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[SF: Redshift] Schiffsdesign und Technologie
Hr. Rabe:
So aus der Hüfte geschossen, würde ich sagen, es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten für die Nagelwaffe.
Entweder der Nagel verglüht in der Athmosphäre (was man bei der geringen Luftverdrängung im vergleich zur Masse mal ausrechnen sollte). Dann wird die gesammte Bewegungsenergie des Nagels (die 150 MT) in Wärme umgesetzt. Warme Luft steigt nach oben, schlagartig entsteht ein immenses Hochdruckgebiet. Eine steife Brise nennt der Seemann das. ;D
Ich gehe als Angreifer also her und beschiesse wichtige Stellen der Atmosphäre mit ausreichend Masse, und habe als Bonus sogar noch den tollen Phycho-Spezial-Effekt eines richtig ordentlichen Sturms.
Oder der Nagel verglüht nicht. Dann macht es hübsch BUMM auf der Planetenoberfläche.
Das könnte man zum Beispiel forcieren, indem man dem Nagel einen Operationslaser dezentral in die Spitze einbaut, mit genügend Saft etwa 1-2 Minuten volle Leistung zu bringen.
Während des Abschußes sorge ich (z.B. durch gedrillte Schienen einer Railgun) für den nötigen Drall und lasse den Nagel mit ein- zweitausen u/min rotieren.
Sobald ein Hitzesensor in der Nagelspitze anspringt, schalte ich den Laser an, der mir durch Ionisierung einen hübschen Tunnel in die Luft gräbt. --> BUMM. 8]
Feuersänger:
In 200km Höhe? Da tut sich noch gar nicht viel. Der Druck da oben beträgt ca. 1e-20Pa. Die meisten Meteoriten verglühen ja zwischen 50 und 80km Höhe, und die sind viel langsamer unterwegs (i.d.R. sowas wie 20-30km/s) und dabei viel weniger hitzeresistent. Oberhalb von 100km wird jedenfalls die Atmosphäre keine großen Fisimatenten machen.
Uns fehlen halt in bißchen die Erfahrungswerte für mehrere tausend km/s. ;) Aber man muss sich da wirklich die Maßstäbe vor Augen führen. Heutzutage schießt man mit kinetischen "Nägeln" auf Kampfpanzer, die Dinger schlagen auch durch und prallen nicht etwa ab.
Man bedenke: bei 4000km/s braucht das Geschoss nur 25 Millisekunden für 100 Kilometer. Bei einem derartigen Kawuppdich wird es nicht von ein bißchen Gas abprallen, sondern einfach durchstoßen. Mag sein, dass ein Teil in der Atmosphäre verdampft - das wirkt dann wie luftgezündete A-Bomben - aber der Rest wird ungespitzt in den Erdboden rammen und gewaltige Krater / Erdbeben etc. verursachen.
--- Zitat von: Hr. Rabe am 28.07.2008 | 13:34 ---Das könnte man zum Beispiel forcieren, indem man dem Nagel einen Operationslaser dezentral in die Spitze einbaut, mit genügend Saft etwa 1-2 Minuten volle Leistung zu bringen.
--- Ende Zitat ---
Bei den genannten Geschwindigkeiten reicht es sogar, wenn der Laser 50-100ms feuert. ^^
Thot:
--- Zitat von: Quaint am 28.07.2008 | 13:19 ---[...]
Ne 20 Megatonnenbombe macht auf 50km noch "moderate Schäden an Zivilgebäuden" - was ja nicht gerade Slagging ist.
Aber auf 200 km? Na gut, wenn man hinguckt ist man wahrscheinlich blind, aber den Gebäuden am Boden passiert jedenfalls nicht wirklich was.
[...]
--- Ende Zitat ---
Außer natürlich den NEMP, der eine hochtechnische Zivilisation voller Mikrochips wahrscheinlich viel härter trifft als der Verlust einer Stadt.
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Lt. Niceyard, M. am 28.07.2008 | 15:39 ---Viel Spaß beim Vollgas geben. So ein Brocken wiegt nicht 14.000 Tonnen sondern eher 14.000.000.000.000 Tonnen.
--- Ende Zitat ---
Dann zerschneidet man den Brocken und hat anschließend 1.000.000.000 Brocken, die alle 14.000 Tonnen wiegen. (Das heißt, man hat genug Brocken für die ganze Flotte und einige Brocken bleiben halt zurück. - Man muss ja nicht alle Brocken mitnehmen.)
--- Zitat ---Was die danach erwähnten Nägel angeht, so könnte man auch einfach von Railgeschossen sprechen.
Aber: ist denn jetzt nach Wochenlanger Diskussion über Laser und andere Details plötzlich wieder die gute alte Wumme die Waffe der Wahl?
--- Ende Zitat ---
Diese Railgeschosse sind nur so extrem wirkungsvoll, wenn du
a) stationäre Ziele angreifst
b) schon vor dem Abschuss eine hohe Relativgeschwindigkeit hast.
In diesem speziellen Fall sind Geschosswaffen den Laserwaffen überlegen.
Innerhalb eines Raumkampfes ist jedoch a) oder b) nicht so gegeben. (Ich halte auch Geschosswaffen innerhalb eines Raumkampfes für sinnvoll. - Da besitzen sie aber nicht diese sehr hohe Überlegenheit.)
Wobei man tatsächlich mal ausrechnen müsste, wie effektiv diese Nägel wären:
Man muss ja nicht den gesamten nagel verdampfen. Es reicht ja aus, wenn man einen Teil des Nagels verdampft, damit der Rest vom Kurs abkommt. (Alternativ könnte man auch Abfangraketen losschicken.)
Und bei nagelförmigen Geschossen ist halt zusätzlich noch die Frage, ob sie ihre Energie wirklich wie eine Bombe in alle Richtungen abgeben, oder ob sie nicht einfach nur den Erdmantel durchschlagen.
Chaos:
--- Zitat von: Feuersänger am 28.07.2008 | 11:23 ---Diese Dinger sind wirklich mächtig und eröffnen Möglichkeiten, für die man erstmal einen Blick kriegen muss.
--- Ende Zitat ---
So wie Flugzeuge auch. Nur hat es bei denen eben fast hundert Jahre gedauert, bis jemand ihr terroristisches Potential voll erkannt hat.
--- Zitat ---Wir hatten das Thema weiter oben (was geht, was nicht) nicht zu Ende gedacht. Wollen wir mal sehen:
Eine reguläre Streitmacht könnte Raketen, Bombenlaser oder Slugs auf halbem Weg zum Ziel ausklinken, dann haben sie schonmal 3000km/s drauf und können je nach Konstruktion noch weiter beschleunigen. Dann hängt alles von den Abwehrlasern ab.
Die kinetische Energie eines Körpers bei 3000km/s ist Äquivalent zu einer Megatonne pro Tonne. Gibst du den Dingern nochmal 1000km/s obendrauf mit, sind es bereits 2 Megatonnen pro Tonne.
Hätte ich so etwas vor, würde ich die Geschosse lang und schmal bauen, mit niedrigem Querschnitt. Ein "Wolframnagel" von 20cm Durchmesser und 300cm Länge würde bereits 2 Tonnen wiegen. Bei 4000km/s sind das also 4 Megatonnen pro Nagel. Man kann sie auch länger machen als 3 Meter; skaliert ja linear. Und bei diesen Dingern ist es wirklich nicht besonders schwer, viele Geschosse mitzubringen und abzufeuern.
Es ist aber ziemlich schwer, sie zu treffen, weil ihr Querschnitt so klein ist, vor allem wenn viele davon reinkommen.
--- Ende Zitat ---
Wie sieht es mit einer mobilen Verteidigung aus, d.h. Schiffen, die von der Kolonie aus der Salve entgegenfliegen? Sie würde sie weiter draußen treffen und hätten daher auch mehr Zeit, sie abzuschießen.
Und wäre es machbar, Raketen mit Atomsprengköpfen auf die Nagelsalve zu schießen (ich finde schon noch eine gute Verwendung für meine Zarbomben... >;D). Ein 50-Megatonnen-Sprengkopf produziert (laut Wikipedia) einen Feuerball von knapp 10 Kilometer Durchmesser, es käme also auf Genauigkeit nicht so sehr an, und eine Kernfusion ist allemal heiß genug, um die Nägel zu verdampfen - falls die Durchflugzeit von ausreicht, sie entsprechend aufzuheizen.
--- Zitat ---Habe mal eben ausgerechnet: gegen so kleine und dichte Geschosse wäre die Effektive Reichweite unseres Abwehrlasers gerade mal 12000 Kilometer - also nur drei Sekunden Flugzeit vor dem Einschlag. Trifft er, kann er das Geschoss rechtzeitig verdampfen. Es ist auch genug Zeit, mehrere Geschosse aufs Korn zu nehmen und abzuschießen. Wenn aber 50 von den Dingern reinkommen, wird der Laser überfordert sein.
Ich muss also meine zuvor geäußerte Meinung teilweise revidieren:
Planetare Laser sind wunderbar gegen Schiffe, weil diese einen relativ großen Querschnitt und geringe Dichte bzw wenig Panzerung besitzen.
Gegen viele lange, dünne Nägel aus einem hochdichten Metall (wie Wolfram) hingegen stinken sie ab.
Mal alternativ ein Asteroidenbeispiel: ein Klumpen von sagen wir 20km Durchmesser wäre etwa 14.000 Tonnen schwer. Den würde ich jetzt mit starken Seilen zwischen zwei oder mehrere Schiffe spannen und Vollgas geben. Sobald die Schlepper den für diesen Missionsteil vorgesehen Treibstoff verballert haben, geben sie dem Kiesel noch eine Rotation um die Querachse mit auf den Weg, klinken ihn dann aus und springen in die Heimat.
--- Ende Zitat ---
Wie der gute Leutnant schon anklingen ließ, meintest du sicher 20 Meter Durchmesser. Das wären ca. 4.200 m³, da kommen 14.000 Tonnen ungefähr hin.
--- Zitat ---Wenn man dann noch die Piraterie, wie von Eulenspiegel vorgeschlagen, hauptsächlich interplanetar macht - also jeweils auf ein System beschränkt - stellt die Konzentration von Sicherhheitskräften am Jumppoint auch kein großes Problem für die Piraten dar. Man muss halt nur darauf achten, dass das eigene Schiff (Transpondercode) beim Betreten eines Systems in diesem eine Weiße Weste hat. Gleiches gilt für sonstige Kriminelle.
--- Ende Zitat ---
Piraterie mit einem Q-Schiff müsste aber noch gehen, zumindest in Systemen, in denen das Schiff bei Eintreten nicht physisch inspiziert wird.
@Eulenspiegel
--- Zitat ---Wobei man tatsächlich mal ausrechnen müsste, wie effektiv diese Nägel wären:
Man muss ja nicht den gesamten nagel verdampfen. Es reicht ja aus, wenn man einen Teil des Nagels verdampft, damit der Rest vom Kurs abkommt. (Alternativ könnte man auch Abfangraketen losschicken.)
--- Ende Zitat ---
Die haben bereits ein derartiges Bewegungsmoment, dass "von Kurs abbringen" nicht viel hilft. Wenn sie mit 3000 km/s auf deinen Planeten zufliegen, ist es relativ egal, ob du ihnen in den letzten Sekunden noch einen Stups von vielleicht 1 km/s in irgendeine Richtung gibst.
--- Zitat ---Und bei nagelförmigen Geschossen ist halt zusätzlich noch die Frage, ob sie ihre Energie wirklich wie eine Bombe in alle Richtungen abgeben, oder ob sie nicht einfach nur den Erdmantel durchschlagen.
--- Ende Zitat ---
Das wäre doch auch schlimm genug, oder nicht? Es würde auf alle Fälle ein Erdbeben auslösen, vielleicht noch einen Vulkanausbruch. Auf jeden Fall richten sie massiv Schaden an.
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