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10.000 BC

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Ein:
Aha, irgendwie weiß ich da anderes. Robert wurde überhaupt erst 1928 professioneller Schreiber, 8 Jahre vor seinem Selbstmord. Da war er 22. Den Großteil seiner Jugend hat mit miesen Jobs durchgeschlagen. Kaum hatte er seine Karriere begonnen, da schlug auch schon die große Depression zu und beendete das ganze. Zu dieser Zeit hatten alle seine Freunde, unter anderem sein Liebe, Novalyne Price Ellis, Cross Plains verlassen, um zu studieren, so dass er ziemlich einsam war und kaum aus dem Haus kam, da ein Schriftsteller in der Arbeiterstadt keinen sozialen Anschluss finden konnte. Als dann noch seine Mutter schließlich nach langer Krankheit ins Koma fiel, griff er zur Pistole (übrigens geliehen) und erschoss sich. Klingt für mich nicht gerade nach einem kein-Kostverächter.

Lyonesse:
Ich meinte kein Kostverächter in zivilisatorischer Hinsicht. Novalyne lernte er doch erst kennen, als sie, als ausgebildete Lehrerin in dem Ort anfängt. Außerdem war Bob Howard zwar ein Eigenbrödler, aber doch kein gesellschaftlicher Paria. Seine erste Geschichte 'Spear & Fang' verkaufte er mit 18 Jahren an Weird Tales. Er arbeitete als Cowboy, Baumwollpflücker, Verkäufer, Gehilfe in einem Anwaltsbüro, Landvermesser und Journalist. OK, über den Baumwollpflücker kann man reden, aber ansonsten stelle ich mir unter miesen Jobs eigentlich etwas anderes vor. Da REH aber unzufrieden mit diesen Jobs war, spielte die Güte der Tätigkeit eh keine Rolle.

Ein:
Das kann man so oder so sehen. Auf jeden Fall ist denke ich kann man sein Umfeld absolut nicht mit "der Zivilisation" gleichzusetzen. Cross Plains hat heute 1000 Einwohner. 1940 waren es ganze 1200. NYC hatte zu der Zeit 7,5 Mio. Einwohner. Und ich finde es sollte auch nicht verboten sein, nur weil man ein Auto und eine Schreibmaschine hat, keine Zivilisationskritik zu üben. Oder gehört sie verboten, nur weil die romantisiert war? Was soll ich da sagen, Gott, es ist Pulp Literature!

Lyonesse:
Wahrscheinlich machte diese Einstellung viel von dem Charme aus, den Howards Geschichten haben, vielleicht hätte er nur manchmal weniger mit dem Vorschlaghammer arbeiten sollen - aber Subtilität war nun mal bestimmt keine Stärke des Pulp-Genres. Gewiss war es in den 30ern etwas anderes auf dem Land zu leben und New York war und ist eh eine Superlative, aber REH wohnte immerhin in einem Haus und schlief in einem Bett und nicht in einer Höhle oder einem Tipi. Und selbstverständlich konnte der Mann kritisieren so viel wie er wollte, aber wenn er anschließend die zivilisatorischen Errungenschaften (weil sein Vater Arzt war, hatten die Howards ja sogar ein Telephon) wie selbstverständlich in Anspruch nimmt, relativiert das die Kritik doch merklich.

Ein:
Nun, ich muss sagen, dass sich für mich generell Zivilisation nicht auf Technologie herunter bricht, sondern primär auf Habitus. Hier folge eindeutig der angelsächsischen Tradition und in diesem Sinn Roberts Kritik keine Technologiekritik, sondern eine Kulturkritik. Wichtige Faktoren werden dabei sicherlich einerseits seine Begeisterung für Geschichte, aber auch für körperliche Ertüchtigung gewesen sein.

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