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Gesinnungen und Charakterkonzepte

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Friedensbringer:

--- Zitat von: Medizinmann am 10.10.2007 | 17:35 ---@Cyberdance
die von ihrer Persönlichkeit her jedoch charmant und ziemlich integer war - allerdings natürlich ein moralisches Vakuum, da ein Leben kaum etwas zählt, wenn es um den Job geht.

wieso soll das Neutral evil sein,das ist eher Lawful neutral !

--- Ende Zitat ---

naja, keine moral, tut alles um sich selbst besser zu stellen, und auch mord ist probates mittel. aber er erfüllt seine aufträge und ist integer -> lawful evil nach meiner interpretation!

wo gleich das problem ist: alles interpretationsfrage, aber nicht das problem. selbiges liegt darin, dass leute das was in den d&d regelwerken als "definition" genutzt wird als einziges zulassen. wenn es um böse geht zumindest! und das sollte imo nicht so sein.

Deadman:

Ich denke oft muss man den Spielern einfach vertrauen, schließlich ist gut oder böse oft einfach eine Frage der Motivation.

Beispiel: Ein böser Bandenanführer. Der Schurke steht alleine mit ihm um Thronsaal und denkt weil er...
... gut ist: "Wieviele Leben wird dieser Dolchstoß retten? Es ist ein dreckiger Job aber irgendjemand muss es tun."
... neutral ist: "Hm gut, da ist er nun... Danach gehts den Dörfern besser und meinem Geldbeutel auch."
... böse ist: "Ei ei ei da ist er ja, so und jetzt werde ich etwas für meinen Geldbeutel tun... erst der Spaß und dann das Vergnügen. Ohhhh wie ich diesen Job lieeeebbbeeee."

Das Ergebnis ist immer das selbe.

Nachdem die Assassine für Gold tötet und dieses auch die Motivation ist wäre mein Ergebniss - Böse. Das heißt aber nicht das der Char unfreundlich und ein notorischer Nörgler ist. Nein er kann sogar freundlich, aufgeschlossen und tolerant sein. Zitat: "Nimm das bitte nicht persönlich"  ::)

Im Prinzip sollte man die Spieler (wenn man Verzweifelt) immer Fragen, warum dies getan wurde, aber auch drüber Nachdenken, ob der eine andere Wahl hatte.

My 2 Cent
Deadman

Ein:
Ich finde es eh sinnvoller, die Gesinnung danach auszuwählen für welche Faktion man sich im Zweifel entscheiden würde:
Die Guten (G), die Bösen (E) oder keinen von beiden (N).
Das Gesetz (R), den Widerstand (C) oder keines von beiden (N).

Der beschriebene Assassin würde nach dieser Definition wohl true neutral sein. Er wird sich weder an die Guten noch an die Bösen langfristig binden. Und obwohl er für Vertragstreue (Gesetz) ist, ignoriert er trotzdem eine Menge Gesetze (Widerstand).

Darklone:

--- Zitat von: Haukrinn am 10.10.2007 | 20:55 ---Ach der hat sich vertan, Rechtschaffen Gut wollte der schreiben. RN Hobgoblins hätten den Bösewicht verklagt und durch ihre Anwälte zu Grund richten lassen...  ;D

--- Ende Zitat ---
Welcher ehrliche Klingone ehem, Hobgoblin würde sich den Spass solch eines Gemetzels von nem Anwalt verderben lassen ;)?

Cyberdance:

--- Zitat von: friedensbringer am 10.10.2007 | 21:38 ---naja, keine moral, tut alles um sich selbst besser zu stellen, und auch mord ist probates mittel. aber er erfüllt seine aufträge und ist integer -> lawful evil nach meiner interpretation!
--- Ende Zitat ---
Eigentlich wollte ich gar nicht über mein Charakterkonzept diskutieren...  ::) ...aber wo wir schon dabei sind: Ein rechtschaffener Charakter hat zumindest einen festen Kodex oder Satz an Regeln und Prinzipien, nach denen er sich richtet. Das hat mein Char nicht, von einer grundlegenden hedonistischen Ader mal abgesehen. Sie ist nicht völlig wahllos in dem, was sie tut, aber auch nicht direkt besonders strukturiert oder ein großer Freund von Gesetz und Ordnung (wenigstens das sollte ein rechtschaffener Char sein). Sie befolgt Gesetze aus Angst vor Strafe, spuckt aber auf das zugrunde liegende Konzept von administrativer Gewalt - solange es nicht ihre eigene ist. Sie ist schon neutral (pendelt eher zum Chaos) im ersten Teil der Gesinnung, aber sie ist definitiv evil und nicht neutral, da sie eine klare Meinung zu Gut und Böse hat: "Gut" ist Schwäche, "Böse" ist Stärke - die Fähigkeit, sich skrupellos zu nehmen, was man begehrt, ohne Rücksicht auf Gefühle von anderen und Moral. Ganz so, wie sie es von Kindheit an kennen gelernt hat. Ihre größte Stärken sind ihre silberne Zunge, ihre flinken Finger und ein tadelloses Äußeres - also setzt sie diese Waffen für ihre dunklen Ziele ein, anstatt mit einer Axt durch die Reihen des Lichts zu preschen. Für sie wäre es z.B. amüsant, einen Paladin zu verführen, korrumpieren und anschließend wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen, wenn er bei seinen eigenen Leuten schon als Staatsfeind gilt und alles verloren hat (alleine die Tatsache, dass sie eine solche Fantasie als amüsant betrachtet, genügt im Prinzip schon). Sie schneidet keinem Gefährten die Kehle im Schlaf durch (nicht aus moralischen Gründen, sondern einfach nur aus sozial-pragmatischen) aber sie hat mit dem Vorgang an sich kein moralisches Problem - Männer, Frauen, Kinder, alte Leute: Wer ihr in einem unpassenden Moment vors Messer läuft, fällt (wobei sie bei Kindern *vielleicht* eine Ausnahme machen würde...). Das ist evil, nicht neutral, auch wenn es noch einen Funken Licht in ihrem Herzen gibt - immerhin hat sie sich gegen das destruktive Böse ihres eigenen Volkes gestellt.

Nichtsdestotrotz ist sie charmant, meistens höflich und sehr um Decorum bemüht, trotz ihrer schwarzen Seele. Mir war halt auch das *warum* wichtig: Sie ist ein Produkt ihrer Vergangenheit und ihre Moralauffassung das Ergebnis des Umfeldes, in dem sie aufgewachsen und die letzten 129 (!) Jahre gelebt hat. Ein Leben Gewohnheit (zwei Menschenleben Gewohnheit) - das schüttelt man nicht so schnell ab, nicht mal wenn Eilistraee (oder eine beliebige andere gute Gottheit) persönlich herabsteigt und einem die Hand reicht. Wo wir auch schon beim nächsten Thema wären - Gesinnungswechsel. Der Wechsel der Seite (von Gut nach Böse, von Böse nach Gut) ist in der fantastischen Literatur ein Stützpfeiler, aber in D&D (oder anderen Gesinnungssystemen) eine heikle Angelegenheit. Wenn der Char in einer Übergangs-/Lernphase ist, in der er langsam begreift, dass sein bisheriger Weg falsch ist, aber er noch nicht so weit ist, sich wirklich geändert zu haben - was ist er dann? Neutral? Klingt krückig für mich, da das doch auch eine sehr eigene moralische Haltung ist und nicht bloß der Übergang zwischen Gut und Böse. Springt Detect Evil auch auf einen bösen Char an, der bereut und versucht, sich zu bessern? Regeltechnisch ja, erzählerisch ergibt das nicht viel Sinn.

Dieser Char war halt auch darauf ausgelegt, durch Vorbild irgendwann seinen dunklen Pfad zu verlassen - nach und nach.


--- Zitat ---wo gleich das problem ist: alles interpretationsfrage, aber nicht das problem. selbiges liegt darin, dass leute das was in den d&d regelwerken als "definition" genutzt wird als einziges zulassen. wenn es um böse geht zumindest! und das sollte imo nicht so sein.

--- Ende Zitat ---
Das meine ich halt auch.


--- Zitat von: Deadman am 11.10.2007 | 09:18 ---Nachdem die Assassine für Gold tötet und dieses auch die Motivation ist wäre mein Ergebniss - Böse. Das heißt aber nicht das der Char unfreundlich und ein notorischer Nörgler ist. Nein er kann sogar freundlich, aufgeschlossen und tolerant sein. Zitat: "Nimm das bitte nicht persönlich"  ::)
--- Ende Zitat ---
Eben, ist es ja auch nicht - ist halt der Job. ;D

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