Autor Thema: klatschi liest "The Broken Empires"  (Gelesen 2755 mal)

cyrion, gilborn, Robert Paulson, Schleicher (+ 1 Versteckte) und 7 Gäste betrachten dieses Thema.

Online tarinyon

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 562
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: tarinyon
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #50 am: Gestern um 10:49 »
Also: Ich finde das Cover total kacki, aber es hat null - nix damit zu tun, dass es nicht authentisch ist. Ich glaube 99 Prozent des Forums und der Rollenspielerschaft sind krass genervt von den HEMA / Bogenschieß / Reenactment-Leuten, die an jeder Ecke rumpöbeln. Ich hab ja beruflich viel mit Reenactern zu tun und muss sagen, da ist halt auch oft viel Halbwissen dabei. Und bei nem Rollenspiel diese überzogenen Maßstäbe anzusetzen, macht keinen Sinn. Wieso stört man sich an der Armbrust, wenn es um ein Fantasy-Setting geht, wo überhaupt gar nix authentisch ist? Der Typ, der das macht, ist "Voice Actor" und Influencer. Wieso sollte er Ahnung von solchen Sachen haben? Klar, kann sein, dass er das behautpet  - weiß es nicht, weil ich hab da bisher nix davon gelesen im Thread.

Offline Blizzard

  • WaWiWeWe²
  • Titan
  • *********
  • Fade to Grey
  • Beiträge: 21.486
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Blizzard
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #51 am: Gestern um 11:09 »
Ich bin dann über deine Eindrücke ebenfalls gespannt, wenn es dann soweit ist.
Das wird dann aber leider noch eine Weile auf sich warten lassen, hm...wobei... 8] ~;D

Zitat
Bei SL muss man natürlich auch bedenken, dass das Englisch ist - Im deutschen würde das sicher mit EG oder so abgekürzt
Ja, schon klar. Mir war die Abkürzung im Englischen dafür bislang nicht geläufig. Ich kenne oder kannte vom Englischen eher solche Sachen wie TN (Target Number) oder DR (Difficulty Rating), aber eben nicht "SL". Da gewöhnt sich mein Gehirn zwar irgendwie nur langsam daran, das nicht als deutsche Abkürzung zu lesen, aber es wird allmählich besser. ;)

Was soll denn mit dem Cover nicht passen? Das ist doch einigermaßen schick?
Keine Ahnung. *Schulterzuck*
Ich finde es ebenfalls schick, mich stört das mit der vermeintlich nicht-authentischen Armbrust nicht im Geringsten. Beim Cover geht es mir um das Gesamtbild (als Cover) und das wird für mich durch eine vermeintlich nicht authentische Armbrust nicht abgewertet oder in einer anderen Art und Weise "schlechter".

Und wo wir schon beim Thema "Like" & "Dislike" sind:
2) Es ist eine wirklich hässliche Tabelle - hätte man das nicht irgendwie schöner darstellen können?!??


Ich finde diese Tabelle nicht hässlich. Ganz im Gegenteil, ich finde sie eher stylisch. Daher: Was genau findest du an dieser Tabelle hässlich ?

"Wir leben nach den Regeln, wir sterben nach den Regeln!"

"Wer nicht den Mut hat zu werfen, der wird beim Würfeln niemals eine Sechs erzielen."

Offline schneeland

  • Administrator
  • Titan
  • *****
  • Cogito ergo possum
  • Beiträge: 15.574
  • Username: schneeland
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #52 am: Gestern um 11:17 »
Ich bin zwar noch nicht im nitty-gritty drin, aber das, was ich von den Talenten gelesen habe, erscheint mir erst einmal logischer als bei WFRP 4e. Da hattest du ja Talente, die dir SL geben, dann Talente, die dem Gegner SL nehmen (was aber de facto auf fast dasselbe rauskam im Kampf), dann hast du Talente die dir Advantage gegeben haben, andere Talente haben die Werte modifiziert, etc. pp
Da wirkt TBE definitiv aufgeräumter :-)

Ja, das war in WFRP 4e schon deutlich störend. Wird ja dann konsequenterweise in der 5e auch aufgeräumt  ;D
Nur insgesamt betrachtet finde ich die Zahl von Fertigkeiten und Talenten schon noch relativ hoch und hatte angesichts des light/lite-Labels mit weniger gerechnet.

So oder so: ich bin dann mal gespannt, wie es denn nun mit der Klopperei in Broken Empires aussieht.
All good things come to those who wait! ... like dual flamethrowers and beer.

Online klatschi

  • Moderator
  • Legend
  • *****
  • Eichhörnchen auf Crack
  • Beiträge: 4.714
  • Username: klatschi
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #53 am: Gestern um 12:08 »
Und wo wir schon beim Thema "Like" & "Dislike" sind:Ich finde diese Tabelle nicht hässlich. Ganz im Gegenteil, ich finde sie eher stylisch. Daher: Was genau findest du an dieser Tabelle hässlich ?

leere Zellen (im Bereich Social), der Umbruch bei Lore, die farbliche Hervorhebung von Languages, die farbliche Abhebung der Magie. Ich verstehe wie das zustandekommen ist: Das Ganze sollte in eine Tabelle über die Seitenbreite und das klappt halt nicht anders.
Ich denke, ich hätte dann die Tabelle eher einmal über das gesamte Dokument gezogen und die Höhe genutzt, das würde sich sicherlich ausgehen

Das sind aber keine Dinge, die mich von einem Spiel abhalten. Es ist sicherlich meckern auf hohem Niveau, aber so ist das halt: Ich schreibe tatsächlich bei diesem Review auf, was mir in den Kopf kommt, überarbeite danach den Text noch einmal auf Lesbarkeit und das war es:
Zitat
ich schreibe dies während ich lese, es ist also ein wenig „Stream of Consciousness“ und ganz wenig strukturiertes Review. Tja, so ist das halt.
~;D



Ja, das war in WFRP 4e schon deutlich störend. Wird ja dann konsequenterweise in der 5e auch aufgeräumt  ;D
Nur insgesamt betrachtet finde ich die Zahl von Fertigkeiten und Talenten schon noch relativ hoch und hatte angesichts des light/lite-Labels mit weniger gerechnet.

So oder so: ich bin dann mal gespannt, wie es denn nun mit der Klopperei in Broken Empires aussieht.

Ich auch  8)

Ich hoffe, dass ich den nächsten Block heute schaffe - fünf Kapitel auf einmal mit Charaktererstellung nebenbei dauert.
Es macht mir aber immer noch Spaß, das Buch so durchzuarbeiten  :headbang:

Offline Outsider

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.227
  • Username: Outsider
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #54 am: Gestern um 13:40 »
Ich mag das Cover auch nicht. Liegt aber daran, dass es irgendwie nicht wie aus einem Guss wirkt was sich im Buch fortsetzt. Es gibt ein anderes Regelwerk das Ähnliche Probleme für mich hat, weil die Grafiken zu viele Stile und Differenzen haben (liegt daran, dass für das Buch einfach auf diversen Plattformen zusammengekauft wurde, was gerade passt aber eben nicht aus einer Feder stammt). Dieses Gefühl stellt sich bei mir hier auch ein (selbst wenn es nicht so ist!!! Rein subjektiver Eindruck).

Regeln, welche ich bisher gelesen haben, Völker usw. mag ich dagegen sehr. Endlich mal wieder ein System bei dem sich die Charaktere durch das definieren was sie können nicht welche zugeschriebene Klasse sie haben. Aber 650+ Seiten sind ein Klopper und ich müsste es mal Probespielen ob mir der Kampf usw. wirklich gefällt. 
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Offline Woodman

  • Damsel in Distress
  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 6.925
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Woodman
    • Woodman Online
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #55 am: Gestern um 19:33 »
Der Eindruck, dass es besonders "lite" wäre, drängt sich jetzt nicht gerade auf (ich hätte auch gesagt: gleiche Gewichtsklasse wie WFRP 4e). Bin aber trotzdem mal gespannt, was noch so in den restlichen Kapiteln steckt.

Das wird gleich im Vorwort klargestellt, das System soll gar nicht Rules Lite sein, sondern nur leichtgewichtiger als die typischem Sim Schwergewichte. soweit ich das nach nicht ganz 1/3 des Regelwerks beurteilen kann sieht das bisher noch halbwegs gut aus. Aber so langsam finde ich die angehäuften Ausnahmen etwas viel und ich befürchte das Magiesystem wird ein komplett eigenes Biest.

Offline YY

  • True King
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 20.086
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: YY
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #56 am: Gestern um 19:55 »
Endlich mal wieder ein System bei dem sich die Charaktere durch das definieren was sie können nicht welche zugeschriebene Klasse sie haben.

Wobei es über die ausufernd verregelten Teilbereiche in der Spielpraxis höchstwahrscheinlich doch "weiche" Klassen gibt.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

Online klatschi

  • Moderator
  • Legend
  • *****
  • Eichhörnchen auf Crack
  • Beiträge: 4.714
  • Username: klatschi
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #57 am: Gestern um 23:04 »
So Leute, schnallt euch an, es kommt ein ziemlich langer Post, immerhin reiten wir durch 5 (!) Kapitel und bauen einen Charakter! Für den Luxferre gibt es Hinweise, wie man SL ausgibt, die Sache mit der Armbrust klärt sich auf und noch wichtiger: wir erfahren, wer dieser Aagenhart eigentlich ist... Und eine Idee für ein Abenteuer hab ich auch gleich noch.

5 - People of the Broken Empires, 6 - Goals und 7 - Character Creation & mehr im nächsten Post

Es geht schnellen Schrittes auf die Charaktererstellung zu und erst einmal schauen wir uns 5 - the People of the Broken Empires an, spielbar sind:
  • Menschen: Standard Menschen, dominante Spezies, kennen wir. Es gibt einige Regionen, die kurz genannt werden, es scheint ein Setting zu sein, das quasi Nordeuropa bis Südeuropa bzw. Nordafrika abbildet.
  • Zwerge: versprengt und auf fliegenden Steinschiffen lebend. Wie fucking astrein geil ist das denn? Ich wiederhole. Fliegende. Steinschiffe. Ich fand Steinschiffe bei einem anderen Fantasyspiel (das jetzt namentlich nicht erwähnt werden soll, wegen Metaplot) ja schon faszinierend, aber dass sie hier fliegen? Geil, da geht mein Kopfkino auf Wanderschaft. Vielleicht bin ich ja auch einfach total easy zu begeistern. Aber dass die Zwerge sie dann wie die Maschinenpriester im 41. Jahrtausend nur noch durch Litaneien am Fliegen halten, die sie nicht verstehen, ist ein super add on und wärmt mein 40k Herz. Was für coole Setting Pieces, auch für Mega Dungeons! Ein abgestürztes fliegendes Steinschiff, wer ist zuerst da - die Zwerge, die alles claimen wollen, um ihre Schiffe am Leben zu halten, oder die „Erkundungstrupps“ verschiedener Nationen, die alles plündern wollen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist?
    Halb-Orks: Orks sind wie bei Splittermond böse und gewissens- und morallos. Sie sind der Feind alles Lebenden und plündern und marodieren, angetrieben von unstillbarer Raserei. Mal schauen, ob das noch genauer definiert wird (sie sind alle männlich), aber scheinbar kann man sie sich wie Herr der Ringe Peter Jackson Uruks vorstellen. Ich hab im Netz schon Diskussionen gelesen, die sagen: "Moment, das kann man nicht machen, das ist doch kein modernes RPG Design…" Ich habe da echt null Problem damit, es wird wohl eine intradiegetische Begründung dafür geben und ich fand das Konzept auch schon bei Splittermond vollkommen in Ordnung. Klar, ich mag zwar meine PF2-Bubble-Gum-Bunti-Bunt-Alles-Geht-Fantasy, ich finde es aber auch vollkommen okay, wenn es eingeschränkt ist. Orks sind also nicht spielbar, aber um jeden seinen Drizzt Do’Urden Moment zu geben, kann man Halb-Orks spielen. Diese sind nun aber nicht ein Spross von einer (unwillentlichen) Vereinigung, sondern Orks, die ein Gewissen entwickelt haben und eine Gemeinschaft gefunden haben, die sie angenommen haben, wobei halt auch alle ein bisschen Angst vor ihnen haben.
    Oger: Sind groß, genießen alles Leibliche und die Völlerei und haben ein Problem: Je mehr sie herabgewürdigt werden, je öfter sie bei etwas Scheitern, umso höher die Chance, dass sie ein Breaking haben, einen Blackout bei dem sie alles um sich herum verschlingen und sich an nix erinnern können. Dabei schauen sie total aus wie Trolle aus Earthdawn / Shadowrun.
    Bolg Fiir: Sind mit Elfen (Duanan Seethe) verwandt, aber während diese sich in die Otherworld Tirn Nanaille zurückgezogen haben, weil Menschen und Orks einfach scheiße sind, sind die Bolg Fiir immer noch da und müssen sich mit Menschen und Orks rumschlagen. Sie heben Riesenblut in sich und können quasi keine Magie wirken, dennoch würde ich sie optisch als die "Elfen" im Setting beschreiben, aber halt mit Bärten, nettes Design.
  • The Replaced: Quasi Changelings, die von den Bösen Feen entführt wurden und sich aus ihrer Dienerschaft befreien konnten und nun von der Fae Queen verfolgt werden.
Hier haben wir also sehr klassische Setting-Elemente: Eine alte Zivilisation von Elfen, die verschwunden sind, Fae bzw. Dark Fae, die ihre Ränke schmieden. Dazu noch ein paar schöne Ideen, die rausstechen, und wir haben einen guten Mix, bei dem man sich schnell zurecht findet, aber dennoch Sense of Wonder aufkommen kann.
Mein Problem: ich kann mit den ganzen Sachen nur so halb was anfangen, weil ich natürlich noch nicht im Setting drin bin. Und das ist dann eine philosophische Frage, die wir hier im Tanelorn ja auch ausführlich diskutiert haben: Wie baut man eigentlich ein Rollenspielbuch idealerweise auf? Bei mir gehört der Setting-Teil vor den Regelteil, aber ich verstehe, wenn man es anders macht. Das ist keine Kritik, ich bin ja des Blätterns mächtig, hab ich in der Schule gelernt, und somit passt das auch.



Wir haben uns nun also angeschaut, was so an Völkern angeboten wird, aber was will mein Charakter nun eigentlich? In der Einleitung wurde ja beschrieben, dass die Ziele eines Characters sehr wichtig sind, entsprechend muss Kapitel 6 - Goals hier liefern. Die Philosophie davon wird auch schnell dargelegt:
Zitat
„Goals are the primary way your character earns Experience Points (XP) with which to improve skills and abilities (see Chapter 8 - Experience & Advancement). There are specific criteria required for this: you have to roll dice to overcome meaningful obstacles in pursuit of the character’s goals.“ (p. 70)

Jeder Charakter sollte 3-5 Ziele haben, die sich auf individual Goals und Group Goals aufteilen. Das Spiel empfehlt 3 Ziele und 3 XP sind auch das Maximum, was man pro Spielsession durch Ziele erreichen kann. Um ein Ziel zu sein, das XP gibt, sollte es mindestens einen Spielabend zum Erfüllen brauchen und nicht innerhalb eines Würfelwurfs angewandelt werden. Sie sollen Specific, Proactive, Completable sein, es ist also wichtig, dass der Charakter ins Handeln kommt, sie sollen innerhalb der Story erreichbar sein, sie sollten sich nicht überlappen und zuletzt: Sie sollten auch nicht der Hintergrund des Chars sein, können sich aber daraus speisen.

Das Buch gibt immer wieder Hinweise auf Ziele, wie diese aussehen könnten und sollten:
Zitat
“I will convince the clergy of Morudann to lend me one of their priests for my expedition into the undead temple.” (p. 71)
Zitat
„I will prove that I can become an influential member of the League of Free Lords.“ (p. 71)
Zitat
“We will acquire enough funds to purchase a warship.” (p. 72)

Was mir nicht gefällt sind Tips wie diese:
Zitat
„However, it helps if each party member has some function to serve in helping that character pursue the personal goal, to keep the whole group engaged most of the time. Again, it’s not always possible, but game sessions tend to work better if all players are part of what’s currently going on, at least the majority of the time." (p. 72)
Das ist mir dann doch zu wischi-waschi, zu laissez-faire. Ein „Try [Hervorhebung durch mich] to make your character’s goals at least compatible with the other Player Characters’ goals“ (S. 72) ist da echt zu wenig.


Das ist nach meiner Erfahrung echt scheiße und mir hat es gerade eine Kampagne zerlegt, weil ein Spieler v.a. individuelle Ziele verfolgt hat und diese über Partyziele gestellt hat. Ich werde meiner Gruppe - wenn wir spielen - verpflichtend (!) Gruppenziele aufbrezeln und tunlichst vermeiden, dass Ziele entgegenlaufen. Das Kapitel lässt mich deswegen ein bisschen mit gemischten Gefühlen zurück. Es stellt ganz zentrale Spielemente dar, weil diese Ziele eben die XP generieren, hat dabei aber ein bisschen zu viel Nähkästchenplaudere in meinen Augen. Es gibt zwar Hinweise, wie man die Ziele genau definieren kann (S. 77), aber so ganz warm werde ich noch nicht mit dem Gedanken, XP so zu verteilen.



Jetzt gehen wir mal an 7- Character Creation.

Das Buch gibt uns erst einmal einen Überblick über die Schritte und gibt noch einen Hinweis, wie man einen Charakter bauen sollte:
Zitat
By the end of character creation, you should have at least a few skills at 70. Otherwise, you might be a little too spread out and generalized. You should
ensure you have a variety of usable Social skills, too. Not all conflicts are violent, and relying only on a single well-developed Social skill will hamstring you in social encounters. (p. 79)
Man kann zu Beginn des Spiels die 70 nicht überschreiten und maximal 5 in Strands haben.

Und weil wir ja Aagenhart schon kennen, bauen wir ihn jetzt.

Schritt 1: Envision Concept & Assign Starting Skills
Aagenhart ist ein Schatzsucher, Glücksritter und Überlebenskünstler. Er will sich durch das Erkunden von Ruinen der Duanan Seethe und dem Verkaufen der erbeuteten Schätze ein ruhiges Leben aufbauen, aber eigentlich braucht der den Kick. Aagenhart wirkt auf den ersten Blick dumm, grob und schlicht, wobei das eher eine Maske ist, die er aufsetzt, weil er gelernt hat, dass sein Leben oftmals leichter ist, wenn die Leute ihn unterschätzen.
Ich darf nun in jeder Kategorie einen Skill mit 30 belegen und den Rest mit 20. Magie ist ausgenommen, das kommt dann später.

Aagenhart nutzt am liebsten den Speer (ich schätze aktuell: Melee Heavy, ich steiger das nun mal), beim Erkunden von Ruinen hilft Perception ebenso wie Ancient Lore und bei Social nehme ich Deceive, weil er ja manchmal/oft/regelmäßig den Brute mimt.

Schritt 2: Choose a Race
Dann wähle ich meine Abstammung*, ich entscheide mich für Menschen, man könnte auch würfeln (70% Mensch, 10% Half-Orc, 10% Zwerg, 5% Oger, 4% Bolg Fiir, 1% Displaced). Spannend finde ich hier, dass Halborks genauso wahrscheinlich sind wie Zwerge.
*Das Buch nutzt den Begriff Race und verweist darauf, dass man gerne auch anders dazu sagen darf: „ Race (or ancestry, or kin, or whatever term you prefer)“ (p. 56).

Als Mensch darf ich einen Skill mehr Savvy machen (Savvy wird mit S neben dem Skill markiert und bedeutet, dass ich schneller steigere, dazu später mehr), ich darf in irgendeiner Fertigkeit meiner Wahl ein Expertise mehr haben, also bis zu 5 (das markiere ich mit x) und ich kriege ein Talent mehr. Da ich keine Ahnung von den Kulturen habe, würfle ich einen w100 und bekomme 64 - Old Vestrian: „The Old Vestrians, clinging to a glorious past, while ignoring the rot that corrupts the heart of their ancient realm.“ Passt ja recht gut zu meinem Charakterkonzept, ich kann damit Low Vestrian mit 70 sprechen und High Vestrian auf 20. Low Vestrian ist so ein wenig das Common des Spiels zu sein, jeder Charakter kriegt Low Vestrian auf 20.

So sieht unser Char derzeit aus:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


Schritt 3: Choose 2 “Ability Scores”
Weiter geht’s, wir legen jetzt unsere Ability Scores fest.


Wait, what? Ability Scores? Wir haben doch keine Abilities!
Abilities in TBE bezeichnen eher eine Veranlagung und machen sich in verschieden Boni bemerkbar. Wir erhöhen alle angegebenen Skills, kriegen 1 Expertise und wählen ein Talent sowie einen Deskriptor für Personality Traits, die dann später wichtig werden.
Die Ability Scores heißen *hüstel*: Strength, Dexterity, Constitution, Intelligence, Wisdom und Charisma. Es ist halt schon ein Spiel, das sich an die US-amerikanische Crowd richtet, aber ich finde es eigentlich ganz witzig, das Kontext der Ability Scores so einzubauen. Ich kann sie würfeln oder wählen, zwei kriegt man und ich nehme mal Strength und Charisma.
Ich erhöhe die Skills, bekomme zweimal Expertise (dran denken: das startet bei 2 - ich wähle Deceive und Melee: Heavy), bekomme zwei Talente (Strong Back, weil es zum Reiseaspekt passt und meine Inventur Encumberance von 6 auf 8 erhöht, und Feint, weil es Kampf mit Deceive kombiniert) und wähle zwei Deskriptoren (Brutish, wobei ich da mal schauen muss, wie gut das passt, und Natural Leader, weil nix sonst bei Charisma gut gepasst hätte).

Der nächste Schritt ist also getan:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Schritt 4: Determine Attributes
Attribute sind „Max Resolve, Initiative, Toughness, Death Threshold, and Lethality Level“ (p. 87), wobei sich letzteres vom Death Threshold ableitet. Die fünf Attribute werden beschrieben und ich darf 5 Punkte drauf verteilen, ich nehme 2 auf Resolve (daraus wird dann 10 Basis + 2/Punkt —> 14), 0 auf Initiative (bleibt bei Basis +10), 2 auf Toughness (Toughness startet bei 0 und wird um 1 pro 2 Punkte erhöht, also 1) und den letzten auf Death Threshhold (startet bei 20, +2/Punkt —> 22). Mein Lethality Level liegt dann bei 8.

Schritt 5: Pick a Cultural Background
Als nächstes wählt man einen kulturellen Background, aus dem man kommt, und hier gibt es vier Alternativen: Civilized, Urban; Civilized, Rural; Barbarian; Wanderer
Ich entscheide, dass Aagenhart ist aus einer ländlichen Gegend ist und entsprechend nutze ich Civilized, Rural.

Kleiner Zwischenkommentar: Durch das Charaktererschaffungskapitel werden immer wieder Bilder eingesprengselt, die genau mit diesen kulturellen Background-Begriffen arbeiten, z.B.: "HUMAN GODBOUND; CIVILIZED, RURAL; MARKRONIA, OLD VESTRIA; LANGUAGE: LOW VESTRIAN" - ich finde das eigentlich ganz cool, um ein Bild davon zu bekommen, was sich die Designer so unter den vier Kulturen optisch vorstellen.
 
Ich verteile die Boni und entscheide mich bei der Auswahl, ein wenig auf Fernkampf zu legen und neige eher zu Arcana als zu Religion. Darüber hinaus würfle ich mein Startgeld aus (d4*10) und lande bei 20 Silbermünzen.

Und der nächste Schritt des Charakters:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Schritt 6: Roll for Life Events
Man darf nun drei Life Events auswürfeln, einmal Origins, einmal Youth und einmal Recent.
Was mir dabei sehr gut gefällt: Man sollte das in der Gruppe am Tisch machen. Denn man kann erwürfelte Life Events so umdeuten, dass sie zu einer gemeinsamen Geschichte werden - beide Charaktere bekommen dadurch einen Bonus und haben einen Grund, warum sie gemeinsam auf der Reise sind.
Ich bin ja vollkommen allein, darum würfle ich einfach dreimal und habe:

Origins - 78 - Blightmarked
Meine Familie hatte eine schreckliche Krankheit die sie versehentlich in ihrer Community verbreitet haben. Was war es und warum bin ich immun gewesen? Oder hat man es uns in die Schuhe geschoben? Ich kriege auf jeden Fall +10 Heal.

Youth - 32 - Terrible Vision
Ich hatte als Kind eine schreckliche göttliche Vision. Was war es und welchen Ort soll ich suchen, um diese Wahrheit aufzudecken? Ich bin entweder mehr dem göttlichen zugeneigt und steigere meine Piety, da ich aber eher zu Arcana tendiere, wähle ich +10 Inspire (passt auch zu meinem Natural Leader, hatte ich vorhin schon mal gesteigert)

Recent - 44 - Ancient Mystery
Ich habe in einer alten Ruine Zeichen gefunden, die Teil eines größeren Mysteriums sind. Was war es? Ich steigere entweder Perception oder Ancient Lore. Das ist nun schwierig, aber ich mach Ancient Lore, weil ich es stylischer finde, Perception ist als allerwelts-Ich-kann-alles-Skill spielerisch aber eigentlich sinniger.

Huch, da hat der Zufall aber schön was zusammengespielt, was ich eigentlich so nicht gedacht hatte. Vielleicht ist Aagenhart gar nicht Glücksritter sondern ein Getriebener - er hatte eine Vision: Vom Tod eines Gottes vielleicht? Ich muss erst das Götter-Kapitel lesen, aber es wird für mich schon irgendwie ein Schuh draus. Es gibt eine alte Prophezeihung, ein magisches Ritual oder ein Gegenstand oder eine Person, die diesen Gott töten will. Und Aagenhart weiß, dass es seine Bestimmung ist, dieses Geheimnis aufzudecken. Alles begann, als sein Vater in einer alten Ruine ein Amulett fand, das ihm die ersten Visionen beschert hat - aber sein Vater war zu schwach. Irgendetwas funktionierte nicht, das Amulett verströmte eine seltsame Krankheit und alle bekamen quälende Alpträume (die Krankheit aus Blightmarked). Nur Aagenhart war immun gegen den Einfluss. Bis er - unbewusst - das Wesen in seine Träume lies und die Vision erhielt. Sein Geist war stark genug, und seitdem folgt er dem Pfad, den die Visionen ihm zeigen. Ob er ihn bis zum Ende gehen wird, weiß er noch nicht.

Schritt 7: Select a Previous Career
Die Previous Career ist Ausbildung, keine Klasse, das Spiel macht deutlich, dass man das nicht so denken sollte. Man kann das zufällig würfeln, ich wähle aber den Ranger, das passt recht gut zu meiner Vorstellung von Aagenhart, er war lange alleine in der Wildnis unterwegs und hat Ruinen durchforstet.

Ich bekomme einen *-wise-Skill und wähle Ruin-wise, weil ich mich mit den alten Ruinen auskenne und ich darf Punkte verteilen: Combat 50; Adventuring 80; Social 30; Lore 40; Magic 0; 70 ist aber die Obergrenze. Danach darf ich noch Talents bekommen, ich nehme Armor Training I (lässt mich in auch mit Reinforced Leather noch Combat Maneuvers machen) und ich nehme mal Defender, weil mir der Gedanke gefällt, mit dem Speer auch mal Gegner auf Abstand zu halten. Hier bin ich mir nicht wirklich sicher, ob ich nur Combat Talents oder auch Combat Maneuver Talents nehmen darf, gehe aber von Ersterem aus. Mein zusätzliches Talent, das ich als Mensch bekomme, nutze ich für Literate. Ich muss ja in den Ruinen auch den ganzen Quark lesen können.
Ich nutze hier noch die beiden weiteren Boni als Mensch und mache Melee: Heavy Savvy, steigere es also schneller, und Deceive gebe ich die Special-Expertise, was bedeutet, dass ich da nun auf Exp5 gehen darf.

Man könnte hier auch auf Talents verzichten, um seinen Status zu erhöhen, aber erstens weiß ich nicht was das bedeutet und zweitens braucht Aagenhart keinen Status.

So sieht Aagenhart nun aus, nur echt mit 63 Athletics   ~;D
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Schritt 8: Rounding Out
Der letzte Schritt, um den Char abzuschließen: Ich kriege entweder nochmal ein Talent, oder Status oder 100sp und ich entscheide mich mal für 100sp, weil ich denke, dass Aagenhart kurz vor Spielbeginn einen Fund aus einer Ruine verkauft hat. Als Alter nehme ich Young, was mir Endurance erhöht, die Death Threshhold um 1 steigert sowie nochmal 70 Punkte zum Verteilen gibt.
Danach bekomme ich noch 3mal Savvy für Skills.

Schritt 9: Equip Your Character
Ich kriege einen Dagger, w3+1 Stücke Armor die ich tragen darf (bei mir 4), 2d4*50 Silber (bei mir 200) und dann übertragen wir die Werte, sobald wir im Ausrüstungskapitel waren.

Schritt 10: Assign Personality Traits
Man darf sich nun noch 2-3 Personality Traits aussuchen; diese sind nicht fix und können sich in der Kampagne verändern und mit dem Charakter mitwachsen. Ich kann in passenden Situationen einen Bonus durch diese Traits bekommen, ich kann aber auch - wenn ich sie negativ für mich auslege und den Test dann mit -20 mache - 1 XP bekommen.
Ich nehme Defiant (v.a. gegenüber Menschen des Glaubens) und Proud - hey, immerhin hatte er eine Vision. Er ist stolz, was er schon alles erreicht hat!

Schritt 11: Create Character Goals
Jetzt soll man seine Character Goals festlegen, man soll mindestens ein persönliches Goal haben und idealerweise auch Shared Goals. Da ich einen Einzelcharakter baue, mache ich mir erst einmal 2 Goals, man darf weitere im Spiel entwickeln und es wird vorgeschlagen, immer 3-5 aktiv zu verfolgen.

Langziel: Ich will das Rätsel um das Amulett ergründen - vier Ruinen fehlen noch.
Kurzziel: Ich weiß dass der Händler Kastor Navalle eine Karte hat, aber er will sie nicht rausrücken. Ich brauche das Teil!

Schritt 12: Status (Optional)
lol, ich hab keinen Status ^^ Status kann man im Spiel verwenden, um beispielsweise etwas zu „kaufen“, ohne Geld auszugeben oder aber, um soziale Gefälligkeiten bei Autoritäten und bei NPCs mit Einfluss zu bekommen, ich habe das Kapitel aber erst einmal nur überflogen.

Mal ein Zwischenfazit: Die Character Creation macht Spaß und ist richtig flexibel. Ich denke auch, dass es richtig fix geht, wenn man nicht nebenbei einen Roman für das Tanelorn schreibt - mein Ziel ist es, nochmal einen zweiten Char zu basteln und dabei mal die Zeit zu stoppen. Die Life Events klappen gut und geben viel Geschichte, bei mir hat das wunderbar gepasst. Und ich finde es auch gut, dass es Spieler dabei belohnt, wenn sie hier schon ihre Charaktere verbinden - was dann auch Shared Goals erleichtert -, das dämpft meine leichte Kritik von vorhin etwas ab.
Ich hab definitiv Lust, Aagenhart mal zu spielen. Ich bin zwar nicht bei vielen Skills auf dem vorgeschlagenen Maximum, aber ich denke, dass er schon ein paar Bereiche hat, wo er glänzen kann.
Ich war bisher der Meinung, dass man mit der Charaktererschaffung bei Against the Darkmaster schon sehr spannende und vielseitige Charaktere bauen kann, aber das hier ist nochmal ein Stück besser. Es wäre mal spannend, das Spiel zu nehmen und verschiedene Charaktere aus Film und Büchern nachzubauen.
« Letzte Änderung: Gestern um 23:06 von klatschi »

Online klatschi

  • Moderator
  • Legend
  • *****
  • Eichhörnchen auf Crack
  • Beiträge: 4.714
  • Username: klatschi
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #58 am: Gestern um 23:06 »
Ich musste den Post aufteilen wegen Zeichenzahl!!

8 - Experience & Advancement & 9-Equipment

Und schon sind wir bei 8 - XP und Character Advancement
Nachdem wir nun unsere Goals festgezurrt haben, stellt sich natürlich die Frage: Wie kriegen wir jetzt XP und was können wir dann damit machen?
XP bekommt man für das Verfolgen und Abschließen von Zielen (sehr schön: Shared Goals abzuschließen gibt mehr XP  :headbang:), für das Scheitern und das Aufgeben von Zielen, wenn man eine Revelation hat (ein Moment, der den Character stark verändert, seine Sichtweise verändert, oder ähnliches) und dafür, dass man eine Skill-Penalty für einen Personality Trait genommen hat. Ich schätze mal, dass man so 3-4 XP pro Session bekommt, manchmal mehr, wenn man Ziele abschließt.

XP gebe ich aus für Skill Improvements (kosten 1 XP, ich muss mit einem w100 über den aktuellen Wert würfeln wie bei Cthulhu/BRP(?); schaffe ich das, steigt der Wert um w4+1(+1 falls Savvy), schaffe ich es nicht, steigt er um 1(+1 falls Savvy). Ich kann für 3 XP auch eine neue Sprache bzw. einen neuen *-wise Skill auf 20 erlernen oder für 5 XP ein Talent kaufen. Expertise wird immer teurer, ebenso wie die Erhöhung von Strands.
Was mir hier sehr gut gefällt ist die Tatsache, dass ich mindestens immer 1 Punkt steigere; so fühlt sich der XP nicht vollkommen verschwendet an, gleichzeitig verdeutlicht es die Decke bei Skills ganz gut: Irgendwann wird es hart, viel dazuzulernen. Aus meiner Sicht lohnt es sich aber immer, bei wichtigen hochstufigen Skills in Savvy zu investieren, die 5 XP hat man dann schnell durch die Verdopplung der Steigerung drin.

Zu allerletzt für heute: 9-Equipment
Die Standardwährung ist Silber (500 Münzen sind 1 Encumberance) und es gibt Regeln für’s Feilschen beim Kaufen und Verkaufen (hier spielen SL wieder eine Rolle und ich merke gerade, wie hart Aagenhart hier ständig über den Tisch gezogen werden wird). Das Spiel nutzt Supply Dice für Gear (sowas wie Fackeln, Lampenöl, etc), Ammo, Medical, and Rations mit der Kette d12-d10-d8-d6 (ist glaube ich dieselbe wie bei Fortbidden Lands, oder?).
Es gibt ja Leute, die die Supply Dice kritisieren; ich finde, es hängt immer vom Setting und Spiel und Spielgefühl ab, das man erzeugen will. Bei heroischer Fantasy muss ich das nicht so genau tracken wie beispielsweise bei OSR. Ich habe es aber noch nicht länger als 10 Sessions im Spiel erlebt und kann mir daher erst mit mehr Spielerfahrung eine Meinung bilden.
Das Spiel erklärt dann noch ein bisschen was zu Encumberance, man hat grundlegend 6 Inventory Encumberance, 6 Weapon Encumberance (At Hand, kann schnell gegriffen werden) und Rüstung erzeugt Bulk, der die Initiative verringert. Man hat jeweils einen Supply Die für die vier Kategorien, will man mehr mitnehmen, aus Sicherheit, kostet das 2 Inventory Encumberance, etc. pp. Ich gehe hier nicht ins Detail, aber ich finde das ein passables System, besser als Gewicht rechnen und fast so gut wie Slot-Based bei Dolmenwood (das quasi dasselbe Prinzip ist, aber auf einen Blick die Mali durch zu viel Gewicht abbildet).

Ich möchte hier noch ein Zitat aus dem Buch anfügen das super zur Diskussion um die Armbrust passt:
Zitat
Just as I make no attempt to simulate a realistic economy in this fantasy world, neither do I make any attempt to simulate “realistic” weapons or armor. This is still a fantasy game, and that means embracing fantasy concepts of how armor actually works. The old tropes win out over HEMA-approved historicity here, my hardcore simulationist friends! (p. 131)
Es sei jedem natürlich freigestellt, dass man die Darstellung dumm findet. Dem Autor ist das aber scheinbar aktiv egal ^^

So, ich kaufe jetzt mal ein.
Einen Dagger habe ich ja umsonst und übertrage die Werte. Sehr spannend: Jede Waffe hat eigene Werte für verschiedene Combat Maneuvers:
Zitat
CL: Choose Location requirement in SLs
CS: Circumvent Shield requirement in SLs
DIS: Disarm requirement in SLs
T: Trip requirement in SLs

Ich bin gespannt, wie oft das dann zum Tragen kommt, dass da jede Waffe leicht anders ist, kommt mir zwar schon ein wenig simulationistisch vor, aber es ist ja auf dem Character Sheet.

Ich stelle jetzt fest, dass der Spear Melee: Medium ist und wechsle die Werte zwischen Medium und Heavy ^^ (ich hätte ja blättern können, hab das ja gelernt, siehe oben, aber ich war zu faul  ~;D - DER Beweis, dass das ganze hier nicht gestaged ist, sondern ich einfach unterschreibe wie es mir in den Sinn kommt) und kaufe mir dann einen Speer für 60 und einen Kurzbogen für 50.

Insgesamt sind von meinen 245 Silbermünzen nun noch 135 übrig.

Für meine 4 Rüstungsstücke nehme ich Reinforced Leather am Köper und reduziere dafür Dodge und Stealth um je 5 Punkte, darunter eine Quilt-Jacket (gebe also den beiden Armen Quilt Armor). Der Helm ist auch Reinforced Leather. Die Beine werden mit Padding versehen (kostet je 20 SP), das schützt zwar so gut wie nicht, aber woher soll nur das Geld kommen?
Insgesamt komme ich auf 9 Bulk (3 Helm, 3 Körper, je 1 Arme, je 0,5 Beine), die Initiative wird um ein Drittel reduziert - in meinem Fall also 3 geradeaus.

Ich habe noch 95 Silber übrig.

Dann erhöhe ich mein Gear Supply noch um 3 Schritte auf einen w12, das passt für einen Ruinensucher, kostet 30 Silber, Rations um 2 (10 Siber) und Ammo um 2 (10 Siber) sowie Medical um 2 (6 Silber).

Ich habe noch 39 Silber übrig und die will ich sparen - eine Nacht in einem Inn kosten 10 Silber und das will ich mir hier und da leisten können.

Und so sieht der gute Aagenhart nun am Ende aus:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ob er irgendwas kann, wird sich herausstellen.



The Good: Die Charaktererschaffung macht Spaß und scheint richtig flexibel. Man kann oft genug einzelne Punkte verteilen, um genau „sein Bild“ eines Charakters abzubilden, die Schritte scheinen mir schnell und logisch. Man sollte wegen der Life Events ein bisschen Flexibilität mitbringen, doch auch da gilt: Super, sehr evokativ, da kann man was mit machen. Die Life Events geben auch gute Hinweise für die Definition der Ziele. Dass man beim Steigern auch im blödsten Fall einen Prozentpunkt bekommt, finde ich gut und es ist definitiv besser als die Steigerungen bei WFRP (wo ich immer mehr XP zahle, je öfter ich gesteigert habe, was bedeutet, dass ich das Nachhalten muss). Da erscheint mir das Drüberwürfeln die Idee des verlangsamten Kompetenzgewinns besser und einfacher abzubilden. Und dem alten DSAler in mir geht eh das Herz auf.  ;D
The Bad: weiterhin noch nichts wirklich schreckliches, aber so richtig ins Nitty Gritty kommen wir ja jetzt erst. Ich bin sehr auf die verschiedenen Kampf-Stats der Waffen gespannt!
The Ugly: Die Tatsache, dass Party Goals nicht verpflichtend sind und nur angeraten werden ist für mich schon etwas, was ich ändern werde. Wenn man schon alles um die Ziele der Charaktere herum aufbaut, dann macht es Sinn, da auch Shared Goals zu verpflichten. Es wird aber zumindest mit den XP belohnt. Der Aufbau des Buches kam hier aber schon an seine Grenzen, es hat seine Vorteile, wenn die Setting-Beschreibung vor der Charaktererschaffung steht, da ich mehr Infos habe, aus denen ich meine Ideen generieren kann. Ja klar, Blättern geht, aber ich sehe hier zumindest klare Vorteile bei Setting vor Charaktererschaffung, gerade wenn ich mit einem Life Event System arbeite.



Next up: 10 - Combat und 11 - Wounds, Healing & Peril
das muss aber bis nach dem Wochenende warten, wir haben ab morgen Besuch und der Post war jetzt echt ne kleine Hausnummer ^^

Offline Outsider

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.227
  • Username: Outsider
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #59 am: Heute um 00:10 »
Wobei es über die ausufernd verregelten Teilbereiche in der Spielpraxis höchstwahrscheinlich doch "weiche" Klassen gibt.

Ich bin nicht mehr dazu gekommen vor klatschi zu antworten. Aber die Berufe (so nenne ich sie mal) sind allein für die Charakterentwicklung interessant um dem Spieler eine klar umrissene Rolle an die Hand zu geben, mehr nicht. Ich sehe da noch keine "weichen" Klassen. Das kann sich evt. noch ändern wenn ich zu Erfahrung und Steigerumgen komme, ich denke aber man wird nicht auf den Beruf beschränkt bleiben oder auf eine Auswahl welche nur einer "weichen" Klasse zusteht.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Online Mr. Ohnesorge

  • Mythos
  • ********
  • Nordlicht
  • Beiträge: 10.965
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Grinder
    • Meine itch.io-Seite
Re: klatschi liest "The Broken Empires"
« Antwort #60 am: Heute um 07:16 »
Die Charaktererschaffung klingt spannend, insb. in der Verzahnung mit Goals.

Bei einem d100-System aber ggf. nach einer Session drei Skills nur um jeweils 1 steigern zu können, ist allerdings totaler Abfuck. Das ist ja unfassbar langsamer Kompetenzzuwachs....
"These things are romanticized, but in the end they're only colorful lies." - This Is Hell, Polygraph Cheaters

https://negativeblack.itch.io/the-sunken-scriptorium-a-dungeoncrawl-for-shadowdark-rpg
https://negativeblack.itch.io/against-the-saurian-king