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[Savage Worlds Gentleman's Edition] Prometheus Games erwirbt Savage-Worlds-Lizenz

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Skyrock:
Die Zahlen oben beziehen sich in erster Linie auf die Staaten, in zweiter auf andere anglophone Regionen (Kanada, Oz, UK), und Deutschland... Das ist irrelevant für C&G-Zwecke.

Dass es in Deutschland (und auch A und CH) finsterer für SW aussieht ist klar, aber andererseits ist die deutschsprachige Szene ohnehin das Neandertal des Rollenspiels und nicht Maßstab für den Rest der Welt.

JS:
mag sein, mag sein, aber hier geht es ja um sw für deutschland und mögliche wege für einen durchbruch. niemand wünscht sich den so wie wir, denke ich, aber mit den von uns geschätzen supernischensettings wird er wohl nicht zu erreichen sein. aktive fankleingemeinde hin oder her.
aber immerhin konnte ich einen dsa-4-ler schon von sw überzeugen. es ist noch nicht alles verloren.
:)

Zornhau:

--- Zitat von: Skyrock am 30.06.2008 | 11:49 ---Dass es in Deutschland (und auch A und CH) finsterer für SW aussieht ist klar, aber andererseits ist die deutschsprachige Szene ohnehin das Neandertal des Rollenspiels und nicht Maßstab für den Rest der Welt.

--- Ende Zitat ---
Das ist aber von Interesse und somit "Maßstab" für das KOMMERZIELLE Vorhaben eine deutsche SW-Ausgabe zu veröffentlichen und hierzulande somit durch den Verkauf von SW-Regelwerken und SW-Settingbänden GELD zu verdienen.

Denn ganz ohne jegliche kommerzielle Rentabilität wird der Prometheus Games Verlag solch ein Unterfangen, selbst bei kostenloser kommerzieller Lizenzerteilung durch Pinnacle, nicht mal anfangen. - Reine, und absehbare Verlustgeschäfte sind Fan-Only-Vorhaben vorbehalten.

Ich sehe zwar, daß der deutsche Markt mit Aventuristik-Prägung eine ERWARTUNGSHALTUNG, "wie Fantasy-Welten sein sollen" als Alt-Last mitbringt. Jedoch sehe ich KEINEN BEDARF nach "noch einem großen, dicken Fantasy-Welt-Öltanker".

Welten wie Midgard, Aventurien, (What's it's name?) von AC, und den D&D-Welten wie Forgotten Realms, Eberron, usw. sind schon verfügbar, bieten für unterschiedliche Plain-Vanilla-Geschmäcker jeweils leicht andere Nuancen an Normalo-Fantasy und sind eben gut eingeführt und mit einer breiten Fan-Basis versehen.

Hier mit einem komplett NEUEN GROSSEN(!) Fantasy-Setting punkten zu wollen, halte ich für illusorisch.

Was man viel eher erreichen kann, ist eben gerade das Ausfüllen der hierzulande beklagenswert unbesetzten NISCHEN wie die Crossover-Settings von Pinnacle sie z.B. bedienen.

Und da mit den typischen Plot-Point-Kampagnen ein solches Setting auch NICHT EWIG bespielt werden muß, sondern eben man das Setting mitsamt der Plot-Point-Kampagne DURCHSPIELEN kann, und das auch noch in (verglichen mit den G7) kurzer Zeit, ist es als Rollenspielprodukt NEBEN den Großen Alten (tm) bestens geeignet sich seinen Platz, seinen SOLIDEN Platz zu nehmen.

Ob als Kampagnenprodukt zur ABWECHSLUNG, oder für "Setting-Hopper", die lieber ÖFTER etwas Neues als immer nur den gleichen alten Hirsebrei mit Hartwurst ausprobieren wollen, ist doch erst einmal egal. - Savage Worlds hat mit dem FFF-"Geschmack" der Savage Settings eben etwas ANDERES zu bieten, als die behäbigen Riesensettings mit dem Bandwurm an Quellenbänden für Setting-Pixelbitching-Fans.

Savage Worlds setzt klar auf ACTION.

Settings mit BEWEGUNG und nicht die erstarrten, verkalkten Greise an Fantasy-Welten, die man hierzulande GEWOHNT ist.

Man kann auch mit ungewohntem, aber BEGEISTERNDEM Material seinen Platz auf dem Markt finden.

Daher stellt sich mir als kritischer Faktor gerade für die NEUEN deutschen Savage-Settings eines dar: Sind sie BEGEISTERND genug? Sind sie SAVAGE genug? Sind sie ANDERS genug?

Oder sind sie die deutschen Shaintars, die Forgotten-Realms-Klone, die DSAvage WorlDSA?

JS:
fragt sich nur, WEN es begeistert. ein paar wenige oder eine ausreichende menge? die settingfriedhöfe sind voll mit begeisterndem material für kleine grüppchen und fanboys. und außerdem ist vorher nun niemals klar, wen und ob das setting begeistert. viele settings begeistern nämlich nur deren autoren und einige wenige fans. prometheus sollte auf jeden fall zweigleisig fahren. ein deutsches shaintar würde ich mir sofort kaufen, 3/4 der restlichen "begeisternden" offiziellsettings für savage worlds dagegen nicht. da können sie noch so savagig sein und von fanboys gepriesen werden.

Zornhau:

--- Zitat von: JS am 30.06.2008 | 12:06 ---aber immerhin konnte ich einen dsa-4-ler schon von sw überzeugen. es ist noch nicht alles verloren.

--- Ende Zitat ---
Was das Gewinnen neuer Savages anbetrifft: SW plaziert sich im Original gegen D&D. In den USA ist D&D synonym mit Rollenspielen allgemein. Durch die hohe Verbreitung von D&D reicht es auch aus sich auf dem Markt gegen D&D seinen Anteil zu erkämpfen. - Savage Worlds plaziert sich z.B. nicht gegen White Wolf Produkte.

Savage Worlds hält, was D&D schon mit 3E aber auch mit 4E versprochen hat, aber nicht halten konnte. - Daher ist der Strom der von D&D zu SW wechselnden Rollenspieler mit 4E sogar angestiegen.

Deutschland hat KEINE D&D-artige Rollenspiellandschaft. Hierzulande ist Action verpönt, ist Miniatureneinsatz verpönt, und wurde den Spielern ständig eingetrichtert, wie sie zu spielen haben - und zwar so total anders als SW es anbietet und unterstützt. - Darüber gibt es Thread in Foren lang und breit und leider mit gutem Grund.

Es ist nur so, daß - nicht nur in meiner Erfahrung - man hierzulande Leute leichter von D&D-artigen Rollenspielen für Savage Worlds begeistern kann, als die "Besser-Rollenspieler" aus Stimmungshausen. - Auch fällt es ausgesprochen leicht selbst eingefleischte Tabletop-Spieler zum Rollenspiel mit Savage Worlds zu bringen (und sie auch dort zu halten - sogar soweit, daß sie nicht nur SW spielen, sondern dann auch andere Rollenspiele!).

Die ZIELGRUPPEN, an die sich eine deutsche SW-Ausgabe wenden sollte, sind m.E. gerade NICHT die "Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht"-Aventuriker! - Es macht wenig Aussicht auf Erfolg, wenn man den Platzhirsch frontal anzugehen versucht. Es kann auch nicht im Sinne der beteiligten Verlage sein eine Konfrontation auf Fan-Ebene hochkochen zu lassen. Das alles wäre der falsche Weg.

Besser ist es sich mit dem generischen HEBEL, den Savage Worlds vom Regelsystem her nun einmal darstellt, eine Nische nach der anderen vorzunehmen, und diese mit begeisternden Produkten zu besetzen. Ohne dem Platzhirschen das Revier streitig machen zu wollen (zunächst).

Es gibt so viele Bereiche, in denen die deutsche Rollenspiellandschaft öde, trocken und karg aussieht. Insbesondere bei den lockeren, selbstironischen, actionbetonten, positiven Settings. - Nicht immer nur NDE-Gejammer und das nächste Herzensbrecherlein, sondern positive Post-Apokalypse mit Spaß! Sci-Fi mit Geballere und Glibberaliens! Fantasy mit "Röhrendem, blutbesudeltem Barbaren vor Sonnenuntergang"-Cover!

Genres der klassischen Pulp-Richtungen, Weird Science, Sword&Sorcery, Hammer Horror, Mantel&Degen-Action, Abenteuer, Heftromane, usw.  - Da gibt es JEDE MENGE Material, was die deutsche Rollenspiellandschaft bereichern und zum Blühen bringen könnte, was nur an der Schwermut der deutschen Rollenspielautoren gescheitert ist, die mit ständigem Dark-Darker-Am Dharquestön meinen Kreativität durch düstere Bilderbücher ersetzen zu können.

Savage Worlds ist BUNT, KNALLIG, und LAUT. - Und das fehlt hierzulande VÖLLIG.

Der einzige echte Lichtblick der letzten Jahre/Jahrzehnte war tatsächlich Funky Colts. Mit selbstironischem Blick auf sich und das umgesetzte Genre hat es mehr SAVAGENESS als alle Shaintars dieser Welt zusammen.

Das zeigt aber auch, daß auch deutsche Autoren, wenn sie es WOLLEN, durchaus FFF schreiben KÖNNTEN. - Man muß sie nur lassen und ihnen mit einem geeigneten Regelwerk wie SW den Weg bahnen. - Die Regelwerksübersetzung ist wie das Vorantreiben einer Eisenbahntrasse durch karges Land und abweisendes Gebirge. Sie bahnt den Weg auf dem die Zivilisation, auf dem die rollenspielerische LEBENSFREUDE wieder ins seit Langem verbaute Land einziehen kann.

In diesem Sinne bin ich durchweg positiv gestimmt und enthusiastisch, was den Erfolg von SW in Deutschland anbetriff.

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