Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
5e - Änderungen/Neue Optionen an/für Ability Score Zuweisung angekündigt
Rhylthar:
--- Zitat von: menemen am 29.06.2020 | 12:06 ---Diese "Grauzonen" finde ich besonders kritisch. Das geht sehr in die Richtung "Du bist ja anders, aber...". Und das ist etwas was jedem der unter Rassismus aufgewachsen ist, sehr übel aufstößt. Dann wären mir absolut und ausnahmslos böse Wesen sogar lieber.
--- Ende Zitat ---
Was genau stört Dich an Drizzt (als prominentestes Beispiel)?
Was ist problematisch an Orcs in Eberron, die eben nicht dem sonst gängigen "Ork-Klischee" entsprechen?
Übrigens nicht an dem Wort "Grauzone" aufhängen, deshalb auch in "". Es heisst nämlich nur, dass eben dieses Gut-Böse-Gebilde schon lange nicht mehr so starr ist, wie es vielleicht irgendwann mal war. Wenn man sich dann nämlich noch Planescape als Setting anguckt, dann wackelt nämlich das Gebilde in ihren Grundfesten.
@Tudor:
Okay, jetzt verstanden. Grauzonen wären dann Dinge wie Liriel Baenre (von böse zu gut) oder vielleicht auch Jarlaxle (von böser Drow zu neutraler Drow).
menemen:
--- Zitat von: hassran am 29.06.2020 | 12:09 ---Hi. Ich bin "unter Rassismus aufgewachsen" und mir stößt das nicht übel auf.
--- Ende Zitat ---
Da müssen wir sehr unterschiedliche Erfahrungen haben. Ich (und SEHR viele meiner Familie, Freunde, etc.) bin sehr durch das "Ihr Türken seid ja irgendwie ein bösartiges, durch den Islam verdorbenes Volk. DU bist ja anders, aber...". geprägt. Und genau das sehe ich 1 zu 1 bei den Drows verarbeitet.
takti der blonde?:
--- Zitat von: menemen am 29.06.2020 | 12:15 ---Da müssen wir sehr unterschiedliche Erfahrungen haben. Ich bin sehr durch das "Ihr Türken seid ja irgendwie ein bösartiges, durch den Islam verdorbenes Volk. DU bist ja anders, aber...". geprägt. Und genau das sehe ich 1 zu 1 bei den Drows verarbeitet.
--- Ende Zitat ---
Das kann sein. Oder ich teile die Interpretation nicht, dass jene Mechanismen und Gedanken bei den Drow verarbeitet wurden. Ein fundamentaler Unterschied in meinen Augen z.B. die Feststellung, dass Lloth im kosmischen Sinne BÖSE ist und zweifelsohne existiert, während Islam und Allah zumindest mit meiner Agnostik und einer religionskritischen und -historischen Analyse vorlieb nehmen müssen. :)
Alexandro:
Sagen wir es mal so: Was würdest du sagen, wenn das neue Buch zu den Realms plötzlich sagen würden "Die Bewohner von Threskel beten alle Bane an und sind (bis auf ein paar versprengte gute Leute) mehrheitlich böse Assassinen"?
Ich meine, selbst in der Tendenz böse Reiche der Menschen (Thay z.B.) sind moralisch deutlich komplexer als das, was da bei den Drow aufgemacht wird. Die Red Wizards sind erstens nur die Führungskaste (und nicht das gesamte Volk) und haben, zweitens, echte Ziele und Motivationen, die über "böse, um des böse seins willen" hinausgehen.
nobody@home:
--- Zitat von: Tudor the Traveller am 29.06.2020 | 11:59 ---Bezüglich der "bösen Völker" sehe ich da deutlich andere Probleme. Aus meiner Sicht ist es für die Diskussion fundamental wichtig, dass im D&D Kosmos (und auch bei LotR) "böse" und "gut" eben KEINE relativen Konzepte sind. Das ist hier im Thread hier und da mal angerissen worden, ist aber meiner Meinung nach das zentrale Problem dieser Diskussion.
Bei Fantasy wie sie D&D oder LotR umsetzt, ist der epische / kosmische Konflikt zwischen GUT und BÖSE / LICHT und FINSTERNIS / HIMMEL und HÖLLE tief im Setting verankert. Diese Konzepte sind Antagonisten in einem dualistischen Weltbild. Die Settings zeichnen daher an vielen Stellen schwarz-weiß; Grautöne sind nur in engen Grenzen überhaupt vorgesehen und daher auch nur dann sinnvoll, z.B. wenn jemand im D&D Alignment-System eine neutrale Position einnimmt.
Man kann diese absoluten dualistischen Konzepte von Gut und Böse ablehnen, z.B. weil die Aufklärung uns beigebracht hat, dass niemand bei seiner Geburt durch eine kosmische Kraft für eine Rolle festgenagelt ist. Aber für den D&D Kosmos ist die Setzung Good vs Evil nach meiner Auffassung de facto ein Naturgesetz; ich kann also genauso gut die Schwerkraft blöd finden.
--- Ende Zitat ---
Das wäre dann wieder das "Thermian Argument", das mir als Begriff erst kürzlich so begegnet ist (benannt nach den Thermianern aus Galaxy Quest, die gar nicht wissen, was Fiktion ist). Ich kann ja "das ist im D&D-Kosmos nun mal so!" nur dann wirklich zur Verteidigung heranziehen, wenn ich den Unterschied zwischen Realität und Fiktion verwische -- sonst komme ich nämlich schlecht daran vorbei, daß "das" im D&D-Kosmos letztendlich auch nur deshalb so "ist", weil seine Macher es eben genau so haben wollten. Und daß ich es für meine Version des D&D-Kosmos am eigenen Tisch auch jederzeit ändern kann, wenn mir danach ist; dann bringt mir zwar das offizielle Material, das meine Änderungen schon mangels Kenntnis logischerweise nicht mitmacht, gegebenenfalls entsprechend weniger, aber das ist dann einfach nur eine Abwägung persönlicher Prioritäten.
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