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D&D ist Doof (geworden)

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Thalamus Grondak:

--- Zitat von: Selganor am 28.09.2005 | 10:16 ---Und wenn so eine Aktion 3-4 Monate spaeter nochmal kommt kann es sein dass du dich an die letzte Aktion erinnerst und denselben Wert sagst oder eben nicht und vielleicht einen anderen Wert angibst.
"Spielleiterwillkuer" (oder Spielleiterentscheid) eben...
Also nix was ein Spieler (bzw. dessen Charakter) im Vorhinein "abschaetzen" kann.

--- Ende Zitat ---
Da Hatte ich und meine Spieler noch nie ein Problem mit, vielmehr fing die Angst um Spielleiterwillkür erst mit der 3rd an. Denn dort hatten sie genaue Regeln für jeden mist, und wehe der SL schüttelt mal einen Wert aus dem Ärmel. Alle probleme die es bei AD&D gab konnte man sehr gut mit GMV lösen. Mit einführung von D&D haben die Spieler und auch ich den GMV immer mehr gegen den D20 eingetauscht. Inzwischen bin ich so Blockiert, das ich ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich ein Monster dessen Werte ich nicht kenne mal einfach so aus dem Ärmel schüttle.
Was das nihct abschätzen können angeht. So ist das ein guter Simulator für die Kampfsituation, in einem echten Kampf kann der Kämpfer auch nicht immer abschätzen, wie sich sein verhalten genau auswirkt, und ausgeglichen wird dieser Nachteil durch die viel längere Zeitspanne, die die Spieler haben, um sich ihre nächste Handlung zu überlegen.
Bei mir ist es relativ egal, wen oder was sie bekämpfen, meine XP vergabe funktioniert noch genauso, wie zu AD&D Zeiten:
Fester Wert für das Abenteuer an sich + Boni für bestimmte "Extra Aufgaben" + Rollenspiel.

Jens:
Thalamus, weiß du wie du dich anhörst, ganz ehrlich? Du hörst dich an wie ich, als ich damals von DSA3 auf DSA4 umgestiegen bin, da war/ist das Problem dasselbe :D (Wert für jeden Scheiß, im Grunde kann man ALLES nachschlagen weil es für alles Regeln gibt) und ich habe Dossiers darüber geschrieben, mich in Foren (nicht hier) ausgekotzt darüber und so weiter bis ich herausgefunden habe: man KANN das System durchaus spielen. Ich hab nur den "implizierten Stil" geändert, das den Spielern gesagt und es lief wunderbar. Seit das Regelbuch keine Autorität mehr ist, geht alles viel flüssiger und schöner. :)

peukster:
vielleciht nur in zügen wie wir die 3. edition für uns nutzen:

bei uns gibts keine tabletopkämpfe. kippenpäckchen, bleistifte und würfel ergeben den spielplan, wenns mal zu kompliziert wird. gelegenheitsangriffe und ihre anwendung sind stark eingeschränkt, sogar so stark, dass einige talente relativ nutzlos werden (kampfreflexe zb).

aktionen wie bullrush und overrun werden fast komplett durch vom spielleiter improvisierte würfe entschieden.

kein extremes multiclassing oder prestigeclassing (?  ;)) um ein wertekonzept auf die beine zu stellen.

...

am ende steht ein system, bei dem nicht für jede aktion das regelbuch konsultiert werden muss und im prinzip haben wir uns das spielgefühl von ad&d "konserviert", nur einfach mit ausgewogenen regeln.

Asdrubael:
Jens, genau so sehe ich das und genauso spiele ich das. :d

Wir benutzen ein großes Combat raster und haben auch für jeden SC eine Miniatur. Als Warhammerspieler hab ich kein Problem, viele Figuren aufs Feld zu bringen. Das klappt alles und ich drucke auch mal Grundrisse auf Folie, die dann auf das Raster gelegt wird, um besondere Schauplätze darzustellen. Sonst werden Dinge einfach mit Folienstift aufs Raster gemalt und gut ist.

Und der Vorteil ist, dass niemand den Überblick verliert :D

Boba Fett:
Über die Qualitäten des D&D Regelwerkes zu diskutieren ist etwas müßig.

Die Frage, die sich ein Spieler stellen sollte ist, ob das Regel-System seinen Bedürfnissen entspricht.
Dann kann man noch prüfen, ob sich die bedürfnisse anpassen lassen, oder vielleicht die Regeln anpassen lassen.
Wenn auch das nicht hinkommt, sollte man zu dem Schluß kommen, dass man sich ein (für die eigenen Bedürfnisse) besser geeignetes System zulegen sollte.

DnD ist Konfliktorientiert (gamistisch), legt den Schwerpunkt auf Wettbewerb (Kampf, Skills, etc.).
Man kann DnD nehmen um es xbeliebig zu spielen, aber man wird vom System nicht dabei unterstützt.
Das ist okay so, man muss es nur wissen.
Es gibt viele Spieler, die wettbewerbsorientiert spielen und eine Menge Spaß daran haben.
Für die Spieler ist DnD sehr gut geeignet.
Natürlich verleitet ein wettbewerbsorientiertes Spiel auch dazu, sich möglichst optimal auf die Wettbewerbe (Konflikte)vorzubereiten. Eine Optimierung (min- maxing) ist auch nichts schlechtes.
Probleme gibt es immer dann, wenn jemand mit der wettbewerbsorientierung nichts anfangen kann. Ist dieser jemand ein einzelner in der Runde hat er ein Problem, weil er beim Wettbewerb nicht mithalten kann.
Ist eine ganze Runde (oder der Konsens der Runde) nicht wettbewerbsorientiert, wird es sicherlich Systeme geben, die besser geeignet sind, als D&D.
Das alles macht D&D zu keinem schlechten Spiel.

Man kann es vielleicht so sehen:
D&D ist ein Panzer.
Er ist auf Konflikt ausgelegt und demenstsprechend wurde darauf geachtet, dass er genau diesen Ansprüchen genügt.
Er ist groß, klobig, laut, hart gefedert, unbequem, aber zum "Kämpfen" toll.
Für Kampf und Konfliktsituation ist er sehr gut geeignet.
Man kann sicherlich auch damit zum Supermarkt zum Einkaufen fahren oder in die Stadt ins Büro. 
Aber dafür ist er nicht gedacht.
Vielleicht lässt er sich auch "polstern", "schneller machen", "leiser machen", aber das sind Dinge die bei einem Panzer unwichtig sind.

Wenn jemand eine Limusine möchte, weil er gern bequem sitzt, sollte er nicht DnD fahren.
Wenn jemand einen Transporter will, weil er möglichst viel transportieren will, sollte er nicht DnD fahren.
Wenn jemand einen Sportwagen will, der schnell und rasant ist, soll er nicht DnD fahren.
Wenn jemand einen Kleinwagen braucht, um gut einen Parkplatz in der Innenstadt zu finden, ist DnD auch nicht geeignet.
Und über den Preis eines Panzers darf man sich auch nicht ärgern.

Manchmal ist ein DnD fahrer irgendwann unzufrieden, weil sich seine Ansprüche ändern. Er will dann eben keinen Panzer mehr fahren, sondern Limusine, Kleinwagen oder Transporter.

Das DnD System ist deswegen nicht doof.

Es sind die Ansprüche die sich geändert haben.

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