Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Combat as Sport vs Combat as War, Ausgabe Juni 2020
Arldwulf:
--- Zitat von: Trollkongen am 1.07.2020 | 15:34 ---Die Unterscheidung zwischen CaS und CaW empfinde ich halt als sehr akademisch: Vielleicht sinnvoll, um mal analytisch ranzugehen, aber in der Praxis erstmal wenig relevant. In meinen Runden ist es beispielsweise eher ein Mittelding von all dem hier Gesagten. Einerseits achte ich als Spielleiter darauf, den SC Herausforderungen zu bieten, die angemessen sind, andererseits gibt's davon auch mal Abweichungen (meistens aufgrund der Spielweltlogik) und ich honoriere auch, wenn man geschickt und planvoll an die Sache herangeht (oder andersherum: Doofheit macht's dann schwieriger). Ich verstehe aber auch nicht recht, wie es anders sein sollte.
--- Ende Zitat ---
Es ist in erster Linie ein Thema im Spieldesign. Regelwerke können Spielelemente mitbringen welche die Spielstile aktiv unterstützen, z.B. indem man es dem Spielleiter einfach macht auf Ideen der Spieler einzugehen, alternative Wege mit flexiblen Systemen abzuhandeln oder dem Spielleiter Möglichkeiten zu bieten um im Falle von Improvisation durch die Spieler fix zu sagen "na klar kannst du dies, und das regeln wir wie folgt."
Im Spiel selbst ist es immer eine Mischung und nie nur das eine oder andere - aber wie viel Arbeit für den SL dahinter steckt bestimmt halt das Spieldesign der Regelwerke.
Alexandro:
Vom Regelwerk hängt das eher weniger ab. D&D 0e bis AD&D 1st bietet z.B. Null Unterstützung für spontane Regelanpassungen, welche den Rest nicht entwerten ("Wofür habe ich mich eigentlich abgerackert um das +1 Schwert zu bekommen, wenn der SL sowieso für eine 'coole Idee' +1W6 auf den Schaden vergibt").
Und was Sandbox=CaW angeht... WoW ist eine Sandbox und da gibt es verschiedene Gebiete mit konstanter Gefährlichkeit - wenn man da als Niedrigstüfler hingeht, dann stirbt man halt. Trotzdem werden die wenigsten wohl sagen, dass es das ist, was sie meinen, wenn sie von einer "CaW-Sandbox" reden.
nobody@home:
--- Zitat von: Alexandro am 1.07.2020 | 18:33 ---Und was Sandbox=CaW angeht... WoW ist eine Sandbox und da gibt es verschiedene Gebiete mit konstanter Gefährlichkeit - wenn man da als Niedrigstüfler hingeht, dann stirbt man halt. Trotzdem werden die wenigsten wohl sagen, dass es das ist, was sie meinen, wenn sie von "Sandbox" reden.
--- Ende Zitat ---
Na ja, ein bißchen Sinn ergibt es schon, wenn in der Spielwelt verschiedene Gebiete merkbar unterschiedliche Gefahren und Gefahren"stufen" anzubieten haben. Der uralte Erderschütterer-Drache und der König der Untoten-Sümpfe werden nun mal vermutlich nicht direkt in der Nachbarschaft von friedlichen Bauerndörfern wohnen, weil sich ein derartiges Nachbarschaftsverhältnis auf längere Sicht nicht verträgt (oder zumindest müßte es dafür schon sehr gute Gründe geben), also wird man als Abenteurer, der sich gerade in einem friedlichen Bauerndorf befindet, eben erst mal etwas reisen müssen...und diese Reiseziele werden dann vermutlich auch ganz allgemein deutlich weniger gastfreundlich sein, sobald man ihnen erst mal nahe genug gekommen ist.
Stahlfaust:
Beim lesen dieses Threads drängte sich mir der Eindruck auf, dass CaS und CaW nichts weiter als unterschiedliche Betrachtungsweisen aus dem GNS Spektrum sind. Nur eben fokussiert auf den Kampf.
CaS: System mastery ist uns wichtig, lasst uns mal schaun was die Regeln hergeben! (Gamistische Sichtweise)
CaW: Plausibilität ist uns wichtig, lasst uns Kämpfe mit all Ihrem Schrecken simulieren. (Simulationistische Sichtweise).
Dementsprechend postuliere ich eine dritte Sichtweise:
Combat as Theatre: Story ist uns wichtig! Kämpfe sind dramaturgische Werkzeuge um die Geschichte zu erzählen und die Spannung zu erhalten. (Narrative Sichtweise).
CaT: Der SL weiss ganz genau wann welche Kämpfe stattfinden. Er weiss auch wie Sie ausgehen oder zumindest bestimnte Teile davon. In Runde zwei wird sich Ritter Kunibald heroisch opfern um die Prinzessin zu retten. Der Bösewicht wird in der dritten Runde seinen theatralischen Abgang durch den Geheimgang hinter dem Thron nehmen und Entkommen. Verfolgung zwecklos.
Könnte an dem Gedanken was dran sein?
Feuersänger:
Naja, es gibt ja erwiesenermaßen Gruppen, die so spielen, aber ich denke das ist eine ganz andere Zielgruppe, als wer sich für die Unterscheidung CaS/CaW interessiert.
Und CaT ist dann halt in 1. Linie: mit Smoke&Mirrors vom harten Railroading ablenken, denn wenn die Spieler schnallen dass sowieso schon alles fest geskriptet ist, war's das ja wohl mit der Spannung. :/
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