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D&D ist Doof (geworden)

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Boba Fett:

--- Zitat von: Toastbrot am 28.09.2005 | 14:26 ---Und Thalamus hat ja nun eindeutig klar  gemacht worum es ihm in diesem Thread geht:
Erfahrungsaustausch um im Anschluß daran Lösungsansätze zu erarbeiten.

--- Ende Zitat ---
Okay:
Erfahrungsaustausch... 8)

Ich habe lange (ca. 1,5 Jahre) D&D 3E (nicht 3.5) gespielt und geleitet und bin am Ende der Kampagne (Charaktere waren um die Stufe 15) zu dem Schluß gekommen, dass D&D (in meinen Augen) irgendwie doof ist.
Das Regelsystem hat meine Spieler dazu gebracht, nur noch in Schubladen zu denken, die einzelnen Charakterwerte auf Effektivität zu vergleichen und sich nur das Beste rauszusuchen.
Das Rollenspiel verkam zu einem taktischen und strategischen Schlagabtausch. Strategie darin, sich den möglichst optimalen Charakter zu schaffen, Taktik in den Kampfsituationen, um sich so zu bewegen, dass man die meisten Vorteile rausholt.
Die Spieler waren auf ihren Vorteil aus und bewerteten alles nur noch aus dem Auge der Konfliktbewältigung.
Es wurde auch interagiert, aber da diese Elemente kaum Spielwertrelevanz besaßen wurde das eben ausgespielt, aber spielte keine Rolle in der Charakterentwicklung.

Mein Fazit war, dass ich D&D nicht mehr spiele.

Die Konsequenz war, dass sich dieses Verhalten in den nächsten beiden Kampagnen auch noch fortsetze, aber langsam abschwächte.
Ich hatte soetwas bei meiner Runde zuvor noch nicht erlebt und wir haben auch vorher schon Rollenspiele gespielt, in denen man durchaus Minmaxing betreiben konnte (Earthdawn beispielsweise).
Inzwischen hat sich das Verhalten wieder eingerenkt, aber ich muss ehrlich sagen, D&D steht jetzt auf meiner schwarzen Liste.

Für mich persönlich habe ich gemerkt, dass ich immer mehr von dem "Wettbewerb"-Rollenspiel (Gameismus) wegkomme und viel mehr Wert darauf lege, "schöne" Geschichten zu spinnen. Das "ich stelle Euch eine Aufgabe und ihr müsst sie lösen" Denken geht mir inzwischen völlig ab.
Ich habe nichts gegen Abenteuer, wo es richtig zur Sache geht, aber ich sehe es nicht als Herausforderung möglichst viele oder schwere Gegner zu beseitigen. Ein echt heftiger Kampf sollte da stehen, wo er in der geschichte hingehört aber theoretisch kann er auch ohne Würfel ablaufen.
Dementsprechend ist D&D inzwischen überhaupt nichts für mich.

Vielleicht bin ich (36) einfach zu alt und entwickel mich inzwischen zu einem "Märchenonkel"... ;)

P.S.: All das habe ich in diversen Themen hier schon mehrfach zum Besten gegeben.

So, um nun Lösungsansätze zu finden:

Die Lösung ist ganz einfach: Setz Dich hin und überleg Dir genau, was und wie Du spielen möchtest.
Nimm die (Mit-)Spieler hinzu und beredet ob man diesbezüglich einen Konsens findet.
Dann überlegt, wie man dies am besten verwirklichen kann.
Und dann spielt konsequent danach.
Wenn es bedeutet, dass D&D doof ist, dann lasst die Finger davon.
Wenn es bedeutet, dass Ihr ganz ohne Würfel auskommt, ist das auch toll.
Findet heraus, wie ihr den meisten Spaß haben könnt und dann spielt auf diese Art und weise.
Und wenn Ihr wieder AD&D spielt, ist das okay.
Selbst wenn Ihr DSA (erste Edition) spielt.
Nur bitte lasst Die Finger von der Maske des meisters.
Die war damals schon bescheuert... ;D

Wenn Du weisst, wie Du spielen möchtest, können wir gerne gemeinsam bereden, wie man das umsetzt.
Wenn Du es nicht weisst, können wir gerne versuchen, herauszufinden, was Du am liebsten hast.
Aber bitte in einem separaten Thema.

Thalamus Grondak:
@Boba  :d
Besser hätteste du meine Gedanken nicht in Worte fassen können  ;D
Wäre nur noch hinzuzufügen, das ich durchaus noch vorhabe D&D zu spielen, da ich ja schließlich noch Halaster aus dem Unterberg vertreiben muß  >;D
Aber als System für eine Kampagne deren Story mir am Herzen liegt, werde ich von D&D Abstand nehmen.

Was die Lösungsansätze betrifft: Wie gesagt, in einem anderen Thread, z.B. dem hier

peukster:

--- Zitat von: Indras am 28.09.2005 | 13:07 ---@peukster: Alles schön und gut; aber sei mal ehrlich ihr habt nicht viele Diebe in eurer Gruppe.

--- Ende Zitat ---

doch wir haben eigentlich so gut wie immer einen dabei und natürlich büsst diese klasse bei uns eindeutig an effektivität ein, allerdings stehen dem dieb zb. immernoch möglcihkeiten des flankierens oder finten offen, um im kampf auch mal zu glänzen.

vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass wir uns tatsächlich der "spielleiterwillkür" unterwerfen und das mit system. wir haben nun mal das glück einen sehr fähigen spielleiter zu haben, welcher dazu noch über ein sehr gutes gedächniss verfügt und somit schnell aussagen bezüglich der machbarkeit von aktionen, zb in anbetracht der aktuellen position und des bewegungsfaktors, machen kann. insofern haben wir da einen nahezu perfekten kompromiss geschaffen, der uns allen zugute kommt. was gefällt wird behalten, was nicht, raus damit! :-)

EDIT:

ohne jetzt in eine anwaltsrolle verfallen zu wollen:

@ thalamus und boba fett

inwiefern hat d&d konkret euer "rollen"spiel behindert? sind es die talente? das multiklassensystem? die prestigeklassen? welcher aspekte der dritten edition hat den fokus des spiels in die charakteroptimierung gedrängt?

ich glaube von mir sagen zu können, dass ich die dritet edtion sehr gut beherrsche und mir der möglcihkeiten des min/maxens bewusst bin, aber man kann sich auch bewusst dagegen entscheiden, man kann auch mit absicht talente nehmen, die genau das charakterbild abrunden können, welches man zu spielen anstrebt. sofern sich die spieler darüber einig sind und aufeiander rücksicht nehmen steht einer harmonischen runde nichts im weg. das ist zumindest meine erfahrung.


Thalamus Grondak:

--- Zitat von: peukster am 28.09.2005 | 20:13 ---inwiefern hat d&d konkret euer "rollen"spiel behindert? sind es die talente? das multiklassensystem? die prestigeklassen? welcher aspekte der dritten edition hat den fokus des spiels in die charakteroptimierung gedrängt?

--- Ende Zitat ---
Es geht nicht um einen bestimmten Punkt, es geht um das ganze System, vllt sogar die Bilder, die die Spieler zum bewussten übertreiben animieren, es ist einfach das gesamtbild der 3rd welches IMHO Korrumpiert  :korvin:
ich selbst bin mir der freien entscheidung bewusst, die man treffen kann, aber D&D blockiert da einfach. Es geht garnicht so sehr um das Machtlevel, sondern um den Einheitsbrei. Man sollte meinen, das ein System mit klassen und Talenten und Fertigkeiten es Möglich macht 5 Chars unterschiedlich zu machen, aber das tut es nicht. D&D Chars sind entönig und langweilig.
Ich kann nicht sagen, warum das so ist, sondern nur das es einfach so ist.

peukster:
hmm, wenn ich mir eine typsche gruppe vor augen halte (kämpfer, dieb, kleriker, magier) weiss ich nicht was du mit einheitsbrei meinst.

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