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D&D-Spieler - wie ertragt ihr die immer gleichen Stereotypen?

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Weltengeist:

--- Zitat von: JS am 18.06.2021 | 13:59 ---Das sind Charaktere, die sich offenbaren, nicht deren Werte. Zwei wertegleiche Schurken werden von zwei unterschiedenlichen Spieler/innen ganz unterschiedlich gespielt. Die Werte sind dann für mich nur noch Arbeitsinstrumente für das Regelgedöns oder "-geschiß", wie es ein Kumpel von mir gerne nennt.
:)

--- Ende Zitat ---

Also wenn einem die Regeln wurscht sind, kann man ja eigentlich auch Fate spielen, oder? Ich dachte, man spielt D&D, weil einem der Crunch wichtig ist? Da finde ich es nicht hilfreich zu sagen: Was du können willst, kannst du eben nicht, aber mach dir nix draus - Ist ja eh nur Regelgeschiss.


--- Zitat von: Crimson King am 18.06.2021 | 14:09 ---Möglicherweise gehst du die Sache falsch rum an? Ich überlege erst, wie mein Charakter sein und wodurch er sich auszeichnen soll. Im nächsten Schritt schaue ich, wie sich das regeltechnisch am besten abbilden lässt. Da geht ggf. eine Menge mit Multiclassing.

--- Ende Zitat ---

Natürlich überlege ich mir zuerst, wie mein Charakter sein soll - genau da kommt das Problem ja her. Multiclassing habe ich auch schon überlegt, aber auch da muss ich ständig irgendwelche Features nehmen, die null zur Figur passen.

Mit dem Begriff "reskinnen" (wurde ja hier schon mehrfach erwähnt) kann ich nichts anfangen - kann das mal jemand erklären?

Maarzan:
Ich habe es nicht ertragen und mit D&D damals gebrochen.

Zed:
Ich liebe Multiklassencharaktere, die brechen das, was man stereotyp nennen kann, auf und geben dem Charakter einen anderen Touch.

Ja, der Rogue hat immer seinen hinterhältigen Angriff, Du kannst Dich "als Variante" aber auch für einen wortkargen, weniger fertigkeitenmeisternden Mönch entscheiden, oder für einen magischeren Schurken in Form eines Barden. Ähnlich beim Kämpfer: Barbaren, Paladine und Kriegspriester lassen sich als Varianten des stereotypen Kämpfers deuten.

Und wenn das noch nicht reicht: dann multiklassen :-)

Crimson King:

--- Zitat von: Weltengeist am 18.06.2021 | 14:14 ---Mit dem Begriff "reskinnen" (wurde ja hier schon mehrfach erwähnt) kann ich nichts anfangen - kann das mal jemand erklären?

--- Ende Zitat ---

Du spielst in Bezug auf Klassenklischees einen anderen Charakter, als den, den du baust. das braucht aber auch ausreichend viele Optionen.

Beispiele: wir haben DnD 4 auf Aventurien gespielt. Mein Goliath Warden war im Spiel ein Thorwaler.

Wenn du einen Priester spielen willst ohne das Untoten-Gedöns, nimm ggf. einen Druiden, Schamanen oder sowas als Basis, je nachdem, was die Regeln her geben.

Alternativ do it yourself. Verwende als Chassis die Klasse, die am nächsten an der Zielvorstellung dran ist, und tausche abgestimmt mit der SL Klassenspezifika geeignet aus.

Moonmoth:

--- Zitat von: Crimson King am 18.06.2021 | 14:09 ---Davon ab, Systeme, die Klassen hart verregeln, betreiben ja Nischenschutz. Dass man nicht mit jeder Klasse alles machen kann, ist also ein Stück weit Design. Und zwischen "Was kann mein Charakter?" und "Wer ist mein Charakter und was will er?" sollte man auch noch unterscheiden.

--- Ende Zitat ---
Dies.

Schritt 0: Du willst D&D spielen und lässt dich darauf ein, dass es hier nicht darum geht, eine Charakteridee möglichst frei umzusetzen. Entscheide dich dafür, dieses Rollenspiel nach seinen Gesetzmäßigkeiten zu erleben.

1.  Man entscheide sich also am besten gleich zu Beginn bewusst, eine bestimmte ikonische Klasse zu verkörpern, die bestimmte Sachen kann und versuche besser nicht, eine vorab bestehende Charakteridee in eine bestimmte Klasse zu quetschen. Das mit den archetypischen Eigenschaften der Klassen kann man stereotyp finden, ist hier aber ein gewolltes Feature, kein Bug. Also: Ich bin nun ein Kämpfer. Ok. *würfel würfel*. Ich sehe klar... : Der ist so drauf...

2. Der nächste Schritt bei mir wär der eigentliche Charakter, nämlich dessen Herkunft, Ziele, Wünsche und Persönlichkeit.

3. Weitere crunchige Entscheidungen bei der Charaktererschaffung, Ausrüstung...

Wie ich damit umgehe? Ziemlich gut, ehrlich gesagt: Es ist nicht mein einziges Rollenspiel. Wenn ich komplett freie Charakterentwicklung und viel Mitsprache in der Welt haben will, spiele ich Fate, wenn ich wildes Zufallsgeballer und Wahnsinn spielen wil, spiele ich DCC und für eine tiefe Welt und freie Charakterentwicklung Runequest. D&D hat seine eigenen Stärken und setzt seine Klassen hervorragend mit viel Charakter in Szene.

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