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[Savage Worlds] Frage-Antwort-Thread
Heretic:
--- Zitat von: Markus am 14.02.2010 | 23:04 ---Noch eine: Gibt's eine ordentliche, spielgetestete Variante von SW mit Spiritual Attributes wie in Riddle of Steel? Grundgedanke ist dort, dass die Ziele und Werte des SC Boni (Bonuswürfel bei TRoS) auf Aktionen geben, wenn die Aktion mit den Zielen, Werten etc. des SC zu tun hat. Die SCs sind also besser, wenn sie beispielsweise Rache am Mörder ihrer Verlobten nehmen.
Diesen Teil könnte ich noch ganz krude über 3 Bonus-Edges pro SC abhandeln, die dann halt +2 in entsprechenden Situationen geben.
Spiritual Attributes in TRoS haben aber noch die zusätzliche Funktion, dass über sie die Chraktersteigerung läuft. Man bekommt im Spiel Steigerungen auf die Spiritual Attributes und kann die dann in Eigenschafts-/Attributs-Steigerungen umwandeln, hat aber dann erstmal weniger Bonuswürfel.
Diesen Teil könnte ich wohl nur kopieren, wenn ich den Bennie-Fluß über die Spiritual Attributes laufen lasse. Da dieser aber offenbar recht empfindlich auf Veränderungen reagiert, scheue ich davor zurück.
Tipps? Alternativen? Ähnliche Systeme?
--- Ende Zitat ---
Meiner Meinung nach unnütz.
Dafür gibts Bennies.
Die gibt man für Dinge aus, die einem wichtig erscheinen, sei es fürs Soaken oder dergleichen, z.B. im Kampf gegen die XYZ.
Warum zusätzlich mehr Regeln einführen?
Zornhau:
--- Zitat von: Markus am 14.02.2010 | 23:04 ---Noch eine: Gibt's eine ordentliche, spielgetestete Variante von SW mit Spiritual Attributes wie in Riddle of Steel?
--- Ende Zitat ---
Nein. - Das ist ein auf so VÖLLIG ANDEREN Regelentwurfs-Zielsetzungen basierendes System, daß es kaum sinnvoll mit dem SW-Regelkern zu verbinden ist.
Die Spiritual Attributes DOMINIEREN bei TRoS solche KERNBEREICHE, daß man dazu SW an vielen Regel-KERN-Elementen komplett ändern müßte.
Wenn man die "Art", wie Spiritual Attributes in manchen Situationen wirken, in SW umsetzen will, dann über die Steuerung des Bennie-Flusses. - Hier liegt der Steuermechanismus und hier auch der Einfluß auf die Handlungen (Wurfwiederholung, statt "flacher" Boni, die es eh SEHR mit Vorsicht zu verwenden gilt).
Spiritual Attributes umgesetzt als weiche Nachteile, für die es beim Ins-Spiel-Bringen Bennies gibt, die dann in der betreffenden Situation oder auch später eingesetzt werden können.
Verwendet man die bis zur Revised Ed. übliche Regelung der Bennies-zu-XP-Würfel-Möglichkeit, dann hätte man damit auch die Erfahrungsseite der Spiritual Attributes in SW umgesetzt.
Von einer regeltechnischen GROSSBAUSTELLE rate ich ab.
Markus:
--- Zitat von: Zornhau am 15.02.2010 | 00:33 ---Wenn man die "Art", wie Spiritual Attributes in manchen Situationen wirken, in SW umsetzen will, dann über die Steuerung des Bennie-Flusses. - Hier liegt der Steuermechanismus und hier auch der Einfluß auf die Handlungen (Wurfwiederholung, statt "flacher" Boni, die es eh SEHR mit Vorsicht zu verwenden gilt).
Spiritual Attributes umgesetzt als weiche Nachteile, für die es beim Ins-Spiel-Bringen Bennies gibt, die dann in der betreffenden Situation oder auch später eingesetzt werden können.
...
Von einer regeltechnischen GROSSBAUSTELLE rate ich ab.
--- Ende Zitat ---
D'accord betreffs der Großbaustelle, deswegen habe ich ja nach einer gut getesteten Modifikation gefragt.
Dein Vorschlag erscheint mir aber - intuitiv, ich lasse mich gern belehren - problematischer als meine obige Idee. Für einen Angriff auf den Steuereintreiber des verhassten Barons müsste es dann einen Bennie geben, auch wenn die Situation den SCs nicht zum Nachteil gereicht. Das weicht das Nachteilskonzept etwas auf.
Überhaupt, müsste es dann doch insgesamt viel mehr Bennies geben, wenn die Spieler ihre Spiritual Atrributes ordentlich anspielen. Und das scheint, aus meiner unerfahrenen Sicht, ein viel stärkerer Einfluß auf zentrale Regelbestandteile als das Äquivalent zusätzlicher Edges.
Zornhau:
--- Zitat von: Markus am 15.02.2010 | 01:11 ---Für einen Angriff auf den Steuereintreiber des verhassten Barons müsste es dann einen Bennie geben, auch wenn die Situation den SCs nicht zum Nachteil gereicht. Das weicht das Nachteilskonzept etwas auf.
--- Ende Zitat ---
Nein. - Eine Hindrance wie "Enemy (Baron Haßköter)" kommt dann nachteilig für den Charakter zum Tragen, wenn sie Teil des aktiven Spielgeschehens wird, statt nur auf dem Charakterbogen zu stehen.
Nun könnte der Spielleiter diese "antriggern" und Baron Haßköter seine Schergen gegen den SC entsenden lassen, daß sie dessen Vieh abstechen, das Haus abfackeln und seine Kinder töten. - Das wäre ein vom Spielleiter als charakterbezogener "Abenteuer-Anschub" ausgenutzter Nachteil "Enemy (Hassköter)" gewesen. Macht ein Spielleiter aber meist nicht, weil er kaum je ALLE Nachteile ALLER SCs seiner Spieler im Überblick behalten wird.
Daher läuft es meist anders herum. Der SPIELER sorgt AKTIV dafür, daß er seinen Nachteil "triggert". - Er verübt einen Angriff auf den Steuereintreiber seines verhaßten Feindes Haßköter und sendet den grün und blau geschlagenen, ausgeraubten Schergen nackt mit einer Botschaft voller Hohn und Spott zu Haßköter. - Nun WIRD Haßköter REAGIEREN und dem SC das Leben schwer machen. - Das gibt einen Bennie für den Spieler, weil er seinen Charakter aktiv mit der Spielwelt, mit deren Bewohnern, deren sozialen Gefüge hat agieren lassen, weil er sich eine KOMPLIKATION herbeigespielt hat, und weil das Heimsenden mit der Spott-Botschaft sehr cool formuliert war. - Vor allem aber, weil er damit dem Spielleiter GESAGT hat: "Also, lieber Spielleiter, ich würde heute gerne meinen schwelenden Ärger mit Baron Haßköter eskalieren lassen." Das war die Aktion des Spielers, und der Spielleiter gibt den Bennie und sagt "Ich habe verstanden. Der gewünschte Ärger kommt umgehend."
Das ist überhaupt nichts anderes als das ganz normale Ins-Spiel-Bringen von Hindrances.
Spiritual Attributes sind mit den weichen Hindrances wie Vow, Code of Honor, Enemy, Quirk, Habit, usw. und den Settingspezifischen wie Obligation, Order, Oath usw. leicht abzubilden.
Liebt jemand eine Frau WIRKLICH so intensiv, daß er ohne sie nicht sein kann? - Habit (Major) - die Folgen stellen das sich Vernachlässigen, sich Grämen dar, wenn er nicht bei ihr sein kann.
--- Zitat von: Markus am 15.02.2010 | 01:11 ---Überhaupt, müsste es dann doch insgesamt viel mehr Bennies geben, wenn die Spieler ihre Spiritual Atrributes ordentlich anspielen.
--- Ende Zitat ---
Nicht mehr als es auch beim Anspielen anderer Hindrances gibt.
Nicht vergessen: Das SW-Regelsystem ist NICHT um solche Spiritual Attributes herum gebaut, sondern verwendet solche vergleichbaren Mechanismen wie Bennies für Hindrances als Regelelemente, aber NICHT als Hauptmechanismus und BRENNPUNKT allen Spiels.
Du scheinst hier die TRoS-"System-Denke" anzuwenden. Damit hast Du die TRoS-Brille auf, was Dich SW nicht mehr scharf erkennen lassen kann. - Für eine Conversion schaut man sich aber das TRoS-Setting mit der SW-Brille an. Und nur, was unter der SW-Brille SCHARF sichtbar ist, wird in der Conversion auch prominenten Raum bekommen.
Spiritual Attributes sind KAUM Teil des TRoS-Settings, sondern dessen REGELN. - Und die REGELN werden von der SW-Brille direkt WEGGEFILTERT.
--- Zitat von: Markus am 15.02.2010 | 01:11 ---Und das scheint, aus meiner unerfahrenen Sicht, ein viel stärkerer Einfluß auf zentrale Regelbestandteile als das Äquivalent zusätzlicher Edges.
--- Ende Zitat ---
Die Edges werden verdammt OFT zum Einsatz kommen. Mit +2 stellen sie einen HEFTIGEN Einfluß dar, der auch noch OFT vorkommen wird. Durch den festen Bonus OHNE EINGESCHRÄNKTEN WIRKUNGSBEREICH sind sie so ziemlich das, was man bei Conversions VERMEIDEN sollte: Feste Boni, die auch noch additiv zu denen aus anderen Quellen wie Professional Edges oder weiteren Edges sind, und die - bei nur genügend "herbeiargumentierter" Begründung (wie weiche Hindrances!) - STÄNDIG wirksam sein können.
Bennies geben nur eine zweite CHANCE! Sie lassen die Würfel abermals sprechen, sind aber NIE SICHER!
Bennies für Hindrances. - SO bildet SW in entsprechenden Mantel&Degen-Settings die Schwere der Gefühle der beteiligten Personen ab. - Die Charaktere gehen mit den Bennies bestückt, die sie sich über ihre Hindrances erspielt haben, in ihre Konflikte. Und dort geben diese Bennies den Ausschlag über Leben und Tod, Sieg oder Niederlage.
Markus:
Alles klar, Danke.
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