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Mythic Suns - ein Soloprojekt

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Schalter:

--- Zitat von: Weltengeist am 20.06.2026 | 08:50 ---Überhaupt mag ich es ganz allgemein (und irgendwo in den Fading-Suns-Büchern steht das auch als Empfehlung), sich einen Teil der Spielwelt rauszupicken und ihm Tiefe zu geben, statt alles als eine Ansammlung von Klischees zu spielen, die man im 2-Stunden-Takt auswechselt. Was die Frage aufwirft, welche Welt es denn nun sein soll.

Gestern Abend bin ich daher mal die Liste der Fading-Sun-Welten durchgegangen und habe mir einige Kandidaten rausgepickt, bei denen mir spontan Story-Ideen kamen:

* Aylon (Al-Malik): Hier hat mich die Idee der Reservate angesprochen, die man für reiche Touristen und Großwildjäger vorhält. Wie wäre es, so der Gedanke, wenn es hier auch "Menschenreservate" gäbe? So eine Art Truman Show oder sogar Westworld mit menschlichen Akteuren, die gar nichts davon wissen, dass sie nur Teil einer Inszenierung sind und dass ihre Vorstellung von der Welt komplett künstlich ist?
* Cadiz (Decados): Die Mischung aus halb vergammelnden Megastädten mit mehrheitlich verarmter Bevölkerung, Hironem-Reservaten, alten Ruinen, Vau-Einflüssen und Spionen aller Fraktionen ist ja quasi "Fading Suns in a Nutshell". Meine erste Idee war, dass unsere Helden den Plan gefasst haben, von dieser Welt zu fliehen - ohne Geld und Papiere natürlich. Aber beim ersten Drübergucken wäre es ja fast schade, so schnell abzuhauen, weil man auf Cadiz so viel FS-Vibes einfangen kann.
* Gwynneth (Hawkwood): Hier steht der Konflikt zwischen Imperium und Vuldrok, zwischen Gläubigen und Heiden im Vordergrund. Meine erste Idee war die einer Entführung durch die Vuldrok - die Helden ziehen los, um die Entführte(n) zurückzuholen, nur um festzustellen, dass die Intentionen aller Beteiligten (auch der Entführten) bedeutend komplizierter sind, als es zunächst aussah, und dass so manche liebgewonnene Überzeugung ins Wanken gerät.
* Istakhr (Al-Malik): Seit jeher eine meiner Lieblingswelten. Der Kontrast zwischen den Palästen und Vergnügungsvierteln auf der einen und knallhartem Überlebenskampf auf der anderen Seite hat mich immer schon fasziniert. Hier würde sich beispielsweise eine Heist-Geschichte anbieten: arme Schlucker sehen eine Chance, einmal das ganz große Ding durchzuziehen, aber die Chancen stehen (noch dazu mit Mythras als Regelwerk) gut, dass daraus in Wahrheit eine "Zehn kleine Fledermäuse"-Geschichte wird...Obwohl ich nicht vorhabe, die Beschreibungen aus den Settingbänden 1:1 zu übernehmen, will ich mir diese doch einmal durchlesen, um ein Gefühl dafür zu kriegen, ob ich (1) etwas völlig falsch verstanden habe und ob (2) da noch weitere Inspirationen drinstecken, die mir gut gefallen. Und dann muss ich mich entscheiden, welche der Welten (und Plotideen) es werden soll.

--- Ende Zitat ---

Cool. Das fände ich alles spannende Einstiegsszenarien. Du könntest sogar mehrere davon gleichzeitig verwenden, und verschiedene Teile Deiner Heldengruppe einzeln oder paarweise in einigen dieser Start-Szenerien beginnen lassen. Bevor ihnen nach und nach die Flucht zu den Sternen gelingt, wo sie sich im Sprungnetz schließlich treffen. Das ginge auch deswegen ganz gut, weil alle vier Deiner Ansätze sich für einen gemeinsamen Menschenschlag eignen; alle Charaktere (egal ob beispielsweise von Cadiz oder Istakhr) sind ja möglicherweise tendenziell eher Underdogs. Beziehungsweise Leute, die sich im Machtgefüge der vielen Fraktionen zuerst noch etablieren müssen.

Weltengeist:

--- Zitat von: Schalter am 20.06.2026 | 11:46 ---Du könntest sogar mehrere davon gleichzeitig verwenden,

--- Ende Zitat ---

Sag doch nicht sowas... Ich kämpfe doch die megalomanische Seite meines Ichs, die bei jeder neuen Runde gleich an ein 10-Jahres-Projekt mit 500+ Stunden Spielzeit denkt, ohnehin schon mit aller Gewalt nieder... ~;P

Aber ja, das Underdog-Konzept ist Absicht. Es geht mir darum, sich das Setting Schritt für Schritt zu erschließen, und das klappt halt am besten, wenn man nicht mit Protagonisten startet, die Zugang zur kompletten Fülle an Informationen haben. Was eben am besten mit Hinterwäldlern, Unterprivilegierten o.ä. funktioniert.

Schalter:

--- Zitat von: Weltengeist am 20.06.2026 | 12:27 ---Aber ja, das Underdog-Konzept ist Absicht. Es geht mir darum, sich das Setting Schritt für Schritt zu erschließen, und das klappt halt am besten, wenn man nicht mit Protagonisten startet, die Zugang zur kompletten Fülle an Informationen haben. Was eben am besten mit Hinterwäldlern, Unterprivilegierten o.ä. funktioniert.

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Supergut. Ich habe solche Ideen beim Planen von FS-Kampagnen auch immer mal wieder gehabt. Meine Erfahrung war allerdings, dass die meisten Spieler sich dadurch zu sehr in ihren Möglichkeiten beschnitten fühlen, wenn sie sehr junge, sehr unetablierte SCs spielen sollen, und ich ihnen als SL daher immer Zugang zu allen Gruppenzugehörigkeiten und den coolen Charakteroptionen gewährt habe, schon bei Spielbeginn. (So, wie's eigentlich für das Setting ja an sich auch gedacht ist.) Viele Spieler wollen eben lieber als vollausgerüstete und waffenstarrende Brother-Battle-Mönche oder so starten, nicht als Waisenkinder, die das Potenzial haben, im Verlauf einer Story vielleicht zu solchen zu werden. Da glänzt nach meiner Ansicht das Medium des Solo-Spiels besonders: Denn da gibt's nicht derartiges FOMO von Spielerseite. :)


--- Zitat von: Weltengeist am 20.06.2026 | 12:27 ---Sag doch nicht sowas... Ich kämpfe doch die megalomanische Seite meines Ichs, die bei jeder neuen Runde gleich an ein 10-Jahres-Projekt mit 500+ Stunden Spielzeit denkt, ohnehin schon mit aller Gewalt nieder...

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Ja, verstehe ich gut, genau mein Problem bei allen meiner RPG-Projekte (Solo oder mit Gruppe)! Habe es noch nie hinbekommen, mich kurz zu fassen und die Geschichte stringent zum Punkt zu bringen. Und dadurch bleiben viele unabgeschlossen. Andererseits ist das wahrscheinlich deswegen völlig tolerabel, weil es gleichzeitig eben größere Kreativ-Entfaltung ermöglicht. Wenn man nicht versucht, es in einen "überschaubaren Zeitrahmen zu pressen", kann sich alles frei entspinnen.

Weltengeist:

--- Zitat von: Schalter am 20.06.2026 | 12:47 ---Supergut. Ich habe solche Ideen beim Planen von FS-Kampagnen auch immer mal wieder gehabt. Meine Erfahrung war allerdings, dass die meisten Spieler sich dadurch zu sehr in ihren Möglichkeiten beschnitten fühlen, wenn sie sehr junge, sehr unetablierte SCs spielen sollen,
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Das ist natürlich ein Vorteil, wenn ich das hier als Soloprojekt aufziehe - der Spieler "Weltengeist" ist völlig grün damit, Underdogs zu spielen ;D


--- Zitat von: Schalter am 20.06.2026 | 12:47 ---Ja, verstehe ich gut, genau mein Problem bei allen meiner RPG-Projekte (Solo oder mit Gruppe)! Habe es noch nie hinbekommen, mich kurz zu fassen und die Geschichte stringent zum Punkt zu bringen. Und dadurch bleiben viele unabgeschlossen. Andererseits ist das wahrscheinlich deswegen völlig tolerabel, weil es gleichzeitig eben größere Kreativ-Entfaltung ermöglicht. Wenn man nicht versucht, es in einen "überschaubaren Zeitrahmen zu pressen", kann sich alles frei entspinnen.

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Und erneut ist das ein Vorteil eines Solo-Projekts: Wenn es nicht fertig wird, wird es halt nicht fertig. Keine enttäuschten Spieler, kein halb-vorwurfsvoller Ordner mit "nicht zu Ende gespielten Charakteren", keine Rechtfertigungen. :d

Tatsächlich ist mein Plan hier, zunächst mal mit einer halbwegs überschaubaren Start-Story zu beginnen. Und selbst da bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich zum Abschluss kommt (kennst du ja, du spielst ja bei denen Solos hier auch einfach mal drauflos und schaust, wo dich das hintreibt). Aber selbst wenn sie fertig wird, bedeutet ja nicht, dass man die Figuren anschließend wegschmeißen muss - man kann sich ja dann immer noch überlegen, ob man sie weiterspielen will und ob man dann (welt- und epiktechnisch) next level gehen will oder nicht.

P.S.: Wenn das hier klappt, werden nebenbei hoffentlich auch ein paar FS-Abenteuer für Gruppen-Fewshots vom Laster fallen. Aber auch die würde ich lokal ziemlich begrenzen. Allein schon, weil es nur sehr wenige Spieler gibt, die tatsächlich bereit sind, sich im Zuge eines Fewshots in die Lore eines derart komplexen Settings so einzulesen, dass sie einen überzeugenden Li Halan, Eschatoniker oder Reeve spielen können, ohne auf plumpe Klischees zurückzufallen.

Skeeve:
[um jetzt viel zu schreiben ist es hier unter'm Dach noch zu warm]

--- Zitat von: Weltengeist am 20.06.2026 | 08:50 ---Gestern Abend bin ich daher mal die Liste der Fading-Sun-Welten durchgegangen und habe mir einige Kandidaten rausgepickt, bei denen mir spontan Story-Ideen kamen:

--- Ende Zitat ---
Ich hatte mir mal Iver als Start-Planeten ausgesucht: letzte Woche noch eine verlorene und vielleicht vergessene Welt, jetzt jüngster Neuzugang im Fading Suns-Netzwerk. Wer weiß was sich dort während der langen Isolation alles entwickelt oder erhalten hat.

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