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Gerüchte über D&D6
Prisma:
Wenn das ein Verkaufsschlager ist, dann warum jetzt eine 6. Edition und nicht weiter die Cash Cow melken? Wenn es doch keiner ist, macht es schon Sinn an eine 6. Edition zu denken. Jetzt bin ich nicht in allen Rollenspielläden des Landes unterwegs, aber ich habe bisher noch nicht gesehen dass die Dinger wie heiße Semmeln weggehen. (Bei Shadowrun 6 anfangs hingegen schon, da sah ich damals ganze Gruppen im Laden und jeder einzelne hat sich ein GRW gekauft. In meinem Umfeld hat sich bisher nur einer ein D&D 2024 PHB geholt, aus Neugier, weil es sein "erstes offizielles" D&D Buch war. Spielen tun wir aber dennoch Shadowdark.)
nobody@home:
Wie gut sich die aktuellen D&D-Machwerke nun genau verkaufen (und vor allem auch, wie sich das dann geo- oder demographisch verteilt), darüber wissen am ehesten noch die hauptberuflichen Erbsenzähler bei WizBro Bescheid -- und die werden vermutlich oft genug schon nicht mal mehr ihre Chefs direkt mit allen Einzelheiten behelligen (die diese wiederum oft genug nur am Rand interessieren dürften), sondern ihnen die Fakten "nur" so brauchbar wie möglich zusammengefaßt und illustriert vorlegen.
Die weitaus meisten von uns dagegen, egal, ob nun im Tanelorn oder auf YouTube, können über die 99+ Prozent des Geschäfts, die außerhalb unserer ganz persönlichen kleinen Erlebnisblasen ja nebenbei auch noch stattfinden, doch höchstens einigermaßen blind spekulieren.
Inquisitor_Majoris:
So schnell wird da nichts Neues kommen. WotC sucht im Wochenrhythmus neue Leute und veröffentlicht Announcen. Heute erst wieder ein D&D Game Designer:
https://jobs.hasbro.com/job/Renton-Game-Design-Manager-D%26D-Wash-98056/1365474100/?fbclid=IwdGRjcAQBzMljbGNrBAHMXmV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDDM1MDY4NTUzMTcyOAABHieRaZg3Qo9BKRxozbDL1-ueOjGNFE4953CVkBvPmIDrLNbszwTSb8_a5Eux_aem_vlFT2Kcb1kbbpNz9lDnqvg
sma:
WotC operiert in einem Umfeld, wo Bücherverkäufe keine große Rolle spielen. Wo das Geld verdient wird, schrieb ich ja schon.
Ein Rollenspielbuch, das im Laden $60 kostet, bringt ihnen vielleicht $24 Umsatz und vielleicht $8 Gewinn.
Ein verkauftes Baldur's Gate 3 bringt ihnen $6 Umsatz und Gewinn ($90 Mio bei 15 Mio verkaufter Spiele). Wenn die neue Serie nochmal 5 Mio Spiele verkaufen hilft, wofür sie nichts machen müssen, außer ein paar Meetings, müssten sie mehr Bücher als jemals zuvor verkaufen, um das zu toppen. Dazu kommt, dass allein das Recht, die Serie zu produzieren $10-20 Mio einbringen.
Dank DDB haben sie wie kein anderer Verlag Daten, was bei Spielern beliebt ist und was nicht und können nachsteuern – ohne dafür extra eine neue Regeledition herausbringen zu müssen. Diese wäre nur notwendig, damit Leute darüber reden, aber nicht, um Spieler auf der Plattform zu halten.
Zum Vergleich der Größenordnungen als Antwort darauf, warum es keine Rolle spielt, ob Pegasus zu einem Zeitpunkt mal 10.000 Shadowrun-Bücher zum Selbstkostenpreis in den Markt gedrückt hat: System Matters freut sich, wenn sie mit einem Spiel der kleinen Reihe 50 Exemplare (als die gesamte Auflage) verkaufen. Jeder deutsche Verlag freut sich, wenn er 500 Exemplare umsetzt und jubelt, wenn er 5000 Exemplare erreicht. Ich weiß nicht, ob es überhaupt ein Rollenspiel aus Deutschland gibt, dass 50.000 erreicht (aber zumindest die Größenordnung wird DSA 5 schaffen, Shadowrun ebenfalls, vielleicht auch noch Cthulhu), aber das wäre auch für internationale Verlage ein großer Erfolg. Und dann gibt es vielleicht 1W6 Verlage, die 500.000 Exemplare umsetzen können, wobei mir eigentlich nur Paizo und vielleicht Monte Cook einfallen. Und dann ist da noch WotC, die nochmal eine Größenordnung drüber liegen. Tja, und dann sind da nur noch Computerspiele, die 50.000.000 oder mehr schaffen.
Prisma:
--- Zitat von: Inquisitor_Majoris am 17.02.2026 | 23:40 ---So schnell wird da nichts Neues kommen. WotC sucht im Wochenrhythmus neue Leute und veröffentlicht Announcen. Heute erst wieder ein D&D Game Designer:
https://jobs.hasbro.com/job/Renton-Game-Design-Manager-D%26D-Wash-98056/1365474100/?fbclid=IwdGRjcAQBzMljbGNrBAHMXmV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDDM1MDY4NTUzMTcyOAABHieRaZg3Qo9BKRxozbDL1-ueOjGNFE4953CVkBvPmIDrLNbszwTSb8_a5Eux_aem_vlFT2Kcb1kbbpNz9lDnqvg
--- Ende Zitat ---
Da geht es nicht um kreatives Spieldesign oder um Regel- oder Settingdesign. Das machen andere. Da wird nicht mal Expertise in D&D, Rollenspiel generell, TTCG, Magic The Gathering oder Design gesucht, sondern bloß "Familiarity". In dieser Position geht es nur darum die echten Kreativen zu "managen". Es geht um Einzelgespräche, um "Feedback", um die Auswahl und Einstellung von "diverse, dedicated people" (nicht notwendigerweise um 'experts'). Man soll Mentor sein und Leute "trainieren" (ohne aber selbst tiefe Ahnung von der Materie haben zu müssen).
Dann das wohl ware Wichtige: Monitoring, Reports, Guidelines und Documentation.
Erst zum Schluss kommt "contribute to game design efforts" aber nur "when appropriate".
Hört sich für mich nach typischen Corporate-Zeug an. Jemand der die Materie nur oberflächlich versteht, gleichzeitig aber HR-Entscheidungen treffen soll, die den Erfolg bedingen und dann die ganzen Leute überwacht. Das allein kann, muss aber kein Indiz für eine 6E sein.
Noch eine Frage: Es geht ja um einen Game Design Manager und um "Ledership". Aber ist die Höhe des Gehalts für so eine Position nicht etwas ... äh ... hoch?
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