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[Trailer]: Valkyrie

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Chaosdada:
@ Sidekick: *ROFL* "Die Wehrmacht" sagt sicherlich nicht, dass es ihr leid tut. Aber wir reden hier eigentlich von einer bestimmten Person.
Und ich finde es nicht weniger heroisch einen Plan durchzuführen, der nicht weniger sicher ist, bei dem aber noch eine geringe Chance besteht, dass man selbst und seine Familie lebend aus der Sache herauskommen. Ein Attentat mit einer Pistole hätte genauso gut schief gehen können - eigentlich ist das sogar viel riskanter. Das Bombenattentat scheiterte vermutlich nur an der Dämlichkeit Stauffenbergs, der einen 2. Sprengsatz, dessen Zünder defekt war, nicht mitnahm - obwohl die Explosion des ersten Sprengsatzes den 2. auch in die Luft gejagt hätte.
Nach Hitlers Tod sollte übrigens Mitverschwörer Friedrich Fromm, Kommandant des Ersatzheeres, an die Macht gelangen - entgegen deiner Behauptung hatten die Verschwörer durchaus einen Plan für die "Zeit danach". Die offizielle Operation Walküre wurde zu diesem Zweck umfunktioniert und sollte nach Hitlers Tod anlaufen. Man wollte behaupten der Attentäter käme aus den Kreisen der NSDAP und es so rechtfertigen gegen Partei und Regime vorzugehen. Das war eigentlich ein ganz guter Plan.

Sidekick:
die Wiki-Artikel sind mir insgesamt bekannt, dennoch empfinde ich die gesamte Operation als etwas Naiv und mir stellt sich nunmal die Frage:
Wie sehr anders währe es denn ohne Hitler gewesen?

Irgendwie laufen alle Argumentationen der Pro-Attentäter-Deutung immer nur auf eines Hinaus: ohne ihn wird alles sicher besser. Über das wie und womit haben sich die beteiligten damals einen Kopf gemacht.

Ich kann diese Deutung nicht mit meinem Wertebild vereinnahmen. die Vorstellung, ohne Hitler wird alles gut ist für mich nicht vertetbar. Schließlich ging es nicht um Hitler. Es ging um ein System, ein System in dem Menschen aus ideologischen Gründen unfassbares verannlaßten  und dieses System wäre selbst bei einem Putsch nicht am ende gewesen, ein Teil putscht gegen den anderen, aber das System bleibt bestehen. Klar, man hätte versuchen können die NSDAP durch die Geschichte mit dem getürkten Machtkampf zu zerstören. Aber wohin führt dies? Oder kann dies überhaupt klappen?

Ich bin überaus skeptisch und kritisch gegenüber der Vorstellung, dass die guten und Gerechten ein technisches Detail davon entfernt waren, Deutschland zu retten. Und das mag sich zynisch anhören, aber wann immer diese Kiste ausgegraben wird, läuft es darauf hinaus: Man glaubt, dass gute Menschen das Land und die Welt "retten" wollten.

Ich glaube da lieber daran, dass man versucht eine Art von monster zu glorifizieren, weil es im Kampf gegen das schlimmere Monster unterlag. Diese "es waren nicht alle Böse" Vorstellung lässt das Deutsche Gewissen sicher ruhig schlafen, ich erkenne aber diese simple moral nicht an. und darauf läuft es hinaus: es geht um Werte. Und in mein Wertebild passen die bekehrten Offiziere mit einem Herz aus Gold und dem Gewissen des Volkes einfach nicht. Ich glaube nicht daran, dass sie derartig fanatisch und aufopferungsvoll waren, weil das Handlungsschema nicht zu einer derartigen Motivation passt. Insgesamt gibt es also diverse aspekte der Geschichte welche, unabhängig von den Fakten, in mir das Misstrauen schüren.

Ludovico:
Ach, wenn Stauffenberg Erfolg gehabt hätte, dann wäre das schon nicht schlecht gewesen. Ok, eine Demokratie hätten wir dann wohl heute nicht, aber das wäre uns dann auch egal, ne?
Tja, dann wäre es eine Militärdiktatur gewesen, ohne den ganzen ideologischen Bullshit der Nazis.

Durchaus wünschenswerter als ein tausendjähriges Reich

Chaosdada:

--- Zitat von: Sidekick am 28.09.2008 | 22:21 ---Irgendwie laufen alle Argumentationen der Pro-Attentäter-Deutung immer nur auf eines Hinaus: ohne ihn wird alles sicher besser. Über das wie und womit haben sich die beteiligten damals einen Kopf gemacht.
--- Ende Zitat ---
Wie schon gesagt, ist das schlichtweg falsch. Sie hatten einen Plan wie sie die Macht übernehmen wollten. Wenn ihnen das gelungen wäre, hätten sie Frieden schließen und die Ermordung der Juden stoppen können.


--- Zitat ---Oder kann dies überhaupt klappen?
--- Ende Zitat ---
Ich bin überzeugt davon, ja. Hast du einen besseren Plan? Und selbst wenn der Plan schlecht gewesen wäre, wieso sollte das die Hitlerattentäter unmoralischer machen?

Aber wie du selbst sagst passt es dir einfach nicht in den Kram und deshalb willst du nicht dran glauben.
Ich will dich sicher nicht davon abbringen. Wenn du überzeugt sein willst, dass die Wehrmachtsoffiziere allesamt teuflische Monster waren, bitte (deshalb haben sie bestimmt auch Mützen statt Helme - die drücken nicht so an den Hörnern). Dann sprich aber gefälligst nicht von "simpler Moral" und Naivität bei denen die das nicht sind.

Chaosdada:
Ich habe ihn mir gerade angeschaut. Fand ihn sehr gut. Besser als ich gedacht hatte, da es im Vorfeld hieß Stauffenberg sei sehr als "amerikanischer Held" dargestellt worden. Fand ich aber gar nicht so, er redete jetzt nicht von Demokratie und Freiheit oder so etwas. Nur von blanken Menschenleben und von Ehre.
Und es zeigt auch noch mal deutlich (was man auch schon in der ZDF-Doku sehen konnte, die an den beiden letzten Dienstagen lief), dass der Plan eigentlich verdammt gut war, und die Verschwörer ein ziemliches Pech hatten.

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