Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Gesinnungen und Charakterkonzepte
Darklone:
Wie ich das handhabe? Jeder Spieler schreibt seine PC-Gesinnung auf, die er von seinem PC erwartet und dann wird gespielt.
Wenn es dann völlig abstrus wird, muss der Spieler sein Alignment schon begründen können, auf die Gefahr hin, dass der DM einfach sagt: "Nö. Du bist jetzt BLA/BLA!".
Den Fall gab es aber bisher nie. Ich sehe das auch deswegen eher als Runden/Spieler-Problem.
Kürzlich zB hatten wir ne Falle, die dank ihres Alignmentdetectors zufällig auf keinen PC in der Gruppe ansprach... und das war ausgerechnet die einzige Falle, die der Trapspringer nicht entdeckte. Welcher Bösewicht ahnt denn auch schon, dass ne Horde Lawful Neutral Hobgoblins seinen Dungeon stürmt?
Holothuroid:
Deine Party ist ein Truppe rechtschaffen guter Hobgoblins?
:d
Ruinenbaumeister:
Rechtschaffen neutral steht da.
Haukrinn:
Ach der hat sich vertan, Rechtschaffen Gut wollte der schreiben. RN Hobgoblins hätten den Bösewicht verklagt und durch ihre Anwälte zu Grund richten lassen... ;D
Crimson King:
--- Zitat von: Medizinmann am 10.10.2007 | 18:01 ---hmmm,Neutralen Menschen ist das Endziel Ihrer Bemühung egal. sowohl töten(Evil) als auch nicht töten(Good) ist gleich gut/wichtig.Deshalb sind Sie Neutral
im Englischen 3er steht unter neutral:She doesn't feel Strongly one Way or the other when it comes to Good vs.Evil..
--- Ende Zitat ---
Da liegt der Hase im Pfeffer. Wie ich sagte, nicht die Handlung (töten), sondern die Motivation bestimmt die Gesinnung. Töten ist erstmal weder gut noch böse, erst die Motivation macht die Aktion wirklich bewertbar.
Hier gibt es in gewissem Maße Interpretationsspielraum, und genau auf diesem basieren viele Probleme, die mit dem D&D-Alignment-Schnickschnack zu tun haben.
Ist ein Egoist böse oder neutral?
Heißt böse sein, anderen um des Schadens willen schaden zu wollen oder lediglich, diesen Schaden auf der Suche nach dem eigenen Vorteil billigend in Kauf zu nehmen?
Es gibt da im Grunde zwei Wertungsmöglichkeiten:
1.
gut: will anderen helfen, stellt die Ziele anderer ggf. über die eigenen
neutral: will seine eigenen Ziele verwirklichen, Auswirkungen egal
böse: will anderen schaden
2.
gut: will anderen helfen, stellt die Ziele anderer ggf. über die eigenen
neutral: will seine eigenen Ziele verwirklichen, ohne anderen zu schaden
böse: will seine eigenen Ziele verwirklichen, Auswirkungen egal
Meines Erachtens ist ein böser Charakter lediglich vollkommen auf den eigenen Vorteil bedacht, ohne dabei destruktiv um der Zerstörung willen zu sein, Ausnahme Sadisten, Pyromanen und andere Psychoten, die aber aber auch aus reinem Eigennutz handeln. Damit hat er erst einmal kein Interesse daran, jemandem zu schaden. Er nimmt diesen Schaden anderer aber billigend in Kauf, ohne mit der Wimper zu zucken.
Wesen, die Leid um des Leids willen verursachen, gibt es in der Realität meines Erachtens nicht. Sadisten quälen auch nur aus Eigennutz. Natürlich gibt es in der Fantasy höhere Wesen, Dämonen, Teufel, böse Götter und so nen Kram, die derartigen Idealen folgen. Menschliche Charaktere leben "böse" aber auf einer anderen Ebene, eben der egoistischen, gewissenlosen. Damit hat ein neutraler Mensch immer noch ein Gewissen. Es ist nur nicht so ausgeprägt, wie das eines guten Menschen. Dieser ist bereit, sich für andere aufzuopfern, der Neutrale ist dies nicht, aber er wird auch nicht einfach den Schaden eines anderen billigend in Kauf nehmen. Er braucht schon einen guten Grund dazu. Ein Meuchelmörder, der Leute umbringt, weil es halt sein Job ist, ist demnach ganz klar böse.
Auf die Weise werden böse Charaktere auch spielbar. Der böse Charakter, der Tod und Zerstörung nicht nur aus reinem Sadismus säät (sät?), sondern dies als höheres Ideal ansieht, weil er z.B. einer entsprechenden Gottheit folgt, ist effektiv nicht spielbar, wenn er seine Ideale innerhalb einer Gruppe mit moralisch einigermaßen intakten Mitgliedern kosequent auslebt.
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