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[PtA] Ein paar Neulings-Fragen

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Crazee:
Ah, ok, danke.

wjassula:
Hallo Travian,

jetzt mit etwas Verspätung doch noch die Antwort zu deiner Nachfrage.

1. Dass es bei den Stakes laut Regeltext um das gehen soll, was der Charakter will widerspricht nicht meinem Hinweis, dass man sich als Gruppe fragen sollte, was man über den Charakter erfahren will, und dementsprechende Stakes wählen. Aus der Sicht des Charakters geht es bei den Stakes sehr wohl um das, was für ihn auf dem Spiel steht (Werde ich diesen Kampf gewinnen oder nicht? Werde ich mein Gegenüber überzeugen? Kann ich in dieser Situation das moralisch richtige tun?). Aus der Sicht der Spielenden geht es aber in diesem Konfilkt noch um mehr, nämlich darum, was das Ergebnis für das Verständnis der Spielenden von diesem Charakter aussagt, welche Aussage damit über ihn getroffen ist. Beim Betrachten einer Fernsehserie geht es einem ja oft nicht anders: Man  erlebt gleichzeitig die Perspektive der Protagonisten und die eigene Beobachterperspektive als ZuschauerIn ("O Gott, wird Angel das Kind an die Dämonen verkaufen, wie es im Vertrag steht, oder findet er einen Ausweg, damit er seinen Idealen treu bleibt und seine Freunde ihn nicht verachten" ["Und wie sehe ich ihn dann? Als Pragmatist oder als Arschloch, das sich ans System verkauft hat?"]).

Also ja, die Stakes sagen, was für den Charakter auf dem Spiel steht, aber in welche Situationen der Charakter gebracht wird, das entscheidet ja die Spielgruppe nach ihren Interessen. Insofern kein Widerspruch.

Stakes legen deshalb auch das Ergebnis des Konfliktes noch nicht genau fest: Natürlich sind sie "what a charakter wants out of a conflict", aber a) wird die genaue Form des Ergebnisses ja erst in der Auserzähl-Phase festgelegt und b) gibt es ja noch die Ebene des Spielerverständnisses, auf der die Fiktion noch eine Bedeutung hat, die den Charakteren innerhalb der Fiktion nicht klar ist. Ob Charakter X jetzt seinen Kampf gewinnt oder nicht - im Verlauf der Konfliktauflösung und der Ausübung des Erzählrechts kann diesem Ausgang immer noch eine Bedeutung beigelegt werden, die über die Innenperspektive des Charakters hinaus geht.

Georgios hat übrigens völlig recht damit, dass man den Spielablauf natürlich während des Spiels nicht so analytisch betrachtet. Der beste Rat ist immer noch, das Spiel zu üben und konkrete Fragen und Probleme zu beackern, die bei Spielabenden auftauchen. Mir hilft es aber immer, mir abseits der Hitze des Gefechts noch mal analytischer darüber Gedanken zu machen, was da eigentlich abgeht.

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