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[SF: Redshift] Schiffsdesign und Technologie

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Feuersänger:

--- Zitat von: Anima am  6.02.2008 | 03:39 ---Aber es bricht jetzt nicht unbedingt SoD, wobei ich immer noch der Meinung bin das solche Antriebe der Raumfahrt einen gewissen Flair nehmen.
--- Ende Zitat ---

Was meinst du damit, bzw. was macht für dich den Flair der Raumfahrt aus?


--- Zitat ---Viele Überlegungen auf der Rho Seite gelten ja auch nur wenn es eine Begrenzung des Delta V gibt und man auch noch akribisch auf das Gewicht des Schiffes achten muss.
--- Ende Zitat ---

Ist mir schon klar, dass der Typ ganz vernarrt in die SF der 50er Jahre ist, wo die Raumfahrer zwar einerseits Roboter für die Drecksarbeit haben, andererseits aber Flugzeiten mit dem Abakus und Logarithmentabellen ausrechnen. Da sieht man mal, wie sehr man sich mit der technischen Entwicklung verschätzen kann und was sich alles in wenigen Jahren tun kann.


--- Zitat ---Und ein Space Shuttle hat weder eine Reaktor, noch schwere Panzerungen. Deine Jäger werden also wesentlich schwerer sein.
--- Ende Zitat ---

Das Space Shuttle ist also grob gesagt ein 37m-Schiff mit 100 Tonnen. Ich hätte ein anständiges 100t-Schiff auf ca. 25 Meter geschätzt. Kann doch hinkommen.


--- Zitat ---Ich bin gerade nicht sicher was du da ausgerechnet hast.
--- Ende Zitat ---

Ja, war wohl völliger Humbug, eine gehackte Formel bedingt durch die unchristliche Zeit.


--- Zitat ---Du brauchst 200 000kg*100m/s² = 20 000 000 N, also 20 MN als Kraft.
--- Ende Zitat ---

Soweit klar.
Irgendwie komme ich aber gerade auf keinen grünen Zweig; letzte Woche habe ich das ordentlich an brachistochronen Raumreisen mit unterschiedlichen Schüben durchexerziert und habe durchweg konsistente TW-Ergebnisse erhalten (z.B. 3,8TW, 11TW...); jetzt habe ich versucht die Rechnung zu vereinfachen, und bekomme völlig hanebüchene Schwankungen zwischen 1GW und 1PW. Argh! Ich stinke in Physik ab!

Also, die oben genannte Ausschreibung gilt weiterhin. Suche Antrieb mit geringem Treibstoffbedarf, hohem Schub und handhabbarem Gefahrenindex.

So, nun der Reihe nach weiter:
@TW:

--- Zitat ---Wie stellst Du Dir eigentlich den Aufenthalt wärend des FTL-Fluges vor? Müssen die Leute da in Stasis, oder können sie gemütlich in der Offiziersmesse Cocktails schlürfen und sich Geschichten erzählen?
--- Ende Zitat ---

Keine Ahnung, das ist einfach eine Frage des Beschlusses. Wie gesagt möchte ich, dass FTL möglichst wenig Einfluss auf das Geschehen hat. Vielleicht dauern FTL-Sprünge nur einen Sekundenbruchteil, und solange macht die Crew es sich einfach in ihren G-couchen bequem. Vielleicht dauern sie auch länger (sagen wir, ein paar Tage Realzeit) und werden von der Crew nur als wenige Sekunden wahrgenommen. Letzteres eröffnet auch die taktische Möglichkeit, dass ein Verfolger mit einem schnelleren Schiff zwar später losspringt, aber früher ankommt, und so dem gejagten Schiff auflauern kann.

(Was die Stasistanks angeht: ich habe mich bei Alien nie so um den Hintergrund gekümmert, und bin rein vom optischen davon ausgegangen, dass sie zum Reisen in Stasis gehen müssen, weil sie eben keinen FTL-Antrieb haben und deswegen ein paar hundert Jahre unterwegs sind.)


--- Zitat ---Was die Sublicht und Überlicht-Sache angeht, frage ich mich, ob es nicht sogar spannender wäre, wenn es Schiffe gibt, die nur das eine ODER das andere können. Bzw. Sublichtschiffe auf sogenannte Sprungträger angewiesen sind, die sie mitnehmen.
--- Ende Zitat ---

Ich kann nicht erkennen, was daran spannender sein soll, und vor allem wie sich da die Protagonisten einordnen sollen. Sprungschiff wäre banaler Fährdienst. Raumschiff wäre auf ein System festgenagelt, außer es ist gerade zufällig ein Sprungschiff verfügbar. Wie sollen so z.B. jemals Verfolgungsjagden stattfinden, wenn für den Verfolgten am Jumppoint Endstation ist, weil das nächste Sprungschiff erst in 12 Stunden geht? Jegliche illegalen Aktivitäten werden dadurch komplett unmöglich gemacht. Die Sprungschiffe werden sicher behördlich kontrolliert und nehmen ganz bestimmt keine unregistrierten Schiffe mit, oder Schiffe nach denen gefahndet wird. Das Space Outlaw Thema ist ein Ding der Unmöglichkeit. Sobald du in einem System was ausgefressen hast, hängst du dort fest, bis man dich schnappt.


--- Zitat ---Zum Thema Plausibilität wollte ich übrigens noch erwähnen, dass es für Wachstum diese Verzinsungsformel gibt.
Also die Zeit in der das ganze spielt ist auch ein wichtiger Punkt bei der Plausibilität. Oder soll es in Deiner SF-Welt vielleicht gar keinen Zusammenhang mit dem realen Universum geben?
--- Ende Zitat ---

Also, meine momentane Idee ist, dass dieses Setting die Zukunft eines Mittelaltersettings darstellt, das ich mal vor langer Zeit geschrieben habe. Muss ja nicht jede Zivilisation auf immer und ewig in der Renaissance verharren. <g> Das MA-Setting ist dabei vergleichbar mit dem Spätmittelalter (so technischer Stand ca. 1350), und das SF-Setting soll ca. 1000 Jahre später spielen.
Also nach irdischem Maßstab um 2350, aber auf dem Weg dahin kann man ja noch die eine oder andere Acceleratio einbauen. Es gibt z.B. keinen Grund, warum die Dampfkraft nicht schon wesentlich früher genutzt hätte werden können. Selbst die alten Römer hätten das schon gekonnt, wenn sie gewollt hätten. Sie wollten aber nicht, weil Sklavenarbeit billiger war. Außerdem habe ich in meiner Timeline keine jahrzehntelangen Genozidkriege wie den 30jährigen Krieg vorgesehen, sondern nur relativ begrenzte Kriege (1-3 Jahre).

Zum Techlevel-Anstieg, das ist sehr interessant: da kann man ja etwas mit den Zahlen fummeln, vor allem wäre natürlich gut zu wissen, wie stark der Anstieg denn tatsächlich in unserer realen Welt ist (und wie man ihn festmacht). Fakt ist ja, dass es immer wieder plötzliche Sprünge in einzelnen Bereichen gibt, wenn also ganz neue Sachen erfunden werden, wie Atombombe, Düsenflieger, Siliziumchip etc.

Gehen wir mal von einer "Verzinsung" von 2% aus, das bedeutet eine Verdopplung alle 35 Jahre. Bei paralleler Entwicklung zur Erde wären sie also 350 Jahre weiter als wir heute, ergo 1000mal weiter als wir. Nochmal 150 Jahre später wäre es aber schon Faktor 20.000!
Wie realistisch sind 2%? Wie gesagt, das ist schwer zu definieren. Mit 2% p.a. wären wir viermal weiter als unsere Großeltern vor 70 Jahren. Unsere Autos sind vielleicht 4mal besser (Leistung, Verbrauch, das mag ich nicht nachrechnen), unsere Flugzeuge sind aber eine ganz andere Größenordnung, und von Rechenmaschinen will ich gar nicht erst anfangen. Auch in der Landwirtschaft gab es gewaltige Fortschritte, gemessen am Flächenertrag und den Beschäftigten im Agrarsektor würde ich mal mindestens Faktor 10 ansetzen. Und so zieht sich das durch.

Wir haben natürlich heute den Eindruck, dass sich jetzt nicht mehr viel tut und wir die Spitze der Fahnenstange beinahe erreicht haben, aber das ist typisch und liegt an unserer Perspektive. Schon um 1900 war der Chef des US-Patentamtes der Ansicht, man könne seine Behörde schließen, weil bereits alles erfunden sei, was es zu erfinden gibt. Soviel dazu!

Alles in Allem erscheinen mir also 2% nicht übertrieben, sondern eher konservativ geschätzt. Wenn sich das unbegrenzt fortführt (und wir müssen ja davon ausgehen, dass die Spezies sich nicht selber vaporisiert, weil es sonst kein SF-Setting gibt, sondern höchstens Endzeit), kommt man mit einem Zeitrahmen von 350-500 Jahren in der Zukunft schon wirklich verdammt weit, und kann durch Feinjustierung den Faktor zwischen 1000 und 20.000 einsteuern.

Eulenspiegel:
Einleitende Worte:
Ich wollte eigentlich zeigen, dass, wenn man etwas mit der Ausströmgeschwindigkeit herumspielt, ein Fusionskraftwerk vollkommen ausreicht. - Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Es reicht leider nicht aus: Bei 20% Treibstofftanks und 10g Beschleunigung hält der Treibstoff für gerade mal 1 Stunde. (Wenn man Kernfusion als Energieträger verwendet.)

Ich werde die Rechnung hier trotzdem einmal posten. - Falls man eine Energiegewinnung nimmt, die leistunsgfähiger als Kernfusion ist, kann man die Rechnungen auch verwenden, um nachzurechnen, wie lange der Treibstoff in diesem Fall hält.

1. Rechnung:
Hier mal eine Berechnung, wieviel Energie ein Schiff für maximale Beschleunigung verbrät:
mS= 200 t = 2* 105kg; a=10g=100 m/s²

Das Schiff wiederfährt also in jeder Sekunde eine Impulsänderung von 2x 107 Ns.

Das heißt, wegen der Impulserhaltung, muss man jede Sekunde Quecksilber mit einem Impuls von 2x 107 Ns verschießen.

Nehmen wir an, die Ausströmgeschwindigkeit liegt bei 100.000km/s = 108m/s
Dann gilt:
2* 107 Ns = mq 108m/s
=> mq = 2x 10-1 kg = 200 g

Man verheizt also jede Sekunde 200 Gramm. Um 0,2 kg auf die erforderliche Geschwindigkeit zu bringen, braucht man mindestens:
mq/2 v² =0,1kg * (108m/s)² = 1015 J pro Sekunde. Also 1000 Terawatt.

Bei Wasserstofffusion wäre das also ein Masseverlust von
1000 TW/720 TJ *kg = 1,4 kg/s.

Wir würden jede Sekunde also 1,4 kg Wasserstoff und 0,2 kg Quecksilber verbraten. Du sagtest, dass maximal 20% des Schiffes aus Treibstoff bestehen soll. - Das wären also 40 Tonnen Treibstoff. Bzw. 4*104 kg.

Wenn wir nonstop mit voller Beschleunigung fliegen, würde der Treibstoff für
4*104 kg/kg *s = 2857 s = 47 Minuten reichen. (OK, etwas länger, da das Raumschiff während des Fluges ja Masse verliert.)

Optimierungsüberlegung:
Es gilt ja: Je höher die Ausströmgeschwindigkeit, desto weniger Quecksilber verbrauchen wir. - Aber je höher die Ausströmgeschwindigkeit, desto mehr Wasserstoff verbrauchen wir.

Ziel ist es nun, die optimale Ausströmgeschwindigkeit zu finden:
Verlust an Quecksilber: mq= 2* 107/v [Ns] pro Sekunde
Verlust an Wasserstoff: mH = (mq/2 v²)/720 TJ [kg] = 107 v/720 TJ [kg Ns] pro Sekunde

Insgesamt verliere ich also pro Sekunde:
107*(2/v+v/(720 *1012)) kg
=10-5*(2*1012/v+v/720) kg

So, die optimale Ausströmgeschwindigkeit haben wir, wenn diese Zahl minimal ist. Und sie ist minimal, wenn die Ableitung verschwindet. Das heißt:
-2*1012/v²+1/720 =0
1/720 = 2*1012/v²
v² = 720*2*1012
v² = 1440*1012= 14,4*1014
v = 3,7*107 m/s

2. Rechnung:
Jetzt rechnen wir mal aus, wie viel Masse das Raumschiff verliert, wenn die Ausströmgeschwindigkeit nur bei 3,7*107 m/s liegt:
Delta m = 10-5*(2*1012/v+v/720) kg
= 10-5*(2*1012/3,7*107+3,7*107/720) kg
= 10-5*(105/2+105/2) kg
= 1*(0,54+0,51) kg = 1,05 kg

Das ist zwar nicht viel besser, aber damit hätten wir zumindest nur noch einen Verbrauch von 1,05 kg pro Sekunde. Bei 20% Treibstofftanks wären das also insgesamt:
4*104 /1,05 = 3810 = 63 Minuten

Das Schiff könnte also insgesamt 1 Stunde mit voller Beschleunigung fliegen.

Feuersänger:

--- Zitat von: Turning Wheel am  6.02.2008 | 16:16 ---Man kann die FTL-Reise natürlich auch länger erfahrbar machen, wenn man will, dass die Charaktere ein paar Tage Zeit haben, ihre Skills weiter zu entwickeln. Das ist normalerweise eine clevere Sache um mehr Potenzentwicklung rein zu bringen. Das kommt aber darauf an, ob Du ein Spielsystem mit einigermaßen relistischem Lernsystem benutzt. Kann mich gerade nicht erinnern, ob Du dazu schon was gesagt hast.
--- Ende Zitat ---

Wäre _das_ dann nicht eher wie Star Trek, wo man während des Warpfluges halt mal eben ne Runde Squashen oder Batlethfechten geht?
Und nein, übers Spielsystem habe ich noch nichts gesagt, und mir auch noch keine genaueren Gedanken dazu gemacht. Es wird jedenfalls nicht so eine Erbsenzählerei à la Rolemaster. Es sei aber auch dazu gesagt, dass ich außer Shadowrun und Star Wars d6 bislang überhaupt keine SF-Systeme kenne. Das ist aber momentan auch noch gar nicht relevant.


--- Zitat ---Wenn Dir das nicht gefällt, warum nimmst Du es jetzt plötzlich an.
--- Ende Zitat ---

Hö? Ich habe lediglich durchgespielt, welche Konsequenzen die von dir angedachte Situation hätte.


--- Zitat ---Ich dachte, es wäre bereits raus, dass jeder Zugang zu Jumpdrives haben kann. Die Frage ist eben, wie leicht Du jemandem einen Sprung über Lichtjahre hinweg machen willst. Ich bin da mehr ein Fan von Beschwerlichkeit.
--- Ende Zitat ---

Erstens sollen JDs natürlich kein billiger Allerweltskram sein, den sich jeder in sein Schiff einbaut wie ein Radio in seinen Golf. Aber es soll eben Möglichkeiten geben, an sowas ranzukommen, sodass es eben "private Raumfahrt" gibt. Allerdings fällt mir dafür kein irdischer Vergleich ein. Die Leute, die sich so ein Schiff zulegen, wollen im Endeffekt damit Geld verdienen, der Vergleich mit der Privatjacht würde also hinken.

Zweitens, zum Komfort während des Sprungs hab ich mir bisher keine Gedanken gemacht, aber wenn du es schon ansprichst: es kann durchaus sein, dass jeder FTL-Sprung ein wahrer Höllenritt ist, so eine Art Mischung aus Achterbahnfahrt, Frontalkarambolage und schlechtem Acid. (Das ist übrigens nix neues, es gibt schon SF, in der Reisende nach jedem Sprung erstmal ausgiebig kotzen müssen.) - Das ist in der Tat keine schlechte Idee, weil es wie du sagst die Besonderheit einer FTL-Reise verdeutlicht.

Den FTL-Antrieb soll es zur "Spielzeit" auch schon eine Weile geben, jedenfalls lange genug, dass auf anderen Planeten schon Kolonien etabliert sind. Also sagen wir mal so ca. 100 Jahre interstellare Raumfahrt.


--- Zitat ---Die Realität war aber trotzdem nicht so, und das hat einen Grund: sie ist plausibel.
--- Ende Zitat ---

Teilweise finde ich die Realität alles andere als plausibel. ;) Es geht hier auch nicht darum, mehrere Jahrtausende Entwicklung im Zeitraffer durchzunehmen. Da hab ich auch ma ne Story gelesen, Dampfkraft wird von den alten Griechen nutzbar gemacht, und zur Zeit um Christi Geburt sind Dampfzüge von Britannien bis China gefahren. Aber wie gesagt, darauf will ich nicht hinaus. Zumal es sich ja wie gesagt nicht um die Erde dreht, wo man sagt "362 Jahre von Jetzt an gerechnet", sondern um ein anderes Sonnensystem. Insofern ist es auch relativ wurscht, ob es nach deren Kalendarium nun im Jahre 1100 oder 1300 oder 1500 losgeht.


--- Zitat ---Das würde ich auch als realistisch betrachten. Genauer gesagt kommt es vielleicht auf die 3 - 5 % raus die ich gesagt habe, abzüglich der Jahre, in denen diverse Kriesen ausgestanden werden müssen und man zerstörtes wieder aufholt.
--- Ende Zitat ---

Meiner Seel, bei 4% pro Jahr ist man nach 300 Jahren schon fast bei Index 130.000. ^^ Und es kommt noch besser, siehe unten.


--- Zitat ---Wir können heute eine Hand voll Menschen mit großer Anstrngung zum Mond fliegen. Und dabei sterben sie ab und zu. Das sind 185.000 km. Faktor 20.000 könnte in etwa bedeuten, dass man mit Ach und Krach den Flug zum Pluto realisiert (das sind immerhin 6 Mrd km).
--- Ende Zitat ---

(Der Mond ist übrigens ca. 370.000km entfernt)
Naja, ich behaupte, das in absehbarer Zeit (wenige Jahre) der bemannte Flug zum Mars machbar wäre, wenn man dieses Ziel mit dem gleichen Elan verfolgen würde wie die Mondlandung vor 40 Jahren. Aber man hat eben derzeit kein so großes Interesse daran, weil der praktische Nutzen (ähem) begrenzt ist, und es nicht mehr diesen Schwanzvergleich zwischen den politischen Systemen gibt (man sprach ja nicht umsonst vom "Space Race" - als ob es da oben was zu holen gäbe).

Lass uns anhand dessen mal das Technologiewachstum in der Raumfahrt abschätzen: die Europäer projektieren eine bemannte Marsmission um das Jahr 2030. Also lass es 2040 werden. ;) Das wäre dann 70 Jahre nach der ersten Mondlandung. Die Distanz zwischen Erde und Mars ist mindestens 160mal größer als zwischen Erde und Mond. Das entspräche einem durchschnittlichen Wachstum von 7,5% p.a. - ganz schon ordentlich!


--- Zitat ---Deine historische Quelle beweist, dass es solche Selbstzufriedenen offenbar auch schon früher gegeben hat, aber ich dachte dass die Leute, die in diesem Thema schreiben eher nicht zu der Sorte Mensch gehören.
--- Ende Zitat ---

Deswegen sage ich ja, darf man durchaus auch mal etwas optimistische Werte einsetzen, und muss sich nicht davon kirre machen lassen, dass wir mit unserer heutigen Technologie einen Ionenstrahl eben nur auf 200km/s beschleunigen können. Klar halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass wir tatsächlich jemals eine leistungsfähige interplanetare Raumfahrt entwickeln, vom magischen FTL mal ganz abgesehen. Aber die Forschung hat noch eine Menge Potential.

Ich habe so den Verdacht, daß eine einfache Zinseszinsfunktion nicht ausreicht, um die technologische Entwicklung zu beschreiben. So wie ich die Fortschritte interpretiere, ist es eher eine Art Prämiensparbuch mit Zinseszins _und_ steigendem Basiszinssatz. Ich glaube, der Mathematiker nennt sowas superexponentielles Wachstum.

Anima:
Der wichtige Flair den ich meine ist der das ein Raumschiff möglichst leicht sein muss. Dadurch ergeben sich viele Sachen von selbst. Zum Beispiel das Passagiere nur wenig Gepäck mit nehmen dürfen, oder das Frauen die besseren, weil leichteren Raumfahrer sind, bzw. das Raumfahrer schmächtig und klein sind und keine Gorillas.
Dann noch der Mangel an Ausrüstung, man kann nicht alles mitnehmen, nicht für jede Situation gewappnet sein ohne zu viel Delta V zu verlieren. Wenn du allerdings Delta V in Größenordnungen hast die schon fast beliebige Gewichte erlauben, dann verliert man das und die Raumfahrt wird mehr zu einer Busreise.

Deine Jäger werden wesentlich schwerer werden weil sie viel stärkere Triebwerke haben müssen, dazu noch eine Panzerung die einfach ziemlich schwer ist und einen Reaktor der auch noch abgeschirmt werden muss. Du solltest dir auch überlegen wie klein du deine Technologie skalieren kannst.

--- Zitat ---Also, die oben genannte Ausschreibung gilt weiterhin. Suche Antrieb mit geringem Treibstoffbedarf, hohem Schub und handhabbarem Gefahrenindex.
--- Ende Zitat ---
Gibt es nicht. Außer vielleicht dem Warpantrieb, wobei nicht klar ist ob der nicht gegen die Naturgesetze verstößt. Dazu kommt das er keine Thruster hat.

Zu deiner Technologieberechnung, da gibt es zwei Grenzen. Die eine Grenze ist die Physikalische, es gibt ein Maximum für so ziemlich alles. Die andere ist die Autorengrenze. Damit meine ich das du ziemlich schnell an die Grenze der eigenen Vorstellungskraft ankommst, wenn es darum geht wie das tägliche Leben auf diesen Technologieleveln aussieht. Oft ist es bei SF Geschichten nämlich so das es zwar Raumschiffe am Rande der Physik gibt, der Alltag aber genauso aussieht wie in der Jetztzeit oder sogar wie in der Vergangenheit. Wenn man da nicht aufpasst bekommt man recht schnell Probleme.

Und zum Abschluss einmal ein wenig Formelarbeit von mir.
Ein Zerstrahlungsreaktor mit einem extrem hohem Wirkungsgrad wird etwa 8,5*1016 Joule pro Kilogramm Masse generieren.

Ein Photonenstrahltriebwerk für 10.000t (Die Angabe für das Großkampfschiff) das einen Schub von 10g liefert hätte einen Verbrauch 300 PW und einen Schub von einem Giganewton! Und damit einen Verbrauch von 4kg Masse pro Sekunde.
Bei einer Angabe von 20% Treibstoff würde das bedeuten das dieses Triebwerk etwa 139 Stunden laufen kann. Natürlich ohne Beachtung der Massreduktion während des Fluges. Dafür haben wir aber auch ein Verlustfreies Triebwerk angenommen.
Das Triebwerk müsste etwa 28 Stunden laufen um auf eine Reisegeschwindigkeit von 0,03 c zu beschleunigen und natürlich weitere 28 Stunden um wieder auf relativ Null zu kommen. Das macht 56 Stunden Beschleunigungszeit. Das Schiff kann also ohne Probleme zweimal auf Reisegeschwindigkeit gehen ohne Materie aufnehmen zu müssen.

Ein Ionentriebwerk das ein 10.000t Schiff auf 10g bringen muss, braucht natürlich ebenfalls einen Schub von einem Giganewton liefern. Dieses Triebwerk hätte wenn man linear extrapoliert eine nötige Leistung von 80 TW, also verschwindend gering im Vergleich zum Photonentriebwerk. Wenn man allerdings betrachtet das die lineare Extrapolation daher kommt, das davon ausgegangen wird das mehr Ionen ausgestoßen werden und nicht aus einer Erhöhung der Geschwindigkeit, den diese erfordert laut Wikipedia einen quadradischen Anstieg der benötigten Energie.
Das wären dann 8 Exawatt oder 8*1018 Watt, oder umgerechnet einen Materiedurchsatz von: 94kg pro Sekunde.
Das entspräche einer Laufzeit von 5 Stunden, nicht annähernd ausreichend um auf Reisegeschwingkeit zu kommen.
Du müsstest also den Ionendurchsatz erhöhen. Ich habe aber gerade keine Quelle für den Stützmaßeverbrauch eines Ionentriebwerks gefunden. Ansonsten hätte ich das auch durchgerechnet.

Aber das ist sowieso alles nur theoretisch da ein Ionentriebwerk eine physikalische Grenze für den Schub hat.

Feuersänger:
@Eulenspiegel:
Ich bin bei meinem Berechnungen im Vorfeld auch schon auf ein ähnliches Ergebnis gestoßen -- also, dass man mit Fusion leider nicht auskommt. Wäre dir aber wirklich nicht böse gewesen, wenn du das widerlegt hättest.

Verstehe ich jetzt deine Rechnung richtig? --> im Optimierten Beispiel mit Ausströmgeschwindigkeit 3,7e7 verbraucht das Schiff pro Sekunde 0,54kg Stützgas und 0,51kg Fusionstreibstoff?
Für diese Rechnung nochmal besonderen Dank, ich hätte auch schon gerne die optimale Ausströmgeschwindigkeit berechnen wollen, aber das übersteigt meine mathematischen Fähigkeiten. ^^

Edith:
@Anima:
Die Beschleunigung soll ja für dickere Schiffe geringer ausfallen. Ein Pott von 2000 Tonnen könnte vielleicht noch auf 4-5G kommen, und Großkampfschiffe von 10.000 Tonnen und mehr werden nicht mehr wesentlich über 1G liegen. Zack, Ausdauer verzehnfacht. Der Man O'War als besonders schnelle Ratte vielleicht noch in Richtung 3G.

Zum Durchsatz der Stützmasse hatte ich neulich eine brauchbare Seite gefunden, aber hab sie nicht abgespeichert. Naja, im Endeffekt ist es ja keine Zauberei, Impuls ist m * v.

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