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Georgios erklärt Paranoia

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Preacher:
[Öhm...ich hab in meinem letzten Post "classic" und "zap" durcheinandergebracht. Ist editiert.]

Selganor, das weiß ich alles. Ich finde auch, daß die Welt nüchtern betrachtet ein furchtbares totalitäres System darstellt.
Aber der Unterschied fängt schon bei den Einflüssen an - auf meinem Regelwerk steht "Stellen Sie sich eine Welt vor, gestaltet von Kafka, Stalin, Orwell, Huxley, Sartre und den Marx-Brothers."

Natürlich kann man das auch anders spielen. Das steht auch in meinem Regelwerk drin. Aber das steht nur in einem Absatz. Der Rest des Buches ist Klamauk pur. Und wenn ich mal davon ausgehe, daß das in den anderen Editionen bis XP auch so war, dann waren das 20 Jahre. 20 Jahre, in denen von den Autoren des Spiels Klamauk als Hauptspielstil präsentiert wurde.

Ist doch kein Wunder, wenn das zur vorherrschenden Sicht des Spiels geworden ist.

Selganor [n/a]:
Und eben das hat Georgios zum Aufhaenger genommen mal eine Lanze fuer die ANDEREN moeglichen Spielstile (die Paranoia eben nicht als blosse "Lachnummer" nehmen) zu brechen und anzuregen dass man darueber eben auch mal nachdenken soll ob man Paranoia nicht auch mal so spielen kann/will...

Nix anderes...

Kein "Paranoia MUSS ernsthaft gespielt werden", kein "Wer Paranoia witzig spielt ist bloed/kein Rollenspieler/(hier beliebige Beleidigung eintragen" sondern nur mal die Anregung auch mal unkonventionelle Wege zu gehen.

Es muss ja gar nicht ganz "straight" sein (das haelt wahrscheinlich eh' kaum jemand durch - und die Leute die das koennten mit denen will ich gar nicht spielen) aber etwas weniger Klamauk und man entdeckt was das Setting noch alles bietet...

Preacher:

--- Zitat von: Selganor am 30.08.2006 | 17:57 ---Und eben das hat Georgios zum Aufhaenger genommen mal eine Lanze fuer die ANDEREN moeglichen Spielstile (die Paranoia eben nicht als blosse "Lachnummer" nehmen) zu brechen und anzuregen dass man darueber eben auch mal nachdenken soll ob man Paranoia nicht auch mal so spielen kann/will...

Nix anderes...
--- Ende Zitat ---
Mag sein, daß er es so gemeint hat. So kam das aber nicht rüber. In meinen Augen hat er den "zap"/"stufe 1"/wie auch immer-Stil herabgesetzt, in scharfer Form angegriffen und diejenigen die ihn präferieren beleidigt. Nicht direkt, nein. Aber die Wortwahl war doch recht eindeutig.


--- Zitat von: Selganor am 30.08.2006 | 17:57 ---kein "Wer Paranoia witzig spielt ist bloed/kein Rollenspieler/(hier beliebige Beleidigung eintragen"

--- Ende Zitat ---
Nicht? Dann hast Du scheinbar nen anderen Post gelesen als ich.

Aber um hier mal Klarheit zu schaffen:

Wie ich heute schon verschiedentlich in IMs erklären musste, habe ich keineswegs hier gesessen und mit Schaum vorm Mund meine Verurteilung des bösen Georgios formuliert. Er hat "seinen" Spielstil propagiert, diese Intention ist mir nicht entgangen und das ist auch legitim. Aber er hat dabei doch recht harsche Worte benutzt und ist imho in seiner Kritik sehr stark vorgeprescht. Als Replik wollte ich in ebenso scharfer Form eine Lanze für "meinen" Stil brechen, ein "Plädoyer" für diesen halten und dabei meinerseits harsche Worte benutzen. Rtourkutsche, Spiegelbild, nenn es wie Du willst.

Das war auch schon alles.

Die Plädoyer-Geschichte wurde wohl richtig rezipiert, wenn ich die Anmeldeungen für (bislang) nicht angebotene Runden richtig deute. Der Rest scheinbar nicht.

Joe Dizzy:

--- Zitat von: Preacher am 30.08.2006 | 16:43 ---Dein ganzer EIngangspost ist eine glasklare Wertung von Spielstilen samt Einteilung in "richtig" und "falsch". Daß Paranoia mehr kann als "Zap" versteht sich von selbst.

--- Ende Zitat ---

Natürlich ist es eine Wertung. Ich finde diesen Spielstil "dumm", "albern" und "bescheurt". Die Begriffe "richtig" oder "falsch" haben damit einen Dreck zu tun. Jetzt kannst du dir zutiefst beleidigt vorkommen und angegriffen und in deiner Ehre als ernst zu nehmender Rollenspieler verletzt.

Oder du kannst einfach mal akzeptieren, dass es tatsächliche Leute gibt, die Dinge für dumm halten, die du total super findest. Du hast an etwas Spaß, dass mir keinen Spaß macht. Boah. Welch ein Wunder. Man könnte glatt glauben wir wären zwei verschiedene Personen mit unterschiedlichen Geschmäckern.

Ich verstehe nicht ganz warum du der Meinung bist, dass du deinen Spielstil verteidigen musst. Oder glaubst du etwa, dass Paranoia so wie du es spielst total clever und facettenreich ist und ich mit den Begriffen "albern" und "dümmlich/bescheurt" den Spielstil grundlegend falsch beschreibe?

Ich kenne niemanden, der ZAP-Paranoia nicht als albern und etwas dümmlich beschreiben würde. Wenn das alles wäre was man mit Paranoia tun könnte, dann hätte ich diesen Text nicht geschrieben. Es hat mich angekotzt, dass zu viele Rollenspieler Paranoia auf ZAP reduzieren. Mit diesem Text wollte ich erklären, das Paranoia auch anders kann. Mehr kann.

Das ist nichts anderes, als die DSA-Spieler die sich angepisst fühlen weil sie alle als gerailroadete Hartwurstler abgestempelt werden oder die D&D-Fans die alle als sozial gestörte Munchkins verschrien werden.

Ich habe nichts weiter gesagt als: Paranoia ist nicht nur alberner Klamauk. Da steckt ein echtes und richtig gutes Rollenspiel drin, dass sich neben all den anderen Old School Klassikern sehen lassen kann. Aber das würde man nie auch nur erahnen, wenn man nur eine durchgeknallte ZAP-Runde nach der anderen erlebt hat.


--- Zitat ---Paranoia IST also albern (oder war es zumindest, die aktuelle Edition kenne ich nicht)
--- Ende Zitat ---

ARGH! Kann mal jemand Dieter Nuhr Bescheid sagen?

Eulenspiegel:
Ich habe nichts gegen Horror artige Science Fiction:
Man könnte z.B. Degenesis oder FallOut in einem Bunker spielen.
Oder auch Antsans Setting "Hochhäuser" halte ich dafür für geeignet.

Oder man bedient sich direkt bei den Klassikern und spielt im Setting von Soilent Green.

Aber warum es mir schwer fällt, Paranoia ernst zu spielen:
[*]Talente wie Scheinlogik und Stiefel lecken
[*]Stiefel, die an den Wänden hängen und an denen man lecken kann
[*]Vermischung von IG und OT (Das Regelwerk ist ultraviolett.)
[*]"mutierte Kommiverräter". (Das nichtlizensierte Mutantenfähigkeiten als Verrat gelten, kann man als ernsthaft bezeichnen. Und dass der Computer eine riesen Paranoia vor Kommunisten hat, kann man auch als ernsthaft ansehen. Aber die Phrase vom "mutierten Kommiverräter" löst bei mir einen Lachkrampf aus.)
[*]Bürokratischer Aufwand und Bürokratie, die sich gegenseitig widerspricht, kann man noch als ernsthaft ansehen. Einige Beispiel Dokumente aus Paranoia sind aber so überzeichnet, dass diese nur noch witzig sind.[/list]

PS: Paranoia XP kenne ich nicht. Kann sein, dass sie dort einiges verändert haben.

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