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[PROST] Euer Charakter in einem Horror-RPG

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Sephiron:
Bei einem Horrorcharakter ist die Identifikation natürlich sehr wichtig, weshalb mMn relativ "normale" Charaktere gespielt werden sollten... Superpowers sollten nicht allzu wirklichkeitsfern sein, z.B. mag einfach eine Theoriefertigkeit für Okkultismus/Esoterik/Cybernetik eine Art "Superpower" darstellen... also Kram, der im RL ein schrulliges Hobby darstellen mag. ("Scheisse, der Spinner hatte ja doch Recht!")

Ansonsten mag ich gerne paranoide Charaktere oder welche, die irgendwann versuchen, mit dem Bösen einen Deal einzugehen... Player-versus-Player ist mMn ein verdammt guter Ansatzpunkt für richtig guten Horror. Es sollte möglichst auch Anreize dazu geben, PvP zu betreiben. Natürlich sollte es möglichst so sein, dass die SCs möglichst lange halten, aber das kann man ja lösen, indem man Verteidigung einfacher macht als Angriff... (sowas wie ein Karmapool)
Psychische Störungen aller Art sind natürlich auch wunderbar in einem Horrorrollenspiel aufgehoben...

faehrmann:
Bisher habe ich eher schlechte Erfahrungen bei Horror mit kämpferisch kompeteneten Charakteren gesammelt. Die haben einfach keine Angst sonder überlegen sich lieber Kampfstrategien um es platt zu machen, bzw. haben keine Zweifel daran das sie mit der Situation fertig werden.

Wir hatten beispielsweise mal eine Runde die dadurch gekippt wurde das einer der Charaktere Waffenschieber war. Die opposition ging eher in Sachen grosse Monster, wo man dann schliesslich zur Panzerfaust griff. Fand ich damals sehr unterhaltsam aber es war eher army of Darkness Atmossphäre als Horror.

Stimmungsvoller finde ich dann eher Sachen wo die Charaktere eher hilfloser sind (wollte auch deshalb schonmal gerne "kleine Ängste" spielen).
Interessant finde ich häufig auch Charaktere die aus der normalen Gesellschaft rausfallen. Wir hatten mal eine Hippie-Ctulhuh Runde in der es m. M. nach besonders gut herauskam, das wir nicht nur in den Mythos reingestolpert sind, sondern auch noch die normale Gesellschaft am Hals hatten. War schon ein übles Gefühl von der Polizei ausgelacht zu werden, weil man bezweifelt das ein Mädel das in einem Club zusammengebrochen und gestorben ist an einer Überdosis gestorben ist.

Kleinkriminelle, Obdachlose oder illegale Einwanderer sind auch interessant. Stell dir vor du hast etwas ganz schlimmes gesehen und kannst nicht zur Polizei, weil sie dich entweder gleich dabehalten oder sich nicht für dich interessieren(Penner verschwinden doch nicht, die ziehen nur um...).

Wenn man schon Otto Normalverbraucher spielt dann bitte spiessig und mit viel geistiger Abnutzung. Wenn die Nachbarn anfangen hinter deinem Rücken zu flüstern und spontan Gespräche sterben wenn du in die Nähe kommst ist schon toll. Oder man selber nicht mehr mit dem normalen Alltag zurechtkommt, weil man zu viel gesehen hat aber für die ganze Welt normal vorspielt und der Druck dann einfach zu hoch wird (Wir hatten eine Szene im Frühstückssaal eines Hotels wo einer der Charaktere aufstand und anfing die leute anzuschreien das er wisse was sie denken und nicht verrückt sei...)

Kozure O.:
Kurz und knapp und in Anschluß an meinen Vorredner (bzw. -schreiber):

Wenn SCs zu viel Fähigkeiten haben, machen sie stimmungsvolles
Horror-Rollenspiel extrem schwer.

Und Fähigkeiten sind nicht nur kampf und skills, sondern
insbesondere auch Magie.
Mir selbst hat letzteres in einer CoC-Runde die ganze Stimmung
verdorben, weil fast alle SCs irgendwelche "nützlichen" Zauber kannten,
die eigentlich Gegnern vorbehalten sein sollten.

Eine einfacher, realistischer SC - evtl. noch mit netten beruflichen Problemen - macht in einer Horror-Welt einfach viel mehr Spaß,
weil es ihn viel härter trifft!

 :ctlu:

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