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[RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard

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Outsider:
Aeryn kann keine Anzeichen für einen Hinterhalt erkennen, auch wenn die Stimmung hier bei weitem nicht so offen ist wie in Storhavn und ihr nicht so hofiert werdet wie von Oktar Grimme. Ihr seid Fremde und das lässt man euch spüren ihr bringt Unruhe in eine Gemeinschaft die sowieso im Zerfall begriffen ist.

Tomus gibt euch mit auf den Weg, das Sote euch abholen wird, wenn das Essen angerichtet ist und ihr seine Ankunft erwarten sollt.

Zurück geht ihr durch das Dorf, diesmal ohne Eskorte, ohne dass ihr das Mädchen mit dem weißen Kleid und den schwarzen Haaren seht. Die Bewohner die euch begegnen beäugen euch misstrauisch, sagen aber nichts. Sie wissen wohl das ihr Herr euch hier duldet und das ist es was für sie zählt.

Die Dämmerung hat eingesetzt und jetzt wo ihr mehr Zeit habt euch die Häuser und den Ort genauer anzusehen bekommt ihr einen kleinen Einblick davon wie es hier früher gewesen sein muss. Die Straßen voller Menschen, Händlern, Minenarbeitern und Handwerkern. Der ehemalige Reichtum des Ortes verbirgt sich unter einer Partina aus Verfall. Die Verzierungen und Schnitzereien an dem Fenster und Türrahmen, die Kupferverzierungen, etwas was in anderen Gegenden nur den reichen vorbehalten ist war hier jedem gegeben. Aber es ist auch zu erkennen was vom Reichtum bleibt, wenn er versiegt. Zerstörte Existenzen, leestehende Häuser, Verfall.

Das euch zugewiesene Haus ist das letzte an der Straße bevor man den Ort verlässt. Im Schatten der Blutsäule liegt es am Ortsausgang und seine Tür ziert ein verblassendes großes weißes Kreuz. Das Holz ist schwarz von Feuchtigkeit, aber es sieht gut in Schuss aus. Die alte Qualität der Bauten ist überragend. Es mag nur Holz sein, aber diese Häuser wurden für das harte Leben hier oben erbaut. Sie halten der Witterung genauso stand wie über einem Schritt hoher Neuschnee.

Die Tür ist nicht abgeschlossen und ihr kommt in ein Foyer. Hier können Waffen und Winterkleidung abgelegt und zum trocknen aufgehangen werden ohne die gute Stube zu verschmutzen. Die Tür hat einen Riegel und eine Vorrichtung sie mit einem Schloss zu sichern. Staub liegt über allem und Spinnenweben bedecken die Winkel. Es riecht muffig und es müsste mal durchgelüftet werden. Wie auch von außen sind die Pfeiler und Rahmen hier drinnen mit Schnitzereien versehen. Hinter dem Foyer liegt ein großer Hauptraum. Hier gibt es einen steinernen Kamin, eine Kochnische, ein großer Tisch steht in der Mitte des Raumes und ist der einzige echte Einrichtungsgegenstand. Ein Kronleuchter hängt von der Decke, aber es fehlen die Kerzen Rei um an den Wänden gibt es Fackelhalter. Unter dem Tisch liegt ausgebereitet das Fell eines der Hagtorn Bullen. Es ist so groß das alle die am Tisch sitzen ihre Füße in das weiche Fell betten können und nicht auf Schuhwerk angewiesen sind. Auch diesem Raum merkt man an, dass er für mindestens eine Dekade keine Menschen mehr beherbergt hat. Staub liegt auf allem und es ist einiges an Arbeit notwendig um ihn wohnlich zu gestalten. Zu eurem Glück ist noch etwas altes Holz neben dem Kamin gestapelt so dass ihr heute nicht mehr in den Wald müsstet um Holz zu fällen. Es wird aber nur noch für diese Nacht reichen. Von dem Hauptraum gehen drei Türen ab die in drei weitere Zimmer führen. Eines etwas größer, wahrscheinlich das Schlafzimmer der Hausherren liegt auf der anderen Seit des Kamins und bietet Platz für ein großes Bett und einen kupfernen Waschzuber der sich um Baden eignet, wenn man Wasser über der Feuerstelle erhitzen würde. An den Seiten liegen zwei kleinere Räume, die ehemals für Kinder oder Sklaven waren. Vom großen Raum führt noch eine Tür nach hinten raus auf ein kleines Stück Land, welches mit einer niedrigen, Steinmauer umgeben ist. Moos und alte Farne überwuchern die Steine dort steht ein völlig verfallenes Plumpsklo.

Willkommen in eurem Zuhause für die nächsten Tage, vielleicht Wochen.

Draußen geht die Dämmerung in die Nacht über und die Sonne ist schnell versunken. Aus dem grauen Zwielicht wird Dunkelheit. Nur vereinzelt könnt ihr im Ort die Lichter anderer Häuser sehen. Es ist kalt und klamm in dem Haus, aber immer noch besser als auf freiem Feld zu übernachten. Aufziehende Wolken kündigen Regen oder Schnee an. Der Wind welcher vom Gebirge herabweht ist eiskalt und euch steckt die Reise noch in den Knochen.

Hinxe:
Gylfi
In Wretguard

Gedankverloren ging Gylfi mit seinem Gefährten zu ihrer Unterkunft in Wretguard. Im Mark seiner Knochen fühlte er eine Kälte, von der nicht sicher war, ob sie nur durch die Witterung oder auch den Empfang in Wretguard verursacht wurde. Lautstark zog er den sich in seiner Nase bildenden Rotz hoch. Den ganzen Weg dachte er über die Worte des Fylkjarls nach. Er will regelmäßig informiert werden, er will den Überblick behalten. Nur was wird er mit dem Wissen anfangen?

Vor dem Haus stehend sprach er zu seinen Begleitern: "Ich danke Euch für Eure Unterstützung eben in der Halle der Hagtorns. Ich muss selbst noch über meine Vision nachdenken, finde jedoch, dass ich Euch bei nächste Gelegenheit, leider wohl erst morgen, genauer darüber berichten sollte. Es scheint uns alle anzugehen."

Im Haus angekommen war der Alte nicht gerade begeistert, machte sich aber klar, dass es nur für eine kurze Zeit seine Heimstatt sein würde. Ich muss nur auf darauf achten, mir hier nicht die Schwindsucht oder den kalten Hauch zu holen. Ich hoffe, dass der Kamin noch genug Wärme spenden kann.

Schließlich wandte der skwilde sich an Aeryn und Hírngar. "Hier werden wir also die nächste Zeit hausen. Wir sollten die Zeit bis zum Abend nutzen, zumindest einen am Kamin gelegenen Raum wohnlich herzurichten. Ich schlage vor, dass wir uns bis auf weiteres das Herrenzimmer teilen." Er ging zum Kamin hinüber und schätzte ab, wie lange das Holz reichen würde. "Heute müssen wir wohl noch kein Holz schlagen, aber ab morgen ist das Deine Aufgabe, Hírngar. Aeryn und ich kümmern uns um Wasser und Nahrung. Wir müssen nur darauf achten, dass wir genug Zeit für unsere Ermittlungen aufwenden. Ich würde vorschlagen, dass wir einen Teil der Barschaft, die wir von Oktar erhalten haben, darauf verwenden, uns bei den Einwohnern von Wretguard mit diesen Gütern zu versorgen und dabei mehr über den Ort und die Ereignisse vor ein paar Wochen herauszufinden."

Fragend blickte er seine Reisegenossen an. "Was haltet Ihr davon und insgesamt von unserem Empfang hier in Wretguard?"

klatschi:
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde

Zorn. Wut. Verzweiflung. Hírngar konnte sich gar nicht entscheiden, welches dieser Gefühle ihn gerade übermannte.
Er hatte seit der Begegnung mit Tomus Hagtorn kein Wort gesprochen, war in Gedanken verloren und steigerte sich immer mehr in seinen Zorn. Sie gewähren uns, den Tod von Miri zu untersuchen. Gewähren? Diese Hundeficker, dummes Pack. Welch ein Glück dass dieser dumme Jüngling eines sich einscheißenden kleinen Weichbrots überlebt hat, damit ich...
Düstere Gedanken spukten durch Hírngars Kopf, immer wieder dieselben Wünsche, Tomus und seinem Sohn für die Leichtfertigkeit zahlen zu lassen. Huld war nicht einmal da. Wenn ich ihn heute Abend sehe... Und über allem schwebte noch die Vorstellung, ob Haldur Ouvar etwas damit zu tun hatte. Und Maria. Wir müssen Maria finden. Sie wird erkennen, ob es ein Bär war. Die Heilerin wird es bestätigen können.
In Hírngars Vorstellung gab es diesen Bären nicht. Es gab nur einen Scharfrichter der im Dienste der Familie Hagtorn die Reisegesellschaft angegriffen hatte. Es muss so sein! Es musste einfach so sein. Vielleicht die Onkel? Sie hatten Huld nie gemocht, so hatte es Sote berichtet.

Grausame Menschen, die an ihrer Grausamkeit ersticken werden. Dafür werde ich sorgen.

Das Haus überraschte Hírngar - es war größer und reicher ausgestattet als alles, in dem er je gelebt hatte. Doch die Kälte, der Staub, die verblassende Reichtum strahlte eine düstere Aura aus, die auf sein ohnehin schon angeschlagenes Gemüt drückte. Der Ganze Ort verfällt.

Als er Gylfis Worte hörte, brach es endlich aus ihm heraus, all der Zorn und die Wut und er sprach in scharfen Ton: "Der Empfang war noch beschissener als ich es je erwartet hätte. Das Schwein, das sich in der Halle vom Gelde der Grimmes fett frisst, wird alles dafür tun, das wir die Wahrheit nicht erfahren." Hírngar war selbst erstaunt über die Worte, schüttelte den Kopf und biss sich auf die Lippe. "Ich... verzeiht..." Du Schaf! Lass es nicht an den aus, die dich begleiten. Hírngar bemerkte, wie seine Wangen nass wurden. Verdammt!

Hírngar war froh, als er den kleinen Feuerstapel sah.
"Meister skwilde, Aeryn. Ihr solltet nicht meinen Frust erdulden müssen. Ich kann so dem Mahl heute Abend nicht beiwohnen, ich..." Den Rest lies er unausgesprochen. Wollte es sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn er Huld sah, so wie er sich fühlte. "Es wird Tage dauern, bis wir die Kälte aus dem Mauerwerk vertrieben haben. Das Holz reicht vielleicht noch die Nacht, wenn überhaupt."

pharyon:
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde

Aeryn war dankbar, als sie aus der "Gastfreundschaft" der Hagtorns entlassen wurden. Sie folgte ihren Gefährten, übte sich darin, eine Dienende zu spielen. Dabei fiel ihr auf, dass die Reise ihr auch körperlich zugesetzt hatte. Leichte Kopfschmerzen ärgerten sie und die Atmung fiel ihr geringfügig schwerer. Du bist das Klima nicht gewöhnt. Dein Körper braucht seine Zeit. Lass deinen Geist schneller sein.

Als sie am Haus angekommen waren, teilten sich Erleichterung und Bedauern die Vorherrschaft in Aeryns Empfinden. Bedauern über den Zustand des heruntergekommenen und dennoch - grundsätzlich - soliden Gebäudes. Erleichterung darüber, dass sie eigene vier Wände haben würden. Sie folgte ihren Gefährten nach innen. Auf dem Weg war ihr schon aufgefallen, dass beide Herren sehr in ihren Gedanken versunken waren. Es wird Zeit, dass wir reden. Dass wir die Kälte und den Trübsinn nicht allzuweit in unsere Herzen lassen.

Nachdem Gylfi sich erklärt und ihnen die Frage gestellt hatte, übte sich Aeryn zu warten. Nicht, weil sie keine Antworten hätte, sondern um sich die Geduld anzueignen, die sie in diesen Landen benötigen würde. Hírngars Ausbruch überraschte sie wenig, war doch inzwischen klar geworden, wie viel Miri gerade ihm bedeutete. Sie versuchte sanft und mit wenig Druck die Hand auf eine seiner Schultern zu legen.

"Du musst dich nicht entschuldigen. Wir empfinden so ähnlich wie du. Und was heute Abend betrifft... Wenn du wirklich nicht möchtest, werden wir einen Grund finden, weshalb du hierbleiben kannst. Nicht wahr, Meister Skwilde?" An ihn gewandt fuhr sie fort. "Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Zunächst einmal das Zimmer zu teilen, erscheint mir weise. Morgen müssen wir unseren Verbleib, unsere Planung und unsere Vorsorge besprechen. Vielleicht kann Sote uns helfen? Jemand vertrauenswürdiges finden, der oder die uns hier zur Hand gehen kann, so dass wir uns auf die Aufgabe konzentrieren können, wegen der wir hier sind?"

Sie ließ die Worte etwas wirken und schaute sich ihre Gefährten an. "Ich weiß, die Reise hat uns allen zugesetzt, unseren Körpern, unserem Verstand und unseren Herzen. Lasst uns der Trostlosigkeit nicht nachgeben, uns nicht in Trauer und Sorgen ertränken. Es ist schwer, ein Licht in diesem Nebel, dieser Finsternis auszumachen - das ist klar. Umso wichtiger ist es, dass wir ein Funke sind. Ein Kerzenschimmer im Haus, ein Sternfunkeln in der Nacht - so dass wir uns an uns halten können, und vielleicht andere sich auch. Einverstanden?"

Hinxe:
Gylfi
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde

Gylfi war von Hírngars Ausbruch überrascht. In dem Jungen brodelt es, wahrscheinlich ist es wirklich klüger, ihn am Abend zurückzulassen. Es könnte aber als Beleidigung verstanden werden. Tomus wird sich aber wohl eher freuen, dass er ein hungriges Maul weniger stopfen muss.

Dann hörte er Aeryns Worten ebenfalls mit Verwunderung zu. Steckt in ihr das Zeug zur Verseschmiedin? Jedenfalls vernünftige Ansichten...

Schließlich antwortete der Alte nach kurzem Nachdenken: "Deine Worte berühre mich, Aeryn. Seitdem wir in Storhamn durch Sote von dem Unglück erfahren haben, scheint alles düster und hoffnungslos. Ich empfinde aber ebenso den Drang, dem nicht nachzugeben. Wir leben, wir können uns gegenseitig wärmen. Wir können Licht ins Dunkel bringen und werden bei dem, was wir sehen, nicht verzweifeln. Mögen uns die Flowras beistehen!"

Eindringlich blickte der skwilde dann den Waldläufer an. "Ich halte es zwar für unklug, wenn Du die Einladung des Fylkjarls ausschlägst, Hírngar, aber wenn Du solche Worte in seiner Gegenwart wiederholen würdest, schadete es unserer Sache. Wir könnten sagen, dass Du unpässlich bist, nicht wahr, Aeryn?" Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er fort. "Ich bin gespannt, wen wir an der Tafel der Hagtorns antreffen werden. Vielleicht die Heilerin oder den Henker. Jedenfalls könnten wir dann den morgigen Tag verwenden, das Haus herzurichten und Vorräte anzulegen. Dabei schauen wir zusätzlich , was sich hier in Wretguard herausfinden lässt. Und am Tag danach suchen wir den Ort des Überfalls auf, wer oder was auch immer ihn zu verantworten hat."

Um Zustimmung heischend blickte Gylfi in die Gesichter seiner Reisegefährten.

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