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D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?
Weltengeist:
Jetzt habe ich mich gestern mal drangesetzt mit einem neuen Versuch, D&D eine Chance zu geben. Und fast sofort bin ich wieder über eine Eigenschaft des Systems gestolpert, die mich bei der Charaktererschaffung (auch bei anderen klassenbasierten Systemen) immer schon genervt hat: Dass sich die Stereotypen, die hier aufgebaut werden, einfach zu ähnlich sind.
Ich will gar nicht davon anfangen, dass sich bestimmte Charakterideen schlicht überhaupt nicht umsetzen lassen. Aber was mich wirklich nervt ist, dass sich letztlich alle Charaktere einer bestimmten Klasse doch sehr ähnlich anfühlen. Jeder Rogue hat Sneak Attack und muss sich zwischen Thief, Assassin und Arcane Trickster entscheiden (auch wenn er eigentlich ein Spezialist für soziale Interaktion ist, was im PHB ausdrücklich vorgesehen ist), jeder Druide ist ein Shapeshifter, jeder Kleriker bekämpft Untote, jeder Barde muss einen Song of Rest erlernen, und so weiter, und so weiter.
Wie macht ihr das in der Praxis, wenn ihr eine coole Idee habt (oder einer eurer Spieler)? Sagt ihr dann jedesmal: Nö, geht nicht, du kannst das nicht lernen, weil die am ehesten passende Klasse nun mal stattdessen Dinge vorsieht, die du nicht haben willst? Baut ihr dann lieber eine komplett neue Klasse mit den Regeln aus dem DMG? Oder habt ihr andere, elegante Lösungen dafür?
JS:
Naja, wie ertrage ich in der Realität, daß in Fachbereichen viele Fachleute ungefähr die gleichen Fachkenntnisse haben? Problemlos.
Das sind Charaktere, die sich offenbaren, nicht deren Werte. Zwei wertegleiche Schurken werden von zwei unterschiedenlichen Spieler/innen ganz unterschiedlich gespielt. Die Werte sind dann für mich nur noch Arbeitsinstrumente für das Regelgedöns.
:)
tartex:
Reskinnen!
Und am besten eine Klasse, die optisch ursprünglich ganz weit vom Ziel entfernt ist.
Arldwulf:
Grob gesagt: Einfach mal was neues ausprobieren. Das kann dann eine ganz andere Klasse sein, eine neue D&D Edition oder ein ganz anderes Spiel.
Generell ist das von dir beschriebene sicher ein Problem der 5e, aber wer wirklich mehr Auswahl und Individualisierung möchte findet im D&D Kosmos genug Optionen. Die man dann ja teilweise auch als Hausregeln für die 5e klauen kann.
Crimson King:
Möglicherweise gehst du die Sache falsch rum an? Ich überlege erst, wie mein Charakter sein und wodurch er sich auszeichnen soll. Im nächsten Schritt schaue ich, wie sich das regeltechnisch am besten abbilden lässt. Da geht ggf. eine Menge mit Multiclassing. Ansonsten, wenn ich SL bin, darf nach Herzenslust reskinned werden. Auf der anderen Seite sollte es für DnD 3 und 5 so viel Zusatzmaterial inklusive 3rd Party Kram geben, dass man da immer was finden sollte.
Davon ab, Systeme, die Klassen hart verregeln, betreiben ja Nischenschutz. Dass man nicht mit jeder Klasse alles machen kann, ist also ein Stück weit Design. Und zwischen "Was kann mein Charakter?" und "Wer ist mein Charakter und was will er?" sollte man auch noch unterscheiden.
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