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Warum hören so viele Rollenspieler Metal?

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Preacher:

--- Zitat von: Herr Rabe am 24.01.2008 | 12:05 ---Musik ist hörbar gemachte Mathematik
--- Ende Zitat ---
Bitte?
Es gibt Musikrichtungen, die diesbezüglich sehr strengen Regeln folgen (Zwölftonmusik, Serielle Musik), aber im Allgemeinen hat man da doch größere Freiheiten. Wo bliebe denn sonst der kretive Prozess? Wenn es reine Mathematik wäre, wie wäre es dann möglich,daß Musik derart emotional belegt sein kann? Nein, das stimmt so nicht.
Einige Regeln weisen Parallelen auf, ja. Aber Musik lässt sich nicht auf diese Regeln reduzieren.


--- Zitat von: Herr Rabe am 24.01.2008 | 12:05 --- und stimmuliert auf wesentlich vielschichtigere Art und Weise als es ein purer Text (auch mit interresantem Versmaß) je können wird.
--- Ende Zitat ---
Echt? Wenn das bloß mal der olle Shakespeare gewusst hätte...

Hr. Rabe:

--- Zitat von: Hendrik am 24.01.2008 | 12:13 ---Echt? Wenn das bloß mal der olle Shakespeare gewusst hätte...

--- Ende Zitat ---

Vorsicht, 'vielfälltiger' bezog sich nicht auf 'besser', sondern lediglich darauf, daß einem Künstler über Musik einfach mehr gleichzeitig addressierbare Kommunikationskanäle geboten werden, wärend der Künstler, der einen Text schreibt sich mit einem kleineren 'Addressraum' abfinden muß.
Daß man daraus gutes zaubern kann ist unbestritten, aber es bedarf größerer Kunstfertigkeit und ist daher weniger häufig auf dem Niveau eines Shakesperes... und einen HipHop Text, der auch nur annähernd in diese Klasse reinragt habe ich nun wirklich noch nicht gehört ;)

Skyrock:

--- Zitat von: Hendrik am 24.01.2008 | 11:59 ---Und wenn das stimmt: Was ist denn mit Hip Hop? Ich kenne genau einen Hip Hop Fan, der Rollenspieler ist.
Und auch mit Hip Hop kann man sich auseinandersetzen, darüber reflektieren und darüber seinen Intellekt stimulieren. Und Hip Hop ist nun wirklich bekannter als Metal.
--- Ende Zitat ---
Indeed, neben Berliner Maskenträgern, Bling-Bling-Gangsta-Anwaltssöhnchen und ähnlich auffälligen mentalen Tunnelgräbern gibt (und vor allem gab) es auch intelligentes Zeug. Die ganze Hamburger Schule (Eins Zwo, Fischmob, 5 Sterne Deluxe etc.) hat eine Menge in Sachen Wortspielen aufgefahren, während andere sehr politisch waren (Advanced Chemistry, Public Enemy etc.). Klar, letztere sind natürlich keine tiefschürfenden differenzierenden Essays, aber in diese Kategorie fällt ja auch kein einziger Metaltext, und das hat in der Musik auch nichts verloren.

Ansonsten habe ich früher vor allem Rap gehört, aber inzwischen bin ich Eklektiker der auch Jazz, Blues, Reggae und eine Handvoll Sachen aus anderen Bereichen wie New Wave, Punk und 80er-Pop schätzt. Nur Metal kommt mir nicht ins Haus (außer als Beat bei Run DMC, und im Gegensatz zu den zum Glück in der Versenkung verschwundenen NuMetal-Pappkameraden haben sie was vernünftiges draus gemacht), insofern bin ich wohl kein normaler Rollo.

Funktionalist:

--- Zitat ---Serielle Musik...
--- Ende Zitat ---
Stockhausen hört genauso an wie Stücke von John cage.
Das eine ist serielle musik (strenge regeln blabla mathe blupp) das andere nennt sich Aleatorik.

--- Zitat von: Hendrik am 24.01.2008 | 11:59 ---Und wenn das stimmt: Was ist denn mit Hip Hop? Ich kenne genau einen Hip Hop Fan, der Rollenspieler ist.
Und auch mit Hip Hop kann man sich auseinandersetzen, darüber reflektieren und darüber seinen Intellekt stimulieren. Und Hip Hop ist nun wirklich bekannter als Metal.

--- Ende Zitat ---
Ich kenne drei. ist also nicht so ungewöhnlich.
Echte metalheads kenne ich übrigens auch nur drei.
Alle anderen hören auch Metal.

--- Zitat von: Hendrik am 24.01.2008 | 12:13 --- Wo bliebe denn sonst der kretive Prozess? Wenn es reine Mathematik wäre, wie wäre es dann möglich,daß Musik derart emotional belegt sein kann? Nein, das stimmt so nicht.

--- Ende Zitat ---
Don´t make me go medieval on you!
Mathematik ist sowas von kreativ, aber holla.

Die Serielle musik entstand unter anderem als freiere form und Alternative zur diatonischen Standardmucke, wie bach oder Beethoven und Mozart sie verbrochen haben. (huh, diese Blasphemie. es gibt nichts erfrischenderes ;) )
Schönberg ist da so ein name. Erste stücke, klassisch, dann immer freier von Tonart. "Der musikalische ausdruck wird durch den neuen klang gerade erst ermöglicht. Die Musik kann nur solange funktionieren, wie sich das Ohr noch nicht an das atonale gewöhnt hat, denn nur dann entfalten die frischen klänge ihre Wirkung und dringen ungefiltert in das gemüt ein" so jetzt mal frei nach Schönberg.
Später, als er merkt, dass man doch irgendwelche regelmäßigkeiten braucht, um sich orientieren,, versucht er als einer der vorreiter der 12-Ton-Musik andere regeln, als die tonalität zu entwickeln.
Das war Kreativität pur.
John cage hingegen spreche ich wesentlich weniger zu. Er dachte sich quasi impro-hilfen aus und nannte sie "Werke". (man werfe ein paar Stöcke auf den Boden und spiele das "Bild" auf dem klavier)
andererseits hat er geholfen für mich die serielle musik ad absurdum zu führen, da diese so unmenschlich wurde, dass sie von Zufall nicht mehr zu unterscheiden ist.

Zum thema Hiphop
gibt eine menge Rhythmuspoeten da draußen. eignet sich bloß nicht zum zocken.
zuviel geschwätz.
sers,
alex

Tequila:
Weil sie es können!!!

OK, konkreter: Metal ist eine Musik, die eine sehr hohe Bandbreite an Emotionen umfasst, weit breiter als fast jede andere Musikrichtung. Es gibt nicht DIE Metalmusik an sich. Wenn ich mir nacheinander Cannibal Corpse, Anaal Nathrak.Nightwish, Manowar und Symphony X anhöre, habe ich völlig verschiedene Arten von Musik gehört, die dennoch alle Metal sind. Damit ist die Bandbreite an potentiellen Hörern viel breiter.

Die Affinität von Rollenspielern zur Metalmusik wird mit Sicherheit auch durch die dort verwendeten Texte unterstützt. Keine andere Musikrichtung hat mWn ähnliche fantasiegeschwängerte Lyrics (Wobei ich jetzt den Prog-Rock der 70er Jahre als einen der Metalvorgänger ansehe)

Es gibt sogar Bands, die sich direkt auf Rollenspiele beziehen, z.B. die Berliner Logars Diary, deren Songs ihre eignen Earthdawn-Rollenspielerlebnisse vertonen.

Außerdem sind Metaller einfach mehr richtige Kerle als der Rest der Menschheit und da viele Rollenspieler gerne richtige Kerle wären, fangen sie auch an Metal z hören *g*

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