Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[Alternatives XP - System]Wyrd von Matt Snyder
Selganor [n/a]:
Ich sehe in dem Mechanismus eine klare Schere zwischen "aktiveren" und "passiveren" Spielern (bzw. deren Charakteren).
Es gibt Spieler die sind zufrieden wenn sie "Support" liefern koennen (z.B. die Kaempfenden nach dem Kampf zu heilen, hin und wieder mal eine gute Idee oder einen Plan liefern, aber den Grossteil der Zeit ruhig andere Leute im Rampenlicht stehen lassen - wohl wissend dass diese ohne seine Unterstuetzung nie da waeren wo sie sind), andere Spieler muessen fast immer mitten in der Action sein (wenn sie mal an einer Szene - und sei es weil ihr Charakter zeitgleich in einer anderen Szene ist - nicht teilnehmen koennen "langweilen" sie sich) und haben alle Nase lang neue grosse Plaene, Aufgaben, ...
Nach diesem System haetten die "Support"-Spieler zwar mehr Wyrd-Boni (da ihre Wyrds (noch?) nicht geloest sind), aber die "Action"-Spieler kriegen dadurch dass sie weit haeufiger als die anderen Spieler ihre Wyrds "loesen" (egal ob jetzt erfolgreich oder nicht) mehr XP als der Rest der Gruppe.
Und diese Schere wird immer groesser je groesser der Levelunterschied wird, denn desto mehr Wyrds kann ein Spieler jede Spielrunde einbringen.
Wie schon gesagt... definitiv nicht fuer jede Gruppe.
Und fraglich ob Leute die D&D/d20 spielen (weil sie es so moegen wie es ist) sich fuer dieses System begeistern koennen ;)
BTW: Wie kann sich ein SL auf Aktionen vorbereiten die erst in dieser Spielrunde ueberhaupt aufkommen (und die die Spieler wohl noch in dieser Sitzung "loesen" wollen)? Immerhin kann JEDER Spieler fast doppelt so viele Wyrds pro Sitzung aufbringen wie er maximal haben kann... Und "loesen" kann er pro Sitzung auch nur so viele wie er Level hat.
wjassula:
Ja, diesen Temperamentsunterschied hast du nun grundsätzlich bei Systemen, die mehr Erzählrechte auf die gesamte Gruppe (weg von der SL) verlagern. Meine Erfahrung ist aber, dass auch viele stillere Menschen, die der Idee zuerst ablehnend gegenüber standen, doch ganz gut damit umgehen können. Aber dass das Wyrd - System nicht jedem gefällt, spricht ja nicht grundsätzlich dagegen.
Die Vorbereitung und die Zusammenarbeit mit dem Rest der Gruppe muss natürlich für die SL anders aussehen. Da verweise ich dich wohl besser weiter an die Shadow of Yesterday - Erfahrenen bzw. hoffe auf weitere Erklärung in Matt Snyders Spielbericht. Hier dürfte wohl auch gelten: Mag nicht jeder, muss aber deshalb nicht schlecht sein.
Warum dann noch D&D? Hm...weil man das System bereits kennt und nicht umsteigen möchte? Weil man die Regeln ansonsten gut findet? Weils dafür viele Mitspieler gibt?
Dem Bericht von Matt kann man ja ein bisschen entnehmen, dass er mit seiner Gruppe eigentlich unzufrieden ist, und das Spiel in einer andere Richtung drängen möchte. Vielleicht hast du Recht, Selganor, und man müsste ehrlichrweise sagen, dass er mit anderen Mitspielenden und einem anderen Spiel gleich besser bedient wäre. Aber mal schauen.
Selganor [n/a]:
Ich hab' mal ein wenig ueber die Aufstiegsgeschwindigkeit (und der Anzahl der "Abenteuer/Wyrds" rumgerechnet...
Nach den aktuellen Regeln kann ein Charakter nach 19 Sitzungen von Stufe 1 auf Stufe 20 steigen, da er jede Sitzung so viele Wyrd aufbringen (und loesen) kann wie er (*1000) fuer die naechste Stufe braucht.
Gleichzeitig "aktiv" kann er aber nur (Stufe/2 aufgerundet) Wyrds haben, so dass er fast die Haelfte seiner moeglichen Wyrds (=Stufe) in dieser Sitzung loesen sollte wenn er keine Wyrds "verlieren" will.
Achja... und fuer die Leute die es lieber langsam (aber sicher) haben wollen...
Streng nach der Beschreibung ist man nach der fuenffachen Zeit (also 85 Sitzungen mit ca. 4 Stunden Laenge - also nach 340 Stunden Spielzeit) auch Stufe 20.
Man hat dann halt alle Wyrd "nicht geschafft", kriegt aber dafuer auch noch 200 XP pro Wyrd.
D.h. waehrend ein "Supporter" (der seine Wyrds nie schafft weil der "Action-Spieler" das alles schon macht) innerhalb von 85 Sitzungen seinen Charakter auf Stufe 20 kriegt schafft das der "Action-Spieler" mit 5 Charakteren in derselben Zeit (oder in 76 Stunden Spielzeit pro Charakter)
WOW! So schnell schafft man das bei manchen Computerspielen nicht ;D
Bei einer Gruppe von 3 Spielern (bei 4 kann man auch "Normales D&D spielen" ;D ) haette man also 1-3*Charakterstufe an Wyrds (oder Abenteuern) PRO SITZUNG!
Schon auf Stufe 5 (die man ja in 5 Sitzungen - also 20 gespielten Stunden - erreichen kann) waeren das 5-15 "Abenteuer" die man in 4 Stunden abhandeln sollte...
Klingt schon fast nach "Fliessbandarbeit"
wjassula:
Ich will das hier nicht weiter verteidigen, weil ich es halt auch gar nicht ausprobiert habe, aber ich verstehe auch nicht ganz, was mir dein Rechenbeispiel sagen will. Wie schon in deinen letzten Kommentaren zu diesem Thema kommt dabei unterm Strich heraus, dass diese Idee vermutlich zu einem anderen Spiel führt, als es dir Spass macht. Ich kann auch jetzt wieder schreiben, dass das dann wohl so ist - wie in den letzten drei Antworten auch schon. Vielleicht haben wir das jetzt hinreichend deutlich gemacht, und können mal sehen, ob es noch andere Beiträge gibt.
Insbesondere wäre etwas Spielpraxis mit diesem Modell vielleicht ganz hilfreich. Da weder du noch ich das ausprobieren werden, schauen wir doch mal, was Matt so damit macht, oder ob jemand anders sich daran versuchen möchte.
Meister Analion:
Für mich gibt es nur ein vernünftiges System der EP-Vergabe: absolute SL-Willkür.
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