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Ich muss mich an den Kopf fassen - Cyberpunk v3

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Boba Fett:
@Ein:
Es spielt doch (imho) gar keine Rolle, ob das dann Cyberpunk ist, wie es irgendeine Literaturwissenschaft definiert.
Der Begriff Cyberpunk ist ein verbreiteter Begriff, dessen Verwendung eine Vorstellung auslöst, ein verstehen und eine Vertrautheit mit dem "Setting".
Das wird der Begriff "dystopische Soft-SciFi" niemals können und deswegen ist der Begriff Cyberpunk geläufig und "dystopische Soft-SciFi" ist es nicht.
Die Wortschöpfung hat da den ursprünglichen Definitionsrahmen einfach gesprengt.

Ein:
Gut, wenn du es im ersteren Sinn verwenden willst, dann stimme ich dir gerne zu. Denn natürlich gibt es solche Literatur immer noch und es gab sie auch schon lange vor Neuromancer. Und das meiste ist sogar besser, als dieser.

Allerdings muss ich einen Punkt einwenden. Cyberpunk schwingt immer diese Kapitalismuskritik mit, in vieler dyst. Soft-SciFi gibt es die aber nicht. Wer würde heute noch allen ernstes daran glauben, dass Konzerne die Weltherrschaft übernehmen? Für mich ist das eine schrecklich naive Vorstellung, aber dennoch ist sie ein wichtiger Kernpunkt des Genres.

Und genau da stellt sich jetzt eben die Frage, wie locker man den Begriff nehmen will?

In diesem Sinne würde ich mir eher weitere Genres wünschen, mit denen man dann das Feld der Soft-SciFi etwas unterteilen könnte, aber gut, dass bin ich.

Boba Fett:
Auch hier ist es wieder reine Ansichtssache...
Wer den Begriff weiter fasst, für den passt mehr hinein. Wer ihn enger fasst, der schliesst vieles aus.
Niemand hat den Begriff jemals eindeutig definiert (bzw. viele, aber erst später).
Daher gibt es keine Definition, der sich eine überzeugende Mehrheit verpflichtet fühlt.

Die Macht des Kapitals? Ich denke, schon, dass wir täglich miterleben, wie Konzerne immer globaler werden und sich der Verantwortung durch Verlagerung entziehen und die Witschaftsmacht inzwischen oft über dem Gesetz steht.
Zusammen mit der Lobby, die von den Konzernen in den einzelnen Nationen ausgeübt wird, haben wir in fast allen Nationen eine Beteiligung der Konzerne an der Regierung. Wenn man das global betrachtet, ist die Wirtschaft also auch an der globalen Regierung beteiligt. Wenn diese Beteiligung wächst, hat man irgendwann sowas wie "weltherrschaft".
Und mir stellt sich noch eine Gegenfrage: Welche Nation kann es sich denn erlauben, so einen Konzern wie z.B. Microsoft wirklich vors Knie zu treten? (Und damit meine ich nicht ein paar läpische Millionen als Strafe anzuordnen)
Ich will keine Konzernherrschaft diagnostizieren oder prognostizieren, aber als potentielle Gefahr ausschliessen möchte ich sie auch nicht.

Und ganz nebenbei: In den Cyberpunk-Romanen sind die Konzerne auch nicht Welt-beherrschend. Sie sind multinational, mächtig und "unangreifbar". Aber sie herrschen nicht, sondern agieren vor sich hin.

גליטצער:
Das Problem ist nun mal, dass Cyberpunk sowohl ein gaengiger Begriff fuer eine Form des SciFi ist, als auch ein eingetragenes produkt der Firma R.Talsorian. Ich verstehe deren Bestreben diesen Produktnamen zu halten. Leider hat Cyberpunk V3.0 nicht mehr sehr viel mit dem alten Cyberpunk (2013 und 2020) zu tun.
Cyberpunk V3.0 ist unbestritten ein Cyberpunksetting, wenn es mir auch schwer faellt es als Fortsetzung von Cyberpunk/Cybergeneration zu betrachten. Von daher wäre ein neuer Produktname oder ein vollkommen ueberarbeiteter Hintergrund wohl besser gewesen. So wie es jetzt ist, wirkt es wie ein Kompromiss zwischen der Innovation udn dem Verlangen alter Spieler ihren Solo weiterspielen zu duerfen.
An sich ist CP V3.0 ein schoenen Spiel, aber wie bereits etliche Leute hier angemerkt haben duerft ihr es nicht mit dem alten CP2020 vergleichen, ...das geht einfach nicht

Boba Fett:
@Glitzer: Die letzten beiträge drehten sich eher um den literarischen begriff als denn genau um das CPV3 Spiel.

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