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Wie müsste StarTrek (ganz allgemein) aussehen, um zu begeistern?
Eulenspiegel:
@ Yerho
Ja, schwarz-weiß ist langweilig. Das will ich auch nicht haben.
Was ich unter moralischen Dilemma verstehe ist folgendes:
a) In einer alten Kirk-Folge sind die Crew-Mitglieder auf ein Wesen gestoßen, dass über zwei Fähigkeiten verfügte:
1) Es konnte relativ schnell regenerieren.
2) Es konnte Verletzungen von anderen Wesen nehmen und sie auf sich selber übertragen.
Kirk war schwer verletzt. Die moralische Frage war nun, ob man das Wesen zwingen könne, sich selber zu verletzen, um Kirk zu heilen. (Da das Wesen eine sehr gute Regeneration hatte, würde es die Verletzungen von Kirk leichter überstehen als Kirk selber.)
b) In einer anderen Folge ist Kirk auf einem Planeten gelandet, wo ein Krieg zwischen zwei Völkern herrschte. Die einen besaßen bereits Feuerwaffen, während die anderen eher pazifistisch veranlagt waren und demzufolge in Waffentechnologie nicht so weit entwickelt waren. (Nachdem sie immer weiter angegriffen worden waren, hatten sie ihren Pazifismus mit der Zeit abgelegt und ebenfalls angefangen, bezüglich Waffen zu forschen. Aber der Fortschritt der Aggressoren war halt bereits zu groß, um ihn einzuholen.)
Kirk versuchte erst, zwischen den beiden Parteien zu verhandeln, musste aber feststellen, dass die Aggressoren nicht bereit waren, Frieden zu schließen, sondern die anderen unterwerfen (oder ausrotten - bin mir nicht mehr sicher) wollten.
Kirk hatte nun die Idee, die Verteidiger ebenfalls mit Schusswaffen auszustatten: Wenn beide Parteien waffentechnologisch auf ähnlichem Niveau wären, dann würden es sich die Aggressoren nochmal überlegen. (Solange sich die Verteidiger nicht wehren können, gab es für die Aggressoren keinen Grund aufzuhören. - Wenn die Verteidiger aber zurück schießen und es auch Tote unter den Aggressoren gibt, werden diese vielleicht bereit sein, den Krieg zu beenden.)
Das Problem war, dass ein Waffenlieferung an eine Partei gegen die 1. Direktive verstoßen würde. Kirk stand nun also vor dem Dilemma, ob er gegen die 1. Direktive verstößt oder ob er zusieht, wie das eine Volk ausgelöscht wird.
c) Es gab eine Reihe von Gehirntauschs. (Kopf wurde aufgeschnitten, Gehirn wurde entfernt und neues Gehirn wurde im Kopf eingesetzt.)
Dafür war eine fehlprogrammierte Maschine verantwortlich.
Das Problem am Ende war jedenfalls, dass ein Körper tödlich verletzt war. Das heißt: Wer immer nachher in diesem Körper stecken würde, würde sterben.
Jetzt gab es zwei Möglichkeiten:
1) Das Gehirn, das im tödlich verletzten Körper war, würde dort drinbleiben und mit dem Körper sterben. Das Gehirn, das zum verstorbenen Körper gehört, würde den Körper des verstorbenen Gehirns bekommen.
2) Das Gehirn, das zum verletzten Körper gehörte, würde in diesen Körper hineinversetzt werden: Das Gehirn saß im Augenblick in einen quietschlebendigen Körper. Aber da es sein Körper war, der starb, solle er gefälligst mit dem Körper draufgehen.
Disclaimer:
Solche Folgen waren zugegebenermaßen eher die Ausnahme. Aber es gab sie halt in regelmäßigen Abständen und waren imho immer die Highlights der Serie.
--- Zitat ---Ich will endlich mal wieder ein paar richtig sympathische Schlitzohren oder gar Schurken in Star Trek. So. :P
--- Ende Zitat ---
Das passt imho nicht zu StarTrek.
Da würde ich halt eher Firefly oder Babylon 5 empfehlen. Dort passen sympathische Schlitzohren wesentlich besser rein.
Chaosdada:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 4.11.2008 | 16:08 ---Das Problem war, dass ein Waffenlieferung an eine Partei gegen die 1. Direktive verstoßen würde. Kirk stand nun also vor dem Dilemma, ob er gegen die 1. Direktive verstößt oder ob er zusieht, wie das eine Volk ausgelöscht wird.
--- Ende Zitat ---
Zudem führt das vielleicht auch zu viel mehr Toten, wenn die Agressiven nicht verhandeln, sondern den Krieg bis zum letzten führen.
Dass TNG so polarisierend sei, wie Yerho behauptet, finde ich überhaupt nicht. Da kommen durchaus Leute vor, die mittelmäßig moralisch sind. Und es gibt oft moralische Fragen auf die es keine eindeutige Antwort gibt.
pharyon:
Zu sympathischen Schurken:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 4.11.2008 | 16:08 ---Das passt imho nicht zu StarTrek.
Da würde ich halt eher Firefly oder Babylon 5 empfehlen. Dort passen sympathische Schlitzohren wesentlich besser rein.
--- Ende Zitat ---
Öhm, Garak? Quark? Harry Mudd? Vash? Nur so ein paar, die mir einfallen.
Aber prinzipiell handelt Star Trek nicht von solchen Schlitzohren, das stimmt schon.
Interessant sind mMn vor allem solche Themen, bei denen man selbst nicht unbedingt genau wüsste, wie man in vergleichbaren Situationen reagieren würde. Natürlich geht das nur schwerlich jede Woche, wenn Zeit- und Budgetdruck bestehen. Ab und an sind das aber die "Salz"-Folgen in der Star Trek-"Suppe".
Für mich essentiell ist auch dieses "Alles wird gut"-Feeling von Star Trek. Quasi das Gegenstück zum "Genre Noir". Das muss nicht in jeder Folge stattfinden, aber als Grundstimmung in der Serie enthalten sein.
Wie seht ihr das?
Gruß, p^^
Chaosdada:
--- Zitat von: pharyon am 5.11.2008 | 23:08 ---Wie seht ihr das?
--- Ende Zitat ---
Sehe ich genauso. Star Trek ist eine Utopie und das ist auch gut so. Das sehe ich durchaus auch als ein herausstechendes Merkmal, denn mEn ist Science Fiction in der Regel eher düster und pessimistisch.
Und schwierige moralische Fragen sind natürlich interessanter als einfache - eben solche in denen die Protagonisten nicht wissen was sie tun sollen, obwohl sie in ihren Überzeugungen gefestigt sind.
Feuersänger:
Ja, ST darf gerne utopisch sein, aber dann sollte es eben auch mit etwas Hirn so designt werden, dass es einer etwas kritischeren Betrachtung standhält, und nicht wie ein totalitäres gehirnwaschendes System unter einer dünnen Schicht Propagandalack daherkommt.
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