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Nichtfunktionierender Sozialismus
DonJohnny:
Ich hatte neulich eine Idee für einen Rollenspielhintergrund.
Angeregt von diesem Thread https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132711.0.html wollte ich das jetzt mal in den Ring werfen. Im Kern geht es um eine alternative Realität in der der Sozialismus zwar nicht funktioniert aber gewonnen hat.
Irgendwann in den 1960ern brach überraschend eine schwere Wirtschaftskrise aus, unter deren Folgen der industrialisierte und kapitalistische Westen massiv zu leiden hatte, der Ostblock aber stark profitierte. Denkbar wäre hier eine Kombination aus einer Förderkrise in den USA kombiniert mit einem schweren Krieg im mittleren Osten und auf der Arabischen Halbinsel was zu schweren Verwerfungen bei den Ölpreisen führt. Während die UdSSR sehr gute Geschäfte mit Öl macht und so seine Satellitenstaaten massiv unterstützen kann, kollabieren die westlichen Ökonomien.
In weitgehend friedlicher Weise kippen irgendwann die Länder Westeuropas. 1989 fällt die Berliner Mauer, Menschen aus dem Westen strömen nach Ostberlin und erhalten 100 Mark Begrüßungsgeld. Nach Vereinigung mit der West-SPD feiert man die Wiedervereinigung am 03.10.1990 und der Führungsanspruch der SED in der neuen deutschen Verfassung verankert.
Nach Revolutionen in Südamerika und schließlich in Mexiko führen die Vereinigten Staaten 1995 ein realsozialistisches System ein. Schließlich unterwirft sich China weitgehend dem übermächtigen sowjetischen Block. Mit wenigen Ausnahmen führen die meisten Länder der Erde realsozialistische Systeme an.
Durch den Ölboom deutlich verspätet zeigen sich ab den frühen 2000ern die systembedingen Schwächen immer deutlicher. Durch geringe Produktivität, Vernachlässigung von Investitionen, systembedinge Fehlinvestitionen, geringe Verbesserungsanreize aufgrund fehlender Konkurrenz, Aufrechterhaltung von unrentablen Betrieben und fehlende Innovationskraft kommt es zu schweren Versorgungskrisen, teilweise zu völligem Produktionsstillstand sowie im Vergleich zur Realität deutlich verzögerte technologische Entwicklung. Durch extreme Umweltschäden und -verschmutzung sowie durch die Folgen einer rücksichtslosen Landwirtschaft werden Teile der Welt unbewohnbar.
Durch gesellschaftliche Lähmung, starker und erfolgreicher Indoktrination und einer fehlenden "erfolgreichen kapitalistischen Alternative" kommt es aber nicht zu einen Systemwechsel.
2026: Die Menschen haben sich nach zwei Jahrzehnten an die Dauerkrise gewöhnt und leben in einem sozialistischen Dystopia. Zerfallene Häuser und Wohnungen, Industriewüsten, tägliche "Jagd" nach Gütern des täglichen Bedarfs. Computer sind selten und praktisch kaum in Privathand, ähnlich sieht es mit Individualmobilität und Telekommunikation aus. Die staatliche Macht ist noch nicht zusammengebrochen, reagiert aber nur noch punktuell, dann aber äußerst brutal. In wesentlichen Teilen funktioniert der Staat aber noch. Begrenztes Fernsehprogramm, Polizei, Feuerwehr, Kinos, Telefon, Schulunterricht, öffentlicher Personenverkehr und ein Netz medizinischer Versorgung existieren, sind aber unzuverlässig und von schlechter Qualität. Spitzentechnologie befindet sich auf dem Stand der breit verfügbaren Technik im realen Jahr 2002. Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Mischung aus DDR kurz vor Beginn der Wende und Russland in den 1990ern.
Mir ist noch ein bisschen schleierhaft was man da am Ende eigentlich spielen soll.
Glücksritter/Normale Leute: Tägliches Überleben?
Widerstandsgruppen?
Man könnte auch einen halb zerfallenen aber funktionierenden Teilchenbeschleuniger einbauen und so alternatives Tales from the Loop-Setting draus machen.
Eismann:
Man kann sich natürlich fragen, ob es wirtschaftlich so katastrophal gelaufen wäre, wenn man nicht zu einem gigantischen Wettrüsten gezwungen gewesen wäre. Und gibt es eine sozialistische Internationale, oder sind sich die verschiedenen Staaten nicht grün? So wie die Sowjets und die Chinesen z.B.?
DonJohnny:
Ja, aber das ergibt nicht die Spielwelt die ich haben will ;)
Und zu den internationalen Beziehungen, war jetzt angedacht, dass die oberflächlich miteinander auskommen.
Skyrock:
Das Schicksal von SFR Jugoslawiens als blockfreier sozialistischer Staat wäre eine wichtige Frage in dieser Alternativzukunft. Tito wäre ebenso gestorben, der Westen als Handelspartner würde wegfallen und die ökonomischen Rahmenbedingungen verschlechtern. Aber andererseits würden die Spaltungsbemühungen des CIA wegfallen, die der katholischen Kirche in Kroatien und Slowenien zumindest stark abgeschwächt.
Würde SFR Jugoslawien einfach dem Ostblock zufallen, unter russlandfreundlicher serbischer Führung? Oder würde sich der Bürgerkrieg in ähnlicher Form wiederholen? Würden Kosovo und Montenegro unabhängige Staaten werden, oder die Unabhängigkeitsbestrebungen im um Jugoslawien erweiterten Ostblock erstickt werden?
Aedin Madasohn:
Im Kern geht es um eine alternative Realität in der der Sozialismus zwar nicht funktioniert aber gewonnen hat.
der re-ex-soz benutzte die bekannten sozialistischen-Phrasen ja nur als Propaganda-Lüge, damit nachher Cliquen an Apparatschiks in abgeschlossen Villavierteln "gleicher als gleich" sich materiellen Genüßen, materiellen "Schatz"-Hortungen, Protz-Wartburgs und VHS-Recordern hingeben konnten.
Kurzum, all die Ingredenzien aus der Natur des MenschenTM für "Spaltungen aka hier-herrsche-nur-ich" im "SozialistischenBlock" gibt es schon.
- wenn die Transferrubel zur materiellen Bespaßung der Kremeleliten den zahlenden Blockis zu "ausbeuetrisch" werden, knallt es plötzlich "Tea-Party-mäßig"
- kommt ein Land daher mit "Sozialismus mit menschlichem Anlitz" rollen die Blockpanzerkolonnen
- natürlich wird der Kom-Kremel die anno-tucken durch den pösenpösen imperalistischen Zaren den jetzt Kom-China-Brüdars
entrissene Äußere Mongolei, und Wladivostok und Kaschstan-Wild-Ost NICHT zurückgeben mit freundlichem Brüderleküssle.
Und je mehr Bodenschätze sich dort auftuen, desto eher fallen solzialistsche Freundschaftsatombomben statt Rückübertragungen vom Himmel.
- und wenn die sozi-Widerstandsgruppe aus dem Dschungel mit Drogen-Finanzierung auch weiterhin Drogen in die ja jetzt Bruderstaaten pumpt
(weil die Dschungelkämpfer ja das Geld nicht vermissen wollen, um sich VHS Recorder und Protzwartburg leisten zu können)
dann könnte das zu einem inneren Zerfall der Ordnung wie in der Sowjetunion führen oder aber zu einem sozialistschen Harte-Faust-Populisten,
der ohne Skrupel mit Napalm die Plantagen im Dschungel abfackelt und einen Dschungel-Chevaz-Sozi-Kumpel als "Drogenbaron" so ganz ohne
Brüderküssle einsackt und im Schauprozess aburteilen lässt.
Möglichkeiten gäbe es schon für das Spiel
- du gehörst zum Team "Sozialismus mit menschlichem Anlitz". Bei euch soll es den Menschen besser gehen, auch wenn es ein steiniger Weg dazu ist.
- pösespöser Kremel "erlaubt" aus Blocklogik heraus den "Dschungel-Sozis", euch mit Drogen zu überschwemmen zwecks Zersetzung
- hat die Zersetzung ihr Werk getan, dann "rufen" "besorgte Bürger sozialistische Brüder" den treu sorgenden Kremel als Ordnungsmacht ins Land
- und ihr seit jetzt die Ermittler, die den Drogenstrom eindämmen sollen. Korrupte Bullen, Appartschiks und Richter müssen ermittelt und dingfest gemacht werden.
hat dann schon was von klassischer Anti-Mafia-Kampagne, aber mit dem Hintergrund, dass bei "Versagen" am Ende die Kremelpanzer kommen und alles Prag-mäßig plattwalzen
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