Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Kämpfe, Dungeons....und vielleicht doch ein anderes System?
Seraph:
Hallo zusammen,
ich würde gerne mal eure Meinung zum Thema Kämpfe, deren Häufigkeit und dem Vorkommen von Dungeons in jedweder Form hören.
Ich mag Kämpfe vor allem dann, wenn sie mich nicht komplett aus der Immersion rausholen und einen "Taktisches Brettspiel"-Modus (sprich: Metaebene) ziehen. Aber auch letzteres ist okay, solange das Taktieren nicht überhand nimmt und der Großteil des Abends schönes character play ermöglicht.
Ich liebe sowohl die Forgotten Realms, als auch die Bücher zu 5e. Ich habe selten so schöne Artworks gesehen, so viel Liebe zum Detail, so viele MÖGLICHKEITEN, das Modul zu bespielen - klasse!
Tja und dann taucht in jedem Modul min. 1 (in meinen Worten) Megadungeon auf.
Dungeons sind okay, dürften für meinen Geschmack aber max 10-15 Räume haben. Aber doch nicht 50-100! :o
Sicherlich gibt es viele Spieler, die anders als ich, mehr auf taktisches Kämpfen und Dungeoncrawling aussind. Geschenkt. Aber macht euch das wirklich über mehrere Stunden (und Sitzungen!) Spaß?
Und noch viel wichtiger - wie zur Hölle bereitet euer SL einen Encounter wie das Schloss Ravenloft (Fluch des Strahd) oder den Enddungeon aus Grabmal der Vernichtung vor? Also rein logistisch? Wie viele Handouts, Notizen und Dungeonpläne werden erstellt? Jongliert ihr echt mit ca. 30 Monster-Begegnungen in so nem Dungeon? Steht das alles auf Karteikarten? Und da reden wir bislang nur von statischen Dungeons - was passiert, wenn die SC sich doof anstellen und Alarm auslösen?
Und wer von euch online spielt - wie lange braucht ihr, um so einen Encounter in Roll20 oder Foundry einzubinden? Wie lange sitzt ihr da daran?? :o :o
Zum Hintergrund: ich komme ursprünglich aus der Cthulhu-Ecke und bin diese Art der Vorbereitung einfach nicht gewöhnt.
Ja, ich weiß, dass die 5e schon echt entschlackt hat im Vergleich zu Vorgänger-Versionen. Aber es demotiviert mich echt, wenn ich so ein schönes Modul lese und dann zu einer Stelle komme, in der ein Dungeon mit 50+ Räumen beschrieben wird. Und Moooooonster über Monster :(
Bin ich nicht der richtige für sowas? Brauche ich vielleicht ein narrativeres System? Muss ich anders vorbereiten? Übersehe ich was wichtiges? Oder leitet der Großteil vom Tanelorn 5e-Module eh nicht by the book, sondern wirft 70% Encounter raus?
Viele Grüße
Seraph
Megavolt:
Ich stehe oft vor dem selben Problem. Mir hat der Umstieg von den Rollenspiel-Heavys auf Savage Worlds wirklich geholfen, weil die Kämpfe da (oft) sehr flott gehen und nicht nerven und man die ganzen Kreaturen maximal unkompliziert aus den Büchern auf den Tisch bringen kann (kein Blättern und so). Damit sind wesentliche Klippen für mich umschifft.
Was mir auch zu krass wäre, wäre Strahd auf SaWo umzumodeln, das muss ich zugeben. Aber bei schmalen bis mitteldicken Abenteuern gehts recht gut. Und so einen totalen Megagrind mit 100 Kämpfen hintereinander habe ich auch noch gar nicht gespielt, muss ich zugeben, aber das schreckt mich persönlich auch ab.
Kaskantor:
Was das Online vorbereiten angeht, finde ich die Vorbereitung schneller und einfacher, als am realen Tisch, außer man nutzt da auch Technik.
Einfach eine digitale Map in den virtuellen Tisch einbinden, Fog of War und feddisch.
Dann noch ein paar Tokens für die SC und NSC, dann ist das Ganze auch hübsch.
Bei Kaufkampagnen alla DnD, PF und Co. hast du meist kurze Beschreibungen des Raumes und die Monster, Fallen, Schätze oder sonstige NSC auf die man trifft.
Virtuell kannst du die Monster vorher anlegen, was mich die meiste Zeit an Vorbereitung kostet.
Alternativ hat PF zb. Monsterkarten, die du dir für den Spieleabend zurechtlegen kannst. Alternativ einfach die für den Abend geplanten Monster ausdrucken, dann hat man die Werte auch schnell zur Hand.
Mit Alarm schlagen muss man schon vorsichtig sein. Das hat bei mir schon für den ein oder anderen TPK gesorgt.
Wenn man schon ein wenig gespielt hat, kann man schon die eher langweiligen Encounter rauswerfen. Nur sollte man bedenken, dass dadurch die knackigeren Encounter verwässert werden können, weil die Gruppe auf dem Weg weniger Ressourcen verbraucht hat.
Je nach Pacing, wir spielen zb. meist 3,5 - 4 Stunden am Abend brauchst auch nicht allzu viel vorbereiten.
Und 100+ Räume Dungeons sind mMn schon eher sehr selten.
Schwieriger wird’s am Tisch. Da hatte ich von Tiles und zeichnen bis hin zu 3D-Mauerwerk alla Dwarven Forge alles durch. Da hast auch immer das Problem mit dem abdecken, dass die Spieler vorher nicht schon alles sehen und man selbst nicht aus Versehen mehr aufdeckt, als man möchte.
Deshalb sind wir dann später auf einen Beamer übergegangen und konnten so die digitalen Maps und Fog of War nutzen.
MMn könnte man DnD und Co. locker auch mit Fate spielen, aber mir zumindest gefällt das D20 System zu gut, um es mit einem anderen Spiel zu spielen.
ChaosZ:
Also ich bereite da kaum was vor, bei Dungeon of the Mad Mage habe ich mir die aktuelle und die nächste Ebene stets intensiv durchgelesen und dann brauchte ich danach etwa 4-8 Wochen nichts mehr machen, da meine SC entsprechend lange gebraucht haben.
klatschi:
Ich finde die Einbindung bei DnD für Foundry und Co einfach super, einfach, weil es da so eine große Community gibt und so Späßchen wie 5eTools und Plutonium. Aber gerade wird auch eine bessere DnDBeyond Einbindung in Foundry programmiert und getestet, mit der du dann deinen DnDBeyond-Content automatisch reinladen kannst.
Nur mal als Beispiel, wie ich bei Dungeons vorgehe (ich leite gerade Kurse of Strahd)
* Ich lade mir die Karten von Aonbarr Carthography (https://twitter.com/aonbarrcartog?lang=en) und unterstütze ihn auch auf Patreon, das kostet mich ein paar Dollar im Monat, die Karten sind schön umgearbeitet und wenn man sie über den Universal Battlemat Importer reinlädt, sind gleich alle Mauern vorhanden, das erspart mega viel Arbeit.
* Und nun kommt die größte Arbeit: Ich kopiere die Textabschnitte des Abenteuers zu jedem Raum in einen eigenen Journaleintrag und ziehe mir den auf den jeweiligen Raum (theoretisch gibt es auch Module, die die langen Texteinträge automatisch in kleinere Journaleinträge unterteilen - das habe ich aber noch nicht ausprobiert und mache es gerade noch per copy and paste). Wenn man bei Foundry dann in der Seitenleiste die Journals aktiviert, hat man die Raumbeschreibung und Infos mit einem Doppelklick geöffnet. Das ist etwas copy und paste Arbeit, lohnt sich aber meiner Meinung nach und erleichtert das leiten und erspart Blättern.
Kann dir bei Interesse gerne mal im Detail zeigen, wie ich da vorgehe. Aber für mich persönlich macht erst die Technik so große Dungeons handelbar, ich würde das nicht zwingend am Tisch machen wollen :-)
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