht aber auch schon in Fällen gehört, wo das an sich ein Kritikpunkt sein sollte, z.B. im Bezug auf The Expanse - und diesen Vorwurf kann ich eben nicht so ganz nachvollziehen.
*Da kann man jetzt natürlich nachfragen, warum ich es dann positiv bewerte mehr Frauen in bestimmten Rollen und vielleicht auch Männer oder Angehörige weiterer Geschlechter in anderen zu sehen: Solange es neue Perspektiven eröffnet oder mit Erwartungen spielt kann ich das immanent erfrischend finden; ansonsten emfinde ich Vorbildrollen und Repräsentation auch abseits des konkreten Werkes ganz schön.
Ein Dämon auf Abwegen:
--- Zitat von: nobody@home am 8.04.2020 | 12:37 ---Vielleicht trauen sich die Sexisten auch bei Filmen, bei denen sie mit ernsthaftem Gegenwind rechnen müßten, einfach gar nicht erst aus ihren Schlupflöchern, sondern ziehen sich nur an den leichten Opfern hoch. So würde auch ein Schuh draus.
--- Ende Zitat ---
Wobei bei den Filmen die aus der Richtung wirklich heftig attackiert wurden, hatten die Macher das teilweise durch Interviews und Marketing selbst provoziert.
Noir:
Was mir halt auffällt - und ich sage nicht, dass es inflationär passiert ... ich sage nur, dass es mir auffällt - ist das die Dominanz einer weiblichen Rolle häufig wirklich vor allem dadurch hervorgehoben wird, dass die Männer weinerliche und/oder dumme Idioten sind - und sei es nur in der jeweiligen situation. Mir fällt da vor allem Black Widow ein, die - zum beispiel - in Avengers 1 am Anfang von hohen russischen Soldaten gefoltert und verhört wird ... kurz darauf ruft Coulson an und Widow muss sich "mal eben befreien" ... und die ganzen krassen russischen Krieger gucken halt blöd ... und raffen nix ... und werden halt plattgewalzt von der Frau, die von Anfang an natürlich alles unter Kontrolle hatte.
Selber Film, andere Situation: Black Widow entlockt Loki Geheimnisse, der seine Arroganz spielen lässt ... dann aber doch als der Dusel dasteht, als Widow mit ihm "fertig" ist.
Und sowas kommt imho - gefühlt - tatsächlich häufig vor. Und das finde ich schade ... weil das ja auch anders geht. Siehe das Paradebeispiel Ripley oder Sarah Connor.
Und ich glaube nicht einmal, dass die Schreiberlinge nicht wissen, wie es anders geht ... sowas soll halt einen schönen "Witz" abgeben ... ist nur echt billig ... imho ... und macht dann die Stärke der Frauenrolle tatsächlich ein stückweit unglaubhaft.
Ein Dämon auf Abwegen:
--- Zitat von: Suro am 8.04.2020 | 13:32 ---Ich glaube kaum, dass ich z.B. die neue StarWars-Reihe oder StarTrek Discovery besser gefunden hätte, wären da irgendwelche Geschlechterrollen durchgetauscht worden. Ich habe den Vorwurf der "Gender-Agenda" an sich die Filme/Serien schlecht macht aber auch schon in Fällen gehört, wo das an sich ein Kritikpunkt sein sollte, z.B. im Bezug auf The Expanse - und diesen Vorwurf kann ich eben nicht so ganz nachvollziehen.
--- Ende Zitat ---
Wobei mir bei Star Wars nicht so richtig klar ist warum sie nicht einfach eine männliche und eine weibliche Hauptrolle hatten, und Star Trek sollte normalerweise eh keine klare Hauptfigur haben.
nobody@home:
--- Zitat von: Dark Stone Cowboy am 8.04.2020 | 13:46 ---Was mir halt auffällt - und ich sage nicht, dass es inflationär passiert ... ich sage nur, dass es mir auffällt - ist das die Dominanz einer weiblichen Rolle häufig wirklich vor allem dadurch hervorgehoben wird, dass die Männer weinerliche und/oder dumme Idioten sind - und sei es nur in der jeweiligen situation. Mir fällt da vor allem Black Widow ein, die - zum beispiel - in Avengers 1 am Anfang von hohen russischen Soldaten gefoltert und verhört wird ... kurz darauf ruft Coulson an und Widow muss sich "mal eben befreien" ... und die ganzen krassen russischen Krieger gucken halt blöd ... und raffen nix ... und werden halt plattgewalzt von der Frau, die von Anfang an natürlich alles unter Kontrolle hatte.
Selber Film, andere Situation: Black Widow entlockt Loki Geheimnisse, der seine Arroganz spielen lässt ... dann aber doch als der Dusel dasteht, als Widow mit ihm "fertig" ist.
Und sowas kommt imho - gefühlt - tatsächlich häufig vor. Und das finde ich schade ... weil das ja auch anders geht. Siehe das Paradebeispiel Ripley oder Sarah Connor.
Und ich glaube nicht einmal, dass die Schreiberlinge nicht wissen, wie es anders geht ... sowas soll halt einen schönen "Witz" abgeben ... ist nur echt billig ... imho ... und macht dann die Stärke der Frauenrolle tatsächlich ein stückweit unglaubhaft.
--- Ende Zitat ---
Na ja, das Superheldengenre ist seinerseits noch mal ein ganz eigenes. Da sind auch theoretisch "normale" Helden und Schurken schnell mal hyperkompetent -- das beste Beispiel ist da vermutlich Batman, bei dem eine gleichartige Darstellung in derselben Art von Situation auch die wenigsten überraschen dürfte.
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