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[Brainstorming] Regenbogenkrieger

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WeepingElf:
Mir ist die Idee gekommen, ein Regenbogenkrieger-Rollenspiel zu machen. Die Idee ist, dass die SCs Umweltaktivisten sind (Greenpeace o.ä.), die solche Sachen machen wie Umweltschäden dokumentieren oder zu verhindern. Das stelle ich mir durchaus abenteuerlich vor. Vielleicht nicht als eigenständiges Rollenspiel, sondern eher als Kampagnenvorschlag in einem (weiter gefassten) Gegenwarts-, Cyberpunk- oder Solarpunk-Rollenspiel.

Hier sollen Ideen für solch ein Rollenspielsetting gesammelt werden. Mir fällt dazu schon ein:

- "Klassische" Umweltaktivisten (im Gegensatz zu Ökoterroristen) wenden keine Gewalt an, zumindest nicht gegen Personen, und sind demzufolge unbewaffnet. Das heißt natürlich nicht, dass sie keine Selbstverteidigungstechniken drauf hätten; und Werkzeuge, die man als Waffen missbrauchen könnte, haben sie vielleicht auch.

- Ein wichtiges Prinzip (für "klassische" Umweltaktivisten) besteht darin, selbst keine Umweltschäden zu verursachen. Um eine Ölpipeline außer Gefecht zu setzen, würden sie beispielsweise Ventile zudrehen, die Steuerungssysteme hacken und so manipulieren, dass sie den Ölfluss abdrehen, und dergleichen, aber nicht ein Loch in die Pipeline sprengen, so dass Öl austritt.

Herr Moin:
Ich habe mal die K.I. gefragt und den folgenden Text erhalten (wenn das gegen die Spielregeln ist, bitte ignorieren):

"Das ist eine hervorragende Idee für ein Rollenspielsetting, das sich stark von klassischen "Töte Monster, nimm den Schatz"-Systemen unterscheidet und ethische Dilemmata in den Vordergrund stellt. Es passt wunderbar in moderne Settings, Cyberpunk (als Widerstand gegen Konzerne) oder Solarpunk (als aktiver Aufbau einer besseren Welt).
Hier ist eine Ausführung und Erweiterung der Ideen:
1. Ausweitung des Konzepts: "Regenbogenkrieger"
Der Name "Regenbogenkrieger" (angelehnt an das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior) impliziert eine internationale, vielfältige Truppe, die oft mit wenig Mitteln gegen mächtige Gegner antritt.
Der "Sanfte" Widerstand: Gewaltlosigkeit bedeutet nicht Passivität. Das Ziel ist es, öffentlichkeitswirksame Aktionen (Stunts) durchzuführen.
Beispiel: Ein Banner an einem Schornstein eines Kohlekraftwerks aufhängen, während die SCs vom Sicherheitsdienst gesucht werden.
Beispiel: Sich an Bäume ketten, die für eine Autobahn gefällt werden sollen, und dabei Verhandlungen mit Polizei/Bauarbeitern führen.
Ausrüstung statt Waffen: Die Werkzeugkiste ist die "Waffe".
Kletterausrüstung (für Banner-Aktionen), Schlauchboote (um Walfänger zu blockieren), Drohnen (zur Dokumentation von Umweltsünden), Hacking-Tools (um Daten überillegale Giftmüllentsorgung zu leaken), Farbbeutel (um Firmenlogos zu markieren).
Selbstverteidigung/Taktik: Die Charaktere lernen, wie man Kameras versteckt, Spuren verwischt, sich aus Fesseln befreit oder friedlich blockiert (Sitzblockade).
2. Konkrete Kampagnenbeispiele & Szenarien
Hier sind Szenarien, aufgeteilt nach dem vorgeschlagenen Genre:
A. Gegenwarts-Setting (Realistisch, Politisch)
"Projekt Tiefsee": Ein Ölkonzern will in einem Schutzgebiet bohren. Die SCs müssen die Plattform sabotieren (Ventile zudrehen), Beweise für illegale Sicherheitsmängel finden und die Medien einschalten, bevor das Öl fließt.
"Der Whistleblower": Ein SC bekommt anonyme Daten über einen Chemieriesen, der Abwässer in einen Fluss leitet. Die SCs müssen Wasserproben nehmen, ohne erwischt zu werden, und die Daten veröffentlichen, während sie von Konzernsöldnern verfolgt werden.
"Waldwacht": Ein kleiner, aber alter Wald soll gerodet werden. Die SCs müssen ein Baumhausdorf bauen, eine Mahnwache halten und juristische Schlupflöcher finden.
B. Cyberpunk-Setting (Dystopisch, "High Tech, Low Life")
"Bio-Hacker": Konzerne haben das Saatgut patentiert und steril gemacht. Die SCs brechen in ein "Bio-Dome"-Labor ein, um echtes Saatgut zu stehlen und Guerilla-Gärten in den Slums anzulegen.
"Neon-Nebel": Eine Fabrik erzeugt tödlichen Smog. Die SCs müssen den zentralen Lüfter hacken, um ihn umzuleiten, oder eine KI manipulieren, damit sie den Schichtbetrieb einstellt.
"Netz-Aktivismus": Das Löschen von Umweltdaten in der Matrix verhindern. Ein "Data-Heist", bei dem nicht physische Gegenstände, sondern Informationen gestohlen werden.
C. Solarpunk-Setting (Positiv, Aufbauend)
"Das Algen-Kraftwerk": Die SCs müssen eine neue, nachhaltige Energiequelle gegen Sabotage durch alte Energiekonzerne verteidigen.
"Guerilla Gardening 2.0": Eine graue Betonstadt in einen vertikalen Garten verwandeln, nachts die Straßen aufreißen und Bäume pflanzen (und dabei den Überwachungsdrohnen ausweichen).
"Repair-Café-Revolution": Eine wichtige Technologie ist kaputt, aber der Konzern verbietet die Reparatur. Die SCs müssen die Baupläne beschaffen und das Wissen verbreiten (Open Source), um die Menschen unabhängig zu machen.
3. Weitere Mechaniken & Ideen
Der "Ruf"-Wert (Reputation): Anstatt Erfahrungspunkten gewinnen die SCs an Ansehen bei der Bevölkerung. Ein hoher Ruf schützt sie, macht sie aber auch zu Zielen für Konzerne.
Moralisches Dilemma: Was ist, wenn die Schließung einer Fabrik 1000 Menschen arbeitslos macht, aber den Fluss rettet? Die Gruppe muss Entscheidungen treffen, die nicht nur schwarz/weiß sind.
Medien-Kampf: Aktionen müssen fotogen sein. Ein gut platziertes Foto in den Nachrichten ist wertvoller als eine zerstörte Maschine.
Spannung durch Zeitdruck: Ein Schiff nähert sich dem Eisberg, das Giftgas wird in 24 Stunden freigesetzt. Die SCs arbeiten unter Zeitdruck.
4. Geeignete Rollenspielsysteme
FATE Core/Accelerated: Ideal, um Fähigkeiten wie "Kletterkünstler", "Hacker" oder "Diplomat" zu nutzen. Der Fokus liegt auf der Geschichte, nicht auf Werten.
Powered by the Apocalypse (PbtA): Systeme wie Night Witches könnten für Aktionen umgeschrieben werden. Es gibt Spiele, die sich auf Widerstand fokussieren.
Blades in the Dark (Gehackt): Als "Eco-Heists" in der Cyberpunk-Stadt.
Diese Art von Rollenspiel fördert Kreativität, Teamwork und ethisches Nachdenken. Es ist eine tolle Abwechslung zu üblichen Abenteuern."

WeepingElf:
Auch wenn das von einer KI kommt (die das sich natürlich nicht selbst ausgedacht, sondern im Netz zusammengesucht hat), sind das doch gute Gedanken zum Thema. Danke!

nobody@home:
Mir fällt spontan das eine oder andere Spiel ein, das sich auch mit ökologischen Themen befaßt, aber meist zusätzlich noch das Übernatürliche mit ins Spiel bringt (Werewolf: The Apocalypse mit seinen Werwölfen als wenigstens Teilzeit-Ökoterroristen oder im Gegenteil die Fate-World of Adventure "Ngen Mapu", in denen man quasi uralte Naturgeister spielt...die die Menschen dummerweise auf strikt gewaltlose Art davon abhalten müssen, der Umwelt noch mehr zu schaden, weil sie durch Gewalt nur schnell korrumpiert und selbst zum Teil des Problems würden und obendrein "unnatürliche" Umgebungen schlecht vertragen).

Ich denke, so etwas wird hier eher nicht gesucht, auch wenn natürlich friedlicher Umweltaktivismus in einer geeigneten Fantasywelt (so was wie "Waldgeschöpfe wollen nicht, daß die Menschen/Zwerge/Orks ihre Heimat abholzen, aber wollen oder können andererseits auch nicht einfach zur blinden Gewalt greifen"...) seinerseits auch ein dankbares Thema sein könnte.

Trisman:
Das finde ich sehr spannend!

Etwas in eine „ähnliche“ Richtung habe ich vor ein paar Wochen als POD von DTRPG geschickt bekommen, aber noch nicht komplett durchgearbeitet (auch wenn es nicht mal 70 Seiten sind).

Vielleicht gibt das ja noch Inspiration:

Guerilla Journalists von Judith und Christian Vogt:

https://www.drivethrurpg.com/en/product/372015/guerilla-journalists


PS:
Das wäre dann mal eines der wenigen Spiele, dass ich nicht leiten sondern nur spielen wollen würde, weil mich diese ganze kapitalistischen Konzerne, die für Rendite die Erde zerstören und ihre CEOs mit dem Greenwashing Gerede so sehr anekeln, dass ich sie nicht als NSCs verkörpern wollen würde. ;-)

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