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Georgios erklärt Paranoia

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Medizinmann:
Ich kenne Paranoia nur als das "Tongue-in-Cheek" System bei dem es Spass macht die ersten drei Klone zu verlieren,nur um dafür zu Sorgen ,das die anderen Spieler mehr Chars
verlieren ,als man selbst.

mit ultraviolettem Tanz
Medizinmann

Preacher:

--- Zitat von: Selganor am 30.08.2006 | 16:03 ---Classic (das was Georgios mit dem "anderen" Spielstil meint), Zap (der so oft gesehene "If it moves shoot it... especially if it could be other PCs"-Effekt) und Straight (der Stil ist aber hammerhart und wird wohl kaum von jemandem durchgehalten werden koennen)

--- Ende Zitat ---

In meiner Ausgabe (Keine Editionsnummer genannt, also geh ich davon aus, daß es die erste ist, Baujahr 1992, Deutsche Ausgabe von Welt der Spiele) werden auch 3 Spielstile genannt, nämlich:
"Stufe 1 - der Schießwütige": Im Groben besteht das darin, mit Genuß alles erschießen, was sich bewegt.
"Stufe 2 - Rollenspiel": Die Spieler sind fasziniert vom Settung und versuchen nur, mit der Umgebung zu interagieren und zu überleben.
"Stufe 3: Problemlösung und erfolgreicher Abschluss von Einsätzen": Man setzt den Spielern eine unmöglich u lösende Aufgabe vor und sieht dann zu, wie sie es tatsächlich schaffen, sie zu lösen.

Insbesondere Stufe 3 würde mich wirklich mal interessieren, aber im Regelwerk schreiben sie selbst, daß man das so gut wie nie zu Gesicht bekommt, Stufe 1 am weitesten verbreitet ist (auch unter den Designern) und damit alles in Ordnung ist.


--- Zitat von: Georgios am 30.08.2006 | 16:23 ---Hab ich nicht behauptet. Lies bitte sorgfältiger.

--- Ende Zitat ---
Nicht? Dann solltest Du lieber sorgfältiger formulieren, denn in deinem Post greifst Du den "albernen Spielstil" ziemich heftig an und machst sehr deutlich, daß er minderwertig und nicht "richtig" ist. Oder wie soll ich Wörter wie "dumm", "stupide" und "bescheuert" sonst interpretieren? Oder soll ich die auch sorgfältiger lesen? Dazu trägt übrigens auch der Threadtitel, auch bei, der impliziert "ich erklär Euch jetzt mal, wie das richtig geht".

Dein ganzer EIngangspost ist eine glasklare Wertung von Spielstilen samt Einteilung in "richtig" und "falsch". Daß Paranoia mehr kann als "Zap" versteht sich von selbst. Aber der Eingangspost spricht eine ganz andere Sprache als

--- Zitat von: Georgios am 30.08.2006 | 16:23 ---Aber mit Paranoia kann man auf viele Arten Spaß haben. Das wird leider so oft vergessen, bei diesem Spiel.

--- Ende Zitat ---

Und nochmal: Abgesehen von dem Abschnitt über Spielstile, den ich erwähnt habe, scheint überall die Albernheit aus dem Regelwerk, wird überall "Zap" (oder Stufe 1)-Stil mehr als deutlich offeriert und unterstützt.

Zu blöden Wortspielen bei den Namen wird man im Regelwerk explizit aufgefordert, ebenso wie zu offener und absoluter SL-Willkür, Vermengung von IT- und OT-Gesprächen ("Bürger, woher kennen Sie die Kampfregeln? Die Kampfregeln sind Sicherheitsstufe Ultraviolett"), abstrusen Situationen und albernen Witzchen. Das gilt auch für die Abenteuer (Riesenkakerlaken auf der Suche nach Proust) und Abenteuervorschläge ("Conan taucht auf und fängt Stunk an").

Wunder dich also nicht, über die Leute, die "Stufe 1" spielen - denn genau so steht es im Regelwerk. Somit ist also doch das Spiel daran Schuld und verdient den Ruf völlig zurecht (auch wenn ich es für unangemessen halte, Paranoia wegen der Albernheit und dem Geballer als "Nicht-Spiel" zu bezeichnen).

Selganor [n/a]:
1992 duerfte es schon eine Uebersetzung der 2. Edition sein (1. erschien 1984, 2. 1989, 5. 1995, XP 2004)

In Paranoia XP findet man nicht nur an allen Ecken und Enden unterschiedliche Regelungen je nach Spielstil (das geht von umfangreichen "Ich klage einen Verraeter an"-Buerokratischen Ablaeufen in Straight im Gegensatz zu "Du bist ein Verraeter!"-*PENG*-"Du bist tot!" bei Zap), sondern auch detailiertere Infos.

Ein Beispiel ist z.B. die Rolle der High Programmers in den Spielstilen:
- Classic: "Aloof hobbyists constantly plotting against each other"
- Zap: "Faceless plot devices"
- Straight: "Brilliant, highly functioning psychopaths. Hannibal Lecter in white."

Erkennst du den Unterschied?

Preacher:
1989 kam schon die 2.? Sicher? Ich les überall nur 1989. 1984 steht als Artikelnummer drauf (ob das ein ZUfall ist?) ;)

Und Drosi sagt: Veröffentlichung 1984/1987/1995.

Aber eine Frage:

--- Zitat von: Selganor am 30.08.2006 | 17:09 ---1. erschien 1984, 2. 1989, 5. 1995, XP 2004
--- Ende Zitat ---
FÜNFTE Edition 1995? :o ;)


--- Zitat von: Selganor am 30.08.2006 | 17:09 ---Erkennst du den Unterschied?

--- Ende Zitat ---
Zwischen den Spielstilen? Ja, natürlich. Wieso sollte ich nicht? ???

Aber dann gab es einen heftigen Bruch - in meiner Edition wird ganz eindeutig der "zap"-Spielstil beschrieben und unterstützt. Und wenn das 15 Jahre so gelaufen ist, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn es von den meisten Fans (und ich lasse die Anführungszeichen hier bewusst weg, Georgios, denn auch Leute, die "zap" mögen sind Fans) so gespielt wird.


Edit: "classic" durch "zap" ersetzt. Blöder Fehler meinerseits, der zu Verwirrung führte.

Selganor [n/a]:
Der Grossteil der Runden wird wohl irgendwo zwischen "clasic" und "zap" gespielt.

Das liegt auch zu guten Teilen daran dass Paranoia wohl meistens als "Zwischendurchsystem" gesehen wird, mit dem man sich nicht laenger beschaeftigen will sondern mal im Gegensatz zu den "ernsthafteren" Runden einfach mal so die Sau rauslassen will (als SL wie als Spieler) und Dinge tut die man sonst in anderen Runden nie tun wuerde (und sie da auch noch "zum guten Ton" gehoeren)

"Straight" ist verdammt schwer... Nicht nur muessen sich die Spieler auf die Sache einlassen, der Humor faehrt auch auf fast Null runter (oder schlaegt in eine ganz andere Richtung um), Klamauk und andere "dummen" Scherze sind bei dem Stil fehl am Platz.

ABER: Es soll Leute geben die so was durchaus moegen und die wohl auch dazu bereit waeren.
Allerdings ernten die wohl oft nur seltsame Blicke wenn der Rest der Welt Paranoia nur als "Funspiel" sieht und den bitterboesen Hintergrund der einem (wenn man es mal rein "ernsthaft" betrachtet) das Lachen vergehen lassen kann.
Massenexekutionen (auch schon fuer geringfuegige Vergehen), Konformitaet ein absolutes MUSS, die Bereitwilligkeit fuer hoehere Stellen (die man nie selbst "kennenlernt") jegliche moralische Bedenken ueber Bord zu werfen, ...

Als "Straight Influences" werden (u.a.) im Regelwerk genannt:
Franz Kafka; George Orwell's 1984; Aldous Huxley's Brave New World; Brazil; Equilibrium; Soylent Green und "the best episodes of the 1960s TV Series The Prisoner"

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