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[SF: Redshift] Schiffsdesign und Technologie
Yerho:
--- Zitat von: Chaos am 27.07.2008 | 21:03 ---Der Knackpunkt ist die Frage, warum man das ganze eigentlich macht. Sinn und Zweck aller militärischen Manöver ist es, dem Feind die Möglichkeit zur Kriegsführung zu nehmen; dem spielt alles, was in Overkill resultiert, in die Hände.
--- Ende Zitat ---
So ganz stimmt das nicht: Ich kann ja auch militärische Manöver gegen einen Gegner ausüben, der gar keine Mittel zur Kriegsführung besitzt. Zum Beispiel, wenn ich die Pazifisten-Kolonie auf Haumichnicht III okkupiere. Oder wenn ich ein nicht unmittelbar bedrohtes Objekt militärisch sichere.
[quoteDie allerwenigsten Kriege finden statt, weil jemand den Anblick rauchender Trümmerhaufen so toll findet. Das heißt also, dass Overkill in den meisten Fällen am Ziel vorbeischießt (wenn du den lahmen Kalauer gestattest).[/quote]
Klar, der könnte von mir sein. ;)
Spaß beiseite, wir sind uns anscheinend einig.
Natürlich klappt das nur, so lange keine abstrusere Ideologie oder eine gänzlich von der menschlichen abweichende Psychologie im Spiel ist. Das Szenario mit der super-paranoiden außerirdischen Spezies, die vorsorglich schon mal alle anderen Spezies ausmerzt, die irgendwann einmal zur Bedrohung werden könnten, ist ja auch nicht gerade neu. Menschliche, pathologische Fanatiker oder Spezies mit entsprechender Mentalität pulverisieren dann - wenn sie es technisch können - ganze Planeten, Sonnensysteme, Galaxien oder gar Multiversen.
Yerho:
--- Zitat von: Quaint am 28.07.2008 | 11:45 ---Nur mal so ein Einwurf, nicht dass ich das dezidiert ausrechnen könnte: So ein Nagel mit 4000km/s oder so - müsste der sich nicht in der Atmosphäre zerlegen? So wie ich mir das vorstelle ist selbst die obere Atmosphäre eines Planeten wie eine solide Wand für etwas mit dieser Geschwindigkeit. Und wenn der seine paar Megatonnen in 100km Höhe oder was entlädt passiert doch auf dem Boden nicht so gräßlich viel, oder?
--- Ende Zitat ---
Die Richtungsenergie wird durch die Kollision nicht gänzlich aufgehoben. Wie viel davon noch am Boden ankommt, müsste man mal beispielhaft für die Erdatmosphäre ausrechnen.
Aber: Ein Nagel, der sich bei 4000 km/s nicht bereits bei der Beschleunigung verformt, müsste aus einem extrem widerstandsfähigen Material bestehen und übersteht die Kollision mit der Atmosphäre womöglich recht gut.
Mal ganz davon abgesehen, dass man kaum mit Nägeln auf Planeten schießen dürfte. Etliche Tonnen schickt man da schon auf den Weg, wenn das Ziel tatsächlich der Planet ist.
Feuersänger:
--- Zitat von: Quaint am 28.07.2008 | 11:45 ---Und wenn der seine paar Megatonnen in 100km Höhe oder was entlädt passiert doch auf dem Boden nicht so gräßlich viel, oder?
--- Ende Zitat ---
Im Wesentlichen, was Yerho gesagt hat.
Da war grad neulich ein ähnliches Thema in einer SF-Newsgroup. Ich übersetze mal den Knackpunkt:
Bei 1000km/s [das war dort das Beispiel] hat jedes Atom [Eisen] genug kinetische Energie, um die Umgebung auf 190keV aufzuheizen, was bereits tief im Röntgenbereich ist. Der Feuerball wird sich ebenso wie bei einer Fissionsbombe entwickelt, und der thermale Puls wird sich in einer ähnlichen Größenordnung aufhalten.
Nun reden wir hier sogar von 4000km/s, das bedeutet eine 16mal höhere kinetische Energie. Bumm.
--- Zitat von: Yerho am 28.07.2008 | 11:53 ---Aber: Ein Nagel, der sich bei 4000 km/s nicht bereits bei der Beschleunigung verformt, müsste aus einem extrem widerstandsfähigen Material bestehen und übersteht die Kollision mit der Atmosphäre womöglich recht gut.
--- Ende Zitat ---
Man muss den Nagel nichtmal brachial beschleunigen, wenn man mehrere AU Anlaufstrecke zur Verfügung hat. Den Großteil der Geschwindigkeit übernimmt er einfach von dem Bomber, der ihn ausklinkt. Den Rest kann er z.B. von einer Coilgun mitbekommen, und/oder einem eigenen Raketenantrieb (der freilich dabei verlorengeht).
Als Material würde ich Wolfram nehmen, weil es ein extrem dichtes Metall mit enorm hohem Schmelzpunkt ist. Ideal für unsere Zwecke.
--- Zitat ---Mal ganz davon abgesehen, dass man kaum mit Nägeln auf Planeten schießen dürfte. Etliche Tonnen schickt man da schon auf den Weg, wenn das Ziel tatsächlich der Planet ist.
--- Ende Zitat ---
Wie gesagt, mein Beispielnagel (20cmx3m) hatte schon 2 Tonnen. Lässt sich wie gesagt ohne Weiteres hochskalieren. Wir wollen dabei den Querschnitt aber möglichst klein halten, um die Abwehr zu erschweren.
Machen wir den Wolfram-Nagel also z.B. 40cm im Durchmesser und 9 Meter lang, sind wir schwupps bei 90 Tonnen, bei 4000km/s entspricht das etwa 160 Megatonnen. Das entspricht ungefähr dem Ausbruch des Krakatao und lässt jede real existierende Atombombe wie ein Kinderspielzeug aussehen. Groß genug für dich?
Kleinere Nägel von wenigen Tonnen lassen sich aber in größerer Anzahl abschießen, und ich halte sie für militärisch sinnvoller, wenn man den Planeten nicht wirklich slaggen will. Ein paar Megatonnen hier und da sorgen für enorme Schäden und demoralisieren die Bevölkerung, ohne den Planeten gleich unbewohnbar zu machen.
Funktionalist:
Naja, wenn das Schiff dann noch existiert, kann es ja einen Fallkanal für den Nagel per Laser vorbereiten, sodass dieser fast uohne Reibungsverluste einschlägt.
dann gibt es einen großen Blitz und der Nagel schlägt sehr tief ein....Das ist auch eine Möglichkeit. Der Boden wird dieses Geschoss auch untersch. wiech auffangen, oder?
Vielleicht dringt er erst zwei Kilometer tief ein, bevor er verdampft, dann wirds für die Oberfläche weniger kritisch...
Vllt. liegt eine Verteidigung dann auch eher in einer sehr unempfindlichen Infrastruktur, die sehr dezentral ausgelegt ist, was dank der Vernetzung kein Problem darstellt...
eine weitere Alternative wären kill-vehikels, die mit den Nägeln kollidieren sollen.
Ausserdem braucht man dem Nagel ja nur einen winzigen drehimpuls zu geben, sodass er nicht trifft...
das könnte man ja schon imt ein paar Partikelstrahlern im Orbit machen...
Alle wichtigen ziele, währen dann tief im Boden geschützt... Die Abwehr laser könnten auch sehr tief sitzen und über versch. Umlenkungen feuern....
sers,
Alex
Quaint:
Äh, ja schön, dass das eine Explosion wie bei einer nuclearen Waffe gibt. Da aber z.B. bei der Erde spätestens in 200km Höhe genug dichte Atmosphäre da ist um so ein Ding quasi zur Explosion zu bringen, bringt das doch nix.
Vielleicht mal da gucken: Wikipedia zu den Effekten von Nuklearwaffen
Ne 20 Megatonnenbombe macht auf 50km noch "moderate Schäden an Zivilgebäuden" - was ja nicht gerade Slagging ist.
Aber auf 200 km? Na gut, wenn man hinguckt ist man wahrscheinlich blind, aber den Gebäuden am Boden passiert jedenfalls nicht wirklich was.
Ich meine, ich hab auch mal zu verglühen und so nachgelesen. Meteoriten haben vielleicht so 20-80 km/s und die verglühen reihenweise, wenn sie nicht gerade 80m Durchmesser haben. Mein Gott, selbst menschengemachte Raumfahrzeuge mit vielleicht 3km/s haben massive Probleme mit dem möglichen verglühen.
Bei 4000 km/s müsste es bei den ersten Anwandlungen von Atmosphäre einfach *POOF* machen und dann war der Nagel mal gewesen und das eben in einer Höhe, dass dem Boden nix passiert. Die Energie wird *da oben* frei.
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