Autor Thema: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI  (Gelesen 7667 mal)

gunware, Smoothie, Wyndor, Arkam, LivingFail und 8 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline Aedin Madasohn

  • Andergast´sche Salzarelenangel
  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.833
  • Username: Aedin Madasohn
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #50 am: 17.05.2026 | 12:09 »
Ich meinte, dass man es nicht nötig hat sich von einer KI eine ganzes Sourcebook erstellen zu lassen, damit man sich mal cool als Autor vorkommt - naja, wahrscheinlich ist das ja genau der ausschlaggebende Punkt.

 :think:
ging es den Postern nicht darum, dass sie die Fleißarbeit "was ist den schon wie gesetzt" "ist das jetzt ein Änderung von etwas drei Seiten vorher" und ähnliche Sand-im-Getribe-Zeitfresserarbeiten zu automatisieren?
 :think:

im Angesicht von lauter bezahlten Autoren, die sich cool vorkamen/vorkommen, ihre MarySue-Peets allmächtig&unantastbar in ein Setting zu droppen (Nahema, die Dracheninflation in SR...) 
erscheint mir das mit dem AutomatisiertemLektorat KI"Konsisty" mehr wertvoll als schröcklichst  ;)

ist natürlich hart für die Verlage, wenn sich die benchmark für die Vermeidung Settingwidersprüchen durch so etwas aus dem Hobbyistenbereich kommendes nach oben verschiebt.


Offline KhornedBeef

  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 12.872
  • Username: KhornedBeef
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #51 am: 17.05.2026 | 13:55 »
Ich vermute, eine Lizenz kann auch ausschließen, dass man seine PDFs auf ausländische Server hochlädt, selbst wenn sie versprechen, nichts damit zu machen. Der Einwand mit dem Betriebssystem ist formal richtig, da gibt es aber keine nachgewiesene Aneignung von  anderer Leute Material. Oder?
Konnte ja sonst auch sein, dass die E-Felder von deinem RAM für irgendwen klar lesbar sind, dann dürftest du ja nie ein PDF ansehen.
Und die Auskunft vom Modell selbst ist natürlich nicht als glaubwürdig anzusehen, nicht bei dem Thema

Rein vom Workflow finde ich das genau richtig in Moment, also eine Basis, auf der das Modell fabulieren kann. Man kann dann ja in den entsprechenden Skill auch einfügen, dass er es jede Entwicklung anhand der primären Beschreibung factcheckt und korrigiert. Wenn ich Claude als Maßstab nehme, dürfte man dann sehr wenig Widersprüche bekommen
"For a man with a hammer, all problems start to look like nails. For a man with a sword, there are no problems, only challenges to be met with steel and faith."
Firepower, B&C Forum

Ich vergeige, also bin ich.

"Und Rollenspiel ist wie Pizza: auch schlecht noch recht beliebt." FirstOrkos Rap

Wer Fehler findet...soll sie verdammt nochmal nicht behalten, sondern mir Bescheid sagen, damit ich lernen und es besser machen kann.

Offline sma

  • Famous Hero
  • ******
  • a.k.a. eibaan
  • Beiträge: 2.253
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sma
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #52 am: 17.05.2026 | 14:21 »
Ich vermute, eine Lizenz kann auch ausschließen, dass man seine PDFs auf ausländische Server hochlädt, selbst wenn sie versprechen, nichts damit zu machen.
Bei Privatleuten? Ich vermute ganz stark nicht. Im B2B-Kontext kannst du alles vertraglich regeln, was nicht sittenwidrig ist, also z.B. dass du immer Rick Astley trällern musst, wenn du das PDF anschaust, aber bei Privatkunden gilt, dass eine AGB nur das enthalten kann, was letztlich ein Richter für erwartbar hält. Und kein Nutzer kann erkennen, ob der Server nun ausländisch ist oder nicht.

Zitat
Der Einwand mit dem Betriebssystem ist formal richtig, da gibt es aber keine nachgewiesene Aneignung von  anderer Leute Material. Oder?
Gibt es bei OpenAI und Co auch nicht… sie sichern vertraglich zu, die Daten nicht (über den technisch notwendigen Aspekt hinaus, die Fragen daran zu bearbeiten, also eine RAG-DB aufzubauen zu cachen, würde ich mal raten) zu verarbeiten.

Ich weiß nicht, wie das bei Microsoft läuft, aber macOS indiziert meine gesamte Festplatte und es wäre ein leichtes für die, "interessante" Dokumente zu kopieren - erst recht, weil man aus Bequemlichkeit und zur Datensicherung auch noch alle persönlichen Dokumente in der iCloud speichert. Oder nutzt jemand Dropbox? Gleiches Thema. Chrome könnte auch jedes PDF, das angezeigt wird, z.B. für einen Virenscan, zu Google hochladen. In allen Fällen ist es daher also Vertrauen (dass dies nur passiert, wenn der NSA dich auf dem Kieker hat).
« Letzte Änderung: 17.05.2026 | 14:31 von sma »

Offline Raven Nash

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 5.023
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Raven Nash
    • Legacy of the Runemasters
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #53 am: 17.05.2026 | 14:57 »
Und die Auskunft vom Modell selbst ist natürlich nicht als glaubwürdig anzusehen, nicht bei dem Thema
Genauso glaubwürdig wie die von einem Anwalt, der für Konzern X arbeitet. Leute, ihr könnt euch winden wie ihr wollt - entweder, ihr ergeht euch in Paranoia, oder ihr nehmt die Aussagen so wie sie sind. Der Wahrheitsgehalt lässt sich für den Kunden in keinem Fall feststellen.

Rein rechtlich sind das Vertragsklauseln, die ich als Kunde als gegeben annehmen kann. Sollte also irgendwann jemand der Meinung sein, meine hochgeladenen PDFs wären schuld daran, dass irgendwas "öffentlich" gemacht wurde kann ich darauf pochen. Mehr brauch ich nicht.

Übrigens durchforstet GPT auch solche Seiten wie scribd.com. Ich hab ihn heute mal gefragt, wie er Death in Freeport auf meine Stadt umlegen würde, ohne das PDF hochzuladen. Tjo, hat er gut gemacht - scheint also bereits viel Material verfügbar zu sein, auch ohne LLM.

EDIT: Von wegen "da hat man noch nichts von gehört" bei Betriebssystemen. Einmal nach WIN 11 Telemetriedaten googeln.  ;)
« Letzte Änderung: 17.05.2026 | 17:28 von Raven Nash »
Aktiv: Dragonbane
Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline Raven Nash

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 5.023
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Raven Nash
    • Legacy of the Runemasters
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #54 am: 24.06.2026 | 16:32 »
Ich hab jetzt ChatGPT als meinen Programmiersklaven eingesetzt. Hat mir einen browserbasierten NPC-Generator für Dragonbane gebaut, und einen für Zauberkarten. Extrem cool, muss ich sagen. Das nimmt mir u.a. die Aufgabe ab, die ganzen BoM-Zauber händisch in meine Karten-Vorlage zu kopieren.
Aktiv: Dragonbane
Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline Zouan81

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 350
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Zouan81
    • rearbo GAMES  -  Meine Projektseite
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #55 am: 24.06.2026 | 17:59 »
Ja super.

Vielleicht lasse ich mir auch noch einmal einen Char-Generator für mein Projekt erstellen.

KI kann einem doch sehr viel abnehmen.

Bei kommerziellen Produkten wär ich allerdings dafür, dass es gesetzlich verpflichtend wäre, zu deklarieren ob und welche Inhalte per KI erstellt wurden.
Dann kann der Käufer ja bewusst entscheiden und kauft nicht die Katze im Sack.
Gespielte Regelsysteme:

D&D, DSA, RdW, Saga, Earthdawn


Meine Projektseite:

http://www.rearbo.de

Offline unicum

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 4.358
  • Username: unicum
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #56 am: 24.06.2026 | 18:09 »
Ich arbeite gerade an einem Quellenbuch für eine neue Welt und muss sagen das ich ChatCPT da wirklich als unterstützung gut gebrauchen kann.

Das Stetting ist ein Fantasy Europa und meine letze frage war ob ich Byzanz als einzelne Stadt oder als Teil von Ostrom oder weglassen soll. Ich sagte das er mir eine Pro Contra auflistung machen sollte und die hat mir wirklich etwas gebracht um meine Entscheidung zu treffen und zu begründen.

Man schwimmt nicht so im eigenen Saft beim schreiben, sicher viel von dem was mir angeboten wurde ist Käse - oder anderst gesagt gefällt mir nicht (vieleicht würde es anderen ja gefallen kann durchaus sein).

Offline sma

  • Famous Hero
  • ******
  • a.k.a. eibaan
  • Beiträge: 2.253
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sma
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #57 am: 24.06.2026 | 18:29 »
Ich hab jetzt ChatGPT als meinen Programmiersklaven eingesetzt.
Seit froh, dass Softwareentwickler sich nicht als Künstler sehen und lautstark protestieren, dass du eine jahrelang erlernte Kunst mit dem schnöden Argument, ich will das nicht selbst lernen und auch niemand dafür bezahlen, durch KI ersetzen kannst. Wertschätzt dann zumindest einen Augenblick die zeitlose Eleganz von λf.(λx.f(xx))(λx.f(xx)).

Zum Thema würde ich vorschlagen, sich die Möglichkeiten von Skills anzuschauen. Statt externe Programme zu schreiben zu müssen, erlauben diese das Einbetten spezieller Funktionen direkt in einen Chat. Statt einfach nur Text als Antwort zu bekommen, können das auch grafisch aufwendigere (mit HTML erstellte) Karten sein oder sogar interaktive Mini-Anwendungen. Aktuell gibt es noch keinen allgemeinen Standard, aber Claude ist da inzwischen recht weit. Beispielhaft hatte ich mir dort mal einen Skill gebaut, der durch erwähnen von Shadowdark und Charakter oder Monster getriggert wird und dann der KI die notwendigen Regeln und ein Würfelprogramm (denn LLMs können keinen Zufall) zur Verfügung stellt, sowie Instruktionen, wie ich mir die Antwort vorstelle und dann bekomme ich korrekt ausgewürfelte Abenteurer oder Monster mit der Möglichkeit, TP abzustreichen.

Offline sma

  • Famous Hero
  • ******
  • a.k.a. eibaan
  • Beiträge: 2.253
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sma
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #58 am: 24.06.2026 | 22:42 »
Ich hatte vorhin vorgeschlagen, den Chat selbst zu nutzen. Hier ist ein Beispiel, wie das bei Claude aussehen kann. Ich kann da TP abkreuzen, Schaden würfeln und sogar alles zurücksetzen, inline im Chat nachdem ich einmal meine Wünsche in wenigen Sätzen formuliert und mir ad-hoc ein System für Monster ausgedacht hatte.

Das kann Claude dann in einen SKILL verwandeln, wo dann auch die interaktive GUI definiert ist und angepasst werden kann.

Dann kann ich mit "/zufallsbegegnungen Monster im Sumpf" sumpfgerechte Monster zusammenstellen, die Claude als Denkprozess gerade ausgibt. Für ad-hoc ist das leider noch ein bisschen langsam, weil ich knapp 2 Minuten auf das Ergebnis warten musste, aber kann jetzt gegen einen Schlickkriecher, Moorgeist und eine Riesenkröte kämpfen, die Gegner mit ihrer Zunge (d8) zu sich zieht und die nach einem Biss (d6) 1 TP pro Runde verlieren, bis sie geheilt werden.

Offline Raven Nash

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 5.023
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Raven Nash
    • Legacy of the Runemasters
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #59 am: 25.06.2026 | 07:59 »
Seit froh, dass Softwareentwickler sich nicht als Künstler sehen und lautstark protestieren, dass du eine jahrelang erlernte Kunst mit dem schnöden Argument, ich will das nicht selbst lernen und auch niemand dafür bezahlen, durch KI ersetzen kannst. Wertschätzt dann zumindest einen Augenblick die zeitlose Eleganz von λf.(λx.f(xx))(λx.f(xx)).
Na ja, er macht das in HTML/JS - und das hätte ich eigentlich gelernt. Aber gerade JS ist so absolut nicht meines, und mich da wieder einzuarbeiten - nö.
Ich weiß aber von meiner Frau die inzwischen in dem Bereich arbeitet, dass auch Programmierer sich so einiges von LLMs schreiben lassen, dass sie dann nur noch überarbeiten.  ;)

Ich will das Zeug aber auch gar nicht IM Chat haben. Der Kartengenerator ist explizit für den Druck gedacht. Und im Chat würfeln oder so brauch ich auch nicht.
Aktiv: Dragonbane
Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline Raven Nash

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 5.023
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Raven Nash
    • Legacy of the Runemasters
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #60 am: 29.06.2026 | 15:26 »
Nach NPC-Generator, Zauberkarten-Generator und Kampagnenverwaltung, hab ich jetzt einen Magic Item Generator erstellt. Der kann magische Gegenstände nach den Dragonbane-Regeln sowohl mittels General Magic, als auch Enchanting generieren. Einige Dinge müssen noch verfeinert werden, einiges ist schlicht unnötig, aber er funktioniert bereits gut.

Aktiv: Dragonbane
Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Online Arkam

  • Fadennekromant
  • Legend
  • *******
  • T. Meyer - Monster und mehr!
  • Beiträge: 5.009
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Arkam
    • Paranoia Discord Runde sucht neue Mitspieler!
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #61 am: 30.06.2026 | 09:50 »
Hallo zusammen,

ich hoffe das die Verlage die Lizenzen ihrer Produkte anpassen soweit sie denn digital sind.
Denn ich fände es grundlegend schon sehr hilfreich wenn ich ein PDF das nicht in Deutsch vorliegt übersetzen lassen könnte. Mir ist klar das diese Übersetzung wahrscheinlich noch Fehler enthalten wird aber muttersprachlich bin ich deutlich sc hneller im lesen und aufnehmen und die Chance das ich einen solchen Text auch tatsächlich nutze steigt enorm an.
Ich hoffe darauf das man zumindestens ein KI Lektorat über die Texte und vielleicht sogar die Karten laufen lässt und dann auch Mängel abstellt.
Ich hoffe das Abenteuer demnächst vollständiger werden weil man Aufgaben mit relativ wenig Zeit und Geld Aufwand an eine KI auslagern kann. Ich bräuchte eigentlich die Karte einer Kathedrale und kann nicht selbst zeichnen oder kann mir keinen Zeichner leisten? Die KI kann zumindestens etwas abliefern was halbwegs passt. Ich habe eine Karte mit Sicherheitskameras aber nicht die Nerven deren Sichtwinkel zu integrieren eine KI könnte das schnell erledigen.
Alternativ könnte man natürlich auch ei nige Sachen, etwa Karten oder Handouts unter einer Lizenz zur Verfügung stellen unter der man dann selbst Änderungen durchführen könnte.

Ich befürchte das eine ganze Menge Schrott oder, aus meiner Sicht, unnötige Dinge auftauchen werden.
Man wird Miniaturen nach eigenen Wünschen anpassen können und natürlich auch offizielle Miniaturen und Gelände kaufen können.
Man wird sein Rolölenspielmaterial individuell gestalten können und onl,ine dafür auch ein entsprechendes A>bo abschließen können.
Ich befürchte bei Verlag VTTs wird man nicht nur für konkrete Inhalte, etwa Regelwerke sondern auch für Boostger, also EPs, magischge Gegenstände etc. zahnlen können die man dann einem Charakter zuordnen kann.

Im Hobbybereich sehe ich durchaus gute Zeiten auf uns zukommen.
Hobby Sachen werden mehr Abbildungen erhalten und auch die Karten werden professioneller werden.
Ein KI Lektorat ist besser als kein Lektorat.
Wie schon geschildert schmort man als Autor weniger im eigenen Saft, das gilt sowohl für das eigene System als auch für Systeme die eher weniger gespielt werden

Gruß Jochen
Paranoia Discord Runde sucht neue Mitspieler:

https://discord.gg/RuDqVSFYtC

Offline Eisenmeile

  • Survivor
  • **
  • Beiträge: 85
  • Username: Eisenmeile
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #62 am: 30.06.2026 | 20:53 »
Ich weiß aber von meiner Frau die inzwischen in dem Bereich arbeitet, dass auch Programmierer sich so einiges von LLMs schreiben lassen, dass sie dann nur noch überarbeiten.  ;)

Als jemand der sich öfter mit Bewerbern in diesem Bereich auseinandersetzen muss, kann ich dir sagen, dass deine Aussage zu 70% richtig ist - lediglich der letzte Nebensatz stimmt meiner Erfahrung nach nicht (die finden Fehler im Code nichtmal, wenn man ihnen die Zeilennummern sagt, wo sie nach diesen suchen müssen).  ;)
« Letzte Änderung: 30.06.2026 | 20:57 von Eisenmeile »

Offline Horsinand

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 200
  • Username: Horsinand
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #63 am: 30.06.2026 | 22:02 »
Besonders spannend finde ich, welche Chancen sich für LARPs ergeben, wenn dort autonom handelnde Roboter herumlaufen und bestimmte Rollen spielen ;-)

Offline sma

  • Famous Hero
  • ******
  • a.k.a. eibaan
  • Beiträge: 2.253
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sma
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #64 am: 30.06.2026 | 22:02 »
Von allem, das man durch "KI" ersetzen wollte, hat Software-Entwicklung so ziemlich als einziges gut funktioniert. Ich entwickle seit 40 Jahren Software und glaube, dabei gar nicht mal so schlecht zu sein. Ich konnte in den letzten drei Jahren zusehen, wie das von "nettes Spielzug" zu "die KI ist so gut wie ich" wurde und ich befürchte, das sagenhafte Fable, falls wir's je in Europa zu sehen bekommen, übertrifft mich dann. Denn was ich mir über die Jahre an Erfahrung angeeignet habe, muss die KI nur einmal sehen, um ebenfalls in Repertoire aufzunehmen.

Wie das auf Anfänger wirken muss, kann ich mir nicht wirklich vorstellen, aber es könnte sein, dass uns der Nachwuchs ausgeht, weil niemand mehr jahrelang lernen will. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass 10 Jahre braucht, um eine Meisterschaft zu erreichen. Mein Tipp an Anfänger wäre, das ganze auf die harte Weise zu lernen und darauf zu wetten, dass es bald kaum noch Leute gibt, die wissen, was die KI da eigentlich macht. Kann aber auch sein, dass wir vorher alles in die Scheiße reiten.

Denn unabhängig davon können wir zusehen, wie wir völlig unvorbereitet auf einmal in einer Welt leben, in der KI-System besser als jeder Experte dort schlummernde Fehler findet und es genug Leute gibt, die das zum eigenen Vorteil ausnutzen. Oder um dem Gegner im Kriegsfall komplett die Infrastruktur zu zerstören.

Das alles gehört aber dann eher in den Postapokalypse-Faden nebenan :)

Wie Programier-KIs beim Rollenspiel helfen können sehen wir ja gerade: Es dauert nur Minuten, für mittelkomplexe Rollenspiele Charakterverwaltungssoftware erstellen zu lassen – insbesondere, wenn einem das UI egal ist. Claude Design leistet aber auch hier erstaunliches, was zwar immer gleich aber zumindest gut aussieht. Und wenn man zumindest Grundkenntnisse in der Software-Entwicklung hat, kann die KI einem den Lernaufwand für eine bestimmte Plattform oder ein Rahmenwerk abnehmen.

Übersetzungen sind IMHO ein weiteres superspannendes Feature. ich sage schon eine ganze Zeit, dass ich eigentlich täglich erwarte, dass DriveThruRPG allen Leuten anbietet, die PDFs automatisch zu übersetzen… für mehr Reichweite. Wer will, kann's nutzen, wer nicht will, eben nicht. Oder ich kann mir privat die Spiele übersetzen lassen. Ist vielleicht nicht perfekt, aber immer noch besser als gar nicht lesen können. Englisch geht ja vielleicht noch. Aber ich kann weder spanisch noch französisch oder polnisch oder auch schwedisch, doch solche Systeme stünden mir zur Verfügung.

Ich habe vor einige Zeit mal ausprobiert, ein PDF Seite für Seite zu OCRen, dabei Informationen über die Schrift und die Textbox zu behalten, dann alles zu übersetzen und dann ein neues PDF zu erzeugen, indem man die Texte an dieser Stelle wieder einfügt. Übersetzen ist das kleinste Problem. Das PDF-Format ist leider denkbar ungeeignet für sowas, weil z.B. die Fonts automatisch ge-sub-setted sind, d.h. man muss die Originalschriften haben. Aber würde man an die Quellen herankommen, könnte man das übersetzen schon heute automatisieren. Größtes Hindernis ist IMHO der Unwille der Verlage da mitzumachen, etwa indem sie das verarbeiten ihrer PDFs gestatten.

Übrigens, ich finde die Screenshots von Raven Nash schick, vielleicht etwas zu braun für meinen Geschmack, stimmig.

Offline unicum

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 4.358
  • Username: unicum
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #65 am: 30.06.2026 | 22:31 »
Von allem, das man durch "KI" ersetzen wollte, hat Software-Entwicklung so ziemlich als einziges gut funktioniert.

Würdest du heute einem jungen Menschen raten in diese Richtung zu gehen? Also Asubildung/Studium richtung Programmierung?

Ich hab letzens zu meiner Frau gesagt als diese meinte mein Sohn (5) solle mal etwas mit IT machen: "Ich bin eher für Schreiner, gestorben wird immer."

Offline sma

  • Famous Hero
  • ******
  • a.k.a. eibaan
  • Beiträge: 2.253
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sma
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #66 am: 1.07.2026 | 00:04 »
Würdest du heute einem jungen Menschen raten in diese Richtung zu gehen? Also Asubildung/Studium richtung Programmierung?
Wie die Situation in ~15 Jahren ist, kann ich so gar nicht sagen. Schon 5 Jahre in die Zukunft zu blicken finde ich aktuell schwer.

Ein Informatikstudium ist IMHO immer noch wichtig, programmieren ist da nur ein kleiner Teil. Ich finde es wichtig, über Komplexität, Algorithmen, formale Sprachen, Typsysteme, und den ganzen Aspekt der Software-Entwicklung, insbesondere Prozesse und Methoden, Bescheid zu wissen. Und, mein persönliches Steckenpferd, die Historie von Programmiersprachen inkl. ihrer Schöpfer (fast immer nur Männer, leider), sollte auch nicht vergessen werden. Das ganze ist aber schwer und langwierig und eine Abkürzung per KI ist IMHO nicht möglich.

Und was deine Schreiner-Idee angeht: Unterschätze nicht, wie sich humanoide Roboter in den nächsten 15 Jahren entwickeln werden. China braucht sie, weil sie überaltern und irgendwer die Leute pflegen, die Fabriken am Laufen und das Volk verteidigen muss. Was vor 10 Jahren noch Science Fiction war, kann man jetzt für $13.500 kaufen. Google hatte sich nach Protesten der Belegschaft von Boston Dynamics getrennt, als die angekündigt hatten, auch für's Militär arbeiten zu wollen. Nun gehören sie Hyundai und arbeiten an Kampfrobotern – wie auch Unitree.

Offline sma

  • Famous Hero
  • ******
  • a.k.a. eibaan
  • Beiträge: 2.253
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sma
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #67 am: 1.07.2026 | 01:01 »
Nochmal was zum Thema. Da gerade eben Sonnet 5 angekündigt wurde, habe ich mit diesem LLM versucht, ein kleines Zombie-RPG zu one-shotten. Hat ziemlich lange gedauert, weil Claude sich ewig mit den Tools beschäftigt hat, aber das Ergebnis ist bislang optisch das beste, was ich bekommen habe. Seht selbst.

Claude hat leider keinen Mut zu ungewöhnlichen Fonts und den Blocksatz mag ich auch nicht, aber das kann die KI nicht wissen. Zumal neu ist, dass automatische Silbentrennung aktiv ist (dank WeasyPrint, wenn ich's richtig aus dem Denkprozess extrahiere) und das die Überschriften vermurkst. Inhaltlich ist das okay, würde ich sagen. Tatsächlich fand ich die Leistung hier von GPT-5.5 besser. Aber vielleicht ist Sonnet 5 wieder besser in "natürlicher" Sprache als Opus 4.8.

Prompt:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline Raven Nash

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 5.023
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Raven Nash
    • Legacy of the Runemasters
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #68 am: 1.07.2026 | 06:43 »
Übrigens, ich finde die Screenshots von Raven Nash schick, vielleicht etwas zu braun für meinen Geschmack, stimmig.
Mit der Optik beschäftige ich mich, wenn alles andere da ist.  ;) Ich mag's aber durchaus zweckmäßig.
Aktiv: Dragonbane
Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Online Namo

  • Hero
  • *****
  • Aure entuluva!
  • Beiträge: 1.559
  • Username: Namo
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #69 am: 1.07.2026 | 08:17 »
Die Ausführungen von sma schlagen mir so früh am Morgen gabz schön auf den Magen.

Online Mr. Ohnesorge

  • Mythos
  • ********
  • Nordlicht
  • Beiträge: 10.904
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Grinder
    • Meine itch.io-Seite
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #70 am: 1.07.2026 | 08:51 »
Nochmal was zum Thema. Da gerade eben Sonnet 5 angekündigt wurde, habe ich mit diesem LLM versucht, ein kleines Zombie-RPG zu one-shotten. Hat ziemlich lange gedauert, weil Claude sich ewig mit den Tools beschäftigt hat, aber das Ergebnis ist bislang optisch das beste, was ich bekommen habe. Seht selbst.

Claude hat leider keinen Mut zu ungewöhnlichen Fonts und den Blocksatz mag ich auch nicht, aber das kann die KI nicht wissen. Zumal neu ist, dass automatische Silbentrennung aktiv ist (dank WeasyPrint, wenn ich's richtig aus dem Denkprozess extrahiere) und das die Überschriften vermurkst. Inhaltlich ist das okay, würde ich sagen. Tatsächlich fand ich die Leistung hier von GPT-5.5 besser. Aber vielleicht ist Sonnet 5 wieder besser in "natürlicher" Sprache als Opus 4.8.

Prompt:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Könnte das auch als Affinity-File ausgegeben werden, so dass es bearbeitbar ist?
"These things are romanticized, but in the end they're only colorful lies." - This Is Hell, Polygraph Cheaters

https://negativeblack.itch.io/the-sunken-scriptorium-a-dungeoncrawl-for-shadowdark-rpg

Offline sma

  • Famous Hero
  • ******
  • a.k.a. eibaan
  • Beiträge: 2.253
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: sma
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #71 am: 1.07.2026 | 10:20 »
Könnte das auch als Affinity-File ausgegeben werden, so dass es bearbeitbar ist?
Ich glaube nicht. Meines Wissens ist dieses Dateiformat nicht dokumentiert und es gibt keine offiziellen/externen Bibliotheken, um das zu erzeugen. Affinity bietet allerdings einen MCP-Server, über den Claude das Programm fernsteuern kann. Was damit möglich ist, kann ich nicht sagen.

In dem Affinity → LaTeX Thread hatte ich mich ja für Typst als bessere Wahl ausgesprochen und solche Dateien kann Claude (und wahrscheinlich anderen KIs auch) erzeugen und ich hatte da ja auch mal ein Beispiel gezeigt. Das war allerdings kein One-shot, sondern ich habe da noch Hand ans Design gelegt und die Schriften ausgesucht.

Ansonsten könnte Claude neben Markdown und HTML auch docx erzeugen, aber Microsoft-Office will ich mir genau so wenig installieren wie irgendwelche Produkte von Adobe. HTML scheint mir tatsächlich die beste Wahl, denn das lässt sich einfach weiter verarbeiten und wenn man kein komplexes (mehrspaltiges) Layout braucht, ist das Ergebnis okay. Für "Hohlland" konnte ich mir das HTML aus dem Denkprozess ziehen und könnte theoretisch jetzt selbst Änderungen vornehmen, mir dann Fonts und Print-Tool installieren und selbst ein PDF erzeugen. Oder das dann diesmal Claude Code machen lassen.

Offline KhornedBeef

  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 12.872
  • Username: KhornedBeef
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #72 am: 1.07.2026 | 10:23 »
Besonders spannend finde ich, welche Chancen sich für LARPs ergeben, wenn dort autonom handelnde Roboter herumlaufen und bestimmte Rollen spielen ;-)
Ist das jetzt ein leicht kaschierter Westworld-Scherz?
"For a man with a hammer, all problems start to look like nails. For a man with a sword, there are no problems, only challenges to be met with steel and faith."
Firepower, B&C Forum

Ich vergeige, also bin ich.

"Und Rollenspiel ist wie Pizza: auch schlecht noch recht beliebt." FirstOrkos Rap

Wer Fehler findet...soll sie verdammt nochmal nicht behalten, sondern mir Bescheid sagen, damit ich lernen und es besser machen kann.

Offline unicum

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 4.358
  • Username: unicum
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #73 am: 1.07.2026 | 10:54 »
Wie die Situation in ~15 Jahren ist, kann ich so gar nicht sagen. Schon 5 Jahre in die Zukunft zu blicken finde ich aktuell schwer.

Mein gedankle geht auch eher in die Richtung das gerade in den USA wohl massiv Leute dahingehend entlassen werden. Es ist eher so das ich vor KI gesagt hätte - das sind realtive sichere gut bezahlte Jobs. Das dies jetz irgendwie überall alles dahingehend "wackelt",... ja klar.

Ist das jetzt ein leicht kaschierter Westworld-Scherz?

Ach, ich denke wenn du die Idee dem Elend Murks präsentierst und er das cool findet hast du das in ein paar Jahren,...
Wenn nicht - dauerst es halt etwas länger, spätestens wenn die ersten Rückläufer von Pfelgerobotern aus dem Altersheim auf dem Schorttplatz landen, und billig verfügbar sind,...

Online Maarzan

  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 9.995
  • Username: Maarzan
Re: Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI
« Antwort #74 am: 1.07.2026 | 10:57 »
Mein gedankle geht auch eher in die Richtung das gerade in den USA wohl massiv Leute dahingehend entlassen werden. Es ist eher so das ich vor KI gesagt hätte - das sind realtive sichere gut bezahlte Jobs. Das dies jetz irgendwie überall alles dahingehend "wackelt",... ja klar.

Ach, ich denke wenn du die Idee dem Elend Murks präsentierst und er das cool findet hast du das in ein paar Jahren,...
Wenn nicht - dauerst es halt etwas länger, spätestens wenn die ersten Rückläufer von Pfelgerobotern aus dem Altersheim auf dem Schorttplatz landen, und billig verfügbar sind,...

Es geht aber teils auch wieder rückwärts - Stichwort Ford.

Könnten wir aber bitte näher am Rollenspiel(markt) bleiben.

Hat eigentlich jemand so einen KI-generirten Generator für ein komplexeres Spiel gesehen wie DSA4+ oder Rolemaster?
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...