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Drache vs Stadt

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Runenstahl:

--- Zitat von: Tudor the Traveller am  8.04.2026 | 09:51 ---wie sähe konkret die Verteidigung einer (größeren) Stadt gegen einen (größeren) Drachen aus? Wodurch bekämen due Bewohner eine Stadt einigermaßen (oder völlig) gegen Drachen abgesichert? Hätte ein Drache gegen eine Stadt wie Baldurs Gate oder Waterdeep überhaupt Chancen?

Mich interessiert dabei die spielmechanische Betrachtung, kein Handgewedel. Aber eben auch innerweltlich plausible Ansätze, keine bloße Theorie auf Grund von Systemmastery.

Achtung: es geht um D&D5!

--- Ende Zitat ---

Zunächst einmal möchte ich mich entschuldigen. Mein letzter Beitrag hier war eine "Lösung" aber darum geht es hier ja gar nicht.

Die Antwort auf deine Frage ist recht einfach: Spielmechanisch hat eine größere D&D Stadt absolut nichts durch Drachenangriffe zu befürchten. D&D Städte haben (im Verhältnis zu echten Städten im Mittelalter) SEHR viel Militär und wie hier im Thread ja schon mehrfach erwähnt wurde, reichen einige wenige hundert Leute mit Bögen oder Armbrüsten völlig aus um einem Drachen den Tag zu verderben ohne das man einen der unzähligen hochstufigen Charaktere die es in solchen Städten stets gibt überhaupt wecken müßte.

Spielmechanisch sollte ein Drache eher kleinere Dörfer und Gemeinden überfallen.

Feuersänger:

--- Zitat von: nobody@home am 12.04.2026 | 13:59 ---Hm, tut es das? Oder betrachten wir den (frontalen) Angriff auf die Stadt einfach schon als selbstverständlich gesetzt und machen nur noch die Abwicklungsmathematik? Denn in der Hinsicht scheinen mir hier schon zwei Stränge etwas nebeneinander herzulaufen. :think:

--- Ende Zitat ---

Naja wie schon weiter vorn in dem Thread gesagt: ein feuerspeiender Drache ist quasi der "Worst Case", was genre-typische Bedrohungen angeht. Klar es könnte auch ein Purpurwurm oder ein höherer Teufel oder Dämon sein, aber das ist alles nicht so in der Folklore etabliert. Drachen, Riesen, das sind doch die typischen Märchenstoffe aus denen Fantasy entstanden ist.

Aber da gehört es für mich schon auch zum Deal dazu, dass der Drache irgendwas wollen muss. Daraus leitet sich ja auch die Victory Condition ab. Klar, wenn er alle Verteidiger abräumt, hat er die Stadt besiegt, weil sie ihm dann schutzlos ausgeliefert ist - und was dann? Letzten Endes läuft es doch darauf hinaus, dass er irgendwas erreichen will -- und wie immer man dieses Ziel definiert, kann man dann auch überlegen, ob er das auch erreichen kann wenn er die Verteidiger ignoriert und sich zB direkt auf ein bestimmtes Gebäude konzentriert. Halt je nachdem.

Maarzan:
Ich denke nicht, daß die Ketten Adamant sein müssen.
Im Fliegen ist ja was die Kraftentwicklung angeht etwas schwieriger. Und es muss den Drachen ja nicht direkt fesseln, sondern nur so weit verlangsamen, daß er nicht frei unter Dachhöhe rumfliegen kann. (vielleicht gäbe es dann eh eher niedrigere Gebäude in Drachengebieten).

Was wenn der Drache seinen Zug nicht komplett in der Luft vollzieht, sondern am Ende landet und außer Sicht ist?
Also z.B. aus der Höhe auf unter Dachlevel sind Sturzflug und dann nur noch Fliegen, wenn es am Boden zu unsicher wird oder um sich dann  - ggf auch wieder steil aufwärts wenn das sinnvoll sein sollte - abzusetzen. Es gibt ja in so einer Stadt auch anderes als Bogenschützen.

Bezgl Treffer pro Runde.
   19   22      19   22
2   15   5      2,25   0,25
3   20   5      4   0,25
5   30   15      9   2,25
9   50   35      25   12,25

Das wären doch die Anzahl der Treffer pro Runde pro 100 Schützen bei links stehend der hit-bonus und oben die Ac des Drachens, einmal normal, einmal mit Disadvantage. Pro 20 Treffer kann mit einem Crit gerechnet werden.
Wenn der Drache nicht sich mitten rein begibt, würden ohne Disadvantage wegen Reichweite knapp 10 Bogenschützen stehen, die dann aber auch weitestgehend gegen Furcht retten müssen.

So ein Halbkreis Bogenschussfläche wären dann etwa 50 Hektar, der Vollkreis entsprechend 100 Hektar und etwa 10000 Ew.
Für die Abdeckung würden dann intern bei 60 Fuß so 250 Bogenschützen benötigt, mehr, wenn die Mauer und damit das Vorfeld ebenfalls abgedeckt werden soll.
Wie viele Bogenschützen welcher Qualifikation kann man dann in so einer Stadt erwarten?

nobody@home:

--- Zitat von: Feuersänger am 12.04.2026 | 14:36 ---Naja wie schon weiter vorn in dem Thread gesagt: ein feuerspeiender Drache ist quasi der "Worst Case", was genre-typische Bedrohungen angeht. Klar es könnte auch ein Purpurwurm oder ein höherer Teufel oder Dämon sein, aber das ist alles nicht so in der Folklore etabliert. Drachen, Riesen, das sind doch die typischen Märchenstoffe aus denen Fantasy entstanden ist.
--- Ende Zitat ---

Und das ist so aus meiner Sicht ein Stück weit das Problem -- zwischen der D&D-Interpretation der Idee "Drache" und der klassischen Sagen- und Märchenform klafft, wenn schon vielleicht kein Abgrund, dann doch zumindest ein nichttrivialer Felsspalt. Muß wohl auch so sein, denn wo der Klassiker einfach nur ein beeindruckendes Monster zum Erschlagen oder sonstigen Bezwingen durch den oder die Helden der Geschichte zu sein braucht, ist das D&D-Modell immerhin einigermaßen vollwertiger Mitbewohner der Spielwelt samt Nische im Ökosystem und allem, was noch so dazugehört, und das sind dann doch recht unterschiedliche Rollen, an die auch unterschiedliche Ansprüche gestellt werden.


--- Zitat ---Aber da gehört es für mich schon auch zum Deal dazu, dass der Drache irgendwas wollen muss. Daraus leitet sich ja auch die Victory Condition ab. Klar, wenn er alle Verteidiger abräumt, hat er die Stadt besiegt, weil sie ihm dann schutzlos ausgeliefert ist - und was dann? Letzten Endes läuft es doch darauf hinaus, dass er irgendwas erreichen will -- und wie immer man dieses Ziel definiert, kann man dann auch überlegen, ob er das auch erreichen kann wenn er die Verteidiger ignoriert und sich zB direkt auf ein bestimmtes Gebäude konzentriert. Halt je nachdem.
--- Ende Zitat ---

Oh, absolut. Daraus leitet sich für mich dann halt als erstes die Frage ab, was dem Drachen so wichtig ist, daß er überhaupt das Risiko eingeht, gleich eine komplette Stadt auf einmal physisch anzugreifen...und da fällt mir, offen gestanden, erst mal gar nicht so viel ein. Selbst, wenn irgendein Stadtbewohner etwas aus seinem Hort geklaut hätte, wäre es für ihn vermutlich viel sinnvoller, der Stadt einfach nur mit Vergeltung zu drohen und Schadenersatz und die Auslieferung des Schuldigen zu verlangen, so daß beide Seiten ihr Gesicht wahren können, ohne gleich zu eskalieren -- und selbst wenn sie sich weigern, nun, punktuell terrorisieren läßt sich so eine Ortschaft immer noch leichter als gleich komplett mit Stumpf und Stiel ausrotten.

Tudor the Traveller:
Ich möchte dann als TS einen Wrap Up machen:

Meine Intention war zu schauen, ob ein Frontalangriff auf eine Stadt für 5e Drachen überhaupt in Frage käme, wenn man ihn mechanisch durchspielt, und welche Stellschrauben es bei den Rahmenbrdingungen gibt.

wie kurz angedeutet, kam die Überlegung vom Videospiel "Kingdoms & Castles", da geht es darum, eine Stadt in Pixelgrafik hochzuziehen, ausgehend von 5 Bauern auf freiem Feld. Die Siedlung wird halt alle paar Jahre von einem Drachen und unabhängig davon von Wikingern angrgriffen. Ergo baut man Schutzmaßnahmen dagegen. Der Drache will einfach nur etwas zerstören und fliegt irgendwann wieder weg, ist also im Prinzip nur ein zerstörerisches Ereignis. Die effektive Maßnahme ist dann wie hier für D&D5 diskutiert: ausreichend viele Schützen(türme) ubd Ballistatürme und er ist down, bevor er viel Schaden anrichten kann.

Insofern ist meine Frage beantwortet: in 5e ist es für einen Drachen zu gefährlich, größere Siedlungen anzugreifen, weil sie mit Schützen recht effektiv verteidigt werden können und die Zahl der verfügbaren Schützen scheint die wesentliche Stellschraube zu sein.

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