Autor Thema: RuneQuest Glorantha - Smalltalk  (Gelesen 59769 mal)

AndreJ und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline General Kong

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Re: RuneQuest Glorantha - Smalltalk
« Antwort #350 am: Gestern um 20:57 »
Ich mag Göorabtha/Runequest. Habe ziemlich viel von Avalon Hill 3rd Edition, habe Vikings und Lsnd of Ninja gekeitet - lange her.

Aber so reizvoll ich Glorantha auch finde - ich fand es ziemlich unspielkbar: Sehr viele Optionen, hundertdreiundzwölzig Kulte, die entweder nicht kompatibel sind oder für. Abenteurer nutzlos. Dann er ziemlich abgefahrenen Meta-Plot.
Tolle interessante Rassen - Elfen (lebende Pflanzen), Zwerge (fast lebende Maschinen - so fühle siesich an: Rädchen in einer Maschine), Trolle (ECHTE Allesfresse), Enten (eben ENTEN!) und so weiter - zusammen und für sich selbst schwer zu spielen.

Ich fand das sehr einschüchternd.
Ist es ein Vogl?
Ist es ein geflügelter Gorilla?
Ist es eine fliegende fette Banane?
NEIN! ES IST SUPERKONG!

(Könnte aber auch eine fette fliegende Banane sein ...)

Offline tarinyon

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Re: RuneQuest Glorantha - Smalltalk
« Antwort #351 am: Gestern um 21:19 »
Das war bei RuneQuest 2 und RuneQuest 3 so, wo dein Charakter ein Frischling war, der frisch von der Farm seiner Eltern auf sein erstes Abenteuer geht.
In RQG erschaffst du schon kompetentere Charaktere. Um kompetenter zu sein müssen die Charaktere in Glorantha schon einiges erlebt haben UND in ihren Kulten bereits verwurzelt sein.

Das ziehe ich jetzt mal in Zweifel, und zwar in zweierlei Hinsicht.

1) Waren die Charaktere in RQ2/3 wirklich nicht so kompetent? Also ich schaue mir hier einfach mal die Zahlenwerte an und komme da zu anderen Schlüssen. Klar, wenn ich RAW bei RQ2 den Charakter ohne optional Rules auswürfle, dann ist es ein 16-jähriger Teenie, der nix kann. Also gar nix. Nicht reiten (5 %), nicht kämpfen (maximal 20 %) - einfach nix. Das ist halt Bullshit, dass die Vorerfahrungsregeln nicht einfach Grundregeln sind, sondern erst am Ende kommen. Weil ich davon ausgehe, dass niemand einen Charakter spielen will, der nur in 5 bis 20 Prozent der Fälle irgendwas kann, sage ich jetzt: jeder hat die Kultur-Vorerfahrung dazu genommen. Und da kann ich dann halt einfach sowas wie Barbar oder Söldner wählen und schwupps kann ich superduper reiten, haue mit 50 bis 60 Prozent mit meiner Primärwaffe zu usw. Dazu kann ich noch einige Zauber (je nachdem, wie ich gewürfelt habe). Alles supi.

Wenn ich das jetzt mit RQG vergleiche: wo genau sind die Charaktere jetzt so viel kompetenter? OK, ich muss erstmal gefühlte 30 Seiten überblättern, weil man da die Familiengeschichte auswürfeln kann und das gibt einem EXTREM WICHTIGE Leidenschaften. Und hier und da kriegt man ein paar Boni auf so Sachen wie Battle. Aber sonst ist da nix mit großer Kompetenz. Ich weiß halt, dass mein Charakter in der Schlacht am Auerochsen-Berg dabei war (wtf?!?) und dass seine Omma von der Crimson Bat gefressen wurde (wahrscheinlich, bevor sie einen meiner Elternteile geboren hat), aber das wars dann auch.

Abgesehen von den Runic Affinities, die man danach noch auswählt, unterscheiden sich dann aber die Prozentwerte, die man über Kultur und Occupation bekommt nicht sehr stark von denen von RQ2. Beispiel: ohne Eigenschaftsboni komme ich bei einem Barbaren-Krieger aus Sartar z.B. beim Skill Breitschwert zusammengerechnet auf ca. 50 %. Wo genau ist der jetzt so viel krasser als sein RQ2-Pendant? Da kommt noch maximal +15% je nach Kult drauf und dann noch ein paar Zauber, aber so viel mehr sind das jetzt auch nicht.

2) Kompetenz von Charakteren muss man eben nicht über Lore begründen. Wenn man kompententere Charaktere will, dann gibt man ihnen eben einen Bonus auf ihre Werte. Das muss ich überhaupt nicht über irgendwelche Leidenschaften, Runen oder Kulte erklären. In RQ2 kann ich z.B. entscheiden, ob mein Charakter aus Sartar ein Barbar ist oder ob er sich einer Sölderkompanie angeschlossen hat. Nichts hindert mich daran zu entscheiden, dass er sich bei der Black Horse Troop gedient hat und jetzt in seinem Abenteurerleben auf einem schwarzen Dämonenpferd reitet. Seine Stats sind ja dann auch ganz passabel. Ein paar Zauber kann er auch. Er braucht dafür keine Runen, er braucht keine Kulte. Er war einfach bei dieser Kompanie und kann das jetzt. Mehr muss ich als Spieler nicht wissen.

Und wenn das ja alles angeblich so eine tolle Entwicklung war und alles war so notwendig, weil Greg Stafford nach dem hundersten psychodelischen Drogenrausch erkannt hat, dass das jetzt das wahre Runequest ist, dann frage ich mich, warum zockt die aktuelle Edition denn niemand? Weil sie sperrig ist, dysfunktionale Regeln hat (bzw. für manche Sachen gibt es überhaupt keine Regeln) und weil jedem interessierten Neuspieler der Weg ins Setting durch einen riesigen Lore- und Styledump verbaut wird. Klar, die Regelwerke schauen schön aus und jeder NPC hat tausend Runen in die Fresse tätowiert. Aber was bringt mir das für die Spielbarkeit, dass sich das Art Design jetzt an diesem oder jenem aus der Bronzezeit orientiert?

Ich bin mir relativ sicher, dass die neue Edition nichts an diesem Problem ändern wird. Chaosium hat das eigentliche Problem mMn nicht erfasst oder es ist ihnen auch egal. Scheint ja genügend Fans zu geben, die sich das kaufen, ohne es jemals ernsthaft zu zocken. Man schaue sich nur an, was als nächster Settingband geplant ist. Sartar! WTF?!?!?! Der letzte Settingband war doch Dragon Pass. Seit wann liegt Sartar denn nicht im Dragon Pass? Sorry, da blickt niemand mehr durch. Und wenn ich die Beschreibungen von den anstehenden Abenteuern lese, dann weiß ich doch schon wieder ganz genau, was da bevorsteht. Ich habe ja alle bisher publizierten Abenteuer da. Und die sind genau das, was ich nicht haben will. Schaut man dagegen auf die alten Klassiker, dann (Griffin Mountain, Borderlands, Apple Lane, Snake Pipe Hollow) dann kann man die alle spielen, ohne dass irgendwer in der Gruppe auch nur einen Schimmer vom Setting hat und ohne dass einer der beteiligten Charaktere auch nur eine einzige Rune hat. Klar, man kann jetzt sagen, dass diese alten Abenteuer viel generischer waren als die neuen, aber im Gegensatz zu den neuen wurden die alten Abenteuer wenigsten gezockt.

Zum Thema Metaplot: deine Vergleiche hinken. Alle deine augezählten Settings wurden nicht extra fürs Rollenspiel erschaffen. In einem Setting, das extra für ein Wargame und danach für ein Rollenspiel gebaut und entwickelt wurde, will ich nicht permanent vorgehalten bekommen, wie cool der Argrath ist und wie cool er alle fertig macht und er ist ja voll der badass usw. Ich will selber der ultracoole Badass sein, der die Lunaren Unterdrücker aus Sartar rausprügelt. Aber halt: das geht ja nicht mehr, weil das hat ja der Argrath gemacht. Und es ist ja nicht mal spannend, weil seit Anno dazu mal schon alles von Greg Stafford im Drogenrausch aufgeschrieben wurde, was jemals in diesem Setting passieren wird. Geht es noch unspannender?!? Und wie soll ich bitteschön den Metaplot ignorieren, wenn alles Settingmaterial, das bisher publiziert wurde (mit wenigen Ausnahmen) sich auf genau die Region konzentriert, wo der obergeile Argrath mit seinen Heinis umherzieht. So penetrant ist es doch nicht mal in Mittelerde. Und in Star Trek ganz bestimmt auch nicht.

Online klatschi

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Re: RuneQuest Glorantha - Smalltalk
« Antwort #352 am: Gestern um 22:37 »
Ich fand das sehr einschüchternd.

Ja, ich finde die Lore von Runequest auch etwas zu einschüchternd und habe deswegen einen Bogen drum gemacht. Ich kann verstehen, dass es cool ist, wenn man sich da voll reingearbeitet hat, aber irgendwie finde ich dieses Reinarbeiten zu abschreckend - vor allem auch, um Mitspieler zu finden.

Online AndreJ

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Re: RuneQuest Glorantha - Smalltalk
« Antwort #353 am: Heute um 00:19 »
Ich mag Göorabtha/Runequest. Habe ziemlich viel von Avalon Hill 3rd Edition, habe Vikings und Lsnd of Ninja gekeitet - lange her.

Aber so reizvoll ich Glorantha auch finde - ich fand es ziemlich unspielkbar: Sehr viele Optionen, hundertdreiundzwölzig Kulte, die entweder nicht kompatibel sind oder für. Abenteurer nutzlos. Dann er ziemlich abgefahrenen Meta-Plot.
Tolle interessante Rassen - Elfen (lebende Pflanzen), Zwerge (fast lebende Maschinen - so fühle siesich an: Rädchen in einer Maschine), Trolle (ECHTE Allesfresse), Enten (eben ENTEN!) und so weiter - zusammen und für sich selbst schwer zu spielen.

Ich fand das sehr einschüchternd.

Die Hinweise welche Teile von RQG für neu hinzugekommene Spielleiter und Spieler zu einschüchtend waren hat Chaosium gehört, weswegen es im Q1 2027 die Revised RQG geben wird:
- Die fast 20 Seiten in der Charaktererschaffung über die Vorgeschichte der Vorfahren des Charakters werden gestrichen.
- Aus den 21 für die Region Drachenpass wichtigen Kulten in RQG werden 9 von Spielern bevorzugte Kulte in Regelbuch bleiben (für alles weitere gibt es ja die Kult-Bücher).
- Von den vier Magierichtungen aus RQG wir sich Revised RQG auf die Spielerrelevante Geistermagie und Runenmagie konzentrieren. Schamanen und ihre Magie werden in einem späteren Buch nachgeliefert und Zauberei ist auf "irgendwann" verschoben worden.
- Der Metaplot ist vorhanden, läuft aber zunächst nebenbei mit ab. Wenn die Spielercharaktere ein paar Abenteuer auf dem Buckel haben (und die Spieler etwas vertrauter mit dem Setting sind) wird er wahrscheinlich wichtiger werden. Zunächst geht es erst einmal um lokale Abenteuer, die aber auch regional wichtig sein können.

Zu den Nichtmenschlichen Spezies:
Aldryami sind im der Region Drachenpass recht selten. Mostali sind noch seltener. Trollen kann man häufiger begegnen, aber diese Nichtmenschliche Spezies ist meiner Meinung nach auch am besten spielbar. Und Enten... naja... sie sind geschnäbelte, gefiederte Sartariten... und gleichzeitig Tiermenschen... wie die Minotauren, Kentauren und Satyre auf dem Best Valley auch.

Ja, Chaosium möchte RuneQuest einsteigerfreundlicher machen, aber nein, sie werden RuneQuest nicht generisch machen.
Glorantha ist ein Feature von RuneQuest und kein Bug!
« Letzte Änderung: Heute um 08:10 von AndreJ »

Online Mad Duck

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Re: RuneQuest Glorantha - Smalltalk
« Antwort #354 am: Heute um 07:31 »
Also ich komme ohne großartiges Optimieren auf einen Breitschwertwert von um die 70 und wenn ich einen Humakti spielen würde, dann reden wir eher von 90…

Und wenn das niemand spielt, dann frage ich mich echt, was ich einmal im Monat Donnerstags mache… und ich bin keiner der alten Hasen.

Ja, manchmal sind die Abenteuer etwas Lore-lastig, aber du brauchst nicht viel Lore um Apfelallee vor den Keilerreitern zu schützen, oder um in die Höhlen unter den Regenbogenhügeln hinabzusteigen (beides offizielle Abenteuer). hab ich mir aber auch nur herbeifantasiert.

Klar ist Runequest sperrig, aber es gibt sperrigere Regeln und ehrlich gesagt:

Ich finde es persönlich schwerer in den Forgotten Realms zu spielen, weil Du Dich ständig fragst, warum Elminster etc sich nicht darum kümmert.
« Letzte Änderung: Heute um 08:08 von AndreJ »