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Nichtfunktionierender Sozialismus

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Megavolt:

--- Zitat von: DonJohnny am  3.04.2026 | 01:31 ---Mir ist noch ein bisschen schleierhaft was man da am Ende eigentlich spielen soll.

--- Ende Zitat ---

Na, man spielt halt sozialistische Utopisten und Apparatschiks, oder? "Einsatzgruppe 726", bestehend aus Funker, Ingenieur, IM, Einzelkämpfer usw.

- man fängt Flüchtlinge ein
- man sabotiert die letzten liberalen und demokratischen Exklaven
- man bewacht die Staatsgrenze
- man findet Dissidenten und legt ihnen das Handwerk
- man diskreditiert die innerparteiliche Opposition als Nazis
- man macht PsyOps
- man überwindet mit haarsträubendem Flickwerk irgendwelche bizarren Versorgungsketten-Zusammenbrüche oder technische Megakatastrophen
- man inszeniert herausfordernde Propaganda-Coups, versucht es z.B. irgendwie semi-glaubwürdig hinzudrehen, dass es etwas Gutes ist, dass es keine Rasierklingen mehr gibt
- man sitzt im Wahrheitsministerium und muss irgendwelche historischen Zusammenhänge retouchieren, weil ehemalige Revolutionshelden nun doch in Ungnade gefallen sind. Und die Sache eskaliert.

Viele dieser Sachen könnte man gut als moralisches Dilemma aufziehen. Fände ich auf Dauer aber anstrengend.

Was mich persönlich mehr reizen würde, ist der bürokratische Irrsinn, der sich aus absurden Planvorgaben und lebensbedrohlichen Strafen bei Nichterfüllung ergibt. Meiner Meinung nach heißt das auf russisch "Tufta" und ist eine große Sache (aber ich rate hier den Begriff nur, nicht dass das irgendwie anstößig ist oder so). Das finde ich mega spannend und hätte das bislang eher im 40K Universum verortet (beim Departmento Munitorumvielleicht), aber das ginge freilich auch im sozialistischen RPG-Weltreich. Ich finde generell diese monolithische, gottähnliche Bürokratie so schön schauerlich, damit wird generell zu wenig gespielt.

Ebenfalls praktikabel und gut umsetzbar sind vielleicht so Spionage-Gegenspionage-Sachen. Da gibts realweltliche Beispiele, da kann man nur staunen (hier exemplarisch die "Operation Hamster", das Aufspüren eines winzigen Funksignals, ich fand das spannend).

Ruinenbaumeister:

--- Zitat von: Eismann am  3.04.2026 | 01:54 ---Man kann sich natürlich fragen, ob es wirtschaftlich so katastrophal gelaufen wäre, wenn man nicht zu einem gigantischen Wettrüsten gezwungen gewesen wäre. Und gibt es eine sozialistische Internationale, oder sind sich die verschiedenen Staaten nicht grün? So wie die Sowjets und die Chinesen z.B.?

--- Ende Zitat ---

Da jedes autoritäre politische System ein Feindbild benötigt, hat man im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:
* Flügelkämpfe innerhalb des Sozialismus: Da gibt es genug Konfliktstoff z.B. zwischen klassischen Marxisten und Postkolonialisten. Von so seltsamen Auslegern wie der Juche-Ideologie Nordkoreas ganz zu schweigen. Man braucht keine Konservativen, Liberalen, Libertären, Monarchisten etc. sondern findet im Sozialismus genug Feinde.
* Regierung gegen Volk: Es herrscht Mangel, der Fortschritt erlahmt, die sozialistischen Versprechen können nicht umgesetzt werden - ganz klar, hier müssen Verräter ihr Unwesen treiben. Je größer die Probleme, desto mehr Feinde müssen gefunden werden, bis schließlich die ganze Weltbevölkerung unter Generalverdacht steht.

DonJohnny:
Ich glaube bei allem was innerhalb des Systems spielt wär ich nur dabei, wenns einen satirischen Anstrich bekommt, vielleicht wie bei Paranoia.

Jugoslawien ist ein Punkt. Ich hatte mir gedacht, dass es einige Länder durch geschickte Diplomatie und vielleicht weil sie nicht wichtig genug sind um als ernsthafte Konkurrenten in Erscheinung zu treten geschafft haben, sich ein relatives Maß an nationaler Freiheit zu bewahren. Ich glaube Jugoslawien hätte ich dazu geschlagen genauso wie Skandinavien, Japan, vielleicht Australien und Neuseeland.

Feuersänger:
Jugoslawien hat hat halt einerseits gezeigt, dass man auch Sozialismus haben kann ohne die Bevölkerung im eigenen Land einzusperren.
Eine weitere Besonderheit, die es vom Moskau-Block unterschied, war die "Arbeiterselbstverwaltung" der Betriebe anstelle einer zentralen Planwirtschaft mit X Wirtschaftsministerien. Allerdings war das dann langfristig auch nicht besonders produktiv, wobei allerdings auch eine verfehlte Investitionspolitik ihre Rolle spielte.

Singing a song in the morning as we lock the boss in the lavatory
taking the charge of the factory, we work autonomously  >;D

DonJohnny:
Oder ich lass alles ganz kaputt gehen und spiele dann Twighlight 2000 damit

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