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Was ist "gewöhnliche bzw. Standard-EDO-Fantasy"?

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Tudor the Traveller:

--- Zitat von: D. M_Athair am  1.02.2026 | 21:02 --- Da möchte ich nachhaken und fragen: Bei welchen SF/Fantasy-Genres gehört das gar nicht dazu?
(In meinen Augen kann man nämlich ais Elric als Gut/Böse-Geschichte framen, mit der Mäßigkeit als das gute Prinzip und einseitig Chaos oder Ordnung als böse.)

Schließlich muss ja für ein Abgrenzungsmerkmal nachgewiesen werden, dass es definitorischen Stellenwert hat ... und nicht einfach bloß da ist oder als vorliegend verstanden werden kann.


Wo stehen da eigentlich Midgard (das ich quasi nicht kenne), Mystara & Hârnworld (die ich je nicht genug kenne)?

--- Ende Zitat ---

Ich meine, dass der Konflikt schon eine gewisse Rolle im Setting haben muss. Harn hat z.B. klar böse Götter, aber es spielt eher eine Nebenrolle. Da ist allenfalls Agrik vs Larani nennenswert, was sich aber nur in einem religiös-politischen Konflikt zwischen zwei Reichen niederschlägt. Das könnten auch einfach zwei beliebige Religionen sein.

Auch z.B. in Eberron spielt es keine wirkliche Rolle, obwohl das D&D ist. Da geht es auch mehr um politische oder soziale Konflikte, auch wenn es natürlich so Dinge wie den "Dragon Below" etc. gibt.

Holothuroid:

--- Zitat von: Fonzman am  1.02.2026 | 20:10 ---Viel spannender: wer entscheidet, wer "gut" bzw. "böse" ist? Es entscheidet immer der Sieger. Wenn Sauron gewonnen hätte, wären dann die Menschen, Elben und Zwerge die Bösen gewesen.

--- Ende Zitat ---

Mistborn, The Final Empire. Wer da böse ist, ist ziemlich klar. Und es ist nicht die umtriebige Diebestruppe, die eine Revolution anzettelt.

nobody@home:

--- Zitat von: D. M_Athair am  1.02.2026 | 21:02 ---Wo stehen da eigentlich Midgard (das ich quasi nicht kenne), Mystara & Hârnworld (die ich je nicht genug kenne)?
--- Ende Zitat ---

Also, Mystara ist zumindest zur "klassischen" Zeit vor dem AD&D2-Umbau die Basiswelt für BECMI-D&D schlechthin, und da gibt's formell keine Gut/Böse-Gesinnungsachse. (Letztendlich sind zwar tendenziell meist die "Rechtschaffenen" die Netteren und die "Chaotischen" irgendwo die Schurken, aber es gibt auch ausdrückliche Gegenbeispiele.) Natürlich gibt es absolut Konflikte zwischen den Unsterblichen und den verschiedenen Sphären und sonstigen Fraktionen, denen sie angehören, aber wenn man sich die richtigen Produkte zur Brust nimmt, dann klingt schon ein bißchen durch, daß selbst die mehr schlichte Begleitmusik zu den großen kosmischen Zyklen des Multiversums als irgendwas sonst sind.

Wie schon gesagt: den Großen Moralischen Stinkefinger braucht's zumindest meiner unbescheidenen Meinung nach normalerweise auch in der Fantasy nicht. Hauptsache, der Konflikt, um den es geht, ist selbst einigermaßen eingängig und klar verständlich -- und "Mindestens zwei Seiten haben Zoff miteinander!" ist ein so grundlegendes Basiselement der menschlichen Psyche, da muß man gar nicht erst metaphysisch-philosophisch werden, um die Idee für ein Setting oder auch nur ein einzelnes Abenteuer ans normalerweise nun mal menschliche Publikum zu bringen. :)

Skyrock:

--- Zitat von: D. M_Athair am  1.02.2026 | 21:02 ---Wo stehen da eigentlich Midgard (das ich quasi nicht kenne), Mystara & Hârnworld (die ich je nicht genug kenne)?
--- Ende Zitat ---
Midgard hat objektiv böse höhere Mächte in Form von Chaosgöttern und Dämonen der Finsternis, sowie ihren menschlichen Dienern Chaospriestern, schwarzen Hexern und Finstermagiern.

Die Götter und insbesondere ihre Priesterschaft sind nur insofern "gut", als dass sie sich diesen finsteren Mächten entgegenstellen.
Die Druiden und die mit ihnen verbundenen magischen Heiler (die man auch als "gut" lesen könnte) haben eine sehr eigene Weltsicht, nach der die Welt in Balance gehalten werden muss und Götterkult nur als Opium für die unerleuchteten Massen geduldet wird.
Viele der gängigen SC-Klassen wie Spitzbuben, Händler, Grauhexer oder Söldner sind eher grau ausgerichtet und auf den eigenen materiellen Vorteil bedacht.

Natürlich gibt es in 40 Jahren Publikationsgeschichte auch einige publizierte Abenteuer, wo die SCs irgendeinem schurkischen Oberschurken das Handwerk legen, weil er so ein schurkischer Oberschurke ist, aber selbst da ist der Weg meist mit einem Auftraggeber mit zugesicherten materiellen Belohnungen gepflastert. (Was auch den Midgard-Regeln geschuldet ist, wo ein ständiger Geldzufluss für die Charakterverbesserung notwendig ist.)

Tudor the Traveller:

--- Zitat von: nobody@home am  1.02.2026 | 21:50 ---Wie schon gesagt: den Großen Moralischen Stinkefinger braucht's zumindest meiner unbescheidenen Meinung nach normalerweise auch in der Fantasy nicht. Hauptsache, der Konflikt, um den es geht, ist selbst einigermaßen eingängig und klar verständlich -- und "Mindestens zwei Seiten haben Zoff miteinander!" ist ein so grundlegendes Basiselement der menschlichen Psyche, da muß man gar nicht erst metaphysisch-philosophisch werden, um die Idee für ein Setting oder auch nur ein einzelnes Abenteuer ans normalerweise nun mal menschliche Publikum zu bringen. :)

--- Ende Zitat ---

Das ist aber ja auch gar nicht die Frage. Ein Setting braucht überhaupt kein EDO, um interessant zu sein. Hier geht es um die Frage, ob es zu EDO typischerweise dazugehört.

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