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[TOR 2e] Die Lage in Seestadt
Darklander:
--- Zitat von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 29.03.2023 | 14:35 ---Nicht ganz - ich zitiere mal Tolkiens Worte am Ende des Hobbits zum Wiederaufbau von Thal:
"Bard hatte die Stadt Dal wieder erbaut. Menschen waren von der Seestadt und weiter aus dem Süden und Westen zu ihm gekommen."
Also auch verstreute Nachkommen der original Thaler Kultur sowie diverse sonstige Völkerschaften in der Gegend. Esgarother bilden da eher nur den Kern.
Das ist übrigens eine hervorragende Darstellung von frühmittelalterlicher Personenverbands-Staatenbildung (kein Wunder, Tolkien hatte mit dem Kram den ganzen Tag beruflich zu tun, als Hintergrund für seine sprachlichen Studien).
Man hat nen Kern mit einer oder mehreren Großfamilien, die alle möglichen Leute an sich binden, um ein Gemeinwesen zu bilden, das sich dann auf eine gemeinsame Abkunft beruft (die man sich meistens zusammengeflunkert hat).
--- Ende Zitat ---
Ah, ok. Interessant. Das kleine Detail hatte ich bisher überlesen. Dann gibt es wohl in der Tat kleinere bis mittlere Kulturunterschiede (je nachdem, ob man dem Kern oder den Zurückgekehrten angehört).
Raven Nash:
Im Prinzip gibt es von den Waldmenschen nicht mehr viele zum Zeitpunkt der 2e (was ja auch in der Mirkwood-Kampagne deutlich anklingt), die dürften zum Großteil eben in den Bardingern aufgegangen sein. Esgaroth 2.0 ist zu diesem Zeitpunkt halt fraglich, weil dazu nicht viel gesagt wird (ich kann mich nicht erinnern, ob im HdR beim Gespräch mit Bilbo davon was erwähnt wird - nur, dass der alte Beorn tot ist, und sein Sohn wohl diverse Familien um sich geschart hat, d.h. auch die Beorninger dürften Waldmenschen assimiliert haben).
Esgaroth mag neu entstanden sein - aber ob sich da eine eigene Heroic Culture rentiert? Die war ja schon im 1e nur im Loremaster-Screen dabei und wirkte drangestückelt.
Jiba:
Drangestückelt. Weiß ich eben nicht.
Also der Vibe von Seestadt und von Thal ist ja, Stand Hobbit, jeweils ein deutlich anderer. Ich fand die auf jeden Fall unterschiedlich genug.
Wobei sich aber wieder die Frage stellt: Ab welchem Detailgrad lohnt sich eine Heroic Culture eigentlich?
Ich bin auch nicht sicher, ob ich damit glücklich bin, dass alle Zwerge in der 2nd Edition eine einzelne, monolithische Heroic Culture bilden.
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
Bei den Waldmenschen weiß man es schlicht und einfach nicht, wie es mit denen zur Zeit Frodos aussieht. Dominierend in den Anduintälern sind eindeutig die Beorninger, nach dem was Gloin in Bruchtal Frodo erzählt. Sagt aber nichts über die Waldmenschen aus. Dass die in den Bardingern aufgegangen sein sollten, das bezweifele ich - die sind relativ weit von Thal entfernt, und haben auch zumindest in ihren Traditionen auch andere Abstammungsmythen (im Hobbit heißt es, dass sie vom Süden den Anduin hochgekommen sind).
Es spricht eigentlich auch nichts dagegen, dass zur Zeit Frodos Esgaroth weiterhin blüht. Immerhin wissen wir, dass Bilbo auf seiner letzten Reise dort war und dann nach Thal, weitergezogen ist.
Die heroische Kultur der Seemenschen im alten DER-SL-Schirm-Set fand ich eigentlich ganz gut, weil die durchaus neben den Bardingern was Eigenständiges abbildeten. Weniger heldenhaft und mehr auf Händler getrimmt.
Übrigens, weil ich es gerade zur Hand habe, hier Gloins Bericht, was er in Bruchtal Frodo so über den Stand der Dinge in 3018DZ in Wilderland erzählt - man beachte, dass das alles ziemlich vage ist, mit reinem Fokus auf eine Handvoll Akteure, die Gloin kennt und für die sich Frodo interessiert. Das sagt nichts über andere Völker aus. Was spieltechnisch super ist, weil man dann relativ freie Hand hat, was bei den anderen so abgeht (wie es die Macher von TOR 1st Ed ja dann auch mit ihrer Wilderlandkampagne gemacht haben, wo (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)die SC durchaus beeinflussen können, ob die Waldmenschen verschwinden oder gedeihen)
Gloin erzählt Frodo
Während der weiteren Mahlzeit unterhielten sie sich miteinander, aber
Frodo hörte mehr zu, als daß er redete; denn abgesehen vom Ring schie-
nen die Neuigkeiten aus dem Auenland unbedeutend und entrückt und
unwichtig, während Gloin viel zu berichten hatte von Ereignissen in den
nördlichen Gebieten von Wilderland. Frodo erfuhr, daß Grimbeorn der
Alte, Beorns Sohn, jetzt der Herrscher über viele standhafte Menschen
war, und daß in ihr Land zwischen dem Gebirge und Düsterwald weder
Ork noch Wolf einzudringen wagten.
»Ja«, sagte Gloin, »wenn die Beorninger nicht wären, wäre es schon
lange unmöglich, von Thal nach Bruchtal zu gelangen. Es sind tapfere
Männer, und sie halten den Hohen Paß und die Furt von Carrock offen.
Aber ihr Zoll ist hoch«, fügte er hinzu und schüttelte den Kopf. »Und wie
Beorn früher schätzen sie Zwerge nicht übermäßig. Immerhin sind sie
vertrauenswürdig, und das ist viel heutzutage. Nirgends sind Menschen
so freundlich zu uns wie die Menschen von Thai. Das sind gute Leute, die
Bardinger. Der Enkel von Bard, dem Bogenschützen, herrscht über sie,
Brand, Bains Sohn, der Bards Sohn war. Er ist ein starker König, und sein
Reich erstreckt sich jetzt weit südlich und östlich von Esgaroth.«
Raven Nash:
Du hast ja schon in der Mirkwood-Kampagne Waldmenschen, die an der Westseite siedeln. Die könnten durchaus zu denen zählen, die nach Thal gingen, als der Schatten sich weiter ausgebreitet hat.
Die von der Ostseite werden sich wohl in den Beorningern finden.
Esgaroth scheint dem Zitat nach also deutlich an Eigenständigkeit eingebüßt zu haben. Zumindest lese ich das so.
Das würde den Wegfall einer eigenen HC erklären.
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