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Future History - möglichst plausibel oder lieber abgedreht?
ArneBab:
--- Zitat von: nobody@home am 15.12.2025 | 09:54 ---Wenn die Sache einigermaßen optimistisch sein soll, dann würde ich mir als Lokalpatriot eigentlich nur wünschen, daß die EU oder eine vergleichbare Nachfolgeorganisation auch im Jahr 2200 noch existiert und nach wie vor einigermaßen demobürokratisch vor sich hinwurstelt -- oft frustrierend, aber letztendlich doch einigermaßen funktional und einer der größeren "Player" auf der Weltbühne. Denn wo's hinführt, wenn man der Einfachheit halber Sachen wie Gewaltenteilung und sonstige "Checks and Balances" über die Jahrzehnte hinweg zunehmend zugunsten einer "handlungsfähigeren" Zentralautorität aushöhlt, sehen wir aktuell gerade recht gut in den USA; da hat das Zuschanzen von Privilegien an das Amt des Präsidenten auch schon lange vor Trump begonnen und jetzt ernten wir die Konsequenzen. :P
--- Ende Zitat ---
In dem Fall wäre ein vielleicht spannender Teil der Geschichte, wie die EU immer wieder aus Krisen zurückgeholt wurde. Wo es kriseln kann ist ja schon vielfältig aufgezeigt, das könnte eine ganze Menge schöne Hooks geben für "(unerwartete Person) sah sich mit (Problem) konfrontiert und (spannende Wendung), deswegen ist heute (bleibende Konsequenz)".
unicum:
--- Zitat von: Feuersänger am 15.12.2025 | 02:54 ---Beispiel: Personal Wealth Cap (PWC), nominell bei sagen wir 100M€ in heutigem Geld. Also immer noch mehr als genug für ein Leben in Saus und Braus, aber weit davon entfernt ganze Medienlandschaften zu kontrollieren und Staatspolitik zu beeinflussen. Man lässt es solchen Kandidaten durchgehen, wenn sie zB ihren Reichtum unter Familienmitgliedern verteilen; es kommt nicht darauf an ob jemand in Wahrheit 100 oder 500 Mio kontrolliert - wichtig ist, dass er nicht über zig oder hunderte Milliarden verfügt.
--- Ende Zitat ---
Wer kontrolliert denn dann ganze Medienlandschaften?
Was ist los wenn sich die Reichen alle einmal im Jahr zum Skifahren treffen und dabei politisches besprechen?
Ich bin was solche Revolutionen betrifft reichlich skeptisch, es hat immer schon genügend Leute gegeben die oportunistisch waren und rechtzeitig ihre Schäfchen ins Trockene gebracht haben um das ein oder andere zu überstehen.
Davon abgesehen - 2200 - gibt da einige fragen was extrapoliert passiert ist auf der Welt,...
Die Vermüllung etwa (von Land, See und Orbit) - der Klimawandel - 1,5° oder 3° ?
Ist sonst noch etwas passiert das wir so nicht auf dem Schrim haben?
Etwa das Carrington-Ereignis - gerade vor kurzem war so etwas großes auf der Sonne zu sehen, hat uns aber wohl nicht getroffen.
Statistisch könnte die Erde auch einmal während ihrer Existenz einen Gamma Ray Burst abbekommen.
Bekommen wir nochmal Corona, vieleicht in einer etwas lethaleren Form?
Und schliesslich Atomwaffen - ich halte einen feurigen Krieg gegen Russland eben leider nicht mehr für ganz unmöglich.
Aber ja ein 3ter Weltkrieg würde alles wirklich sehr durchmischen aber begrenzt auf ein oder zwei Kontinente? (Also EU/Russland)
Feuersänger:
--- Zitat ---Wenn die Sache einigermaßen optimistisch sein soll, dann würde ich mir als Lokalpatriot eigentlich nur wünschen, daß die EU oder eine vergleichbare Nachfolgeorganisation auch im Jahr 2200 noch existiert und nach wie vor einigermaßen demobürokratisch vor sich hinwurstelt
--- Ende Zitat ---
Da schwanke ich ein bisschen zwischen verschiedenen Szenarien.
- Einmal eine voll integrierte Super-EU, die lückenlos von Kanada bis sagen wir Ukraine geht; in der es ein starkes gemein-europäisches Bewusstsein gibt und nicht Veto hier, Opt-Out da. Das wäre ein geeignetes Modell, wenn ich die USA als Ganzes fortbestehen lasse und ein Gegengewicht dazu brauche.
- das Allermindeste wäre eine Reform zu einer Multi-Tiered EU, in der die einzelnen Staaten halt entscheiden müssen, wieviel Integration sie wollen, aber wer stört und blockiert wird halt runtergestuft bis er nicht mehr stören und blockieren kann.
- Alternativ (bzw der Ansatz den ich bislang erschrieben habe) "gesundgeschrumpfte" Kern-EU, welche nur die Staaten mitnimmt die auch wirklich wollen; die die ganzen ständigen Störer und Blockierer rausgeschmissen und ihre internen rechtsdrehenden Kräfte unter Kontrolle bekommen hat.
Also etwa: Deutschland, Frankreich, Benelux, Österreich, ferner vielleicht noch Spanien, Portugal, Italien, Irland.
Die nordischen Länder machen ihr eigenes Ding, etwa eine Nordic Union von Kanada bis Estland.
Der Rest von Europa versucht einen eigenen Block zu bilden, scheitert aber an stark divergierenden Vorstellungen und dümpelt in der Folge in der Peripherie vor sich hin.
Auswirkungen des Klimawandels wichtiger Punkt; da fehlt mir halt bissl die Durchdringung was bei einer Erwärmung von 2,5-3° alles konkret passieren würde. Es könnte zB sein, dass Süditalien praktisch unbewohnbar und geräumt wird, iberische Halbinsel ebenfalls schwierig.
Allgemein gehe ich von folgendem aus:
1,5°-Ziel ist heute schon Byebye, auch 2° werden wir aller Voraussicht nach dank der zögerlichen bis obstruktionistischen Politik nicht schaffen. Mit allen bisher umgesetzten Maßnahmen und aktuellen Emissionspfaden liegt eine Projektion bis 2100 bei etwa 3,2 °C Erwärmung. Das wäre schon echt katastrophal, aber für konsequente Klimaneutralität werden wir wahrscheinlich wirklich erst die Weltrevolution brauchen.
Ein Kernpunkt des Long Game ist entsprechend, die Erderwärmung wieder rückgängig zu machen, mittels Streulinse am Sonne-Erde-L1, die genug Sonnenlicht von der Erde weglenkt um das Fieder wieder zu senken. Nach meiner derzeitigen Timeline wird diese Streulinse aber frühestens 2140 fertiggestellt. Und auch danach wird man immer noch seine liebe Not mit Übersäuerung der Ozeane etc haben.
Was in so einer 3°-Welt mit den dann ca 5 Milliarden Menschen in Indien und Afrika werden soll, wage ich mir kaum auszumalen.
nobody@home:
Was im Lauf der nächsten hundert oder so Jahre auf jeden Fall auch noch relevant werden dürfte -- egal, ob durch Eintreten oder Gerade-noch-Verhinderung -- ist das Kessler-Syndrom. Denn wenn im Orbit erst einmal genügend unkontrollierter Schrott herumschwirrt, daß die Lebenserwartung von Satelliten und dergleichen drastisch sinkt, dann hat das auch direkte Auswirkungen auf daran gekoppelte Technik und Infrastruktur...und mal ganz davon abgesehen, daß manche Firmen schon heute fleißig daran arbeiten, diesen Zustand aktiv durchs Verfrachten von mehr und mehr überflüssiger Hardware nach da oben herbeizuführen, könnte spätestens ein ernsthafter Krieg, der bis ins Satellitennetz oder zu auch nur einer größeren Raumstation hochschlägt, die Möglichkeiten zur Nutzung des Alls für die gesamte Welt ziemlich radikal und vor allem nachhaltig einschränken.
ArneBab:
--- Zitat von: unicum am 15.12.2025 | 14:34 ---Bekommen wir nochmal Corona, vieleicht in einer etwas lethaleren Form?
--- Ende Zitat ---
Das Schreckensszenario, das ich dazu mitbekommen habe, ist: “rabies are airborne” -- also über die Luft übertragbare Tollwut. Das würde vermutlich ein Massensterben auslösen; eine plausible Begründung für radikale Änderungen.
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