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Erfahrungsbericht: Universalis
Lord Verminaard:
Okay, Übung macht den Meister, das ist sicher richtig. Und nicht nur den Meister, sondern auch den Erzählspieler. :D Wobei mir das mit den Vorabsprachen immer noch nicht so richtig gefallen will. Soll nicht auch beim Erzählspielern noch Raum für Überraschungen bleiben? Beeinflusst nicht der Ausgang eines Konflikts den Verlauf der Story entscheidend?
Klar, wenn ich SL-e, plane ich auch im Voraus. Aber ich mache eben gerade kein Railroading, d.h. es kann nachher ganz anders kommen, als ich geplant habe. Und das liegt daran, dass die Spieler meinen Plan eben gerade nicht kennen. Wenn aber der Plan gemeinsam besprochen wird, dann wird hinterher auch keiner mehr davon abweichen. Diese Perspektive finde ich nicht so prickelnd.
Schwules Lesbenpony:
Ich kann jetzt nicht für meine Vorredner sprechen, aber die Planung und Vorabsprachen beim Erzählspiel sehe ich nicht auf die Story im Sinne eines Plots bezogen. Denn der Sinn des Erzählspiels - in meinen Augen - ist ja die Schaffung der Story und damit des Plots im Spiel (Narr lässt grüßen).
Eine sinnvolle Vorabsprache beim Erzählspiel wäre z.B. die (von Dir so verdammte) Prämisse. Wir spielen ein Erzählspiel und einigen uns darauf, Ehre als Thema und Ausgangspunkt für die Prämisse zu nehmen.: Was würdest Du für die Erhaltung Deiner Ehre opfern? Wie weit würdest Du gehen, um als ehrenvoll zu gelten? Was würdest du tun, wenn Du Deine Ehre verloren hättest, um sie wieder zu gewinnen?
Bei der Ausgestaltung des Plots gilt es als Vorabsprache, dass die Storyelemente, die wir schaffen, sich mit diesen Fragen beschäftigen sollen. Auch wird es dann klar, dass wir Szenen und Aktionen schaffen wollen, die diese Prämisse thematisieren und immer wieder neu beleuchten.
Beispiel: Der große Krieger Zhou gilt als besonders ehrenvoll. Er ist einer jungen Dame aus dem Hause Mei-Lio versprochen. Da wäre es doch spannend zu schauen, was passiert, wenn die Familie Mei-Lio entehrt würde.
Hier gibt es keine Planung der Story im Voraus. Nichtsdestotrotz haben alle Spieler einen Leitfaden für die Szenengestaltung. Genau diese Art der Absprachen, dynamischer Absprachen bedarf großer Übung, und zwar von allen Spielern. Das ist genau der Punkt, den Fredi trifft: Im klassischen RPG fällt diese Art der Übung und Arbeit dem SL zu. Warum wohl gibt es mehr Leitfäden, Tips, Ideen und auch Fragen zum "besseren Meistern", und so gut wie keine fürs "bessere Spielen"?
Gast:
--- Zitat von: Caynreth am 13.11.2004 | 16:51 ---Ich kann jetzt nicht für meine Vorredner sprechen, aber die Planung und Vorabsprachen beim Erzählspiel sehe ich nicht auf die Story im Sinne eines Plots bezogen. Denn der Sinn des Erzählspiels - in meinen Augen - ist ja die Schaffung der Story und damit des Plots im Spiel (Narr lässt grüßen).
--- Ende Zitat ---
Du übersiehst hier dass diese "Vorabsprachen" Teil des Spieles sind. Sprich wenn man beim "Vorabsprechen" die Geschichte erschafft ist das im Spiel geschehen - Director Stance lässt grüssen... >;D
--- Zitat ---Eine sinnvolle Vorabsprache beim Erzählspiel wäre z.B. die (von Dir so verdammte) Prämisse. Wir spielen ein Erzählspiel und einigen uns darauf, Ehre als Thema und Ausgangspunkt für die Prämisse zu nehmen [...]
--- Ende Zitat ---
Das ist ja das spezielle an Universalis! Dort beginnt das Spiel vor diesem Punkt und die Spielmechanismen regeln bereits diese "Vorabsprache".
Miriamele:
Ähm, auf die Gefahr hin, dass der Thread gleich explodiert oder irgendwas anderes schlimmes passiert: Was ist eine Prämisse? ??? Nö okay, ich hab das Hick-Hack im GNS Thread gelesen. ;D Ich sage nicht, dass ich es verstanden habe, aber ich habe es gelesen. ;)
Ich kann aber den Punkt des Lords schon verstehen, dass man keine Konstanz in die Darstellung hineinkriegt, wenn alle Charaktere reihum gereicht werden wie ein Joint. Dieser Kritikpunkt richtet sich also nicht gegen Narrativismus an sich, sondern eher gegen das SL-lose Spiel, was ja zwei paar Socken sind.
Denn egal ob man es Prämisse oder Thema nennt: Eine Geschichte über Ehre zu erzählen, macht noch keine guten Charaktere. Und gute Charaktere sind nun mal das Herz und der Pulsschlag jeder guten Geschichte. Ich habe ja nun nur euer Log gelesen, aber es ist Universalis anscheinend immanent, dass die Charaktere am Anfang ziemlich konturlos sind. Das ist ein nicht wegzudiskutierender Nachteil. ::)
Schwules Lesbenpony:
Nur um kurz auf das Charakterproblem einzugehen: Man kann sich in der Vorbereitungsphase wesentlich mehr Zeit lassen und dort alles soweit ausgestalten, wie es der Gruppe passt. Damit bekommt man so viele Konturen, wie man haben will. Wir hatten uns im IRC für eine sehr kurze Vorbereitungszeit entschieden, weil IRC halt alles länger dauert und wir mitten ins Erzählgeschehen wollten.
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