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Shadowrun: Capital Files "Volume/02 - Drugstore Blues"

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Ludovico:
Herr Kaisers Augen weiteten sich. Zutiefst beeindruckt schaute er sich die Waffe genau an.
"Beeindruckend...daß der Eber so viel aushalten konnte. Mit der Waffe kannst Du einen Elefanten erledigen. Wie bist Du an das alte Kaliber bloß rangekommen? Die 7,62 wird doch schon seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt."

Doc Letterwood:
Marov nickte. "Seit 1951 nicht mehr. Das Modell hier ist von 1946. Hat meinem Urgroßvater gehört, der damit in der Roten Armee in Stalingrad gegen die Nazis gekämpft hat." Marov setzte sich auf die Armlehne eines Sessels und strich einer hübschen Rothaarigen versonnen durchs Haar. "Jurij bekam zuerst gar keine Waffe. Sie haben sie in die Stadt getrieben wie Schlachtvieh. Einer bekam Munition, der zweite eine Waffe. Sie mussten zusammen gehen, und wenn der Schütze getroffen wurde, nahm der Munitionsträger die Waffe und schoss weiter, schoss, schoss und schoss..."

Fischauge bewegte sich leise raschelnd am Kamin. Er blieb stumm.

"Nun ja.", sagte Marov und tauchte aus der Vergangenheit wieder auf. "Wie dem auch sei...", meinte er leichthin und packte das Gewehr in die Schublade.
"Willst du etwas trinken? Ich habe O-Saft, Tee, Mokka und Mineralwasser." Marov öffnete eine Kommode und eröffnete Kaiser den Blick auf eine gut ausgestattete Hausbar mit Kaffeeautomat.
Die Mädchen um ihn herum kicherten ein wenig und raunten sich immer wieder etwas zu. Kaisers Nachbarin hatte sich bislang nicht mehr geregt.

Ludovico:
"Ein Mokka wäre nicht schlecht."

Doc Letterwood:
Marov nickte, und sofort sprang die Rothaarige auf, fuhr sich durch ihre kurzen Haare und tat, was Marov ihr niemals mündlich befohlen hätte.
Der Pate setzte sich auf ihren Platz, und griff nach dem Pokal. Nachdenklich schwenkte er die Flüssigkeit darin ein paar Mal und seufzte dann kurz.

"Okay, Kaiser. Ich werde dir jetzt etwas unter dem Mantel der Verschwiegenheit erzählen. Und du weißt, was das bedeutet..."
Er wartete erst gar nicht Kaisers Antwort ab, sondern sprach sofort weiter.
"Wir kennen uns nun schon ein wenig und ich habe immer geglaubt, aus dir wird bestimmt jemand Großes, als du aus der MET ausgestiegen bist und Otto dich mir empfohlen hat. Ich stehe jetzt vor einer Situation, in der ich einen guten Mann brauche. Allerdings nicht hier im Rhein-Ruhr-Plex." Wieder schwenkte er den Pokal und starrte sinnierend hinein.
"Meine...Kollegen aus dem Osten sind im Umbruch. Neue Leute drängen nach vorne, Leute wie Scherkanow aus Prag, Pietrov aus Odessa und andere...wir im Plex, also ich, Fischauge", er deutete zu seinem noch immer schweigsamen Begleiter, "Marczanic aus Berlin und Andrasz Vak aus Köln, wir gehören zur alten Garde. Die will sich natürlich behaupten. Du weißt, was das bedeutet, Kaiser?"
Jetzt erst blickte Marov auf, und diesmal war sein Blick lauernd.

Ludovico:
"Ich denke schon. Ihr wollt der Konkurrenz auf die Füße treten, damit Du und die anderen sie überholen können.", sagte Herr Kaiser zwischen zwei Schlücken Mokka.
Das schwarze Zeug war zwar nicht seine Lieblingsmarke, denn er bevorzugte den billigen Soykaf von Aldi, aber dieser hier schmeckte auch nicht schlecht und weckte zudem seine Sinne.

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