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[RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden

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Outsider:
Sote nickte dem Skwilden zu. „Geht nur wenn ihr euch das Elend ansehen wollt, ich bleibe derweil beim Wagen und habe ein Auge auf die Umgebung. Der Wagen sollte hier nicht alleine stehen bleiben, nicht das genau das die Absicht derjenigen war welche die armen Seelen dort aufgeknüpft haben.“

pharyon:
Aeryn
Auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle

"Ihr solltet nicht alleine gehen. Aber es sollte auch niemand allein beim Wagen bleiben. Willst du mit ihm gehen, Hírngar?" Aeryn hoffte, ihren Gefährten wieder etwas mehr ins Hier und Jetzt holen zu können. Zu oft war er die letzten Tage sehr mit sich beschäftigt. Auch, dass er gerne anders vorgegangen wäre, war nicht zu verkennen. Hoffentlich findet er zu sich. Aeryn machte sich Sorgen. Ihr Gefährte war etwas Besonderes. Aber auch besonders mit sich im Unklaren. Daraus konnte Großes erwachsen. Große Hoffnung, aber auch große Gefahr. Es wird schon gut gehen, lieber Hírngar.

Mit einem Blick zu Gylfi, ob er die Entscheidung des Gefährten noch abwarten würde, und zu Hírngar, wie er sich entscheiden würde, wartete Aeryn dessen Reaktion ab. Dann schaute sie zu dem Baum mit den Gehenkten. Hoffentlich bleiben uns die bösen Überraschungen für heute erspart.

klatschi:
Hírngar
Auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle

Der kalte Wind und die Nässe hatten Hírngar auf gut getan, das Reisen und das unbequeme Lagerleben ihn wieder ins Hier und Jetzt zurückgeholt. Langsam aber sicher war der Traum verblasst und die Notwendigkeiten ihrer kleinen Gemeinschaft in den Vordergrund getreten. Wachen einteilen, Kochen, die Tiere versorgen.
Langsam war er auch wieder gesprächiger geworden, und versuchte, seine Sorgen in Zaum zu halten.

Der Baum mit den Gehängten brachte die Erinnerungen und die Sorgen zurück, ein Knoten in der Magengegend, ein ungutes Gefühl, das in ihm Raum ergreifen wollte, sich ausbreiten wollte. Nein! Einatmen, ausatmen. Es sind nur Strauchdiebe an einem Galgen. Es sind keine Geister!

Auf Aeryns Frage hin, nickte er, kratzte sich am Bart und griff nach seiner Axt. "Meister skwilde, ich begleite euch!" Gefällt mir alles nicht. "Seid auf der Hut, Aeryn! Sote!" Ein weiteres Nicken, dann leckte er sich die Lippen, der Griff um den Axtstiel wurde fester.

Hinxe:
Gylfi
Auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle

Auf Aeryns Worte hin hielt Gylfi inne und blickte zurück. Er nickte ihr zu. Sie hat recht. Es könnte eine Falle sein... Gespannt wartetet er auf Hírngars Antwort. "Sehr gut, Hírngar. Dann können die Toten und ich uns sicherer fühlen.", sagte er, als dieser gesprochen hatte. Nachdem sein Gefährte aufgeschlossen hatte, setzte Gylfi sich wieder in Bewegung. "Sie haben schon recht. Es könnte ein Hinterhalt sein. Die Heimtücke der Menschen kennt keine Grenze. Wir bräuchten gar keine Geister oder Trolle, um unser aller Leben nur schwer erträglich zu machen."

Sein Ton wirkte nachdenklich. Der alte skwilde war sich selbst nicht sicher, woher diese verbitterte Erkenntnis gerade kam. Vermutlich der Anblick der Aufgeknüpften, du alter Narr. Hoffentlich sind keine Kinder darunter!

Mit langsamen Schritten und der gebührenden Vorsicht näherte Gylfi sich dem Baum.

Outsider:
Auch wenn das Gras fahl und am Ende des Herbstes nur noch wenig Kraft hat ist es teilweise Kniehoch. Der Wind spielt mit den Spitzen und jede Böe kündigt sich weit vorher an, wenn sich die Halem unter dem himmlischen Kind beugen.

Gylfis Wunsch geht nicht in Erfüllung bei dem Anblick dessen was sich am Baum abgespielt haben muss kommen euch die ersten Zeilen des Buches wieder in den Sinn. Das Buch das Miri euch genannt hatte „Zeit der Ungezähmten“.

Es gibt Zeiten, in denen die Realität zerbricht und auseinanderfällt. In denen die Zeit selbst jede Bedeutung verliert und neue Geschichte geschrieben wird. Es gibt Zeiten, in denen niemand der Versuchung dunkler Mächte widerstehen kann und um in ihrem überwältigenden Kampf, nicht zu erliegen, jeder bereit ist, alles zu töten, was ihm im Wege steht. Vor dreihundert Jahren war die „Zeit der Ungezähmten” eine solche Zeit. Eine Welle des Bösen breitete sich in den Wildlanden aus und rekrutierte neue Anhänger. Die folgenden Jahre wurden so dunkel und bedrückend, dass selbst heute niemand mehr davon zu sprechen wagt. Daher schreibe ich diese Zeilen nieder um eine Mahnschrift zu verfassen, auch wenn ich glaube das sie in die hintersten Ecken der Bibliotheken gestellt wird. Das Vergessen ist des Bösen größter Diener!

Die Eiche ist uralt, knorrig und stemmt sich schon lange gegen die Winde und erträgt den Wechsel der Jahreszeiten und die Witterungen. Viele Sommer und Winter müssen an diesem Baum vorbeigezogen sein, vielleicht so viele, dass er schon stand als der Autor das Buch geschrieben hatte.

Knarzend, an Hanfseilen hängen vier Gestalten von den Ästen herunter, die Seile schlingen sich um die Hälse der Unglüclichen und sind am Stamm der Eiche festgebunden. Was erst wie die Kleidung der vier aussah ist ihre Haut. Wer auch immer diesen armen Seelen aufgelauert hat muss ein Ioi in Menschengestalt gewesen sein. Große Teile der Körper wurden gehäutet, so dass diese an den Gliedmaßen und dem Torso herunterhängt. Getrocknet im Wind, ausgeblichen in der Sonne weht sie wie Fetzen. Vögel haben das Fleisch zerpickt und die Gesichter sind nicht mehr zu erkennen. Freigelegte Zähne in Mündern ohne Lippen grinsen leer in die Weite. Es müssen zwei Erwachsene und zwei Kinder gewesen sein.

Reste ihrer Kleidung, dunkel von längst geronnenem Blut liegen am Fuß der Eiche. Der Geruch von Verwesung hängt in der Luft, auch wenn die Witterung und das kalte Wetter diese so gut es geht verhindert haben. Aus den Ästen der Eiche blicken die Raben auf euch herunter als müssten sie einschätzen ob ihr ihnen die Mahlzeit streitig machen wollt. Ihr Krah Krah wird vom Wind weit über die Ebene getragen, aber sie fliegen nicht weg.

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