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ONE D&D: Playtest der "neuen" Edition
Raven Nash:
--- Zitat von: Mouncy am 16.12.2022 | 11:01 ---Ich will aber beides. Ist das zuviel verlangt?
--- Ende Zitat ---
Ja.
Arldwulf:
--- Zitat von: aikar am 16.12.2022 | 12:00 ---Ich denke tatsächlich ja. Optimal durchdachte Builds und echte taktische Tiefe erfordert vollständige Planbarkeit, erfordert sehr präzise Regeln, erfordert üblicherweise mehr Regeln und damit verliert man die "Casual Gamer" (Ich hoffe es ist aus meinem Post klar, was ich damit meine, wenn ihr einen besseren Begriff dafür habt, bitte her damit). Ein D&D4.2 ist kein System für Casual Gamer.
--- Ende Zitat ---
Ich glaube das liegt auch viel weniger an den konkreten Regeln als am Spielfokus. Was die Regeln angeht ist die 5E ja in vielerlei Hinsicht komplizierter geworden, viele Sachen sind weniger intuitiv und als Spieler und Spielleiter gibt es viel mehr was man nachschlagen und vorab bedenken muss, viel mehr Regeln die auch schwammig geschrieben oder häufig geändert werden. Und auch viel mehr was seitens des Spielleiters gerne mal mit "Mhh, nein das lass ich so nicht zu" kommentiert wird aus Balancinggründen. Genau dies wäre ja der große Vorteil eines besseren Balancings: Ich kann dann viel häufiger einfach sagen: Na klar lass ich das zu, spiel was du willst. Alles eher Einstiegshürden.
Was 5E trotzdem zu einem Spiel für Casual Gaming macht ist genau der eingeschränkte Spielfokus. Nehme ich ein beliebiges 5E Abenteuer und würde mir überlegen "wäre dies auch ein gutes Abenteuer für meine 4E Runde" so wäre die Antwort häufig eher "nein". Nicht weil die Abenteuer schlecht wären, sondern weil die Ansprüche sich ändern, weil ich stärker darauf achten würde "ok, was gibt es für Alternativwege, wie kann ich die ganze Gruppe rein bringen, welche Entscheidungen müssen sie treffen, wo kommen spannende Nichtkampfsituationen zum tragen, wie werden persönliche Quests eingebunden, wie kann ich die Umgebung zum tragen kommen lassen, welche Kampfhäufigkeit will ich.... und so weiter"
Als Spielleiter habe ich mehr zu bedenken wenn das System mir diese Möglichkeiten bietet. Und auch als Spieler gilt dies. Und je mehr Dinge es zu bedenken gibt umso mehr Tiefe bekommt das Spiel zwar. Aber dies muss gar nicht gewünscht sein. Manchmal will man sich gar nicht Gedanken drüber machen wie sich zwei Krieger in ihren Kampfstilen unterscheiden und wie ihre Kampfweise auch ihre Charaktereigenschaften ausdrücken kann. Manchmal geht es gar nicht darum die möglichst beste Möglichkeit zur Zusammenarbeit, Inspiration oder was auch immer zu finden.
Manchmal ist "ich hau drauf" halt genug, gerade weil es einfach ist. Selbst dann wenn die konkrete Regel dafür nicht simpler ist als anderswo.
nobody@home:
Jedem das seine halt. Für meinen Geschmack ist auch D&D5 fürs Casual Gaming noch viel zu komplifiziert -- das fängt ja allein schon damit an, daß ich mir, wenn ich einfach mal nur auf imaginäre Abenteuer ausziehen will, nicht unbedingt erst mal überhaupt lange Gedanken machen müssen will, welche von einem Dutzend mir von anderen Leuten pingelig genau vorgeschriebenen Klassen meinen momentanen Wünschen denn nun eigentlich am ehesten entspricht, und zieht sich dann in der Art auch recht durchgehend weiter durchs System. Da gibt's anderweitig genug Spiele, die mich in meiner Casual-Rolle deutlich schneller und leichter zu Potte kommen lassen.
YY:
--- Zitat von: aikar am 16.12.2022 | 12:00 ---Ich denke tatsächlich ja. Optimal durchdachte Builds und echte taktische Tiefe erfordert vollständige Planbarkeit, erfordert sehr präzise Regeln, erfordert üblicherweise mehr Regeln und damit verliert man die "Casual Gamer"
--- Ende Zitat ---
Das Thema "Builds" sollte man von taktischem Tiefgang trennen - letzteren kann es auch mit eher einfachen Regeln geben, die aus diesen ihren Bausteinen ein komplexes Gesamtbild bauen (wie es z.B. Traveller, Stellar Adventures, T2K4 oder Millennium's End hinbekommen).
Aber bei D&D heißt Tiefgang eben meistens direkt ausufernde Charakteroptionen usw., was eigentlich strategischer Tiefgang ist.
--- Zitat von: aikar am 16.12.2022 | 12:00 ---Welche historischen Beispiele sagen dir das?
--- Ende Zitat ---
Im Videospielsektor quasi jeder gefloppte große Release eines MMO-Spiels, das dann am Ende nicht genug Substanz und eigentliches Spiel bietet. Dann fesselt es nicht genug "brennende" Spieler, die brauchbares Feedback geben, die das Spiel persönlich weiterempfehlen und in jeder erdenklichen Form die Fahne hochhalten.
Gegenbeispiel im Videospielbereich wäre Vermintide 2, das eben vom harten Kern der (auch Vermintide 1-)Spielerschaft durch die schwere Anfangszeit bis hin zur Renaissance gebracht wurde.
Im P&P-Sektor denke ich an WH3, das quasi vollständig an der Zielgruppe vorbei entwickelt wurde und direkt wieder versackt ist, obwohl es an sich kein schlechtes Produkt war. Aber da fehlten einfach die Multiplikatoren, d.h. die erfahrenen Spielleiter, die das dann auch von sich aus an die Tische bringen wollten. Das sieht mit WH4 schon wieder ganz anders aus.
Ansonsten wäre mein zentrales Gegenbeispiel das nicht tot zu kriegende CP2020. Das wird seit Jahrzehnten von einem kleinen Kern an Fans und Puristen am Laufen gehalten.
--- Zitat von: aikar am 16.12.2022 | 12:00 ---Genau das war der Grund für meinen letzten Post. Weil ich mich in dieser Diskussion einfach überhaupt nicht mehr wiederfinde und ich glaube (!), dass sich hier eine Minderheit der D&D5-Spieler:innen um sich selbst dreht und sich dann wundert/ärgert, dass ihre Anmerkungen nicht mehr Niederschlag finden. Ich respektiere diese Gruppe und wünsche allen, dass sie auch zufriedengestellt werden. Ich glaube nur eben nicht, dass das die Probleme sind, die einen Großteil der D&D5-Spielerschaft bewegen und entsprechend wohl auch Wizards nur begrenzt.
--- Ende Zitat ---
"Playtest-Gespräche" war nicht auf die Diskussion hier bezogen, sondern auf das, was J. Crawford so von sich gibt - da sehe ich nämlich recht deutlich einen Konflikt zwischen einem einfachen Spiel "für alle" und Dingen wie 48 Subklassen und generell einem Gespräch, das sich quasi nur um Regelkleinkram dreht.
Ich vermute wie einige Vorredner vor geraumer Zeit, dass es da eine Schieflage beim Feedback zum Playtest gibt und WotC sich dadurch gerade in die Irre führen lässt.
Ein Dämon auf Abwegen:
--- Zitat von: aikar am 16.12.2022 | 07:29 ---Die meisten meiner Spieler haben sicher noch nie eine Schadensprogression durchgerechnet
--- Ende Zitat ---
Du musst da bei einigen Klassen nicht groß rechnen um zu sehen das nach level 5 keinen großen Boost mehr.
Und gerade den Casual Gamer wäre geholfen wenn WotC die Schadensprogression fixen und Trap Options vermeiden würde, weil dann einfach spielen können ohne sich al zu große Gedanken über ihren Build machen zu müssen, und nicht irgendwann Plötzlich fest stellen müssen das ihr Char nichts mehr reißen kann.
Und die jetzt zu fixen wäre jetzt auch keine große Sachen. Man müsste entweder allen Waffenutzern (und nicht nur dem Fighter) Extra Attack mehr als einmal, oder die Schadensboni der Klassen (Rage Damage, Martial Arts Dice, Favored Foe ...) deutlich stärker mit dem Level hoch gehen lassen (und eventuell auch am auf niedriegen leveln etwas reduzieren).
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