Pen & Paper - Spielsysteme > Weitere Pen & Paper Systeme

Broken Compass (2LM)

<< < (65/162) > >>

ComStar:

--- Zitat von: sma am 10.06.2022 | 13:48 ---[...] Das weiß ich vor dem Würfeln und hier bereits die Obergrenze von dem, was möglich ist zu kennen, finde ich persönlich nicht so pulpig.

--- Ende Zitat ---

Ich nehme Mal an, du bist auch kein großer Freund von w100 Systemen oder DnD mit seinem einzelnen W20 für Proben?
Dann beschäftige dich lieber gar nicht erst mit Stochastik, denn dann verlieren nämlich so ziemlich alle Würfelmechanismen ihre Magie für dich, weil du plötzlich die Wahrscheinlichkeiten abschätzen kannst.  ;)

sma:

--- Zitat von: aikar am 10.06.2022 | 14:57 ---Alles in allem würde ich generell mal dazu raten, das Spiel einfach mal zu testen

--- Ende Zitat ---
Ich weiß, dass ich dazu tendiere, lange Postings zu schreiben. Die hast du vielleicht nicht alle gelesen und weißt daher nicht, dass wir das Spiel gespielt hatten weil es beim Durchlesen interessant klang, wir entgegen der Begeisterungsstürme hier das Würfeln eher langweilig fanden, und ich daher eine Erklärung dafür angegeben wollte. Ich schrieb sogar in meinem letzten Posting, dass ich durchaus interessiert bin, dass ganze nochmal mit verdoppelter Schwierigkeit zu testen.


--- Zitat von: ComStar am 11.06.2022 | 09:18 ---Ich nehme Mal an, du bist auch kein großer Freund von w100 Systemen oder DnD mit seinem einzelnen W20 für Proben?

--- Ende Zitat ---
Ja, das sind langweilige Würfelsysteme, aber sie haben auch gar nicht den Anspruch, anders zu sein und verschleiern nicht ihre einfache Berechenbarkeit hinter einem komplexen mehrstufigen Zählen von Erfolgen. Und einen einzelnen Ja/Nein-Prozentwurf würde ich jetzt auch nicht unbedingt als Grundlage für ein Pulp-System nutzen. Will man W100 "aufpeppen" empfehle ich ein Blick auf z.B. The Troubleshooters.

Als Beispiele was ich persönlich interessanter finde: Bei Savage Worlds gibt es immer große Freude, wenn ein Würfel immer und immer wieder explodiert und es macht Spaß, sowas zu würfeln oder auch nur am Tisch zu sehen. Das ist häufig denkwürdig. "Weißt du noch, wir hatten fast verloren aber dann kam der Schaden mit 27 Punkten..." Bei 2D20 kann man einerseits innerhalb der Gruppe planen, mit welchen Proben man startet, um Momentum zu generieren oder abwägen, ob man sich weitere Würfel "auf Pump für späteren Ärger" kauft, und erhöht mit der Chance auf mehr Erfolg auch automatisch die Chance auf mehr Komplikationen. Auch wenn ich nicht der größte Fan des System bin, hat man hier eine Wahl als Spieler. Bei Goblinville würfelt man mehrere W6 denen man dann verschiedene Aufgaben zuweist. Hat es geklappt, ist es schlimmer geworden, hat man sich verletzt, ist etwas anderes passiert? Das finde ich sehr nett, weil man sich so aussuchen kann, wo man seinen Schwerpunkt legt und die guten Ergebnisse eigentlich nie reichen und man so immer eine Kröte zu schlucken hat, die einem aber nicht auferlegt wird, sondern die man sich selbst aussucht und daher ist das psychologisch das selbe Prinzip, wieso Computerspiele wie Tetris süchtig machen, weil man nie dem immer schneller werdenden Computer die Schuld gibt, sondern sich selbst, weil man zu langsam war.


--- Zitat von: ComStar am 11.06.2022 | 09:18 ---Dann beschäftige dich lieber gar nicht erst mit Stochastik, denn dann verlieren nämlich so ziemlich alle Würfelmechanismen ihre Magie für dich, weil du plötzlich die Wahrscheinlichkeiten abschätzen kannst.  ;)

--- Ende Zitat ---
Selig sind die Unwissenden oder wie?

Ich beherrsche Wahrscheinlichkeitsrechnung seit 30+ Jahren und gedenke das auch nicht zu ändern und habe überhaupt nicht den Anspruch, dass ein Würfel "magisch" sein soll. Er randomisiert (gewichtet) den Fortlauf der Geschichte. Auch wenn du mir wahrscheinlich nicht magisches Denken unterstellen wolltest, triggert mich das gerade und mache es mal kurz ;-)

aikar:
Vielleicht ist es auch einfach nichts für dich. Ist halt nicht jedes Rollenspiel das passende für jeden.

HEXer:
Ich kann nachvollziehen, wenn dich das getriggert hat, sma. Ich möchte an der Stelle nur kurz zurückspiegeln, dass einige deiner Formulierungen und Urteile über das Spiel allerdings mindestens emotional, manchmal abwertend klingen - und manchmal dem Spiel was unterstellen, was so gar nicht stimmt. Versteh mich bitte nicht falsch! Das ist natürlich dein Recht, gerade wenn du vom Spiel in der Praxis enttäuscht bist. Aber das kann leider dazu führen, dass Leute, die das Spiel mögen, sich in die Defensive gedrängt fühlen und im Gegenzug auch emotional(er) reagieren. Vielleicht sogar unterbewusst.

Ein Vorschlag von mir: das hier ist ja der allgemeine Thread. Lasst uns doch einen weiteren Thread aufmachen, wo man auch die Kritik und den Frust, den man mit BroCo hat loswerden kann, ohne dass gleich eine Horde „Verteidiger“ herbeispringen. Nicht, weil man das hier nicht dürfte, sondern einfach weil man dann verhindert, dass hier im allgemeinen Thread etwas eskaliert.

BTT:

Was für mich eine der Besonderheiten beim Fortune System ist, ist dass sämtliche externen Modifikatoren bei einer Probe eben als separate Probleme mit eigenen Schwierigkeiten gehandhabt werden, die aber trotzdem mit ein und demselben Wurf abgehandelt werden. Würfeltechnisch sind sie also integriert, aber narrativ sind sie ein Stück weit entkoppelt. So kann man eben in einem Teil dessen, was man erreichen möchte erfolgreich sein und in einem anderen nicht. Die Entscheidung darüber, worin genau man nun erfolgreich oder nicht erfolgreich ist, liegt zum Großteil in der Hand der Spielenden. Das ist bei vielen anderen Spielen nicht so - da sorgen dann Modifikatoren ausschließlich dafür, dass das eigentlich Ziel der Probe erreicht oder nicht erreicht wird. Da gibt mir persönlich BroCo genau die Impulse an die Hand, die ich brauche um gut zu improvisieren und die Situation lebendig zu erzählen.

Und durch den Re-Roll Mechanismus (wenn er nicht gerade durch eine Expertise ausgehebelt wird, was ein Problem sein kann) kommt dann finde ich so ein Glücksspielmoment rein, weil man ja einen Teil dessen, was man schon erreicht hat, aufs Spiel setzt. Aber nicht zwangsläufig den Kern dessen, was man möchte.

ComStar:

--- Zitat von: sma am 11.06.2022 | 10:24 ---[..]Auch wenn du mir wahrscheinlich nicht magisches Denken unterstellen wolltest, triggert mich das gerade und mache es mal kurz ;-)

--- Ende Zitat ---

Ich wollte hier überhaupt nichts unterstellen!
Ich meinte mit der "Magie der Würfelmechanismen" aber auch nicht "Magie" im wörtlichen Sinne, sondern eher die besonsndere Wirkung des Würfelns (also das unkontrollierbare bzw. die daraus resultierende emotionale Komponente), die uns allen soviel Freude daran bereitet.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln