Tatsächlich war es bei uns bisher tendenziell eher so, dass die Neulinge ihren eigenen Stil eingebringen, und der oft nicht unbedingt dem geplanten/gewohnten Stil der 'Alteingessenen' entspricht, was viele Kampagnen einzigartig gemacht hat, selbst im gleichen Setting.
Unsere Starship Troopers Runden reichten von Seifenoper mit Kanonen zu Mobile SAS und bei Ratten hab ich allein beim 'Die Zeit flieht'-Abenteuer schon so ziemlich jeden Spielstil gesehen, von Warhammer-Ratteninquisition bis nahezu kampffreie Konfliktlösung, mit der ganzen Bandbreite an Würfelfixiertheit. Gerade was das Würfeln angeht merkt man bei Ratten recht schnell, ob die Neulinge eher von der "Och nee, nicht schon wieder würfeln" oder "Darf ich auf meinen Skill X würfeln, büddebüddebüdde?"-Art sind. Das Spiel ist da zum Glück sehr dankbar und funktioniert mit beiden Extremen (und allem dazwischen) ziemlich gut.
Besonders wenn die Neulinge eine eher extrovertiere/dominante Persönlichkeit haben, kann das die Spieldynamik ganz schön durcheinanderwirbeln.
Generell scheint es mir auch als ob Leute, die keine oder wenig Rollenspielerfahrung haben oft deutlich besser darin sind, sich auf einen gemeinsamen Kompromiss-Spielstil zu einigen, als Leute, die schon seit 20 Jahren ihr Lieblingssystem spielen und der Meinung sind, dass die Spielregeln die heilige Schrift sind und jede Abweichung davon mit der Exkommunikation aus der Rollenspielgemeinde geahndet werden sollte (Scheiterhaufen sind ja aus der Mode gekommen) und dass man auch Ratten natürlich genau so spielen kann, wie sie das seit 20 Jahren von ihrer D&D-Runde gewohnt sind, egal was der Rest der Gruppe davon hält. Läuft dann halt meist eher suboptimal.