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Children of Men
Enkidi Li Halan (N.A.):
--- Zitat von: Hendrik am 2.04.2007 | 11:51 ---(und sogar die Blutspritzer auf dem Objektiv beibehält)
--- Ende Zitat ---
Gerade das hat mich sehr gestört. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Geschichte derart fesselnd, dass man sich sehr stark in die Personen hineinversetzen konnte und die Barriere Zuschauer-Film aufgehoben war (wie das in einem guten Film sein sollte). Blutspritzer auf dem Kameraobjektiv sind ein filmisches Stilmittel, das zwangsläufig dazu führt, dass die Zuschauer aus der Position des Mitfühlenden in die Position des Betrachters zurück geworfen wird. Der Vergleich mit der Kriegsdokumentation ist berechtigt, aber damit wird in den Film plötzlich ein ganz anderes Genre hineingezogen. In einem Film, der den Zuschauer massiv dazu anleitet, sich mit den agierenden Figuren zu identifizieren oder sich in sie hineinzudenken hat dieses Stilmittel imho nichts verloren.
Mich haben diese paar Blutspritzer echt geärgert, denn plötzlich hatte ich das Gefühl: ach, ist ja nur ein Film. Peng, Stimmung weg.
--- Zitat von: Hendrik am 2.04.2007 | 11:51 ---Und eigentlich hab ich die ganze Zeit auf einen Kometen oder wenigstens nen Ochsen und nen Esel gewartet ;)
--- Ende Zitat ---
Nun ja, in gewisser Hinsicht ist dieses Bild vorhanden. Die Hühner, die in dem zerschossenen Gebäude auf der Treppe rumrennen, kann man durchaus in diese Richtung interpretieren ;)
Selganor [n/a]:
--- Zitat von: Hendrik am 2.04.2007 | 11:51 ---(und sogar die Blutspritzer auf dem Objektiv beibehält)
--- Ende Zitat ---
Zu der Szene habe ich gehoert dass es nicht anders ging.
Sie konnten die Szene nur einmal drehen und zwischendrin das Objektiv zu saeubern/reinigen waere nicht drin gewesen.
Preacher:
--- Zitat von: Sparky am 2.04.2007 | 12:01 ---Wieso das? ???
--- Ende Zitat ---
Sag bloß, dir sind die Parallelen zur Weihnachtsgeschichte nicht aufgefallen?
Schwangere Frau auf der Flucht vor Verfolgung? Check
Zu gebärendes Kind als Erlöser der Menschheit? Check
Geburt an unpassendem Ort mangels Alternative (hier verfallenes Gebäude statt Stall)? Check
Sogar nen Witz über unbefleckte Empfängnis gab es ("Who's the father?" - "There's no father. I'm a virgin. Nah! Be great, though, wouldn't it?").
Gefehlt haben echt nur noch der Komet und Ochs und Esel. ;)
--- Zitat von: Enkidi Li Halan am 2.04.2007 | 12:08 ---Mich haben diese paar Blutspritzer echt geärgert, denn plötzlich hatte ich das Gefühl: ach, ist ja nur ein Film. Peng, Stimmung weg.
--- Ende Zitat ---
Interessant, wie ein und das selbe Stilmittel komplett unterschiedlich rüberkommen kann. Ich hatte dadurch eben nicht mehr das Gefühl von" ist ja nur ein Film. Die Grenze zwischen Betrachter und Story wurde dadurch bewusst verwischt und zumindest mich hat das emotional noch stärker ins Geschehen involviert.
--- Zitat von: Enkidi Li Halan am 2.04.2007 | 12:08 ---Nun ja, in gewisser Hinsicht ist dieses Bild vorhanden. Die Hühner, die in dem zerschossenen Gebäude auf der Treppe rumrennen, kann man durchaus in diese Richtung interpretieren ;)
--- Ende Zitat ---
Stimmt - und sogar Schafe samt Hirten rennen in der Stadt rum ;)
--- Zitat von: Selganor am 2.04.2007 | 12:13 ---Zu der Szene habe ich gehoert dass es nicht anders ging.
Sie konnten die Szene nur einmal drehen und zwischendrin das Objektiv zu saeubern/reinigen waere nicht drin gewesen.
--- Ende Zitat ---
Hab ich mir fast gedacht - hab ich sogar noch zu meiner Freundin gesagt. Aber ich finde, daß das super wirkte und den Doku-Effekt (der sicher gewollte war - wegen der langen schnittlosen Einstellung) noch verstärkte.
Sparky:
--- Zitat von: Hendrik am 2.04.2007 | 12:15 ---Sag bloß, dir sind die Parallelen zur Weihnachtsgeschichte nicht aufgefallen?
--- Ende Zitat ---
Da sich meine Bibelkenntnis nur auf die blutrünstigen Geschichten des alten Testaments beschränkt- Nein.
--- Zitat von: Hendrik am 2.04.2007 | 12:15 ---Gefehlt haben echt nur noch der Komet und Ochs und Esel. ;)
--- Ende Zitat ---
Als Komet-Ersatz kann man doch die Granatenwerfer im "Endkampf" nehmen >;D
Ochs und Esel- rannten genug Hunde und fragwürdige humanoide Gestalten rum...
Dr.West:
Ich fand den Film ziemlich stark - vor allem die Kameraarbeit, und da insbesondere die Szene, wo die Kamera dem Hauptdarsteller Minutenlang durch die umkämpfte Stadt folgt, ohne einen einzigen Schnitt. Sowas habe ich in der Form noch in keinem anderen Film gesehn. Auch die realistische und plausible Darstellung einer Gesellschaft, die eindeutig untergehen wird, aber immer noch irgendwie funktioniert finde ich extrem faszinierend, genau so wie den Realismus der Kämpfe. Das ende fand ich auch ein wenig kitschig ... vielleicht hätten sie sich die nahende Tomorrow einfach sparen sollen, aber dann wär das ganze vielleicht zu depremierend geworden.
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