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Die schlimmsten Bücher aus den Bereichen Fantasy - Science Fiction
Xemides:
Der Hobbis ist halt eindeutig als Kinderbuch geschrieben, er hat ihn ja auch zuerst seinen Kindern erzählt. Den Herrn hat er auch als Kinderbuch begonnen (das merkt man den ersten Kapiteln ja auch noch an, etwa bis Bruchtal), dann wird es zum Erwachsenenbuch.
Wie bei vielen Autoren muss man halt auch die Zeit dazu sehen, in der es geschrieben wurde. Da darf man sicher keine modernen Ansprüche dran stellen.
Und bei Tolkien kam halt noch der Wissenschaftler hinzu, der er war. Das hat seine Schreibe sicher beeinflusst.
Was die Sekundärlitaratur angeht, das Silmarillion hat ja sein Sohn herausgebracht und aus den NOtizen seines Vaters ein halbwegs lesbares Buch gemacht. Wenn man dann Nachrichten aus Mittelerde daneben legt, wird es ganz schlimm. NAM ist völlig unbearbeitet und besteht zur Hälfte aus Anhängen und Anmerkungen.
Jiba:
--- Zitat von: Xemides am 7.03.2012 | 08:56 ---Der Hobbis ist halt eindeutig als Kinderbuch geschrieben, er hat ihn ja auch zuerst seinen Kindern erzählt.
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ich bin ehrlich (ist eigentlich einen eigenen Thread wert): Diese ganze "Es ist halt ein Kinderbuch"-Argumentation geht mir so auf die Nerven. Das muss ich wie auch TeichDragons-Aussage aus dem DSA-Blubberthread stark relativieren: Ich habe mich in meinem Studium mit Kinder- und Jugendliteratur beschäftigt, wenn auch nur im Rahmen eines Hauptseminars + 1 Vorlesung, aber das war schon recht ergiebig, denke ich. Was ich dabei festgestellt habe ist folgendes: Diese ganze "Wir müssen Kinder anders behandeln als Erwachsene, die haben andere Ansprüche, die wollen gar keine Komplexität oder Spannung in der Handlungsführung" ist eine Denke die sich aus der Aufklärung Romantik (nochmal nachgeschaut, damit ich keinen Bullshit schreibe) in die 70er Jahre rübergerettet hat und die ich überhaupt nicht teile. Auch Kinder sollen mit Dingen wie Tod, Trauer, Konflikt und Spannung konfrontiert werden: Gerade in Büchern. Klar muss die Darstellung behutsam und überlegt vonstatten gehen, aber wenn man eines festhalten kann, dann, das Kinderbücher sich von Erwachsenenbüchern abgesehen von der Sprache oder der Darstellung von Lebenswelten gar nicht unterscheiden müssen. Besonders Autoren, die für beide Gruppen schreiben, Peter Handke, Erich Kästner, etc. sahen sich häufig mit dem Vorurteil konfrontiert, dass das Schreiben für Kinder irgendwie als weniger schwierig oder gar wertvoll wahrgenommen wurde, als das Schreiben für Erwachsene - nur um dann zu antworten, dass der Unterschied eigentlich allein in der Sprache liegt. Und dem schließe ich mich an. Kinder haben ein Recht nicht mit schlecht geschriebener Literatur für dumm verkauft zu werden. :P
Callisto:
@Jiba: Erinnert mich an die Geschichte vom Kind, dessen Eltern dem Kindergarten verboten hatten, diesem Märchen zu erzählen, aus Angst, es würde davon Komplexe bekommen. Eines Abends will das Kind nicht schlafen und heult vor Angst. Auf die Frage, warum es Angst hat, antwortet das Kind "Da ist ein Komplex unter meinem Bett". Soviel dazu.
Niniane:
--- Zitat von: Jiba am 6.03.2012 | 23:41 ---Der kleine Hobbit
Ich lese gerne Fantasy für Kinder - die finde ich in der Regel sogar besser als solche für Erwachsene, weil die Autoren hier lieber experimentieren und nicht irgendwelche Fantasyklischees bedienen müssen. Aber sorry... ich weiß, dass ich als Kind den Hobbit nicht durchgehalten habe und fange gerade, da der Film ja auch bald kommt, nochmal damit an... und was soll ich sagen: Dieses Buch ist so richtig gut aber auch nicht. Zunächst einmal hat Tolkien zwar eine blühende Phantasie, aber so richtig ausdrücken kann er sie nicht. Die Sprache ist mir nicht bildhaft genug: Wenn ich überlege, welche Bilder und Filme mir Autoren wie z.B. Michael Ende in den Kopf setzen und dann Tolkien daneben lege: Dröge, langatmig und vor allem ständig abschweifend (aber nicht auf die gute Prachett-Art, sondern eher so belanglos, irgendwie, weiß nicht)... und ich habe den "Herrn der Ringe" insgesamt eher gerne gelesen, obwohl der auch seine Macken hat. Aber den Hobbit kann ich einfach nicht ernst nehmen. Alles wirkt so unmotiviert, vor allem wie sich die Figuren so verhalten. Ich habe ja gedacht die Zwerge kriegen nach und nach Persönlichkeit, aber Fehlanzeige. Habe jetzt gut die Hälfte durch und an denkbaren Szenen war irgendwie nichts dabei. Der "Herr der Ringe" war von der ersten bis zur letzten Seite reine (wenn auch nicht besonders einprägsam geschriebene) Mythologie, der "Kleine Hobbit" ist, so wie ich das bislang wahrnehme, wahrscheinlich eher überschätzt. Hey, er ist immer noch besser als ein Großteil der restlichen Fantasyliteratur da draußen, aber er ist, naja, ich werde da irgendwie nicht warm mit... :q
--- Ende Zitat ---
Zum Hobbit und auch zum Herrn der Ringe ist zu sagen: Tolkien war kein SChriftsteller im herkömmlichen Sinne. Der Mann war Professor für Anglistik und hatte die Idee, einen englischen Mythos zu schaffen. Wer den Herrn der Ringe mal im Original gelesen hat, merkt auch, dass das jetzt nicht unbedingt die hohe Kunst der Belletristik ist imho. Die Zwerge im Hobbit sind auch sehr an die Edda-Zwerge, ihre tatsächlichen Vorbilder angelehnt, der einzige, der wirklich charakterisiert wird, ist Thorin, und um zu dem Zugang zu finden, brauchte ich erst Blind Guardian: "The king under mountain will risk a great war / Oh what a fool, he's losing control"
Aber: Tolkien war ein genialer Weltenbauer, und er hat den Titel "Vater der modernen Fantasyliteratur" schon allein deswegen verdient. Und "In a hole in the ground, there lived a hobbit" ist für mich ein moderner Klassiker.
Im übrigen habe ich mich beim deutschen Silmarillion durchgequält und beim englischen Rotz und Wasser geheult.
Jiba:
Ich will auf keinen Fall Tolkiens Talent als Weltenbauer in Abrede stellen. Nur sein schriftstellerisches Talent.
Das Silmarillion finde ich übrigens auch trocken, aber doch großartig.
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