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Eingangshürden der Vermarktung

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Skaeg:

--- Zitat von: Zed am 14.01.2026 | 14:08 ---Grimm hat doch gezeigt, dass die rumänische Firma 2024 (?) auf eine Millionen Umsatz (oder war es Gewinn) gesprungen ist. Woher das Investitionskapital kommt? Wäre ich kriminell, würde ich das Geld aus alten Scams in neue stecken, wenn ich sie für vielversprechend halte.
--- Ende Zitat ---
Von sowas gehe ich auch aus.

Doc-Byte:

--- Zitat von: sma am 14.01.2026 | 18:07 ---Wenn schon der Ersteller meint, dass sein Produkt keine 5€ wert ist, warum sollte ich mich damit beschäftigen?
--- Ende Zitat ---

Vielleicht hat der Ersteller schlichweg nicht den Nerv, sich für ein Taschengeld hypothetischen Gewinns mit der deutschen Bürokratie herumzuschlagen, die wirklich alles tut, um stelbständige Arbeit maximal kompliziert zu machen. - Tatsächlich sehe ich persönlich die bürokratischen und (steuer)rechtlichen Hürden, die eine gewerbliche Publikation im Eigenverlag überwinden muss, als die größte aller Eingangshürden bei der Vermarktung selbst erstellter (RPG) Produkte in Deutschland. Bevor man überhaupt mal soweit ist, dass man sich Gedanken darüber machen kann, wie man ein aks sein Produkt am besten kommerziell vermarktet, hat man sich schon mit so Dingen wie Kleinverlage, Gewerbeschein, (Umsatz)Steuerpflicht, Liebhaberei, Impressumspflicht, ISBN Nummern, Urheberrechte, Lizenzmodelle usw. herumgeschlagen... Und wenn dann jemand zu dem Schluss kommt, dass am Ende realistisch gesehen eh finanziell kaum was rumkommen wird, kann man mMn schon berechtigter Weise hinterfragen, ob man sich das wirklich antun will oder sein Material lieber kostenlos zur Verfügung stellt und ggf. auf "spendenbasiert" Alternativen wie bspw. Patreon, Buy Me a Coffee oder ganz stupide PayPal.me setzt.

Yney:
Ich kann deine Sichtweise zumindest aus persönlicher Perspektive bestätigen, Doc-Byte. Ich bin teils naiv idealistisch, aber der Gedanke, mit Feenlicht wirklich Geld verdienen zu können, kam mir nie wirklich. Es wächst hauptsächlich wegen der Freude am Basteln und zum einen wollte ich niemandem Geld für mich aus der Tasche ziehen, zum anderen wäre der ganze bürokratische Aufwand für ein echtes Geschäftsmodell etwas, dass den eigentlichen kreativen Prozess schnell überholen und damit abtöten würde.

Ein wenig weiter gesponnen ist das der Aspekt, der mich immer wieder „verwirrt“ (mir fehlt ein passenderes Wort): wenn manche Menschen auch einem kostenlosen Produkt erst mal mit der Einstellung begegnen, man solle sie doch mit zusätzlichen passenden Werbetexten, Zusammenfassungen oder kostenlosen gedruckten Versionen dafür begeistern. Den Wunsch nach einer Zusammenfassung kann ich gut verstehen, aber diese auch dann noch zu fordern, wenn man passende Seiten (ca. ein Dutzend) empfohlen hat, weil das „zu lang“ sei, „verwirrt“ mich dann doch sehr.

Das sollte nun kein Beschwerdebrief werden, sondern ein zusätzlicher Gedanke: Wenn diese Erwartungshaltung schon so an Produkte herangetragen wird, die vollständig kostenlos zu haben sind. Was passiert dann erst, wenn man für ein mühsam erarbeitetes Werk (vollkommen legitim) Geld verlangen würde. Das wäre denke ich ein weiterer Baustein in der langen Liste an Dingen, die du erwähntest, Doc.

schneeland:

--- Zitat von: sma am 14.01.2026 | 18:07 ---Ganz genau. Nur dass das Grundprodukt nicht frei sein muss. Im Gegenteil, kostenlos heißt auch immer wertlos. IMHO verkaufen sich die meisten viel zu billig. Wenn schon der Ersteller meint, dass sein Produkt keine 5€ wert ist, warum sollte ich mich damit beschäftigen?

--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: Yney am 15.01.2026 | 22:03 ---Wenn diese Erwartungshaltung schon so an Produkte herangetragen wird, die vollständig kostenlos zu haben sind. Was passiert dann erst, wenn man für ein mühsam erarbeitetes Werk (vollkommen legitim) Geld verlangen würde.

--- Ende Zitat ---

Ich würde das mit dem "kostenlos ist wertlos" persönlich nicht so unterschreiben. Trotzdem gibt's da eine signifikante Hürde für neue/unbekannte Produkte, denn es gibt halt SEHR viel Zeug, aber ich habe nur eingeschränkt viel Freizeit - insbesondere nicht mehr SO viele Stunden die Woche, wo ich gleichzeitig Zeit und Energie habe, mich mal in ein Rollenspielprodukt reinzugraben (ich vermute, das trifft für eine größere Mengen von Nutzern hier im :T: zu).
Insofern ist m.E. die zentrale Herausforderung, mich davon überzeugen, dass es die Sache wert ist, meine (relativ kostbare) Freizeit in dieses Produkt zu stecken und nicht in eins der zahlreichen PDFs, die auf meiner Festplatte schlummern, oder eins der der Videospiele vom Steam Pile-of-Shame. Ob das Ding dann 0€ kostet oder 5€ ist dann von untergeordneter Wichtigkeit.

sma:

--- Zitat von: Doc-Byte am 15.01.2026 | 20:51 ---Vielleicht hat der Ersteller schlichweg nicht den Nerv, sich für ein Taschengeld hypothetischen Gewinns mit der deutschen Bürokratie herumzuschlagen, die wirklich alles tut, um stelbständige Arbeit maximal kompliziert zu machen. - Tatsächlich sehe ich persönlich die bürokratischen und (steuer)rechtlichen Hürden, die eine gewerbliche Publikation im Eigenverlag überwinden muss, als die größte aller Eingangshürden bei der Vermarktung selbst erstellter (RPG) Produkte in Deutschland.

--- Ende Zitat ---
Kann ich total nachvollziehen.

Ein Gewerbe anzumelden ist dabei noch das einfachste (geht online) und das brauchst du auch nur, wenn du selbst Bücher verkaufen willst. Nutzt du einen Print-on-Demand Anbieter, machst du nur freiberufliche Arbeit, so weit ich weiß. Und auch eine ISBN ist meines Wissen nur dann notwendig, wenn du ins Verzeichnis der lieferbaren Bücher willst. Solange du eh direkt an die Kunden verkaufen willst, ist das aus meiner Sicht unnötig. Viel lästiger finde ich aber die Auseinandersetzung mit dem Finanzamt. Oder man muss für einen Steuerberater bezahlen und das bedeutet, dass man schon ein paar Tausend Euro im Jahr einnehmen muss, damit sich das lohnt.

Wenn man eh schon selbstständig ist, fällt ein Buch nebenher zu schreiben dann kaum noch ins Gewicht. Vielleicht, weil ich aus dieser Position heraus denke, sehe ich da nicht so große Probleme. Als ich anfing, war alles total nervenzerreibend, aber inzwischen würde ich sagen, neue Firma gründen? Kein großes Ding ;) Mein Tipp wäre daher höchstens, es ist alles nicht so schlimm, wie es klingt. Aber ich stimme dir zu, für ein Hobby-Projekt lohnt der Aufwand nicht.

Beachte allerdings, es wird rein rechtlich nicht unterschieden zwischen Verkaufen oder Tausch gegen Spenden. Du kannst dann nur hoffen, unter dem Radar zu fliegen und (optional) dann Nebeneinkünfte bei der normalen Steuererklärung zu deklarieren.

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