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[Brainstorming]Fragebogen für SCs
ArneBab:
Ich stelle üblicherweise die Fragen:
- Warum bist du hier?
- Warum bleibst du in der Gruppe?
- Was macht dich sympathisch?¹
Mit Vorschlägen, die Ziele liefern (um die Vorstellung auf Aktivität zu lenken): https://hg.sr.ht/~arnebab/ews/browse/Hauptdokument/ews30/tabelle-fragen.org?rev=tip
¹ "was macht dich sympathisch" dient dazu, es leichter zu machen, auch in Konfliktsituationen zusammenzubleiben.
Nützlich ist auch noch, für jeden SC zumindest einen anderen SC zu haben, den er/sie schon kennt (⇒ minimales Beziehungsnetz).
Außerdem Familie und Freunde.
EDIT: als Fragebogen:
- Wähle einen der anderen SCs. Wo habt ihr euch früher schon kennengelernt?
- Nenne ein Familienmitglied, das dir wichtig ist.
- Nenne einen alten Freund oder eine alte Freundin.
Philipp.Baas:
--- Zitat von: Fuchs am Gestern um 10:46 ---Kennst du die Charaktererstellung in Beyond the Wall? Dabei erstellen die Spieler*innen über die Charakterbücher nicht nur ihre SC sondern auch ihre Umwelt, ihre Beziehungen zu dieser und die Beziehungen untereinander. Vergleichbare Systeme gibt es ja schon einige um das auch in anderen Systemen einzusetzen. Bei BtW funktioniert das aber sehr organisch.
--- Ende Zitat ---
Ich weiß, das beantwortet deine Frage nicht TE, aber ich halte einen Fragebogen für nicht zielführend.
Das, was Fuchs beschreibt, ist ja das Konzept bei MYZ Spielen. Du baust keinen Charakter, sondern du baust eine Gruppe und deren Umwelt.
Alrik, Bertram, Tassilo und Fred sind die Charaktere.
Alrik und Tassilo sind schon immer Freunde und Alrik himmelt Tassilo an, was dieser gerne ausnutzt. Fred mag Alrik, aber Tassilo nicht und sieht deren Verhältnis als schwierig an. Bertram, der Freds Liebhaber ist, mag das Vertrauensverhältnis zwischen Alrik und Fred nicht. Tassilo und Bertram konkurieren ständig.
Die vier Spieler entscheiden, dass sie aus einer Großstadt kommen und alle unterschiedlichen sozialen Schichten entstammen. Die Stadt wurde vor zwei Jahren von Untoten überfallen und die vier konnten fliehen. Jetzt halten sie sich in der benachbarten Grafschaft auf und machen immer wieder Ausflüge in das neue Reich der Untoten. Einerseits um ihre verlorenen Verwandten zu finden, andererseits um mit Funden ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
- Tassilo war Adelig ist insgeheim froh, dass seine Familie tot ist. Er gibt die Sorge nur vor, da seine Eltern ihn zu einem Leben verdammt hatten, das er nicht führen wollte. Er schämt sich für dieses Gefühl.
- Alrik sucht seine Eltern, die einfache Schmiede waren. Allerdings befürchtet er, dass sein Vater eine Mitschuld an der Invasion der Toten trägt, denn er hat ein altes magisches Schwert von einem zwielichtigen Kunden (der Mann mit der Wachshaut) bekommen, und als Alrik und sein Vater zusammen das Schwert bearbeiteten, brach es und sie hatten eine Vision, wie ihre Stadt unterging, was dann auch passierte.
- Fred, Sohn eines Magus, sucht seine Schwester und er würde alles, sogar seine Freunde, opfern, um sie zu finden. Er strebt nach Zaubern, die entweder alles Rückgängig machen oder seine Schwester wiedererwecken.
- Bertram war ein Waise und ist froh jetzt seine Freunde und die Liebe gefunden zu haben. Er verdingte sich als Taschendieb und will, dass alles beim Alten bleibt. Etwas Sorgen bereitet ihm, dass er kurz vor der Katastrophe einem Mann mit seltsamer Haut eine Kladde gestohlen hat. Seitdem hört er im Halbschlaf immer Stimmen, die von Tod und Verderben, aber auch Macht berichten.
Jeder hat eine Person in der Grafschaft erstellt, die er mag und eine, die er nicht mag.
- Tassilos Tante (mag) lässt die vier bei sich wohnen, aber ihr Mann (mag nicht) will, dass Tassilo im Stadtrat eine Funktion übernimmt, um den Einfluss der Familie zu stärken.
- Alrik hat sich in eine Kellnerin (mag) verliebt, die aber auch als Dirne arbeitet und ihr Zuhälter, ein mächtiger Mann der Unterwelt (mag nicht), sieht das nicht gerne.
- Fred verbringt seine Freizeit bei einem Antiquitätenhändler (mag), der auch die Fundstücke der Gruppe kauft. Der Vorsteher der Magiergilde (mag nicht) will, dass Fred aufhört immer wieder ins Land der Untoten zu gehen und soll nicht mit diesen Taugenichtsen rumhängen. Das gehört sich für einen Magier nicht.
- Bertram hat einen Saufkumpanen (mag) der Barde ist und die beiden sind zusammen wie Sprengstoff und stellen nur Unsinn an. Deswegen hat Bertram Schulden bei einem Kredithai (mag nicht), der aber statt Geld gerne GEfallen einfordert.
Sowas entwickelt man zusammen (dauert 30 Minuten) und daran kannst du ewig spielen...
Edgar Allan Poe:
Hm, da bin ich tatsächlich anderer Ansicht. Diese gemeinsame Umfeld kann mitunter Teil des Hintergrundes sein - aber er deckt imho nicht alles ab, was möglich wäre. Es ist quasi das Gurke/Cornichon-Problem. Jede Cornichon ist ne Gurke. Aber nicht jede Gurke ist eine Cornichon.
Sprich: Ja, so etwas kann hilfreich sein. Nein, es deckt nicht alles ab, was ich mir vorstelle. Vielleicht, weil es insgesamt auch zu klein ist. Jetzt kann man natürlich sagen, man bläst das Ganze deutlich auf. Aber dann muss man so viel aufschreiben und überlegen, dass ich einen Fragenkatalog für deutlich zielführender halte.
Philipp.Baas:
Vielleicht liegt da ein Missverständnis vor:
Die haben die NSCs selbst erschaffen, was eine Verbindung bringt. Ihnen ist nicht egal, was mit den NSCs passiert. Das große Ereignis, den Angriff der Untoten, haben sie sich ausgedacht. Selbst der Antagonist, der Mann mit der wächsernen Haut, stammt von den Spielern. Was dir fehlt ist Involvement und das erzeugst du nicht durch Fragen, sondern World Building. Sie laufen dann alles nicht nur ab, sondern es ist ihre Geschichte, ihre Ideen, ihre NSCs. Das fühlt sich gleich GANZ anders an. Habe ich als Spieler und SL durch. Der Bösewicht kann dann ja der Halbgott sein, der die Welt ins Dunkel reißen will und sie müssen die neun Scherben des Orb des Demi-God-Slaying finden. Aber du willst Involvement und das passiert nur über gemeinsames World Building.
Edgar Allan Poe:
Ich hab das schon verstanden. Aber ich sehe nicht den großen Unterschied zu einem Fragenkatalog, außer dass bei deiner Variante alles ausformuliert ist. Wir reden hier ja nicht von Fragen wie "Wie heißen deine Eltern" oder "Hast du Geschwister.", sondern ich dachte an sehr viel offeneres Zeug, wie auf den Daggerheart Sheets (danke für den Hinweis, Bombshell).
Im Grunde ist das ja am Ende das identische Vorgehen. Nur die Fragen können sehr viel offener "sein" und auch "interpretiert werden". Das halte ich für interessanter als unumstößliche Fakten festzulegen, die jeder von A bis Z kennt.
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