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Savage Worlds - Small Talk
Darkling ["beurlaubt"]:
Na, ich gestehe, dass ich mir die Daring Tales nicht gekauft habe...aber dafür habe ich mehr als eine GE! Das macht das doch wieder gut, oder? Oder?!? :o
Spaß beiseite, natürlich ist sich jeder bewusst, dass quasi alles, was ein Verlag rausbringt irgendwo ein Risiko für diesen darstellt, dass sich nicht rechnen könnte. Beteuerungen der Fans kann ein Verlag ja tatsächlich nicht einfordern, stimmt schon.
Auf der anderen Seite: Wenn jemand eine Reihe komplett einsprachig haben möchte und sagen wir mal, er kauft sich das erste Buch einer Trilogie, kann der dann einfordern, dass der Verlag den Rest auch in dieser Sprache rausbringt?
Klar machen Fans das gerne, aber sein wir mal ehrlich, die einzig echte Möglichkeit, die ein Konsument hat ist eben seine Meinung kundzutun und dieser durch sein Kaufverhalten Nachdruck zu verleihen.
Eine Überlegung könnte nun sein, wie kann man das steuern, dass da beide Seite möglichst auf ihre Kosten kommen, oder?
Ich halte Umfragen nach einem jeden abgeschlossenen Projekt, wie es denn weiter gehen soll für eine gute Idee, vorausgesetzt, dass dieser Umfrage dann auch zeitnah (und wenn wir hier von einer Übersetzung samt Veröffentlichung reden denke ich kann "zeitnah" auch mal ein halbes bis ganzes Jahr umfassen) Taten folgen.
Dann hat der Verlag nämlich eine bessere Möglichkeit einzuschätzen, wie seine Produkte ankommen werden statt einen Plan zu machen, der sich selber über kurz oder eher lang überlebt und die Fans haben auch immer im Blick, was realistisch ist und fühlen sich eingebunden und so vielleicht auch eher zu einem Kauf motiviert, weil ihren Wünschen "zeitnah" nachgekommen wird.
Frage ist, wie weit geht diese Idee an der Realität vorbei?
Korig:
Ich werde das Fantasy Kompendium sicherlich kaufen. Was die anderen Produkte angeht kann ich halt folgendes dazu sagen. Weder Sundered Skies noch Necropolis haben mich sonderlich intressiert. Daring Tales sind eine Überlegung Wert.
Hellfrost hätte ich sicherlich gekauft wenn nicht 1. die Meinungen und Berichte so schlecht zur Deutschen Ausgabe ausgefällen wären und es eben gesichert ist, dass zumindest alle Grundbücher heraus kommen. In diesem Fall, möchte ich als Kunde nicht auf einem Buch sitzenbleiben. Auch das A4 Format finde ich nicht so toll.
Cagliostro:
--- Zitat von: TAFKAKB am 9.04.2011 | 11:57 ---Ich versuche hier gar nichts zu entfachen und lasse mir sowas auch nicht unterstellen. Bitte sieh von solchen schmutzigen Diskussionstricks ab. Danke.
Aber: Wenn Opel zunächst jahrelang keine Modellentwicklungen bekannt geben, dann seinen eigenen Vertrieb einstellen und schließlich die Restmodelle stattdessen bei Ford verkaufen lassen würde... Ich freue mich ja für jeden Rollenspielverlag, dem es gutgeht. Im Gegensatz zu den meisten Leuten hier habe ich das deutschsprachige zwecks Unterstützung von Prometheus komplett angeschafft. Aber für mich klingt das wirklich extrem nach schweren Liquiditätsproblemen. Hoffentlich irre ich mich.
--- Ende Zitat ---
Ich "unke" mal mit: Das Geld wird nicht mit dem Schreiben von RPG-Material gemacht, sondern wenn im Verkauf. Wenn ich den Vertrieb abgebe, kann ich mich natürlich auf das Schreiben konzentrieren, gebe auch aber Geld weg. Ulisses wird den Vertrieb ja nicht "für umme" machen.
Natürlich ist das sinnvoll wenn Autoren sich aufs schreiben konzentrieren können (negatives Beispiel für das Gegenteil war ja wohl FanPro), aber das Geld wird dann weniger. Klar, eigene Vertriebsstruktur kostet auch
Tequila:
Mit einem vernünftigen Vertrieb im Rücken kann ich aber wesentlich mehr Produkte absetzen, als wenn ich mit eigenem, eher schlechten Vertrieb vor mich hin prutsche. Ich erreiche mit einem professionellem Vertrieb einfach mehr Händler.
Außerdem: Ein Händler überlegt es sich zweimal, ob er an einer Stelle mal ein GRW und eine Kampagne kauft und sich in den Laden stellt, wenn die Versandkosten für diese eine Bestellung schon fast seine theoretische Gewinnspanne auffressen. Wenn ich das GRW und die Kampagne jedoch bei meinem regulären Großhändler bekomme, diese also quasi einfach mitbestellen kann, dann ist das Ganze gleich viel attraktiver.
Als Händler will ich es so einfach und so günstig wie möglich haben, daher macht der Schritt vom PG einfach mehr als nur wenig Sinn.
Ein Großhändler/Vertrieb wird im Übrigen, wenn er gut ist und sein GEschäft versteht, auch keinen Verlag in sein Prograqmm aufnehmen, in dem er kein Potential sieht, bzw. dessen künftige Pleite erwartet. Also ist die Übernahme des Vertriebes eher so zu werten, das man in PG gutes, ausbaufähiges Potential sieht, also genau das Gegenteil dessen, was einige hier so rumunken...
Humpty Dumpty:
Die Punkte von Cagliostro und Tequila kann ich nachvollziehen Das sind gute Argumente.
Vielleicht noch ergänzend zu Tequila in der Gegenrichtung: Hinzu kommt bei einer Vertriebsübernahme natürlich aber eine starke Abhängigkeit. Ich hatte den Prometheus Verlag bei dessen Gründung, spätestens aber mit der Übernahme der Lizenz von Savage Worlds schon so ein bisschen als Herausforderer von Ulisses eingeschätzt und auch die Eigendarstellung zumindest perspektivisch so wahrgenommen. Nun stellt es sich mir eher so dar wie eine Einmannbude mit angehängtem Webshop. Das ist schon ein ziemlicher Unterschied, finde ich.
Klar: Das Modell kann ganz wunderbar funktionieren und der gute Patrick Götz macht es mit Uhrwerk ja - auch im Vertrieb von Ulisses - ziemlich clever vor (mit der Lizenz von Pathfinder in der Hinterhand dürfte Uhrwerk mittlerweile ohnehin auf Augenhöhe mit Prometheus angelangt sein). Doch wie gesagt: ich nehme da schon ein deutliches Downsizing wahr. Für Savage Worlds muss das in jedem Fall nix Schlechtes bedeuten. Da bin ich ganz bei Tequila.
Ein Vorschlag für zukünftige Publikationen könnte vielleicht so etwas wie ein Vorfinanzierungsfonds sein. Sowas in der Richtung machen ja einige in der Szene, Greg Stolze zum Beispiel bei Reign. Bezogen aufs Beispiel: Wenn eine neue Übersetzung für Savage Worlds angedacht ist, könnte man einen solchen Fonds einsetzen und erst dann drucken, wenn die Ressourcen bereitstehen. Dann könnte man einerseits sichergehen, dass die Nachfrage sich in vernünftigen Bahnen bewegt, und andererseits das Risiko minimieren. Der Fonds müsste natürlich einen Umfang aufweisen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Vorbestellungen erreicht wird. Parallel müsste sich ein IT-Freak finden, der im Alternativfall ein automatisches Rücküberweisungssystem programmiert. Das würde bestimmt ein paar Unsicherheiten ausräumen und eventuell zusätzliche Marktinformationen bereitstellen. Nur ne Idee.
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